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Nachdem nun (fast) alles getrocknet ist, ein kurzer Bericht:

Wasserstadt Limmer Triathlon 2012
Ich könnte hier lang und breit erklären, warum ich mir ausgerechnet den Triathlon und dann gleich ne MD als Saisonstart ausgesucht habe, aber das würde zu weit führen - es ist halt, wie's ist; aber mir war schon nicht ganz wohl im Vorfeld was die Gesamtdistanz angeht, vor allem, weil mir mental der Föhr-Marathon noch im Genick saß...
Wettervorhersage für den Raceday: 14°C, wenig Wind, Regenwahrscheinlichkeit unter 5% - also, bißchen kühl, aber ansonsten alles gut!
Sonntag dann Komfortanreise (im Auto der Frau, d.h. Klimaautomatik, Sitzheizung, gekühlte Getränke... und incl. Fahrerin!)
Der Himmel war bedeckt, alles trocken, nur die Außentemperatur lag mit 7° doch eher im Winterbetrieb; sollte sich aber im Laufe des Tages noch auf 8,5° steigern.
Ausschilderung eher mäßig und auch per Navi nicht auf Anhieb zu finden, aber wenn man sich an jemanden mit Rad am Auto anhängt, findet man sein Ziel.
Organisatorisch gab es rückblickend alles von 1+ (Versorgung an der Strecke) bis 5- (Internetauftritt), lange Wege vom Parkplatz zum Check-In, kein Rahmenprogramm, keine Ansage der Teilnehmer bei Zielankunft, lange Laufstrecke Schwimmausstieg Wechselzone und viele Kleinigkeiten.
Aber alles, was sich auf die eigentliche, für den Athleten im WK wichtigen Punkte bezieht, war gut:
Verpflegung, Ausschilderung, klasse Wechselzonenorga, Helfer nett, Radservice ...
Der Reihe nach:

