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Ich wohne zwar seit gut 6 Jahren in Braunschweig, meine originäre "Heimat" ist aber Refrath bei Köln. Jetzt habe ich vor etwas über einem Jahr mit dem Laufen angefangen, habe hier in Braunschweig die eine oder andere Runde gedreht und auch ein paar Wettkämpfe gelaufen.

Eigentlich ist die Einladung zu zwei 40sten Geburstagen (ich selber bin 35, zu 40sten Geburstagen eingeladen zu werden macht mich nachdenklich...;-) schuld, dass ich gestern zu einem Heim-Grand-Prix kam. Da die beiden Feiern Samstag waren, hatte ich ja den Sonntag Zeit. Auf laufen.de "Köln" als Suchbegriff eingegeben und Wettkämpfe im Umkreis von 50km...schwupps landete ich beim Refrather Kirschblütenlauf. Hätte ich ja selber mal drauf kommen können mich für DEN Volkslauf meines Heimatdorfes zu interessieren, zumal der Ausrichter auch noch der Verein (TV Refrath) ist, für den ich jahrelang Badminton spielte.

Gesehen, gemeldet, gestartet. Bei allen Heimat-Emotionen kam für mich aber auch gleich die Frage auf, wo ich leistungstechnisch ganz aktuell stehe. Vor 6 Wochen bin ich in Braunschweig erstmals unter 40 Minuten gelaufen (39:35), das war aber in der Vorbereitung auf den Hamburg-Marathon. Seither habe ich eine neue Trainingsphase eingeleitet. Einerseits habe ich mir etwas Ruhe gegönnt, da ich das Level der letzten 3 Monate nicht konstant halten kann/sollte/möchte. Andererseits will ich aber in neue Tempodimensionen vordingen - ich habe jetzt länger auf Intervalle in 4:00 Min/km trainiert und dort in Wettkämpfen soweit alle meine realistischen Ziele erreicht (39:35 10km, 1:29 HM, 3:12 M). Wenn ich also bald Bestzeiten jagen will, muss ich schneller werden. Also startete ich mit Intervallen in 3:45.

War ich schon in der Lage das schnellere Tempo in Wettkämpfen umzusetzen? Oder war ich noch "müde" von den Wettkampf-Höhepunkten im April/Mai? Oder spielt mir das Wetter einen Streich, schließlich war es bei gut 25 Grad auch noch sehr schwül und ich würde mich als Kalt-Läufer bezeichnen.

Als der Startschuss ging fühlte ich mich schlecht...aber das kenne ich mittlerweile von meinen "10ern". km1 in 3:49...wunderbar, Tempo getroffen. Aber km2 schon in 4:07. Das wird schwer. Bis km5 dann jeweils zwischen 4:00 und 4:10. Zu langsam für eine neue Bestzeit, soviel wurde mir sehr schnell klar. Auf der zweiten Runde dann der km7, der eine lange konstante Steigung hatte...4:22. Jetzt wusste ich, dass ich mich nur noch ins Ziel retten konnte und wollte eine Zeit wenigstens im Umfeld der 40 Minuten retten. Schließlich hatte ich doch einige bekannte Gesichter schon vor dem Start nach Jahren wiedergetroffen und auch vereinzelt erzählt, dass ich rund um die 40 Minuten laufen will/kann. Zusätzlich motiviert hat mich noch die Tatsache, dass ich auf besagtem km7 von Birgit Lennartz überholt wurde. Beim Start/Zieldurchlauf bei km5 habe ich vom Sprecher gelernt, dass sie die mehrfache Deutsche Meisterin im Marathon und 100km war/ist.

km8 in 4:23, da konnte ich auch keinen Anstieg mehr als Ausrede nehmen. Aber ich war an Birgit noch dran und ich merkte, dass sie bei dem Wetter auch kämpft. Nach einem kurzen Zwischenspurt war ich an ihr dran und den km9 wieder in 4:14 gelaufen und der letzte km ist ja immer nur das Schaulaufen. Dieses absolvierte ich in 3:53 Min (und kam doch einige Meter vor Birgit ins Ziel), was wieder die Frage aufwarf, ob es nicht eigentlich vorher auch schon schneller gegangen wäre, mein Kopf mir aber eine Blockade eingestellt hat. Mein Puls war aber schon bei 190 (max = 202), also nicht mehr viel Spiel nach oben. Also war ich zufrieden. 41:15 Minuten - das reicht bei dem Wetter um vor den anderen alten Bekannten aus Refrath nicht als Schwätzer dazustehen.

