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Mir ist langweilig. Tapern ist langweilig. Samstag den letzten langen Lauf gemacht, seitdem ist mir superlangweilig. Was mache ich bloß in der überfüssigen Zeit? Ein Butterbrot? Nee, heute mach' ich mir kein Butterbrot, heute mach' ich mir Gedanken. Hat mal der legendäre Wolfgang Neuss von sich gegeben. Und bevor jetzt einer fragt, watt der denn so gelaufen ist: Also der Neuss war kein Läufer, sondern Spaßvogel.

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, beim Tapern. Und Tapern ist langweilig. Ich frage mich, warum ich überhaupt tapern soll. Denn im Grunde ist es mir sowieso grenzgängig peinlich, bei einem Lauf an den Start zu gehen, der als Deutsche Meisterschaft im Ultratrail ausgeschrieben ist. Ich durch DM laufen ist ja noch okay, da kann ich immerhin dieses ganze Allnatura-Zeug kaufen, aber bei einer DM laufen? Hüstel. Das wäre ungefähr so, als würde Rainer Calmund bei Olympia in London im Wettbewerb der Rhythmischen Sportgymnastik antreten.

Aber ich hatte das schon lange eingeplant, beim Hollenlauf über den Rothaarsteig zu starten, weil ich halt beim Rennsteig nicht dabei sein konnte. Nun hat die DUV dort auf der 67er Strecke die DM im Ultratrail ausgerufen. Tja, nicht zu ändern. Deshalb nicht starten ist irgendwie auch doof. Also hin.

Beim Hollenlauf hatte ich vor ein paar Jahren auf der Ultrastrecke debütiert. Nach nur einem Jahr regelmäßigen Lauftrainings eine völlig irrsinnige Idee, aber im Nachhinein muss ich sagen, dass ich nie wieder so gut durch ein Ultrarennen gekommen bin. Nix Krämpfe oder gar Ermüdung oder so ein Scheiß. Okay, es stellte sich später heraus, dass ich mir unterwegs bei einem Sturz Teile des Deltabands im linken Fuß gerissen hatte, aber trotzdem lief's irgendwie gut. Die 7:19 Stunden über 67 km mit jeweils 1.500 Höhenmeter in Auf- und Abstieg führten mich jedenfalls zu der übergeschnappten Annahme, längere Strecken im Gelände könnten mir tempomäßig liegen. Ein Fall für den Psychologen, denn ich habe – trotz reichlich gegenteiliger Erfahrung – immer noch nicht gelernt, dass ich dort alles sein kann, nur eben nicht schnell.

Ist mir aber mittlerweile auch so mittel egal. Nicht ganz egal, aber mittel eben. Und so mache ich mir jetzt mal kein Butterbrot sondern Gedanken. Darüber, wie ich den Lauf wohl angehen soll. Offensiv schalkig oder stridermäßig abergläubisch?

Offensiv hatte ich letztes Jahr beim p-Weg probiert. Ging mittelprächtig in die Hose. Also abergläubisch sein? Dann dürfte ich keinesfalls eine schnelle Zeit anvisieren, weil das bisher immer daneben ging. Auf die Tatsache bauen, dass ich bei jedem zweiten Start, egal wo und über welche Distanz, schneller war als beim ersten? Besser nicht, die 7:19 waren für mich schon viel zu gut, als dass ich da in diesem Jahr relevant drunterbleiben könnte, es sei denn es passt alles, wirklich alles perfekt zusammen. Vom Wetter über die Mitläufer bis hin zu meinem hochempfindlichen Chassis. Mein Inselsberg heißt übrigens Hunau und mein Großer Beerberg heißt Kahler Asten. Jeweils zweimal zu überqueren. Nur so zur allgemeinen Orientierung, wo's da im Sauerland langgeht.

