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Hallo Lauffreunde,

ich war - wie wahrscheinlich auch einige von euch - am vergangenen Samstag beim Ingolstadt Halbmarathon dabei.

Kurz bevor ich das Ziel erreicht habe, sehe ich am Straßenrand - bereits von Sanitätern und mehreren Zuschauern umringt - einen Läufer am Boden sitzen. Er wurde im Rücken gestützt und blickte irgendwie abwesend in die Runde.

Kaum im Ziel angekommen höre ich auch schon die Lautsprecher-Durchsage der Organisatoren, dass ein Läufer zusammengebrochen ist und die Angehörigen zum Zielbereich kommen sollen.

Habe mir zwar dann noch gedacht, dass hoffentlich alles gut geht, aber ein komisches Gefühl blieb doch. Der Mann wirkte auf mich sportlich durchtrainiert, aber sein Blick war besorgniserregend ...

Heute morgen lese ich dann folgende Mitteilung auf der Homepage des Veranstalters:

ODLO Halbmarathon Ingolstadt 2009

Liebe Teilnehmer, Zuschauer und Freunde des ODLO Halbmarathon Ingolstadt. Gestern haben wir nun unseren 9. ODLO Halbmarathon in Ingolstadt, leider mit einem sehr bitteren Ausgang erlebt.

Die Streckenführung, die eine kleine Änderung wegen der Bauarbeiten in der Innenstadt beinhaltete stellte für die Zuschauer, wie auch für die Läufer keine größeren Probleme dar. Sogar unsere Kleinen nahmen dies gelassen hin und waren wieder mit Feuereifer beim Kids Run angetreten. Voller Motivation und Spaß gingen anschließend die Fitnessläufer an den Start.

Am Start zum Halbmarathon konnten wir eine enorm hohe Spannung und Motivation der Läufer feststellen. Die Stimmung war bombastisch und die Zuschauer feuerten die Läufer bis zum Ziel an und unterstützen deren Vorhaben. Egal wo – an der Strecke, im Zielbereich, in der Saturnarena, bei Zuschauern, Teilnehmern, den Organisatoren und deren vielen Helfern, war eine fröhliche Atmosphäre und gute Laune zu spüren.

Doch plötzlich änderte sich aufgrund eines tragischen Unglücks alles. Ein Läufer erlitt kurz vor dem Zieleinlauf einen Zusammenbruch. Das Rettungsteam und ein Notarzt, die unmittelbar zur Stelle waren, konnten Ihm leider nicht mehr helfen und er verstarb.

Wir vom Organisationsteam sind über das tragische Unglück bestürzt und völlig fassungslos. Unsere Gedanken und unser aufrichtiges Mitgefühl, in diesen Tagen gehört den Angehörigen und Freunden des Verstorbenen.

Wir möchten uns auch nochmals bei allen Läufern, die unsere Entscheidung, die Siegerehrung abzusagen mit uns getragen haben, herzlich bedanken.

Im Namen des Organisationsteams
Roland Muck & Roland Knoll

War den Tränen nahe, als ich das gelesen habe und kann es auch jetzt kaum noch fassen. Auch meine Gedanken - und ich spreche dabei bestimmt für alle hier bei jogmap.de - sind bei der Familie des Verstorbenen.

dieLunge

2.6
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Wie furchtbar!

Mein Mitgefühl gilt ebenfalls der Familie des Läufers.

Schrecklich, macht mich einfach sprach- und fassungslos.

Ich habe gestern morgen davon...

erfahren - direkt in Ingolstadt habe ich nix mitbekommen...

Es ist wirklich erschreckend, wie schnell sowas gehen kann. Und ich werd für mich definitiv abwägen, ob und wann ich mir solch einen Lauf zutrau.

Während des Laufs konnte man sehen, dass es eine Vielzahl von Läufern neben Leuten vom Rettungsdienst gegeben hat, die bei dem Wetter Hilfe benötigt haben.

Kann man so etwas überhaupt ausschließen bzw. im Vorfeld abchecken?

Holger

Wirklich traurig! Weiß man

Wirklich traurig!

Weiß man woran der Mann gestorben ist? Einfach so durch Überbelastung passiert soetwas doch nicht.

Witterung

Hi Holger,

es war tatsächlich unangenhem schwülwarm an diesem Nachmittag. Ich selbst hatte mir vorgenommen mein Tempo den Temperaturen anzupassen und keinesfalls auf Bestzeit zu laufen.

Habe mir bei jeder Verpflegungsstation einen Schluck Wasser gegönnt und den Rest über Kopf und Nacken geschüttet. Habe selten so viele Läufer bei einem Halbmarathon deutlich vor Schluss gehen bzw. aufgeben sehen.