Jetzt ist erstmal richtig Pause. Nächste Woche inkl. Wochenende halb beruflich, halb privat am Zürichsee und dann knappe 3 Wochen in den USA richtig im Urlaub. Dort wird es jeweils keine Wettkämpfe geben (außer den San Diego Marathon, den ich als Sightseeingtrip mitlaufe). Jetzt alle 2 Wochen einen "10er-Wettkampf" wird mich auch nicht schneller machen. Trainiert wird aber weiter...die 3:45-Invervalle wollen stabilisiert werden. Und dann sehen wir mal, was ich so im Spätsommer laufen kann.

5
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das habe ich natürlich sehr

das habe ich natürlich sehr aufmerksam gelesen. Hast du während des WK auf den Puls geguckt?
Meine Theorie ist nach wie vor, dass man bei einem 10er auch schon den ersten KM langsam machen muss, ich schiesse meist auch gleich mal eben mit 3:45 irgendwas los.
Ich versuche das nächste Woche Freitag zu ändern. bei meinen Intervallen werde ich morgen als erstes mal 2000 m in 8 min laufen und danach die eigentlichen 4x2000@7:10 min. Ich möchte wissen wie sich 4 Minuten anfühlen, habe das vor lauter Paceerei vergessen...und schiesse dann natürlich zu schnell los, was aber auf 14 km nix nutzen wird. Bei jedem WK gilt am Ende wird abgerechnet nicht am Anfang.

Gruß
Sven

http://www.facebook.com/RunningSven

Das Try-and-Error-Prinzip

Ich denke genau wie Du...mittlerweile. Mein "Problem" ist, dass ich im letzten Jahr einen Superhelden-Tag hatte, der mir dann bestimmt 3-4 Wettkämpfe versaut hat. Ich habe ja die Community hier schon lang und breit mit meiner Story genervt (38kg abgenommen, März 2011 angefangen zu joggen, von Nachbar unwissentlich zu erstem Wettkampf gemeldet etc.), aber eben genau bei diesem Braunschweiger Nachtlauf letztes Jahr im Juni habe ich eine Leistung vollbracht, die ich bis heute nicht verstehe. Ich hatte damals 2 Monate Training in den Beinen und besagter Nachbar meinte wir laufen die 12,2km in 50:xx. Selbiges hat geklappt, was eine 4:08-Pace war - und ich habe bis heute keine Ahnung, wie ich das damals geschafft habe.
Damals bin ich noch naiv losgelaufen "starte schnell, dann hast Du einen Puffer, von dem Du den Lauf über zehren kannst".
Damals hat es geklappt, 3-4 "10er" danach ging es total in die Hose und ich habe angefangen zu zweifeln, ob ich jemals die 40Min knacken werde. Dann der erste Lauf, den ich locker anging, irgendwie Spaß am Laufen hatte und schwupps 39:35.
Diesmal habe ich es natürlich wieder so probiert, die 3:49 auf km1 fand ich ja auch keine schlechte Pace, wenn man unter 40 laufen will. Aber ich konnte das Tempo nicht halten. Vielleicht wegen des warmen, schwülen Wetters. Vielleicht weil ich gerade nicht die Wettkampfhärte habe, weil ich mich grundsätzlich in einer Regenerationsphase befinde. Vielleicht weil ich am Vorabend noch bis 2 Uhr auf einer Geburtstagsfeier war und mein Sohn mich um 6:15 Uhr aus dem Bett geworfen hat...aber ist doch auch spannend, wenn man nicht auf jede Frage eine Antwort hat, oder?

Meine Theorie dazu ist, du

Meine Theorie dazu ist, du warst bestens Vorbereitet, weil du Erholt warst. Vermutlich war dieses Rennen auch ein positiver Splitt hat aber zu gutem Ergebnis geführt. Da ich das Rennen nächsten Freitag gut abschneiden will werde ich morgen noch Intervalle laufen, Mi frei. Do. einen lockeren Lauf über 14 km Teststecke, Sa 10 km ruhig, Sonntag nix, Montag 10 km locker DL, Di und Mi nix, Do 30 min locker DL. Freitag WK hoffe das reicht zum Tapern. vielleicht mache ich auch Do nix, einfach mal gucken,
Oder einfach so wie ich es früher immer gemacht habe, 5 Tage nix, dann Rekord aufgestellt...

Gruß
Sven

http://www.facebook.com/RunningSven

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