hallo,
bei meinem wöchentlichen langen lauf (meist montags 20 km) fällt mir jedes mal folgendes auf:

ich laufe 10...15...16...km mit recht gleichmäßigem tempo von 6:30-7:00 und ebenfalls einigermaßem gleichmäßigem puls von 130-140.

dann, so zwischen km 16 und 19, steigt der puls jedes mal an, obwohl ich das tempo konstant halte. zum schluss komme ich mit 7:00er tempo zu hause an, aber mit einem puls von 150-155 !

da staunt der laie und der fachmann wundert sich! das herz ist doch dafür zuständig, die muskeln mit sauerstoff zu versorgen. bei langsamem lauftempo genügt wenig sauerstoff und geringe pulsfrequenz; bei flottem tempo entsprechend mehr.

wieso aber schlägt das herz schneller, obwohl ich "nur" eine längere strecke laufe? das will mir nicht einleuchten. kann jemand das phänomen erklären? einen arzt, den man fragen könnte, kenne ich leider so privat nicht.
viel erfolg beim training wünscht: klaus

Hallo Klaus, so erging es

Hallo Klaus,

so erging es mir am Sonntag auch - die ersten 11, 12 km mit einem Puls von 138, maximal 140. Dann fiel mir das Laufen schwerer, mein Puls schoß auf 150 bis 153 und obwohl ich noch langsamer lief, blieb er dann dabei.

Ich kann meinen Chef mal nach unserem Urlaub fragen, er ist Kardiologe. Erklären würde ich es mir so - es ist Ausdauertraining und obwohl Du das Tempo konstant hältst, muss das Herz die erhöhte Arbeit des Pumpens eine ganze Zeit durchhalten, Du machst ja keine Pause dazwischen. Du läufst bei 16 - 19 km ja auch nicht mehr so locker wie bei den ersten km, es ist eine stärkere Belastung für Deinen Körper und somit auch für Dein Herz. Und auch Dein Herz muss sich an diese Belastung gewöhnen.

Auch sind Blutdruck und Puls ja keine konstante Größen und das vegetative System spielen da auch eine Rolle mit.

Allzeit gute Läufe und
alles Liebe
laudeli

Is kein Phänomen

Wenn Du bei km 15 was trinkst und ggf. nen Banane einwirfst, wird der Puls wieder runter gehen. Deine Kohlehydrat- bzw. Wasserspeicher werden langsam leer. Auffüllen und schon geht's. Besser ist aber bewußt Tempo drosseln (nur Wasser nachtanken) und Pulskonstant weiterlaufen. Das trainiert das Umschalten auf Fettverbrennung. Wenn Du das ein paar Mal machst, wirst Du sehen, wie die Geschwindigkewit später bzw. weniger absackt. Einen schönen Effekt hat da auch das Sonntagmorgen auf nen langen Lauf nüchtern loslaufen und nur Wasser nachfüllen. Für einige etwas gewöhnungsbedürftig, für andere nicht nachvollziehbar, wie das geht. Aber es geht.
Gruß Schalk

Also morgens vor dem

Also morgens vor dem Frühstück hat was. Ich laufe morgens mit etwa 15-25 Schlägen / min mehr als Nachmittags bei gleichem Tempo. Subjektiv ist es morgens auch deutlich anstrengender.
Aber: Man kann es trainieren. Hab das einen Sommer mal regelmäßig gemacht, und mir fiel es nach einer Zeit ganz leicht. Alles Gewöhnung :)

Also

mir sagte mein "persönlicher Trainer", als ich für meinen ersten Marathon nach Plan lief, dass ich die ersten 10min einlaufen soll, nach 10-20min den Puls checken soll bis er im gewünschten Limit ist (70%) für lange Läufe, und das Tempo dann halten soll. Natürlich geht der Puls irgendwann hoch (spätestens bei 2 Stunden), das sei normal und auch ok.
Seitdem läuft es bei mir besser ;-)

Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos!

chef

ja prima, würd mich schon interessieren, was dein chef als kardiologe dazu sagt.

mein auto fährt jedenfalls nach 2 stunden bei 100 km/h immer noch mit der gleichen drehzahl. das herz hingegen braucht offenbar nach 2 stunden mehr schläge, um das tempo zu halten.

klar, das herz ist keine maschine...aber wo genau der unterschied zwischen herz und maschine liegt, würd mich mal echt interessieren

Unterschiede!

