Benutzerbild von jens-hvl

Gestern war es soweit. Der 1. Porta-Minden-Marathon stand an. Für mich der zweite Marathonstart in 2009. Vor vier Wochen beim ersten Marathonstart des Jahres (Elbdeichmarathon) lief es für mich sehr gut und es kam eine PB (03:49 Std.) als Ergebnis heraus, was eine Verbesserung von 17 Minuten zu meiner alten PB bedeutete. Damit hatte ich nicht gerechnet und bin auch nicht so vermessen, davon auszugehen, zukünftig immer unter 4 Stunden laufen zu können. Außerdem wollte ich den hiesigen Marathon einfach nur locker durchtraben – sozusagen als letzter langer „Vorbereitungslauf“ auf den Schlössermarathon Potsdam in 3 Wochen.
Gestern also Minden. Ich hatte mich dort angemeldet, da ich in Minden Bekannte habe und daher einen Tag früher anreisen und dort nächtigen konnte. So ersparte ich mir wenigstens die nervige Anreise mitten in der Nacht über Hunderte Autobahn-kilometer. Am Sonntagmorgen sah es dann vom Wetter her (Start Marathon war 09.00 Uhr) eigentlich erstmal ganz gut aus. In der Startaufstellung meinte jemand zu mir, dass wir noch Regen bekommen werden und zwar etwa zur Hälfte der Strecke. Das konnte ich da noch nicht glauben, sah echt nicht danach aus. Leider sollte er Recht behalten. Ziemlich genau bei 20-21 km fing es erstmals an zu tröpfeln, dann wurde es etwas mehr Feuchtigkeit von oben. Dann ließ der Regen wieder etwas nach und ich hatte schon Hoffnung, dass es trockener bliebe, aber dem war nicht so. Es fing wieder an zu regnen und diesmal kräftiger, so dass ich als Brillenläufer nicht mehr so ganz den Durchblick hatte und der Regen spülte dann ja auch etwas den Schweiß in die Augen und das finde ich sehr unangenehm - das brennt immer so. Ich weiß schon, warum ich ein ausgesprochener Schönwetterläufer bin. Ich laufe zwar auch bei schlechtem Wetter, im Regen, bei Schnee und Minusgraden, aber am liebsten habe ich es doch etwas wärmer. Gestern in Minden wurde mir persönlich auch recht kalt, da es Streckenabschnitte gab, an denen der Wind so richtig „schön“ von vorne blies und man nicht nur mit dem Regen sondern auch noch gegen den Wind kämpfte. Und man kämpfte auch recht lange Streckenabschnitte allein, denn die laut Veranstalter ca. 300 Marathonläufer verteilten sich natürlich auf der Strecke und da die anderen Läufe (Halbmarathon zum Beispiel um 12.00 Uhr) gestartet wurden, fehlten diese Läufer schon auf der Strecke, so dass man sich teilweise allein auf der Strecke wähnte. Sicher dem Wetter geschuldet war, dass es sich mit der anfeuernden Zuschauermenge an der Strecke in Grenzen hielt. Überraschend für mich war doch der Menschenauflauf im Start- / Zielbereich, wo vom Veranstalter nebenbei noch ein Volksfest für die ganze Familie organisiert war.
Es waren für die Marathonis zwei Runden auf der Halbmarathonstrecke angesagt und als ich das erste Mal über die Start-/ Ziellinie kam, sah ich ein 01:52 Std. für die Halbmarathonstrecke für mich auf der Uhr dort im Startbereich. Da war ich doch etwas positiv überrascht, denn so zügig (für meine Verhälnisse) hatte ich mein Tempo auf den ersten 21 km gar nicht eingeschätzt. Ich laufe übrigens immer ohne Uhr am Arm, da ich mich nie unter irgendwelchen zeitlichen Druck setzen möchte, sondern immer nach Gefühl laufe - so, wie ich mich eben fühle, so gestalte ich mein Tempo. Klar, das geht nur, wenn man nicht ständig auf Bestzeitenjagd ist.
Nachdem der Regen, der Wind und die zum Teil recht fiesen, kleinen, fast unmerklichen Anstiege auf der Strecke die zweite Halbmarathonrunde für mich dann doch wesentlich anstrengender gestaltete als die erste Runde, ging ich von einer Endzeit bei 4 Stunden aus. Die an den Verpflegungspunkten angebotenen Wasserschwämme lehnte ich dankend ab – mir reichte die Feuchtigkeit von oben vollkommen. Tja, irgendwann kam dann auch hier das Ziel und siehe da, wieder verschätzt – 03:51:15 Std. als Endzeit. Das war wieder mal überraschend – positiv überraschend – vom Gefühl her hätte ich nicht damit gerechnet, doch noch so deutlich unter 4 Stunden zu bleiben. Aber na ja, schön, wenn es so ist.
Dem Veranstalter kann man attestieren, dass er seine erste Marathonveranstaltung (Marathon, Halbmarathon, Staffelmarathon, 10 km Lauf und Bambiniläufe für die Kinder wurden angeboten – ca. 1.800 Starter sollen es insgesamt gewesen sein) sehr gut gemeistert hat. Hier und da noch ein paar Kleinigkeiten (z. Bsp. das eiskalte Duschwasser nach einem solchen schon rechten „erfrischenden“ Lauf), die sich sicher ohne größere Probleme abändern lassen und hier könnte sich wieder eine Marathonveranstaltung als empfehlenswert etablieren.
Ich empfand meine anschließende Heimreise per Auto über ca. 300 km dann sogar fast noch anstrengender als den Lauf selbst.
Gruß
Jens

0

einfach ein schöner Lauf, oder ?

Hallo Jens,

noch ein Jogmaper da. Dann waren wir schon zwei. Alles in allem ein toller Lauf wie ich finde, vom Gefühl her alle 500 Meter entweder ein Streckenposten oder Zuschauer. Und immer (fast immer) Anfeuerungen. Und das bei einem eher kleinen Lauf. Auch ich hab dieses Jahr die Erfahrungen gemacht das der zweite langsamer ist als der erste, nun ja, d.h. für mich, nächstes Jahr nur einen Frühjahrsmarathon und einem im Herbst.

Gruß Mattes

Glückwunsch

Glückwunsch zu deinen Zwischen-Marathon. Bin sehr beeindruckt, was bei Dir ein "trabendes" Tempo ist.

Dass Du die Marathons ohne Uhr läufst, ist noch mal eine Leistung für sich. Dazu bin ich noch lange nicht in der Lage.

Viel Spaß weiterhin auf Deiner Marathon-Tour

marcus

Laufen in Leipzig (z.B. beim 23. Leipziger Silberseelauf am 27. Mai 18 Uhr)

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links