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Am Freitag, den 18. Mai 2012 starteten 11 Kölner zur Stadt Riga. Man traf sich am Flughafen der nördlich von Köln gelegenen Stadt mit dem Anfangsbuchstaben „D“, die Stadt, deren Namen keinem Kölner freiwillig über die Lippen kommt. (Sorry liebe Düsseldorfer!) Doch der Aufenthalt war ja nur von kurzer Dauer und schon ging es in den Flieger zur Hauptstadt Lettlands.
Nach einer kurzen Begrüßung im Hotel durch die immer gut gelaunte Reiseleitung, Anke Piechatzek und Günter Bütepage der Sportreisen Kreienbaum (www.laufreisen.de), ging es mit der Truppe des TSV Weiss gemeinsam in die nahe gelegene Altstadt, um dort in einem urigen Restaurant regionale Speisen (selbstgemachte Brote mit Knoblauchbutter, kalte Spargelsuppen, reichhaltige Käseplatten, Würstchen mit deftigem Sauerkraut ….. und leckere, süße Nachspeisen) zu genießen.

Am anderen Morgen konnten Frühaufsteher bei einer kleinen 4,5 km langen Laufrunde die Innenstadt von Riga mit den letzten Nachtschwärmern und dem sonstigen morgendlichen Treiben kennenlernen. Nach der Stärkung am reichhaltigen Frühstücksbuffet konnten sich alle Beteiligten der Laufreise bei der Startbeutelausgabe bekannt machen und ins Fachsimpeln übergehen.
Anschließend wurden wir am Hotel von einer jungen Litauerin zur Stadtführung begrüßt. Durch ihre Sprechgarnitur auf dem Kopf und dem um den Bauch geschnallten Lautsprecher sah sie schon etwas gewöhnungsbedürftig aus, man hätte sie leicht mit einem Marsmännchen verwechseln können, aber sie machte die Führung schon interessant und lustig und stellte uns ihre Stadt nett vor.

Abends wurden die Kohlehydratspeicher der Läufer bei einer Pasta Party in einem Italienischen Restaurant in der Altstadt aufgefüllt. Vernünftige Läufer suchten anschließend im Hotel Ruhe, um sich auf das Highlight am morgigen Tag vorzubereiten. Fußballbegeisterte Läufer hingegen trafen sich zum Public Viewing des UEFA Champions League Endspieles FC Bayern München / FC Chelsea in der Altstadt. Was als 90 minütiges Spiel geplant war, ergab sich nach normaler Spielzeit, Verlängerung und Elfmeterschießen als wahre „Marathonveranstaltung“, so dass nicht nur meine Nacht sehr kurz war.

Am Sonntag, dem Wettkampftag, mussten die Marathonis und die Halbmarathonis früh aufstehen, da der Start schon um 08:30 h erfolgte. Gemeinsam ging es dann bei strahlendem Sonnenschein auf die Laufstrecke, die eine Runde durch die Stadt mit ihren abwechslungsreichen Sehenswürdigkeiten, entlang an renovierungsbedürftigen Arbeiterhäusern, gut erhaltenen Neuzeithäusern und eindrucksvollen, pompösen öffentlichen Gebäuden führte. Die Straßen waren stellenweise von Löchern durchzogen und bestanden teilweise auch aus Kopfsteinpflaster. Eben von allem etwas.
Für Stimmung auf der Strecke sorgten viele Zuschauer auf der 1981 eröffneten Vansu-Hängebrücke, der nördlichsten der Ostsee zugewandten Brücke über der Daugava. Hier wurden die Läufer auch durch zwei junge Schlagzeuger begleitet, die zu ACDC Klängen aus ohrenbetäubenden Verstärkeranlagen spielten und bereits schon 1,5 km zuvor zu hören waren. Trotz 26 Grad herrschte Gänsehautfeeling pur! Stimmung entlang der Strecke erfolgte auch an mehreren Stellen durch einzelne Musiker. Neben einem weiß besprühten, in einem Blumentopf eingepflanzten Baum, saßen diese Stimmungsmacher auf einem Stuhl und spielten Trompete oder Saxophon. Bei km 12 tauchte plötzlich Günter unserer Reiseleitung auf und lief einige km mit.
Im Zielbereich angekommen, trennten sich dann die Wege der Marathonis von den Halbmarathonis, die ihren Lauf beenden durften.

Weiter und nach jeder Tränke lechzend, ging es für die Marathonläufer, die sich durch die zunehmende brüllende Hitze kämpfen mussten, weiter. Dank der netten Versorgung durch die Veranstalter und durch Anwohner der Strecke, gab es an mehreren Stellen Gelegenheiten eine kurze, erfrischende Dusche zu nehmen. Von den Außenbezirken der Stadt, wo es stellenweise so ländlich war, das man über unbefestigte Straßen lief und Hühner die Marathonstrecke querten, ging es dann zurück in den Stadtkern. Hier, bei km 38,5 trafen die Marathon Läufer mit den gerade um 11:30 h gestarteten 10 km Läufern zusammen (Man, sahen die noch gut aus, viel besser und viel schneller als wir!). Gemeinsam ging es dann die restlichen km ins Ziel.
Um 12:30 h folgte der altersmäßig bunt gemischte 5 km Lauf, der sage und schreibe 9.068 Teilnehmer hatte. Leute, da hat man den Nachwuchs laufen gesehen, so viele Kinder bei einer Laufveranstaltung! Riga wird nie Probleme wegen zu wenigen Läufern bekommen.
Anzumerken wäre noch, dass man während der Veranstaltung viele nette Läufer kennen gelernt und mit ihnen geredet hat. Da waren viele deutsche Läufer (auch aus Düsseldorf;-), Läufer aus Dänemark, Italien und z.B. auch die Läuferin aus Polen, die einen wahnsinnigen, uneinholbaren Endspurt hingelegt hatte.
Um 17:00 h war dann im Hotel die interne Siegerehrung der Laufreisenden, wo Susanne, Marion, Klaus und Hildegard als erste/r der internen Wertung, sowie Dietmar als Lauferfahrenster aufgrund ihrer herausragenden Leistungen geehrt wurden. Als kleines Präsent bekamen sie einen Kräuterschnaps der Region überreicht.
Ein Abendessen in einem alten Kellergewölbe, das nur mit Kerzen spärlich beleuchtet, zu einem mittelalterlichen Speiseraum mit stilechter Ausstattung umgebaut wurde, sorgte für den krönenden Abschluss des Tages.

Am Montag, den 21. Mai 2012 ging es nach dem Frühstück dann zurück nach Deutschland.

Alles in Allem war Riga, die Perle des Baltikums, eine Reise wert.

4.8
Gesamtwertung: 4.8 (5 Wertungen)

mitgelaufen...

... bin ich im Geiste. Ich war vor einigen Jahren dort und kann mir den Stadtrundlauf-Marathon gut vorstellen. Riga ist (wie auch die anderen baltischen Städte) wirklich eine Reise wert. Und der Kräuterschnaps "Balsam" und das leckere Bier sowieso. Danke fürs Erzählen.

Chris

vielleicht mal reinsehen: Siebengebirgsrun.de meine Laufseite

Wieder ein Lauf...

....für die immer länger werdende Wunschliste.
Danke fürs virtuelle Mitnehmen!

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