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So, nun also der Rennsteiglauf. Irgendwie muss man sich ja immer wieder was neues, möglichst größeres, vornehmen...auch wenns bisher nur die 43,5 km sind...

Ganz gut ist mein Gefühl am Morgen des Starts jedoch nicht. Irgendwie schwirrt immer noch das Debakel von Frankfurt im Hinterkopf herum. Ständig präsent sind auch leichte Kniebeschwerden, die sich nicht lokalisieren lassen, aber gleichwohl etwas verunsichern. Auch die Zahl der langen Vorbereitungsläufe hätte durchaus größer ausfallen dürfen, aber egal, das zählt jetzt alles nicht mehr. Die Laune rundherum ist großartig. Es wird zum x.mal das Rennsteiglied gespielt und dann noch der obligatorische Schneewalzer und dann geht es auch schon los. Es ist noch etwas frisch, deswegen laufe ich mit nem alten Shirt zusätzlich, sowie ner Mülltüte. Je nach Bedarf kann ich also ablegen...

Direkt nach dem Start geht es auch schon bergauf in Neuhaus. Es heißt jetzt zunächst, erstmal langsam einen Rythmus finden und auf keinen Fall zu schnell angehen. Das scheint zu gelingen. Die ersten 5 km gehen ziemlich locker. Bisher sind wir aber auch nur Straße gelaufen. Dann, nach dem ersten Getränkepunkt wird in den Wald abgebogen. Nun heißt es aufpassen, Wurzeln, Steine und ähnliches können für ein unvorgesehenes Ende sorgen. Aber es läuft gut. Es geht hoch und runter und wieder hoch und wieder runter. Ich quatsche mit Jörn und die Zeit vergeht wie im Flug. Das erste Highlight ist dann bei km 19 (?) die Verpflegungsstation Masserbergbaude. Hier wird ausgiebig gegessen. Ich nehme allerdings erstmal nur ein Butterbrot, an den berühmt berüchtigten Schleim traue ich mich noch nicht. Jörn berichtet aber positiv und so probiere ich den am nächsten Verpflegungspunkt, ich glaube das war in Neustadt, dann auch. Bin zwar etwas enttäuscht, dass er ohne Geschmack ist, aber durchaus bekömmlich. Bis km 30 geht es ziemlich einfach. Ein steileres Stück welches gegangen werden musste, sonst war alles sehr gut laufbar. Dies galt sogar für die etwas steileren Bergabpassagen im Wald, die sehr anspruchsvoll waren, eine Art Hohlweg, wo wirklich nur einer hinter dem anderen laufen konnte.

Ab km 35 wurden die Beine dann aber doch sehr müde. Jede Steigung verfluchte ich jetzt. Dabei war mir natürlich klar, dass ganz zum Schluss noch der Anstieg zum Sportplatz in Schmiedefeld kommen würde, aber da mussten ja schließlich alle durch. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir dann, dass ich bei km 42 schneller sein könnte, als bei meiner bisherigen Marathonbestzeit aus Berlin 2010. Die spannende Frage war dann, würde es bei km 42 auch eine Zeitmessung geben. Ich hoffte es. Tatsächlich lagen dann bei der Marathonmarkierung Zeitmessmatten. Zu dem Zeitpunkt zeigte die Uhr knapp 04:05 (leider war mir zu dem Zeitpunkt nicht ganz klar, dass es tatsächlich über 04:06 waren, da die Zeit bei den zwei technischen Pausen ;) die ich machte auch angehalten wurden war, trotzdem wurde es am Ende ne Bestzeit für die Marathondistanz). Zum Sportplatz hoch wurde man dann von den Zuschauern regelrecht getragen. Auch wenn die Beine eigentlich schon nicht mehr wollten....gehen gab es hier nicht. Dann noch eine letzte Runde um den Sportplatz und dann Arm in Arm mit Jörn über die Ziellinie. Die Zeit stoppte bei gut 04:15. Hätte ich vorher nicht gedacht, dass dies möglich ist. Total erschöpft aber happy.

Dann galt es die Kleiderbeutel zu holen. Hierzu musste man schon wieder bergab zur Gepäckwiese. Da merkte ich schon, dass die Beine etwas wacklig waren. Länger hätte die Strecke wirklich nicht sein dürfen. Wenn ich an die Supermarathonis und ihre 72 km denke zolle ich deren Leistung nochmal doppelten Respekt. Das kommt für mich wirklich nicht in Frage.

Dann ab ins Zelt, kurz ausgeruht, geduscht, gegessen und dann pünktlich 18 Uhr ab zur Party ins Festzelt. Unglaublich mit welcher Energie die Leute, die an dem Tag schon soviel geleistet haben, dann noch Party machen können. Super Stimmung, reichlich Bier, Tanz und Spaß und dass bis 24 Uhr. Was soll ich sagen, es war grandios. Danke an alle die dabei waren!!!! Der Rennsteig wird mich, und sicher nicht nur mich, nächstes Jahr garantiert wieder sehen. Und in so weiter Ferne sehe ich die Supermarathondistanz mittlerweile auch nicht mehr.... ;)))))

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (4 Wertungen)

Der Marathon

hört sich auch ganz schön an. Wäre vielleicht auch mal eine Option.

Aber wie man da Butterbrote (oder gar Würstchen im Brötchen) essen kann unterwegs - das entzieht sich meiner Kenntnis. Ich würde es a) nicht runterkriegen und könnte b) hinterher nicht mehr laufen, weil mir schlecht würde.

Der Haferschleim war dagegen ganz vorzüglich für meinen Läufermagen geeignet.

Und die Party war toll - und da war es auch egal was und ob man vorher gelaufen war.

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