Hallo,

hat jemand von euch eigentlich eine sportmedizinische-Vorsorgeuntersuchung gemacht, bevor ihr mit dem Laufen so richtig (also größere Umfänge >= 10km) angefangen habt?? (also herz-kreislauf z.B. oder Orthopäde, Sportarzt)

Ich habe das jetzt schon relativ oft gelesen...
Allerdings lese ich immer nur, man sollte sowas machen, aber nie jemanden der das wirklich getan hat ;)

Wenn ja, wie ist das bei euch so gelaufen?

Ich denke ich werde mal bei einem Sportarzt anfragen.

viele grüße,
burna

Klar!

Hallo burna,

ich bin zum Arzt, bevor ich mich nach einer ca. vierjährigen Laufpause wieder an einen Halbmarathon gewagt habe. Also noch nicht, als ich begonnen hatte, meine 10 km-Läufe abzuspulen, aber vor den langen Läufen und dem Wettkampf wollte ich schon sichergehen.

Liegt allerdings auch daran, dass ich sehr fett war und obendrein (oder deswegen?) mit einem hohen Blutdruck gesegnet.

Die Untersuchung lief so ab, dass ich auf einem Ergometer vollverkabelt etwa eine halbe Stunde strampeln durfte. Dabei wurde die Leistung allmählich hochgedreht. Die Auswertung des EKGs war dann schon eine besondere Belohnung für die Monate des Trainings! Alles bestens - ein großes Kompliment für jemanden, der noch acht Monate vorher kaum eine Treppe ohne Schnaufen hochgekommen ist!

Allerdings würde ich mir heute eine andere Ärztin suchen. Meine hatte den Test abgebrochen, als ihr der Puls etwas zu hoch schien – dabei hatte ich noch einiges an Luft. Und später hat sie mir auch versichert, dass ich mir im Wettkampf pulsmäßig keine Beschränkungen auferlegen müsse. Seltsam.

Auch auf meine Frage zu meinem Maximalpuls wusste sie keine Antwort: Davon hätte sie noch nie etwas gehört – und sie hätte alle relevanten Fortbildungen gemacht. Wenn so etwas wirklich wichtig wäre, würde sie das wissen. Dabei hatte ich mir von der Untersuchung gerade auch darüber Auskunft erhofft, schließlich trainieren doch heute alle nach %Maximalpuls... Und ich weiß meinen immer noch nicht.

Blut wurde auch nicht abgenommen. Was wohl daran lag, dass sie Kosten sparen wollte, denn ich musste meine sportmedizinische Untersuchung privat bezahlen, die war meiner Kasse vollkommen egal. Ich bekam dann trotzdem den Rat, regelmäßig Eisen einzuwerfen, denn das würde Sportlern in aller Regel fehlen...

Langer Rede, kurzer Sinn: So eine Untersuchung macht sicher Sinn. Ich weiß jetzt, dass ich keinen dieser versteckten Herzfehler habe, der den einen oder anderen Sportler aus heiterem Himmel umwirft. Und auf meine Kondition hab ich jetzt Brief und Siegel. Das ist schon mal was.

Wenn Du mehr wissen willst, frag' Deinen Arzt vorher, ob er sowas öfter macht und mit dem Begriff Maximalpuls was anfangen kann. Ich habe den Verdacht, dass meine Docteuse auf ihrem Ergometer sonst eher alte, asthmatische Herren abprüft und gar nicht soo genau wusste, worauf es beim Lauftraining heute ankommt.

Viele schöne Kilometer noch!

P

+++ Laufen bringt dich nach vorn +++

ich habs gemacht.

Zunächst ein Belastungs-EKG beim (laufenden) Hausarzt, der auch mal einen Blick auf Füße, Knie und Wirbelsäule geworfen hat. Das war nach meinem ersten 10er Wettkampf aber vor dem ersten HM.
Inzwischen sind ein paar km vergangen, sodass nun mal ein etwas gründlicherer Orthopädie-Check ansteht bei einem Orthopäden, der auch Ahnung vom Laufen hat (danke für den Tipp nochmal an X-Ray).
Laktat-Test hab ich noch keinen gemacht. Weiß auch nicht, ob mich das weiterbringt.
Grüße, WWConny

mh ich denke es macht auf

mh ich denke es macht auf jedenfall sinn.
Einfach um für mich die groben Risiken im Herz-Kreislaufsystem auszuschließen.
Etwas blöd ist, dass ich bei Ärzten immer einen wahnsinnig hohen Blutdruck habe..wenn ich privat messe ist er zwar auch oft "hoch normal" aber nicht so heftig wie beim Arzt..hoffentlich lässt der mich überhaupt auf sein belastungs-ekg radl ;)

Werde mal berichten wie das alles war, falls ich einen Termin ergattern kann.