Die Unterschiede sollte man ganz einfach akzeptieren. Es ist nicht zu erwarten, dass ein Läufer mit 85 % HF (=Drehzahl) ohne Pause 4, 5 oder 6 Stunden laufen kann - und das ohne aufzutanken.

vor allem...

ist beim Auto der Sprit immer der Gleiche. Ich weiß nicht, wie das bei Dir ist, aber normalerweise hat man zwei Tanks: Fette und KH's. Das ist wie Normal und Super, allerdings mit etwas größerer Differenz. Da muüßtest Du beim Auto mit Normal auch anders Gas geben. Oder?

Umschalten

nach 16-19 km ist Dein eingelagertes Glycogen verbraucht.

Danach gewinnen die Muskeln Energie aus der Verbrennung von Fettgewebe, das ist eigentlich zweite Wahl, denn, um die gleiche Energiemenge zu bekommen (konstantes Lauftempo!), muss mehr Sauerstoff eingesetzt werden - daher geht der Puls hoch. Das Herz muss eben mehr Sauerstoff dorthin transportieren, wo er gebraucht wird.

Dein Ausdauertraining trainiert die Moeglichkeiten Deines Koerpers, mehr davon einzulagern, nach dem Umschalten dann auch die Fettverbrennung. Ohne das machst Du schnell Bekanntschaft mit dem Mann mit dem Hammer...

SteGie

hey SteGie, das klingt logisch...versteh sogar ich als "dummer" jurist...

woher weißt du das? trainingsliteratur...? medizinstudium...?

Zur Kraftentfaltung

Zur Kraftentfaltung benötigt unser Herz eine gewisse Volumenfüllung. Dieser Füllgrad nimmt bei großem Schweißverlust oder langen Läufen (ohne adäquate Flüssigkeitsaufnahme) ab. Wir sprechen dann von einer reduzierten Vorlast. Um das auszugleichen, schlägt unser Herz dann schneller. Ein krankes Herz kann auch seine Schlagkraft verlieren, wenn es zuviel Flüssigkeit bekommt. Der Herzmuskel wird dann überdehnt.

Also: Ab Läufen von 10-15 km immer schön Flüssigkeit nachtanken...

Pierre

medicusdkfz

@medicusdkfz:
ich trinke bei läufen über 10 km immer, undzwar etwa jede halbe stunde ! das hat mir mal ein fachmann geraten und seitdem halte ich mich daran. trotzdem steigt der puls nach 16-19 km ! des rätsels lösung muss also - zumindest in meinem fall - woanders liegen.

Blut

hallo,

bei längeren läufen wird das blut dickflüssiger, das herz schlägt häufiger und der puls steigt an, ist ganz normal, gute erklärungen rund ums laufen gibt es im buch von herbert steffny.

stimme hanes zu, ich laufe auch früh um 5.15 ist echt geil, mein puls ist auch höher am morgen

meinen langen lauf mache ich allerdings vormittags oder am späten abend

servus

wessinghage

es gibt ja nun hier inzwischen verschiedene theorien zu meiner frage. um der wahrheit ein stück näher zu kommen, habe ich heute mal eine notiz auf dem kontaktformular von dr. thomas wessinghage hinterlassen:

http://www.thomas-wessinghage.de

ich denke, als arzt und läufer kann er das phänomen schon richtig erklären !

dr. wessinghage

hier die antwort von dr. wessinghage:

"Es handelt sich um eine völlig normale Kreislaufreaktion. Der Körper
verliert durch die Bewegung Flüssigkeit, die Wärmeabgabe durch die Haut
wird reduziert. Somit muss das Herz mehr schlagen, um die gleiche
Wärmeabgabe zu erreichen."

auf diesem wege meinen dank nach bad wiessee !

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