Während der Wechselzoneneinrichtung fing es etwas zu tröpfeln an, also die Sachen für Rad und Lauf lieber doch eintüten.
Beim Schwimmeinstieg hat es dann schon richtig geregnet, beim Ausstieg gegossen, was dann auch so blieb bis ich geduscht wieder im Auto auf der Heimfahrt war!
Schwimmen:
Kurz vorm Einstieg noch bemerkt, daß mein Neo nicht nur nen kleines Loch im Schritt hat, sondern sich am SchulterArmbereich ein großes Ansatzstück wg. Nahtinsuffizienz gelöst hat - nicht zu ändern, aber als Omen...
Im Kanal selbst, Wasser warm (19°), sauber, klar und auch vom Geschmack her in Ordnung. Und selbst für bekennende Orientierungsnieten wie mich, ist es nicht so ganz schwer an der Spundwand entlang zu schwimmen und das nur dezent im ZickZack.
Ich wußte das lief insgesamt gut, nicht blaugeschwommen, wenig "Feindkontakt", nur meine Brille mußte ich wg. der doofen Veranstalterkappe(?) dreimal ausleeren wg. Wassereinbruch, sonst hätte ich die Orientierung doch noch verloren. Gruselig fand ich nur, daß irgendwann ne gelbe Badekappe an mir vorbei zog, die 15min. nach unserer Gruppe startete; der Frust wurde aber gemildert, als ich kurz danach an 3 "Roten" vorbei schwomm, die 15min. vor uns gestartet waren (arme Säue ;-)
Also, ich wußte, das war nicht schlecht, aber ich war/bin nach dem Wettkampf völlig geflasht worden, als ich die Zeit gesehen hab: 34:49!
Und das für mich als Flachschwimmer! Vielleicht hat sich das strukturierte Training im Winter doch ausgezahlt? Geschadet hat es offensichtlich nicht!!
Ich find mich selber so toll ;-)
Schnell aufs Rad, sonst zuviel Eigenlob:
Laaaange Strecke im Neo zu laufen bis zur Wechselzone und da es wie doof geregnet hat, hab ich mir in der WZ Zeitgelassen und noch nen Trikot, Armlinge, ne Jacke und Uschi-Calfs gegönnt - Neoprenkappen hatte ich vorher schon am Schuh, aber die sind nach 10min auch nur noch nen Schwamm mehr gewesen, der sich am Körper vollsaugte.
Rauf aufs Rad und bewußt vorsichtig und verhaltengefahren, zu nass/rutschig; was auch ansonsten ganz gut war, da mein Blick bei km 10 auf meinen re. Aerobremshebel fiel, da sich die Brems eetwas anders anfühlte als sonst und da wo sonst eigentlich die Achsschraube des Hebels ist, war ... nichts mehr! Bremse hing also nur noch an der Hälfte der Befestigung, was mein Sicherheitsgefühl noch mehr als der Regen beeinträchtigte; also Geschwindigkeit runter und locker bleiben, gibt ja noch ne Bremse vorn!
Bei Trockenheit wäre die Radstrecke (3 x 30km) toll gewesen. Guter Asphalt, wenig enge Kurven, einige kurze, aber knackige Anstiege und viel geradeaus auf guter Strecke - war nur nicht! Das größte Problem aber war die Nässe in Kombination mit der Kälte, nach 20km waren meine Füße und Hände taub und steif gefroren, ab Runde 2 konnte ich nicht mehr mit den Fingern schalten, sondern mußte die ganze Hand einsetzen, kein Gefühl, keine Kraft drin! Das machte auch da sEssen zum Problem, der erste Riegel fiel mir gleich aus der Hand, das Gel hab ich immerhin zur Hälfte erwischt (gut das es in der Tube war, ne Tüte wäre zu geblieben)und irgendwann bin ich angehalten, um meine Aerotrinkflsche neu zu befüllen und mir einmal einen Riegel und ne Handvoll Studentenfutter aus der Oberohrtasche zu können (etwas aufgeweicht). Wenigstens brauchte man kaum zu trinken bei der Temperatur und der vorsichtigen Fahrweise.
Gut durchgekommen, reine Fahrzeit 03:01 Std - war bei den Bedingungen für mich auch absolut im Hintergrund, aber als Ergebniss ok!
In der WZ wg. Händen ein Alptraum!! Eine nette Ordnerin hat mir den Helm geöffnet, weil ich es nicht konnte (und dem Nebenmann hat sie die Schuhe gebunden). Ich hatte mich beim radeln gefreut, nachdem ich lange unentschieden war überhaupt zu laufen, trockene Socken und Schuhe zu bekommen, aber leider war die Tüte abgesoffen, sodaß ich in nasse Socken und Schuhe gestiegen bin (was endlos dauerte). Merkwürdigerweise sind die Abläufe in der WZ mittlerweile so antrainiert, daß DNF überhaupt kein Gedanke mehr war, daß Wechseln lief völlig automatisiert, quasi ohne mich, und erst als nach ca. 4 LaufKM die Füße wieder etwas wärmer wurden und aufwachten, wurde mir klar, daß ich auf der Laufstrecke bin.
Laufen (2x10km)fing in so ner Industriebrache an (total runtergekommen und so siffig, wie sonst nur die Vororte von Köln), dann ging es an ner Bundesstrasse lang und dann sind wir rund um die Herrenhäuser Gärten (eine Schlossanlage) gelaufen, was bei Sonne wohl nett gewesen wäre, leider waren die Wege komplett abgesoffen, also nur Gepatsche - Pfui; aber wenigstens nicht mehr so kalt wie auf'm Rad ;-)
Erste Runde weg und auf der Zweiten noch lockerer gelaufen, da die Zeit eh schon kaputt war und ich keinen Bock hatte mich irgendwie zu quälen. Hab viele Getränkebuden mitgenommen, kurz mit den Helfern gequatscht und zwischendurch nen dänischen Langdistanzler unterhalten und gezogen, der mit "Jack und Büx" fertig war (aber noch 25km vor sich hatte).
Dann nach 02:04h ins Ziel, keine Ansage, nicht mal nen Sprecher, keine Musik, nur der Zielbogen, die Zeitbox und meine Frau!
Gott sei Dank vorbei, und stolz wie Bolle!!
ANGEKOMMEN!
Einzelzeiten unter Betrachtung der Umstände absolut ok für mich , die Wechselzeiten haben aber entsprechend reingehauen, aber immerhin unter 6h gebleiben: 05:58:xx
Danach lauwarm/halbkalt duschen (mehr war nicht, aber trotzdem ein Genuß)und dann trockene Sachen an, Sitzheizung im Auto auf Max. und nen schwarzen Tee und nen Erdnussriegel: herrlich!!
Als Fazit also, alles gut!! Und sogar ohne echtes Leiden, einfach da die Geschwindigkeit Rad und Lauf so runtergesetzt war, daß noch einige Körner im Ziel da waren; und das merke ich auch jetzt in der Regeneration noch, daß ich da nicht so viel Substanzverlust hatte und auf der Kante war.

Eine Zahl würde ich gerne noch anbringen, die ziemlich viel über den Tag aussagt:
MD Finisher 236 - DNF 257 !!!!!!!!!!! Noch Fragen?!?

Als zweites Fazit muß ich sagen, daß mein Respekt vor der LD nochmal deutlich angestiegen ist, soviel Leid wie da hab ich nur selten gesehen...Bei der MD war es schon pervers, aber das Ganze gedoppelt??

Ich hoffe, der Blog war nicht zu lang, Danke für die Aufmerksamkeit, bleibt munter und habt Spass (auch ohne Wetter)
Gruß von Fritze (der vielleicht doch etwas schwimmen kann)

PS: Rückblickend auf 2010, 2011 und 2012 muß ich sagen, wer auf schlechte Wetterlagen steht, sollte gucken wo ich starte, da wird's kalt und nass ;-)

Oh man,

das klingt wie bei der MD von Carla-Santana, da war's Wetter auch nicht besser.