Vielen Dank schonmal für eure Antworten

@Portos, danke für den Tipp..ich hoffe ich hab mir einen ordentlichen Sportarzt rausgesucht, dem auch der Maximalpuls ein Begriff ist. Immerhin nennt er sich ja explizit Sportarzt.

Bin noch gespannt welche Kosten da auf mich zukommen.
Nur leider hat die Praxis bis 16.00 Uhr zu, werd da später nachfragen.

bis dann,
burna

mh, so der erste arzt war

mh, so der erste arzt war nun etwas irritiert für was ich denn so einen checkup überhaupt brauche.

komisch, da kommt wieder meine prinzipielle abneigung gegenüber eines arztbesuchs durch ;(

Guter Arzt ist Gold wert

Hallo burna,

eine sportärztliche Untersuchung ist nie verkehrt vor dem Beginn einer neuen Ausdauersportart bzw. eines speziellen Sports wie z.B. dem Tauchen. Bei letzterem fordern z.B. die Vereine eine Tauchtauglichkeitsbescheinigung und soweit ich weiss, wollen fast alle ausländischen Marathonveranstalter eine sportärtzliche Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Such dir also einen (Sport) Arzt deines Vertrauens. Den brauchst du später sicher öfter mal, wenn’s hier oder da mal zwickt. Frag sporttreibende Freunde und Bekannte oder auch im Forum, wenn du eine Empfehlung brauchst. Deine Ärztin kannst du auf jeden Fall in der Pfeife rauchen, wenn sie vom Max. Puls noch nie was gehört hat. Den Max. Puls kannst du übrigens selbst ganz leicht bestimmen, indem du im Anschluss an eine Trainingseinheit einen nicht zu kurzen Spurt möglichst auf einer Steigung machst, bis du fast nicht mehr kannst. Dieser Puls ist dann dein Max. Puls. Genauere Angaben hierzu findest du haufenweise im Netz bei den seriösen Laufpäpsten wie Steffny, Greiff etc.

Über deinen hohen Puls, mach dir erst mal keinen Kopf. Vielleicht gehörst du zu den nicht seltenen Hochpulsern, wie im Übrigen viele Frauen (ich auch).

Die Sache mit der Laktatmessung kannst du dir eigentlich sparen. Sie gibt nur Auskunft über den momentanen Trainingsstand und ist nur interessant wenn man den über einen längeren Zeitraum beobachtet, um so Trainingserfolge oder -misserfolge festzustellen (z.B. beim harten Wettkampftraining) Bei uns Hobbyläufern finde ich das rausgeworfenes Geld. Kauf dir dafür lieber ein Paar gute Laufschuhe.

Was auch nicht schlecht ist, ist eine Laufbandanalyse im Orthopädiegeschäft. Ist auch nicht umsonst, erspart aber manchmal den Orthopäden hinterher, wenn man in einem schlechten Sportgeschäft falsch beraten wird. Hab ich mir auch geschenkt, mein Freund schwört aber drauf.

Also ab zu einem guten Arzt, damit du sicher sein kannst, dass nichts gravierendes gegen dein Laufen spricht.

Ich wünsche dir weiterhin viel Spass beim Laufen.

