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Bei meinem heutigen Lauf ging mir so viel durch den Kopf, das ich gerne bei Anmerkungen notiert hätte, aber die Zeile ist so kurz ;-)

Das Wetter war ja super zum Laufen. Bewölkt, aber kein Regen und angenehme kühle Temperaturen. Ich hatte mir meine 26 km (zweieinhalb Runden) vorgenommen und weil ich immer Angst habe, eine solche lange Strecke nicht durchzuhalten [Wie soll das erst beim großen M sein?], hatte ich mir ein Powergel und einen Powerriegel mitgenommen. Und natürlich Geld, um mir unterwegs was zu trinken zu kaufen.

Am Anfang der schönen Laufstrecke im Treptower Park gibt es eine kleine Treppe. Da waren heute rote Absperrbänder gespannt und es lungerten drei Streckenposten herum: Der Triathlon! Die Jungs fingen schon an mich anzufeuern. Ich sage ihnen: "Nee, ich bin privat hier." Da wollten sie nett sein und mir erlauben, mich unter dem Absperrband wegzuducken und dabei passierte es. Ich verhapselte mich auf der Treppe und plumps lag ich unten. Mein Handy (wegen MP3-Player), das Powergel und der Riegel tanzten in alle Richtungen. Autsch. Und auch autsch für mein Handy. Die haben mich voll durcheinandergebracht, die Jungs.

Sie halfen mir aber auf, gaben mir mein Geraffel und erkundigten sich besorgt, ob es denn geht. Und sie würden mich auch zur Sanitätsstation begleiten. Nö, nö, nicht nötig. Ich hatte nur Angst, dass mich der Sturz mental zurückwirft und ich meine 26 km nicht schaffe. Alles eine Kopfsache, gell?

Aber es ging erstaunlich gut und ich habe mir auch immer schön eingeredet: "Es geht dir gut. Du fühlst dich gut. Du schaffst das."

Ich musste an der Wasserstelle vorbei, an der die Schwimmer heraus bzw. 'rein mussten. Überall Menschen, Zuschauer, Fietse, Kinder, Hunde usw. Puh, gar nicht so mein Fall. Dann endlich im Plänterwald etwas Ruhe.

Und hier plagten mich die Gedanken, ob ich bei dem Sturz mir vielleicht ein Loch in meiner Hose hinten eingefangen hätte. Ich tastete ständig hin, fühlte aber nichts. Ich konnte nur daran denken, wie peinlich es wäre, wenn da ein großes Loch pranken würde.

Auf der Rückrunde lief ich die Straße entlang, die heute für die Fietser gesperrt war. Mann oh Mann, was die teilweise für Körper haben. Nur Muskeln mit Helm! Irgendwie tat es mir gut zu sehen, dass andere sich noch mehr schinden als ich mich selbst gerade.

Erste Runde geschafft und ich musste zum zweiten Mal an der Treppe vorbei. Diesmal lief ich etwas anders, aber ich musste den Streckenposten trotzdem fragen, ob ich ein Loch in meiner Hose hätte. Ich dachte, er würde sich an mich erinnern. Er hatte aber ein riesiges Fragezeichen im Gesicht, sagte jedoch: "Nö, sieht schick aus." Okay danke ;-)

Wieder die Wasserstelle, wieder Massen von Menschen. Im Plänterwald schön ruhig, aber ich freute mich schon wieder auf die Strecke, auf der mir dann die Fietser entgegenkommen würden. Es war ein einziges Rauschen.

An der Tankstelle gönnte ich mir dann das Gel mit einer Flasche Wasser. Nun dominierten mich folgende Gedanken: 'Jetzt hast du das Gel intus, das heißt, du kannst noch mindestens bis ans Ende der Welt laufen. Zumindest schaffst du deine 26 km, also keine Müdigkeit vorschützen.'

Das dritte Mal an der Treppe, die Wasserstelle und hier konnte ich schon abkürzen (die dritte Runde war ja nur halb). Aber dadurch musste ich den Zieleinlauf rückwärts laufen, was auch wieder viele, viele Menschen bedeutete. Aber auch glückliche Gesichter der Läufer!

Und kurz vor dem Ende meiner Strecke noch ein Stopp beim Bäcker: Brötchen und 'ne schöne kalte Cola light. Und dann gab es ein paar kleine Tropfen. Ich dachte zuerst an meinen eigenen Schweiß, aber es war ein bisschen Regen. Schööön! Eine kleine Abkühlung und außerdem biste ja auch gleich zu Hause.

Geschafft! Und das sogar ohne den Riegel zu essen ;-)

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

Du bist vielleicht fleißig!

Das beobachte ich ja schon die ganze Zeit: du fängst echt früh an mit den langen Läufen. Dein Marathon wird super!
Über die Geschichte mit dem unsichtbaren Loch in der Hose und der Bestätigung durch den Streckenposten musste ich sehr lachen. Außerdem freue ich mich, dass Du Dir beim Sturz nichts getan hast - ich gehe jetzt mal davon aus, dass da auch nichts nachkommt *aufholzklopf*

LG
yazi

Loch in der Hose kenn ich...

ich habe das oft nach vielen Kilometern, dass ich mich plötzlich total nackt fühle. Ich hab auch schon nachgesehen, ob ich nicht vielleicht meine Hose vergessen habe. Mittlerweile habe ich aber davor keine Angst mehr :-D

Aber "sieht schick aus" --- das hört man doch immer gerne :)

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