Habe mittlerweile auch in einer lokalen Ingolstädter Zeitung gelesen, dass eine eventuelle vorherige Belastung des verstorbenen Läufers durch einen nicht auskurierten Infekt die Folge des Zusammenbruchs gewesen sein könnte.

Der arme Kerl. Wie er da saß und gestützt wurde ... das Bild werde ich nie vergessen.

DieLunge

Leider ...

.. passieren solche Dinge immer wieder - nicht nur bei hohen Temperaturen und auch nicht unbedingt nur bei anspruchsvolleren längeren Läufen.
In Braunschweig haben wir das vorletztes Jahr bei einem Lauf abends bei kühlerem Wetter über gerade mal 6km auch miterleben müssen.
Ich wünsche allen hier gute Gesundheit - und diese Erlebnisse nicht machen zu müssen !
Auch in Hamburg beim Marathon brauchten erschreckend viele Läufer Hilfe - die Frage ist ob man sich selbst einschätzen kann in so einer Situation ..

Tragisch und gleichzeitig verunsichernd

Sehr tragisch - meine Gedanken sind bei den Angehörigen, die zum Anfeuern gekommen sind und in fassungsloser Trauer heimgefahren sind, so leer, so ohne Sinn...so voller Schmerz. :-(

Jedesmal wenn ich sowas lese verunsichert es mich auf's Neue. :-( Habe ich in der Vergangenheit jeden Infekt ernst (genug) genommen? Oder könnte es auch in mir eine latente Schädigung geben, die sich bei irgendeiner zukünftigen Belastung "rächt"?

Hat sich das für den Läufer irgendwie angekündigt, daß etwas nicht stimmt? Hat er Signale seines Körpers gehört und überhört (wer gibt schon kurz vor dem Zieleinlauf freiwillig auf...)? Leider kann er es uns nicht mehr erzählen...

@Laufzicke: ja, genau das ist die Frage...

..mich hat beim Lesen dieses Blogs neben dem Schrecken auch 'ne Portion schlechtes Gewissen ereilt (mit Infekt beim Hermannslauf mitgelaufen).
Andererseits (auch wenn es jetzt bestimmt keiner hören will): wir fahren Auto, manch einer sogar Motorrad. Auch dabei sterben täglich Menschen an den Folgen falscher Entscheidungen bzw. Fehleinschätzungen. Immer wieder. Menschen sterben an Unfällen, an Krankheiten - manch eine(r) viel zu früh. So ist das. Ob man will oder nicht.

Sorry Conny, jetzt nicht

Sorry Conny, jetzt nicht persönlich nehmen, aber einfach zu sagen, "So ist das. Ob man will oder nicht." finde ich falsch.
Man sollte sich Gedanken machen, wie man Fehleinschätzungen/Entscheidungen verhindern kann. Prävention eben.

vorsicht

so etwas ist sehr bitter und sollte nicht passieren. auch immer sag mir mit 36 immer wieder selbst, dass ich langsam tun muss, sobald ich mich nicht 100% fit fühle. trotzdem fühle ich mich immer ein wenig unsicher.. hoffe sehr, dass mir so etwas nicht zustößt.

So etwas

hat nicht unbedingt was mit mangelnder Fitness oder "Überlastung" zu tun. Dahinter kann auch ein nicht erkannter Herzfehler stecken. Hatte so etwas im Bekanntenkreis. Ist bitter aber nicht zu verhindern. Das macht die ganze Geschichte nicht weniger tragisch und enthebt keinen von uns von Verantwortung und vernünftigen Handeln, aber sollte auch niemanden vom Sporttreiben abhalten. Wichtig ist auf seinen Körper zu hören.,

Viele nachdenkliche Grüße

Ulli

carpe diem-Nutze den Tag

Wir sind BORN. Verstand ist zwecklos. Sie werden bekloppt.

ich nehms nicht persönlich...

..ich nehms mal sachlich (zumindest versuche ich es).
Zum Einen: Du reißt zwei Sätze aus dem Zusammenhang und unterstellst mir, dass ich es mir damit "einfach" mache. So war das aber eigentlich nicht gemeint. Sonst hätte ich auch nur diese zwei Sätze geschrieben. Es waren aber doch ein paar mehr. Die gehören bitte auch zu meiner Sicht der Dinge.
Natürlich ist das Bemühen um Vermeidung von Fehleinschätzungen (in diversen Lebenssituationen) wichtig und richtig - in diesem Punkt teile ich Deine Meinung. Ich denke jedoch, dass das nie vollständig gelingen kann, denn sonst gäbe es solche Ereignisse ja nicht.
Viele Grüße, WWConny