Viele Grüße
runnergirl

schon drei mal

Hallo buma,

ich hatte vor vier Jahren mit dem Nichtmehrrauchen angefangen und vor drei Jahren einen Anfängerkurs für NordicWalking besucht. Die NW-Schule erwartete von jedem ein ärztliches Attest. Im Rahmen eines normalen Gesundheits-Checks habe ich damals bei meinem sportlichen Hausarzt zusätzlich ein Belastungs-EKG (Kosten ca. 26 Euronen) gemacht und grünes Licht für sportliche Betätigung erhalten. Im Herbst 2008 hatte ich mich nach mehreren HM für meinen ersten Marathon im Oktober 2009 entschlossen. Da für dieses Projekt der Trainingsumfang doch etwas höher ist, bin ich im Dezember wieder zum Hausarzt, Gesundheits-Check und Belastungs-EKG (diesmal 30 Euronen). Zum einen gab es die Bestätigung, das meine Fitness besser geworden ist und zum anderen grünes Licht für das Marathontraining.
Im Rahmen des Osterlaufs 2009 in Paderborn hatte ich einen Gutschein der Aktion "Sport mit Herz" (mal googeln) für ein Herz-Screening bei einem Sportarzt gewonnen. Das war schon eine ganze Nummer professioneller als bei meinem Hausarzt und hätte ohne den Gutschein auch nur 30 Euronen gekostet. Laktattest gab es für den Preis nicht, aber er hat mit mir zusammen einen groben Trainingsplan erstellt.

Fazit: Eine sportärztliche Untersuchung ist nur eine Momentaufnahme, kann aber eventuelle gesundheitliche Probleme aufdecken und sollte m.E. vor einem größeren sportlichen Projekt gemacht werden.

Wichtig: sportliche Hausärzte sind nicht gleich Sportärzte!

Drücke dir die Daumen für deinen checkup.

LG aus dem Sauerland
manchen

NordicWalking ist toll

"sportliche Hausärzte sind nicht gleich Sportärzte!"

da hast Du sicher recht, aber das ist wohl überall so: auch nicht jeder Orthopädieschuster macht Dir ne schöne Laufanalyse, da hilft nur: Augen und Ohren auf und probieren bis man die richtige Adresse für das jeweilige Problemchen gefunden hat.
Mit dem Erst-Check meines laufenden Hausarztes war ich wesentlich zufriedener als mit dem Fuß-Guck beim früheren Orthopäden, obwohl doch der der Facharzt ist. Inzwischen hab ich einen anderen O. gefunden.
Beste Grüße und gute Gesundheit!! WWConny

vor meinem ersten HM

...hab ich eine sportärztliche Untersuchung bei uns an der Uni-Klinik machen lassen mit Ruhe- u. Belastungs-EKG, ausführlicher Begutachtung durch die Sportärztin, was Gelenke und Rücken betrifft, dem üblichen Laborkram und auch eine Laktat-Analyse war dabei. Dabei hab ich auch gute Tips bekommen, wann ich in welchem Pulsbereich laufen sollte, um entweder effektiv abzunehmen, die Geschwindigkeit zu steigern oder aber eben die Ausdauer zu schulen. Bei der Gelegenheit hab ich gleich noch das ein oder andere Problemchen angesprochen und z.T. mit gelöst bekommen. Die Untersuchung wurde übrigens im Vorfeld zum Oberelbe-Marathon durch die Veranstalter angeboten und war daher etwas preisgünstiger, als wenn ich mich selbst darum gekümmert hätte (alles zusammen ca. 200,00 Euro - war es mir aber wert). Der leitenden Arzt ist selbst Läufer und von daher war ich da sehr gut aufgehoben. Auch das Thema plötzlicher Herztod bei Sportlern (war da gerade hier in Dresden ganz aktuell bei einem Leichtathleten passiert) konnte ich in Ruhe besprechen und mögliche Risikofaktoren erfahren. Das hat mir doch ganz schön die Angst genommen.

Fazit: Geld war gut angelegt, ich weiß, woran ich mit mir bin und was ich noch besser machen kann, damit das ein oder andere Wehwehchen noch verschwindet und hab ein ruhiges Gewissen mir gegenüber. Aber unbedingt zu einem Spezialisten gehen (mein Hausarzt konnte mit dem Befund nicht viel anfangen und war auch ansonsten nicht sehr kooperativ in dieser Hinsicht, aber den wechsel ich ohnehin bald).
LG princess511


Leistungsdiagnostik

Hallo Burna,

ich habe damals einen kompletten Gesundheitscheck mit Leistungsdiagnostik gemacht. Da ich im Halbjahr davor 25kg abgenommen hatte, und in Richtung HM gehen wollte, fand ich das sinnvoll. Jetzt mache ich pro Jahr einen Checkup mit Leistungsdiagnostik - das ist zum einen ein schönes Feedback für die Leistungsentwicklung und zum anderen gibt es ein wenig Sicherheit, wenn man an seine Leistungsgrenzen gehen möchte.