Nee, ich werde es ganz anders angehen und nur versuchen, einen guten Rhythmus zu finden. Alles andere ergibt sich dann unterwegs. Warum mir aber die ganze Zeit ein anderes, sehr spezielles Zitat von Wolfgang Neuss durch den Kopf schwirrt, kann ich noch nicht einordnen. Hoffentlich hat das was Gutes zu bedeuten ;-):
„Als ich siebzehn war, hab ich mir in Russland vor lauter Angst mal den Finger abgeschossen. War Krieg, und der Russe lag nur’n paar Meter entfernt von mir. Und ich wusste: Ich bin so kurzsichtig, dass ich sowieso nicht treffe. Eine Verletzung war die letzte Chance, aus dem Kessel rauszukommen. Ich nahm also den Karabiner 98k, ließ mich in einen Wassergraben fallen, hielt auf den Zeigefinger der linken Hand und drückte ab. Die Angst trieb mich zum Fortschritt.“

Ähem, ja. Fortschritt. Morgen noch mal ein paar Kilometerchen die Beine ausschütteln, und dann geht's Freitag ab Richtung Sauerland. Und am Samstag um 6:30 Uhr stehe ich hoffentlich mit einigen anderen Verstrahlten am Start und freue mich auf das Rennen. Ja, ich freu' mich auf mein ganz persönliches Ultra-Revival. Danach geh' ich bei DM Gurken einkaufen, wenn's da welche gibt. Passt schon.

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dann lauf eben die 101km

dann brauchst du dich vor der DM auch nicht zur fürchten. Die findet nur auf der Kurzstrecke statt.:)
...and miles to go before I sleep...

Man muss sich ja nicht...

...für die DM anmelden, Du wolltest es so, also bitte nicht den Vergleich mit RC.
Also wird am Sa. ein jogmapper Deutscher Meister.
Streng Dich gefälligst an!

Das Bild im Kopf..

Vielen Dank - jetzt hab ich den ganzen Abend RC im Tütü und mit Schleife (oder wie heißen diese Bänder, die die immer schwingen) über's parkett "tänzelnd" vor Augen. Prima, das Bauchtraining kann ich mir sparen, morgen hab ich auch so Muskelkater - vom Kaputtlachen...
LG - Mone
P.S.: Ach ja, da war ja noch was - viel Erfolg!

der mix machts...

Schwach anfangen und dann aber stark nachlassen...

oder Andreas?

Ach egal, ich muss nicht tapern, und hab jetzt hunger uff nen Budderbrot...

Alles Gute, maximalen Erfolg, vollen Gripp unter den Sohlen sowie Hals&Beinbruch!

..und Sonntag nen fetten Bericht! - Bidde bidde..

"Ein Leben ohne Hunde ist denkbar, jedoch sinnlos"

Schleswig-Holstein im Herzen,
BORN im Kopf

Ganz einfach: Halte Dich...

...an Deti, der auch die 67 laufen wird.

Schätze, dass er sein Rennsteig-SM-Finisher-Shirt tragen und in seinen geliebten HOKAs starten wird. Sofern er mit Rucksack läuft, brauchst Du Dich nur am Bärchen zu orientieren - dann wird alles gut.

Herzlichst,
Holger

P.S. Den 67er läuft er nur (zum Warmlaufen), weil er am Sonntag in Duisburg startet.



26./27.05. TTdR-Support
30.06. Himmelgeist HM
12.08. Monschau Ultra

Lieber anders herum!

Mach' dir lieber ein Butterbrot, aber bloß keine Gedanken! Setze einfach einen Fuß vor den anderen und schalt dabei die Birne aus (wie hier schon mal jemand geschrieben hat)! Bis zum Ziel.

Übrigens noch vielen Dank für dein Mitfiebern (und das der anderen) während des Rennsteiglaufs! Hat mich riesig gefreut!

:-)

Hier kommt der ultimative Plan!

Hat am Rennsteig funktioniert, also geb ich ihn mal weiter: locker loslaufen, immer einen Fuß vor den anderen setzen, Rhythmus finden, irgendwo Federn lassen und dann lächelnd ins Ziel.

Und jetzt iss noch ein Butterbrot, sonst haste nix für die Fettverbrennung, Du BMI-Looser.

Zu suchen

gibt es dort nur eines: Das Ziel!
Und dies ziemlich flott. Also lass laufen!

cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient

Holgi

Deti hat HOKAs??? Welche???

dietzrun

Alle, hätte ich fast gesagt. Zwei Paar hat er - eins für die Straße und eins für schweres Gelände.

Ich hole mir morgen das Mittelding und werde berichten.

Herzlichst,
Holger


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