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Ich wusste gar nicht, dass es so viele verschiedene Schlaginstrumente gibt. Und Martin Grubinger spielt sie alle mit einer unnachahmlichen Virtuosität. Er kann ihnen die feinen leisen Melodien genauso entlocken, wie die kräftigen Rhythmen. Gestern Abend wurde zusammen mit der Camerata Salzburg ein wahres Musikfeuerwerk unterschiedlichster nordamerikanischer Stilrichtungen abgebrannt. Teilweise bewegten sich die Stöcke so schnell, dass sie über dem Xylophon zu schweben schienen. Und der Saal tobte.

Martin Grubinger zeigte sich mit Leidenschaft für seine Musik und … mit einer ungeheuren Athletik. Die traut man einem Musiker zunächst gar nicht zu. Aber dieser Trommelwirbel ist nur mit einer Top Kondition zu bewerkstelligen. Grubinger schlägt mit einem Durchschnittspuls von 155 -160 auf seine Schlaginstrumente ein, sagt er selbst in einem Interview.

In diesem Interview mit der FAZ spricht er auch über seine Leidenschaft für Sport. Seine Analogien zwischen der Musik und der Ballvirtuosität der brasilianischen Fußballer nimmt man ihm sofort ab. Seine 2-3 Marathons im Jahr scheinen da eher Ausreißer zu sein. Wie kann jemand mit gleichzeitig so viel Feinsinn und Hochgeschwindigkeit sich für den dagegen eher eintönigen Langstreckenlauf erwärmen? Er läuft seine Marathons in unter 3 Stunden. Das macht man auch nicht mal so nebenher. Da muss doch auch Leidenschaft im Spiel sein. Seine Antwort im Interview fällt eher nüchtern aus „…der Vorwurf, ich würde mich mit meiner Kunst zu sehr mit dem Sport verbrüdern, [ist] falsch. Sport ist für mich Mittel zum Zweck.“

Irgendwie scheint Martin Grubinger damit nicht nur ein Ausnahme Percussionist, sondern auch ein Ausnahmeläufer zu sein. Aber irgendwie nehme ich ihm diese Leidenschaftslosigkeit nicht ab.

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