Viele Grüße
Frank

Nach dem vielen Pro

vielleicht noch ein klitzekleines (ganz zaghaftes) Kontra. Allerdings vorweg die Bemerkung, dass eine sportärztliche Untersuchung beim Spezialisten sicherlich keine negativen Auswirkungen hat und letzten Endes schon jeder für siche selber gerade stehen muß!
Bruderherz ist Doc und den fragte ich logischerweise eben diese Frage. Zu diesem Zeitpunkt lief ich bereits seit 2 oder 3 Monaten wieder regelmäßig 30-40Wo-km und war in der Vorberitung für meinen ersten M. Die Antwort war: "Du bist keine vierzig, trinkst mal ein Bierchen oder Wein, rauchst nicht, hast Normalgewicht und (!) fühlst Dich beim Laufen, wie sonst auch gut. Das EKG wird Dir genau die gleiche Auskunft geben, nur mit etwas mehr Aufwand. Höre einfach auf Deinen Körper." Zwei Jahre später zeigte mir mein Körper bei einem zu schnell angegangenen M und richtig Hitze, dass er nicht mehr wollte - Kreislauf. Ich habe den Anker geworfen, aber bin ins Ziel gelaufen. Seitdem weiß ich, dass sich bei mir (!) vorher wer meldet. Eine Diagnostik hatte ich bis heute nicht.
Dies nur als kleines Gegengewicht, dass nicht zwingend jeder nachmachen muß und soll. Vernünftig ist sicherlich auch eine ordentliche Untersuchung. Ich war da bisher immer zu geizig - wenn's nur das war. ;-)
Gruß Schalk

ich auch mal

ich halte es für richtig , eine sportärztliche Untersuchung durchführen zu lassen .
Bei mir ist es folgendermaßen gelaufen .
Vorhaben : 1,5 Jahre bis zum Marathon .
Zum Hausarzt , einen Komplett-Check mit Belastungs-EKG und Blutbild . Gleichzeitig ein Besuch bei einem Herzspezi . Von allen das OK abgeholt . Danach auf Anraten des Hausarztes eine Leistungsdiagnostik mit Ermitteln des max.Puls . Darauf aufbauend Ausarbeitung eines speziellen Trainingsplanes . Dazu noch regelmäßige Besuche beim Hausarzt . Und siehe da: Berlin Marathon 2008 , nach 4:30 h die Ziellinie überschritten.

viele Grüße
Heiko

@Schalk

Wenn nicht gewisse Bedenken bestanden hätten, wäre ich wohl auch nicht (oder erst später) gegangen. Es waren aber Gründe da, die dafür sprachen: zwei Halux-Walgus-OPs an den Füßen. Später kam dann noch ne Lungenfunktionsgeschichte dazu, da war ich froh, auf ein makelloses Belastungs-EKG verweisen zu können. Ich glaub, das muss jeder mit sich und seinem spezifischen Sicherheitsbedürfnis ausmachen.
Schönen Gruß, WWConny

ich hab keine gemacht- aber mein Bruder !

Ergebnis: alles o.k.

..und dieser Bruder brauchte keine 18 Monate später wegen einer Klappenendokarditis eine Raffung an der Trikuspidalklappe!
(Glücklicherweise ist es bei ihm damals beim theoretischen Planen eines Sporteinstieges geblieben..)

Wir lernen: einmal untersucht ist nur eine Momentaufnahme und niemals wirklich 100%ig sicher.

Ich halt´s mit dem Bruder von Schalk: ....auf den eigenen Körper hören und achtsam mit dem "Material" umgehen ;-)

Grüße von einer erfahrenen Herzchen-Mama und Herzchen-Tante
Flatterente

@all

bitte verstehts so, wie ich das gemeint haben wollte: jeder, der sich durchchecken läßt, macht eher keinen Fehler. Ich denke nur, dass es auch OK ist, wenn man für sich selbst entscheidet, dies nicht tun zu müssen. Ich habe das für mich halt so entschieden und finde das auch völlig richtig.
Gruß Schalk

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