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So, heute war es soweit: mein erster Wettkampf!

Angefangen mit dem Laufen habe ich erst letztes Frühjahr. Zu Schulzeiten fand ich schon die 800m-Läufe nicht nur entsetzlich lang, sondern auch entsetzlich überflüssig. :) Wie es das Schicksal will, ist mein Freund aber nun einmal vollauf sportbegeistert und so lief ich dann irgendwann immer mal wieder mit ihm zusammen. Muss an dieser Stelle ja mal loben, dass er auf meine anfangs nicht vorhandene Kondition Rücksicht nahm und mich motivierte, indem er das abwechselnde „eine Minute laufen, zwei Minuten gehen“ mitmachte. :D
Irgendwann war ich denn angefixt - ich lief immer längere Strecken am Stück, und auch der Winter mit seinen Minusgraden im zweistelligen Bereich konnte mich davon nicht abhalten. Meine beiden Hausstrecken hier sind 6,4 und 8,4km lang, seit diesem Frühjahr habe ich meinen Freund dann auch häufiger auf seiner Halbmarathon-Trainingsstrecke von 16,6km begleitet.

Mitte März entschied ich mich schließlich hochmotiviert zur Anmeldung für den 10er-Lauf hier in Leverkusen. Ein paar Tage später brach ich mir das Radiusköpfchen im Ellbogen. :) Das bremste mein Training erstmal etwas aus, und ich merkte, dass ich mich in den folgenden Wochen wegen des Wettkampfs selber so unter Druck setze, dass der Spaß am Laufen gehörig gedämpft wurde.

Ich versuchte also, mir meine ursprünglich anvisierte Zielzeit von 59:xx aus dem Kopf zu schlagen und plante eine 1:05. Die 8,4km saßen mit einem 6:50er-Pace, und im Zuge der 16,6km hatte ich die 10km-Marke bei 1:10 und 1:08 passiert.

Das Wetter war durchaus abwechslungsreich: mal goss es, mal schüttete es, danach nieselte es und dann wiederum schiffte es. :D Dazu Temperaturen um die 13°, also lange Klamotten. Nun ja: "atmungsaktiv" ist das eine - "wasserabweisend" etwas ganz anderes. So war ich also bereits nach einem Kilometer völlig durchnässt, aber zumindest taute ich allmählich wieder auf. Das Warten vor dem Start war nämlich ganz schön eisig gewesen... irgh.

Man liest ja allenthalben vom typischen Anfängerfehler, vor lauter Nervosität viel zu schnell loszulaufen und erstmal gnadenlos zu überpacen. Na, das sollte mir nicht passieren. Beim Start also im hinteren Drittel eingereiht und mich dann an den Läufern orientiert, die mittelschnell lostrabten. Ich muss dazu sagen, dass ich nur eine schnöde Stoppuhr habe, d. h. zum Ermitteln des Pace die Kilometermarken brauche. Bei km 1 präsentierte sich dann eine ernüchternde 7:20 - ohjottohjott, jetzt aber mal flott. Km 2 wurde ein 7er, die Läuferkolonne bog ab in den Neulandpark und eine Samba-Gruppe trommelte uns die leichte Steigung hinauf.

Bei km 5 und 34 Minuten gab ich mein Ziel von 1:05 auf und versuchte, nicht mehr allzu sehr auf die Uhr zu achten. Ich hängte mich immer wieder an Läufer dran, die so aussahen, als würden sie das schon etliche Jahre machen und routiniert mit einer guten Zeit durchs Ziel laufen - und war dementsprechend verwundert, dass ich viele davon nach einiger Zeit hinter mir ließ und etliche Teilnehmer auch gingen. Das Feld hatte sich aber natürlich längst ganz schön auseinandergezogen, sodass die ersten Läufer zu diesem Zeitpunkt schon im Ziel ankamen.

Die Strecke führte teilweise über Feld- und Waldwege, die der Dauerregen in eine schlammige Pfützenlandschaft verwandelt hatte. Besonders lustig wurde das nach etwa 8 Kilometern, als der berüchtigte Sauerberg in Sicht kam: hier ging's einen ziemlich steilen Waldweg hoch, bei dem ich heilfroh war, im Training öfter mal Steigungen eingebaut zu haben. Ich schaffte es, nicht überholt zu werden und selber sogar den Abstand auf einen Läufer zu wettzumachen. Call me Bergziege. :D Nichtsdestotrotz war ich, oben angekommen, ziemlich fertig und musste erstmal Tempo rausnehmen. Nun ging es ein Stück leicht bergab, dann wieder eben weiter - und ungefähr bei km 9 schoss der Erste der Halbmarathonläufer an uns vorbei, für den das km 19 war. Alter Schwede, Respekt!

Also nochmal alle Reserven mobilisieren und den Endspurt in Angriff nehmen, der zunächst eine ganze Weile lang sanft, aber stetig bergauf führte, ehe man dann endlich auf die Zielgerade abbog. Hier habe ich dann nochmal alles gegeben und zwei Läufer überholt, letzlich ist es eine 1:07:48 geworden. Mein Ziel habe ich damit zwar nicht erreicht, aber zumindest bin ich bei Weitem nicht als Letzte angekommen - und beim nächsten Mal halte ich mich am Anfang nicht ganz so sehr zurück. ;)

Der Heimweg in den klammen Klamotten war dann zwar ziemlich eisig, aber alles in allem war es ein schöner Lauf und ich bin froh, mein "Debüt" hinter mich gebracht zu haben. Und ein bisschen irre muss ich sein... gerade habe ich mich zusammen mit meinem Freund für den Kölner Halbmarathon Ende August angemeldet (wobei man da unmittelbar im Lauf entscheiden kann, ob man 14km läuft oder doch 21 oder auch 28).

Also, das nächste Trainingsziel ist da und die Lust am Laufen auch. :)

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

Yeah!

Ich bin stolz auf dich :o)))

Klasse gelaufen!

Beim ersten Mal kommt es überhaupt nicht auf die Zeit an, mal ganz abgesehen davon, dass die sich unter den schweren Bedingungen echt sehen lassen kann. Danke auch für den schönen Bericht, hat Spaß gemacht zu lesen.

Herzlichen Glückwunsch!
yazi

Glückwunsch zum gelungenen

Glückwunsch zum gelungenen Debüt. Es fühlt sich schon richtig gut an, auf der Zielgeraden noch überholen zu können.

17. Juni 2012 Brauweiler Abteilauf (10 Km)
07. September 2012 Stadtlauf Bergisch Gladbach (10 Km)
14. Oktober 2012 Halbmarathon Köln

Glückwunsch

zum Debüt, bei meinem ersten 10er war ich noch ne Min langsamer ;-)

Der Kölner Halbmarathon ist am 14. Oktober, der Termin Ende August ist die "Generalprobe" ;-)

LG

Danke. :)

Danke. :)

@ Laufhasi:
ja, ich meine den von der Sporthochschule... der nennt sich afaik auch "Kölner Halbmarathon".

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