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Nur noch 10 Tage, dann stehe ich am Start des Luxembourg-Marathons.
Am letzten Wochenende sah der Trainingsplan noch einen 10er vor. Weil ein einfacher 10er doch zu einfach ist, habe ich mich zu zwei Wettbewerben hinreißen lassen.
Am Samstag habe ich bei der 20. Auflage der Badischen Meile in Karlsruhe über 8,88889 km und am Sonntag beim 10-km-Panoramalauf in Straubenhardt im Enzkreis mitgemacht. Zwei Läufe, wie sie unterschiedlicher kaum sein können.

Die Badische Meile soll die Strecke sein, die der königliche Fuß in zwei Stunden zurücklegte. Am Start auf dem Schlossplatz standen über 3000 Läufer. An den Shirts war zu erkennen, dass der Lauf für viele als Firmenlauf angesehen wird. Ungeschickt war, dass geduldet wurde, dass viele neben dem Starttor starteten. Denn kurz nach dem Start war ein Denkmal zu umschiffen, kurz darauf kam es zum Stau, weil der Weg schmäler wurde. Zu allem Glück hatten sich auch noch zwei Frauen mit Kinderwägen mitten auf die Laufstrecke verirrt und lächelten die Läufer verlegen an. Obwohl ich beim Start nur etwa sechs Meter vor der Startlinie aufgestellt war, waren plötzlich hunderte Läufer vor mir, die aufgrund ihres Tempos und des Trainingsstandes so weit vorne definitiv nicht hingehörten. Dazu haben sich in der Mittagshitze viele überschätzt und wurden bald langsamer. Also war auch noch Slalom um andere Läufer angesagt. Bis man nach seiner Facon laufen konnte, hatte ich schon 2,5 Kilometer hinter mir. Ich konnte reihenweise Läufer einsammeln. Auf der flachen Strecke waren nur eine Überführung und eine Steigung kurz vor dem Ziel im kleinen Beiertheimer Stadion zu bewältigen. Dabei herausgekommen ist der 119. Platz und die Begegnung mit ein paar Kollegen und Bekannten.

Der Panoramalauf in Straubenhardt, dem Portal zum Nordschwarzwald, war sehr gut organisiert. Beim 10er war das Feld mit 280 Startern recht übersichtlich und mit dem Bip-Chip auf der Startnummer gab es sogar eine Netto-Zeitnahme. Laut Veranstalter sind beim 10er 170 Höhenmeter zu bewältigen, jedoch nicht am Stück, es gabimmer wieder flache oder abschüssige Passagen. Zu Beginn, besonders bei den ersten Steigungen steckte mir noch merklich die Badische Meile im Fahrgestell. Die Frage, warum ich mir dies antue, hat sich bald in Luft aufgelöst, ich kam in Tritt und genoss den Lauf. Weil es etwas schwül war, trank ich an den Verpflegungsstellen jeweils etwas aus dem Becher und kippte den Rest über dem Kopf aus, sehr zur Freude der Kinder, die die Becher einsammelten. Kurz vor Kilometer 9 sagten zwei Mädels meine Position an (20.) und verteilten Feldblumen vom Wegesrand. Dass ich sie wie einen Lorbeerkranz um den Hinterkopf gelegt habe, amüsierte sie. Der nächste, einzige im Blickfeld befindliche Läufer war ein ganzes Stück vor mir, dennoch kam ich näher. Bei den ersten Häusern feuerte mich ein Zuschauer an "Den packscht noch!". Aber auch er legte zu. Ich schloss auf, hatte in einer Kurve die "Außenbahn" und fiel einen guten Meter zurück, bei der nächsten Kurve hatte ich den kürzeren Weg und ich hatte ihn kassiert und schon waren wir auf der Zielgerade. Scheinbar boten wir mit unserem Spurt-Gefecht auch etwas für die Zuschauer, bei dem Applaus bekam ich Gänsehaut und der Moderator präsentierte uns gebührend. Das Ziel erreichte ich vor dem direkten Konkurrenten. Nach dem ersten Becher Tee begegneten wir uns, reichten uns die Hand und wechselten ein paar nette Worte. In der Ergebnisliste wird er dank der Nettozeitnahme zwei Sekunden vor mir geführt. So ist es auch ok, ich hatte einen sehr guten Lauf und eine Menge Spaß, das ist ist mir wichtiger als einen Platz weiter vorne oder hinten zu stehen. Der 20. Gesamtplatz und der 6. der AK40 ist trotzdem schick. Sogar der schnellste M35er wird ein paar Sekunden hinter mir in der Ergebnisliste geführt.
Mit der Zeit von 44:31 auf die 10 Kilometer bin ich hochgradig zufrieden.

Übrigens war die Pace bei beiden Läufen des Wochenendes fast gleich, nur waren am Sonntag 170 Höhenmeter zu bewältigen und am Samstag dank des Slaloms um die anderen Läufer eine unbestimmbare größere Distanz als die 8,8889 km.

Nach zwei lockeren Trainingsläufen gönne ich mir am Donnerstag noch einen langen Lauf, ehe ich meine Füße zum Tapern festbinden muss.

Luxembourg ich bin vorbereitet und freue mich auf "the night run" beim ING-europe Marathon.

cherry65

jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient

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Luxemburg

Ich drücke fest die Daumen und bin ein wenig neidisch ;-)

Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos!

Hallo cherry65

Toller Bericht! Ich drück dir auch die Daumen für Luxemburg und freu mich schon auf die virtuelle Teilnahme - beim Lesen deines Wettkampfberichtes!

Gruß maecks

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