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heute habe ich meinen ersten viertelmarathon absolviert und es ist so ziemlich alles in die hose gegangen was nur in die hose gehen kann....

zuvor aber mal kurz meine vorgeschichte...
ich habe bereits vor drei jahren an einem sprint-triathlon teilgenommen (0,75/25/5) was mir eigentlich sehr spass gemacht hat, doch irgenwie hat sich die ganze motivation wieder im sand verlaufen und in den vergangen 2 jahren wurde NICHTS trainiert.

In der silvernacht (08/09) hat ich dann noch einen spontan pneumotorax (lungen kolaps bzw. zusammenfall) des rechten lungenflügels. ich durfte zwar nach 4 tagen die intensivstation bzw. nach einer woche das krankenhaus verlassen, doch das war mehr als genug zeit um etwas über mich, meinen körper und meinen lebensstil zu grübeln. als ich wenige woche später wieder krank (influenz, nebenhölenentzündung etc.) wieder krank wurde, hab ich mich an die zeit zurück erinnert als ich noch "trainiert" habe. mein fazit war das ich mich doch besser gefühlt habe bzw. die lebensqualität höher war und ich darum wieder mit sport anfangen werde. (das rauchen konnte ich leider immer noch nicht aufhören).

somit habe ich am ersten april wochenende mit dem training für den diesjährigen triathlon in linz (mitte juni) begonnen. es sollte wieder die sprintdistanz werden.

nun den. am zweiten trainigstag stand laufen am programm...
am ende der strecke war ich total entmutigt... 5,5 km in 45 min. (pace von 8 min.!?!?!) und mit den kräften total am ende. das war ein klares signal für mich das training auf alle fälle weiter zu machen.

eine woche am eishockey-stammtisch fragte uns unser obmann ob nicht jemand lust hätte am 17.05 beim linzmarathon die 10 km zu laufen da wir heuer unser 10 jähriges jubiläum haben. ich dachte mir warum eigentlich nicht, laufen ist ja sowieso nicht meine "1er" disziplin. es meldeten sich inkl. mir 5 jungs und eine mädl an. somit stand natürlich zu gut 50% lauftrainig am programm.

6 wochen vorbeireitung ist natürlich auch nicht das gelbe vom ei, aber ich kenne mich und meinen körper und war mir daher sicher das mehr als eine pace von 8 min. in meinem körper steckt.

aber moment, 6 wochen stimmt auch nicht ganz. natürlich habe ich ja im september des vorjahres bereits einen urlaub in der schweiz gebucht (EISHOCKEY-WM).
somit fehlten wieder 1,5 wochen trainigsvorbereitung. es wäre auch unmöglich gewesen vor ort zu trainieren (4 männer und knapp 200 dosen bier). aber einmal angemeldet gibts kein zurück.... ich wusste das alles über 1:10:00, über meine soll liegen würde, unter 1:05 wäre ok, und unter 1:00:00 wäre für mich spitze.

jetzt zum lauf:

start war heute um 08:30 H, treffpunkt mit dem laufpartner um 08:00, wecker war für 06:30 h gestellt. hier begann auch schon das erste problem. aufgewacht bin ich um 08:03 H, ach du SCH.... mehr konnte ich dazu nicht sagen. rein ins leibchen, rein in die hose, hm aber wo ist die hose nur??? runter in den trockenraum... JUHU da ist sie, wieder rauf, dann wirklich rein in die hose, schuhe an, noch schnell pipi und rein ins auto.
eigentlich wollte ich am WC noch etwas mehr als nur pipi machen was aber aufgrund des zeitdrucks nicht möglich war. ganz zu schweigen von frühstück, getränke, aufwärmen....... usw.

