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Man, war das eine klasse Veranstaltung! Ich hab' ja schon von vielen gehört, wie sie vom Rennsteig schwärmten und regelmäßig dort laufen. Jetzt weiß ich auch warum und kann die Begeisterung für diese Laufveranstaltung nur bestätigen.

Durchweg super organisiert, hervorragende Verpflegungspunkte und nur freundliche Helfer.

Die Vorbereitung für den Rennsteig sah zunächst nicht so dolle aus. Ein Trainingsrückstand aus 2011, in der zweiten Jahreshälfte bin ich nur 700 km gelaufen, war wettzumachen. Im Februar '12 nervte erst ein grippaler Infekt, der für sich nicht schlimm wäre, Zeit war ja noch genug. Doch drei Wochen, nachdem ich wieder trainierte, fing ich mir Mitte März eine Bronchitis ein, also Antibiotikum schlucken und zwei Wochen Laufpause. Jetzt hatten wir schon Ende März zu fassen und nicht mehr wirklich viel Zeit bis zum 12.5. Aber es kam ja alles wochengenau hin.

Morgens am Start großes Treffen der Jogmapper. Foto hier, Foto da und dann gings auch schon los.
Zielzeit für mich war ankommen, grobe Schätzung so um 9 Stunden, plusminus irgendwas. Renntaktik konnte nur sein, so zu laufen, dass man das Gefühl hat, gut anzukommen.
Die ersten 25 km bis zum Inselsberg waren gut gelaufen, der Abstieg danach ging schon etwas in die Oberschenkel und nach gut 30 km spürte ich schon, dass man etwas unterwegs war. Bis zum Verpflegungspunkt Ebertswiese hatte ich nur Tee, Cola und Bananen zu mir genommen und verspürte ab km 30 einen kleinen Durchhänger. Dewegen entschloß ich mich, an der Ebertswiese richtig aufzutanken. Tee, Wiener Würstchen, Schmalzbrot und Haferschleim ergaben eine gute Mischung, die mir in keiner Weise komisch im Magen lag.
Die Kilometer und die Stunden vergingen nach und nach. Mainrenner, mit der ich einiges zusammen gelaufen bin, musste ich irgendwann ziehen lassen. Ihr Tempomat war einfach besser eingestellt.
Ab Km 60 fing die Rechnerei an, würde es noch für unter 9 Std. reichen - noch sah es gut aus. Ich hatte mir aber auch gesagt, quälen werde ich mich dafür nicht, zumindest jetzt noch nicht. Vielleicht ab km 70, wenn noch die Chance besteht, es zu schaffen.
Noch klappte dass Kopfrechnen einwandfrei und für km 70 hatte ich ich mir eine Zeit von 8:40 h gesetzt, um dann sicher die 9 Std. unterbieten zu können.
Das Lauftempo wurde langsamer, naja, ist ja auch keine große Überraschung, aber der totaler Einbruch war das nicht.
Bei Km 70 der Blick auf die Uhr: 8:40:10 h. Ja, das würde reichen, wenn keine fiesen Anstiege mehr kommen. Ein Läufer, den ich ansprach, meinte, es komme noch eine kleine Rampe. Mit den letzten knapp 3 km und einer Zeit von unter 9 Std. vor Augen, wurden plötzlich wieder Kräfte freigesetzt, die eigentlich nicht mehr vorhanden sein dürften. Km 71 in 8:46:15, 6er Schnitt, kam mir viel schneller vor. Egal jetzt, noch 13 Minuten für weniger als 2 Km. Durchlaufe einen Zielbogen, ist aber noch nicht das Ziel. Hier laute Musik von den Toten Hosen "An Tagen wie diesen". Wie das passt, Gänsehaut, Wahnsinn, bekomme nochmal einen Schub. Biege auf die Ziegerade in den Zielkanal, die Beine scheinen sich noch schneller zu bewegen, keine Schmerzen mehr, alles wie weggeblasen, höre, wie jemand meinen Namen ruft (meine Frau), reiße die Arme hoch, geschafft. Einfach genial, dieses Erlebnis, dieser Zieleinlauf. 8:55:56 h.
Nun sollte ich mich noch der zweiten Herausforderung des Tages stellen. Nachdem meine Fau und ich Kaffe getrunken hatten, machten wir uns auf den Weg zum Auto. Die Sache hatte nur einen kleinen Haken: Wo stand das Auto? Über eine Stunde war bereits mit anstrengendem Gehen vergangen, bis wir einen Schmiedefelder fragten, wo es denn zu den Parkplätzen gehe. Die Beschreibungen meiner Frau, wo sie langgefahren sei, und die Antworten des Schmiedefelders ergaben aber auch keinen gemeinsamen Nenner, um jetzt den oder den Parkplatz auszuschließen. Der Schmiedefelder war dann so nett und hat uns angeboten, die in Frage kommenden Parkplätze abzufahren. Der erste war es nicht, gut, dann muss es der Parkplatz "Bergstr." gewesen sein. Die Bergstr. trägt ihren Namen zu Recht, da wär ich wahrscheinlich gestorben oder hätte mich freiwillig zum Sterben an den Straßenrand gelegt. Aber das brauchte ich dank des netten Schmiedefelder nicht. Auch das sind Geschichten, an die man sich noch lange erinnern wird.
Das war mein erster Rennsteig und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich 2013 wieder kommen werde.

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (2 Wertungen)

Läppische Sekunden

Da läuft man lange 73 km, begegnet sich auf der Strecke nicht einmal und dann trennen uns läppische 44 Sekunden. Großartiges Timing;-)!
Und Du scheinst auch noch ähnlich gut durchgekommen zu sein wie ich.
Meinen Glückwunsch.
Gruß, Marco
You'll never läppisch alone

Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos

das hast du ganz schön gut

ins Ziel gelaufen!
7.7. kann ich dir Fremdbetreuung anbieten:)
...and miles to go before I sleep...

"Keine" Schwierigkeiten...

...beim Laufen aber bei der PP Suche hinterher.
Auch mal sehr witzig!

Gut gelaufen

bei mieser Vorbereitung - und dann noch nette Helfer, was will man mehr? Der Rennsteig hat schon sein eigenes Flair.

Saubere Leistung...

... und nach der HQ hatte ich da auch keine Zweifel! :-)

"Ein Leben ohne Hunde ist denkbar, jedoch sinnlos"

Schleswig-Holstein im Herzen,
BORN im Kopf

Haste gut hingekriegt

der Normalo kann da nur den Kopf schütteln und Staunen!

Weiter so!

Volker



Jogmap Schleswig-Holstein - neongelb beflügelt

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