Ich hab nicht mal nach 'ner knappen Stunde im See den Klettverschluß vom Neo aufgekriegt - wie sollte ich da noch wechseln können? Oh man, ich hoffe das wird nicht wieder so ein "Sommer" wie letztes Jahr.

Und ich nehme mal 'ne Tüte mehr mit, kann ja nicht schaden.

Geil - Finish unter den Bedingungen! Das hat was für die Kinder und Enkelkinder, oder?

Und das Ganze dann noch doppelt? Uah, oh Schreck, oh Graus.

Ja, da kannst Du sehr stolz drauf sein!

Kann ich voll nachvollziehen!!
Es ist sofort klar, dass man bei solchen Bedingungen keine Bestleistungen zeigen kann und auch nicht versuchen sollte!
Erfahrung sammelt man trotzdem und wenn man bei so vielen DNFs das Ding durchgezogen hat, ist das allemal einen großen Applaus wert!!
Gratuliere Dir zum Durchhalten und zum MD-Finish!:o)

Lieben Gruß Carla

Es ist ja wie es ist, sagt Stephanie!

Glückwunsch zur mentalen Härte!
Du wolltest doch auch in Wilhelmshaven starten?? Ich glaube dann bleibe ich das Wochenende Zuhause!

Der Blog war nicht zu lang!

Ich habe ihn bis zum Ende voller Spannung gelesen. Solche Tage gibt es im Leben eines Triathleten. Toll, dass du es durchgezogen hast.
257 DNF ist wirklich eine Hammerquote.
Badekappe: Ich ziehe die Brille lieber darunter. Dann habe ich in der Regel keine Probleme wegen verrutschender Badekappen.
Schwimmzeiten: Sollte man im offenen Wasser nicht überbewerten. Wer weiß schon, wie lang die Strecke wirklich war. Wichtiger finde ich da zu gucken, ob man im Verhältnis zu der Anzahl der Starter besser oder schlechter als normal abgschnitten hat.
Am 17.6 wartet auf mich die Mitteldistanz in Bocholt. Da waren die Bedingungen letztes Jahr ähnlich. Nicht so kalt, dafür aber heftig windig.
Ich hoffe, ich treffe es dort dieses Jahr besser an...

Äh ja

ich friere am Laptop fest.... Hoffe, Bonn übermorgen wird nicht ganz so kalt *ichMemme*.

Hut ab, dass du das Ding trotz all der widrigen Umstände so super durchgezogen hast! Und ja, du kannst schwimmen ;-))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

@Fairy, @kaiserswerther

Fairy, NordSeeMan fällt wg. Urlaubsfamilienplanung dieses Jahr aus, kannst also darauf hoffen, daß genau dieses Jahr perfektes Klima in WHV herrschen wird

Kaiserswerther, mußt Du mir denn wieder alles klein reden!!!??? Ich beweihräuchere mich selbst seid Hannover und Du machst mir alles kaputt, typisch deutsch ;-)
(übrigens hat der Veranstalter mehrfach stolz darauf verwiesen, daß, im Gegensatz zum letzten Jahr, dieses Mal die Schwimmstrecke exakt 1900m beträgt - und ich packe ja wg. ZickZackKurs immer noch was drauf! Also, Fritze ist und bleibt der tollste Fisch im Teich! Basta!!)Das mit der Kappe teste ich mal, Danke für den Tip.

Man beachte den Ausschnitt aus der "HAZ" vom Montag, bitte vor allem den letzten satz ;-) :

"Dreikampf in Limmer
Triathleten werden richtig nass
Von Norbert Fettback |
04.06.2012 07:24 Uhr

Diesmal war besondere Härte gefragt. Beim Triathlon in der Wasserstadt Limmer sorgte ein Wetterumschwung für lange Gesichter - und viele Ausfälle auf der Strecke. Ein Held war, wer ins Ziel kam."
Quelle HAZ.de

Gruß Fritze


"To finish, you have to start!!"

Toll durchgehalten!

Mir läuft es etwas kühl den Rücken runter - überall schlechtes Wetter bei euren Tria's *grausig*

LG Hasi

@Fritze:

Nörgelmodus ein:
1900m...? Ich dachte es sollten 2000m sein... ;-)
Nörgelmodus aus
Nein ernsthaft. Natürlich darfst du zu recht stolz sein auf deine Schwimm- und vor allem die übrige Leistung. Wollte ich dir auch gar nicht madig machen1
Gruß vom Kenianer

Genau das

hatte ich mir schon letztes Jahr gedacht: Nie da starten, wo Fritze sich rumtreibt. Der Kerl zieht das schlechte Wetter an wie das Licht die Motten!
Und was erfahre ich dann so nebenbei: Fritze startet in Hamburg, ohne mich vorzuwarnen. Mannmannmann, das extrapaar Schwimmhäute geht auf deine Kosten.
Und ansonsten: Glückwunsch zum Finish, zur super Schwimmzeit und zur mentalen Härte. Wenn mir nur noch kurz jemand erklären kann, ob die glücklicher macht?
Gruß Evchen

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