so 08:15 endlich im auto, aber jetzt wo lang (start war ca. 6/7/8 km weit von meinem haus) fahren? der marathon führte durch die halbe stadt. welche straßen, autobahnstücke etc. waren gesperrt und welche nicht? die variante welche ich wählte, stellte sich als gold richtig heraus. um 08:23 H hatte ich meinen parkplatz und um 08:25 stand ich auch schon auf der autobahnbrücke (startgebiert). 5 min. um meinen laufpartner (und tempomacher) zu finden oder ein "örtchen" ausfindig zu machen. ich entschied mich für ersters was aber ein fehler war, den unter den rund 15.000 leuten war es ein ding der unmöglichkeit ihn ausfindig zu machen. auch zu den toileten hätte ich mich durch gut ein drittel der starter "schlängelen" müssen.

ok. kein laufpartner, keine toilete. dann dachte ich mir ich bin klug und stelle mich einfach ganz nach hinten (bruttozeit ist mir doch egal) und warte damit sich das feld etwas gelichtet hat bis ich komme. das war aber der nächste fehler, dazu später mehr. der startschuss viel ziemlich pünktlich um 08:30 H und die nervosität war am limit. etwa 5 min. nach dem startschuss (der großteil befand sich schon mitten im bewerb) begann auch ich mich trabend richtung startlinie. nach ca. 200 m überquerte auch ich den vermeintlichen start, also machte ich meine stopuhr an. aber war dies auch wirklich das startgebiet oder nicht? ich konnte einfach keine matte am boden ausmachen. war es die nervosität, der druck den ich noch immer verspürte oder was auch immer. naja wird schon gestimmt haben.

der erste gerade lief eigentlich ganz gut doch dann, als ich in die nächste straße eingebogen bin, ein großer schock. alles voll mit leuten (ich glaube die haben hinter der ecke auf mich gewartet*gg*) war ich so schnell oder die so langsam?. ich werde es nie herausfinden. somit lief ich gehsteig rauf und wieder runter, wiese rein und wieder raus, über straßenbahnschien, bänke von bushaltestellen und was ich eben so nutzen konnte um die leute zu überholen.

nächstes problem eine weitere brücke sollte überquert werden, die eisenbahnbücke. da diese aber doch um einiges enger war als die autobahnbrücke war die logische folge ein stau, somit wurde dieser abschnitt fast im gehen absolviert. jetzt war ich schon etwas unglücklich, da ich wusste das ich eigentlich (für meine verhältnisse) sehr gut unterwegs war.

es war soweit, ich sah die "km 5" tafel. ein blick auf die uhr hat mir veraten das ich (wie ich mir bereits gedacht habe) gut unterwegs war. aber es sollte noch dicker kommen. irgendwo bei km 6-7 befand sich eine labestation. JUHU nur zwei leute vor mir. schnell ran, und während die frau gerade neue becher aus einem karton holte, wagte ich einen schnellen blick zurück. da ist es passiert. BOOM und ich lag am boden. ein etwas älterer herr ca. 50-55 hatte in die luft, nach links, nach rechts oder wo auch immer hin geschaut nur nicht nach vorne. er ist mitten in mich reingelaufen und hatte sich sogar noch auf mich (am boden liegend) abgestüzt, damit er nicht auch dort landet. ohne sich zu entschuldigen und wütent etwas murmelnd lief er einfach weiter. ein GROßES DANKE, an diesen herrn. kann passieren, aber zumindest ein entschuldigung wäre angebracht.

naja ich bin wieder aufgestanden, hab kurz von oben bis unten kontrolliert ob alles noch dran ist und nichts blutet, meinen becher genommen und weiter gehts.
jetzt natürlich mit leichten schmerzen im hinterteil. Was solls, einfach weiter.
auf der zielgeraden nochmal ein blick auf die uhr. lt. meiner uhr ist gerade ziemlich genau 1:00:00 verstrichen, somit konnte ich ein zeit unter einer stunde vergessen und bin die rest noch zügig richtung ziel. einen sprint hielt ich nicht mehr für angebracht, da ich es sowieso nicht mehr unter einer stunde ins ziel kommen würde und mein hintern schmerzte. im ziel ein blick auf meine uhr.
meine zeit lt. meiner zeitnehmung. 1:00:45.

was solls es wollte nicht seit und mein erklärtes ziel war ja unter 1:05:00, was ich ja erreicht habe, aber trotzdem etwas ärgerlich.

so ziellabe schnell ein getränk geholt und toilete suchen, weit und breit nichts zu sehen. ok dann halt die 2 km richtung auto und schnell heim bevor ein unglück passiert.

daheim schnell auf örtchen. nachdem ich schon daheim war wagte ich einen blick ins "world wide web" vielleicht sind die zeiten ja schon online.

Yes, sie waren schon online, und jetzt war ich wirklich am boden zerstört... meine tatsächliche nettozeit: 1:00:07, ich könnte heulen. wenn ich das geahnt hätte, wäre ich natürlich noch ins ziel gesprintet, die 7 sekunden hätte ich locker noch irgendwie gemeistert. klar es sind nur 7 sekunden, aber ich denke viele werden verstehen warum es für mich so ärgerlich ist.

klar, abgesehen von dem zusammenstoss bin ich am rest eigentlich selber schuld, aber ärgerlich ist es alle mal.

MEIN FAZIT:

1) nicht verschlafen
2) unbedingt vorher (auch groß) aufs klo gehen.
3) nicht ganz hinten starten
4) treffpunkt mit dem laufpartner (auch auf im startgebiet) ausmachen
5) bei labestationen in der mitte und nicht ganz hinten anstellen.
6) traue nie deiner eigenen zeitnehmung wenn du die matte am start nicht siehst.

mein laufpartner erzielte eine zeit von unter 55 min.
der beste unseres fanclubs 50:30
und unsere dame 01:18:XX

herzliche gratulation an dieser stelle.
auch an meinen bruder, dem münzi und dem andi die bei HM mitgelaufen sind. *beide daumen hoch*

NOBODY is perfect, und spass hatte ich trotzdem, obwohl ich etwas verärgert bin. morgen schon werde ich mit sicherheit darüber lachen.

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

Kopf hoch, der nächste

Kopf hoch, der nächste Lauf wird besser. Für das was schiefgelaufen ist war es doch eine super ordentliche Zeit. Und im nächsten Lauf schaffst du es deutlich unter der Stunde zu bleiben :)

Gratulation!

Ist doch ne super Zeit, was willst du erstmal mehr? Aber das mit den 7s kann ich voll verstehen. Meine Rechnung ging gestern zum Glück auf. Ich lag 15s drunter :).
Freu dich über die tolle Zeit. Das nächste Mal machst du es besser,man lernt ja.

VG LS

Langweilig

war dein Tag ja nicht gerade - was für eine Story.
Ich gratuliere dir zu deiner Zeit, auch wenn sie dich ein bisschen wurmt (ist verständlich)!!
Einen schönen Bericht hast du abgeliefert, danke.

Gruß SG

Is eh' wuascht!

Hallo Stami,

ich hab' Dich gar nicht beim Viertelmarathon in Linz gesehen:)

Wir sind aus München und haben ein schönes Wochenende in Linz verbracht! Abschluß war heute der Viertelmarathon.
War sehr gut organisiert und alles hat reibungslos geklappt.

Viele Grüße aus München
Doris (Startnummer 9030)

danke

für die aufmunterungen....
langsam hab ichs verkraftet :-)

@doris

irgendwo dürfte ich dich überholt haben, aber gesehen hab ich dich auch nicht... merkwürdig, *gg*

vielleicht ja nächstes jahr :-)

*lol* ...und ich hab mich

*lol*

...und ich hab mich schon gefragt warum ich dich nicht gesehen habe.
Was das von hinten starten angeht muss ich dir recht geben: bin auch von ganz hinten gestartet und habe dann auf den ersten 5km 2500 läufer überholen müssen. obendrein war es mir zu heiss für den halbmarathon und so kam ich nicht mal ansatzweise an meine geplante 1:30er zeit, was mich ein kiste bier bei deinem bruder kostet;-).
aber im grossen und ganzen wars ne super veranstaltung mit hammer-stimmung auf dem letzten kilometer auf der landstrasse.

"Die Welt ist ein Buch, wer nie reist sieht immer nur die erste Seite"

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