Der Verstorbene war öfters dabei

habe hier in der lokal presse gelesen, das der 32jährige öfters schon mitgelaufen ist. seine zeiten waren etwa immer bei 1:40std , ich denke das die in der presse genannte eventluelle vorerkrankung ein mit auslöser war.
mein mitgefühl gilt auch mit seinen angehörigen - besonders seinem Bruder, der auch mitgelaufen war und vorher schon leider zusammen brach, aber wieder am selben abend aus dem krankenhaus entlassen wurde.
ist schon ein ziemlich mieses gefühl, das bei meinem ersten HM sowas passiert....

neuester Stand

Auf der online Seite des Ingolstädter Donaukuriers findet ihr den aktuellsten Beitrag zu dem tragischen Vorfall:

http://www.donaukurier.de/nachrichten/aktuellesthema/Tragisches-Ende-eines-Sportfestes;art3112,2095315

DieLunge
80807 München

Erst 32 Jahre alt!!!

Du liebe Zeit, da wird einem ganz anders! So ein junger Läufer, womöglich sind noch kleine Kinder da!

Beim Stuttgart-Lauf hatte es ja auch schon Tote gegeben, bzw. egal ob in Stuttgart oder beim Hamburg-Marathon hatte ich auch immer wieder Läufer beobachtet, die vor lauter falschem Ehrgeiz (Stichwort: Bestzeit um jeden Preis!) ihre Gesundheit auf's Spiel gesetzt hatten, um schließlich horizontal ins Ziel geschoben zu werden!

In Stuttgart sind die Veranstalter mittlerweile so vorsichtig geworden, dass sie nicht nur alle 2,5 km Getränkestationen, sondern auch alle 500 m (!) Defibrilatoren aufgestellt haben! Das einzige, was dem Stuttgart-Lauf alle Jahre wieder anzukreiden wäre, ist der chronisch unpünktliche Start, so dass auch schnellere Läufer geradezu in die Mittagshitze hineinlaufen müssen!

Doch die Hauptverantwortung liegt beim Läufer selbst, d.h. das Auskurieren von Infekten u.ä. kann ihm kein Veranstalter abnehmen. So schwer es auch fällt, einen Wettkampf ausfallen zu lassen, sollte die eigene Gesundheit an allererster Stelle stehen. Kürzlich war ich zum Check-Up bei meinem Sport-Doc. Auch er fand es besser, statt nach Trainingsplan lieber nach dem aktuellen (Wohl-)Befinden zu trainieren (verschiedene Trainingsreize kann man ja trotzdem setzen), weil das Hineinhorchen in den eigenen Körper so wichtig ist, bzw. noch wichtiger ist es, auch auf die Signale zu reagieren und dementsprechend auch mal zu pausieren oder mal "nur" regenerativ zu laufen!

Anders mag's bei Herzfehlern (plötzlicher Herztod) aussehen. Ich fürchte, wenn's passieren soll, passiert's, d.h., wenn nicht bei einem Lauf, dann eben zu einem anderen "Anlass"! Auf diese Art und Weise hatte ich mit Anfang 20 einen guten Schulfreund verloren.

Doch in der Theorie kann man gut so superschlau daherreden! Entscheidend ist, dass man sich tatsächlich für den schweren Schritt entscheidet, im Zweifel für die Gesundheit mal lieber auf den Marathon zu verzichten. Deshalb an dieser Stelle auch meine Bewunderung und meinen Riesenrespekt an die Läufer (spontan fällt mir hier z.B. mumpitz13 ein), die zugunsten ihrer Gesundheit und auch im Interesse ihrer Familien sich dazu durchgerungen hatten, lieber doch nicht den Marathon zu laufen!

MC

laufend fit und gut drauf!

Das Gruppenduell Ruhr vs. Born
Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos!

Mir ging beim Durchlesen

ähnliches durch den Kopf, wie Conny, Laufzicke oder Ulli bzw. MC es schrieb. Es ist wirklich Tragisch!
Und man sollte schon auf seinen Körper hören, gerade um die Anzeichen zu hören - die man hören kann. Ich selbst habe aus dem Grund 2005 einen M nicht abgebrochen, aber deutlich Tempo gedrosselt. Der Körper hat sich gemeldet und ich hab den Anker geworfen (Warm, zu hohes Anfangstempo - zu starke Körpererhitzung, nach ausreichend Kühlung ging's langsamer weiter - ohne Probleme).
Das heißt aber nicht, dass man immer auch Anzeichen merken muß bzw. noch Hilfe möglich ist, wenn man sie den hört. Fußballer fallen auf dem Spielfeld mit Herzversagen um und es kann nicht mehr geholfen werden - Spaziergänger im Park, ...
Wirklich tragisch, jedes Mal - aber kein Grund nicht Sport zu treiben (hat ja so auch keiner geschrieben). Es hilft vielleicht manchmal zu versuchen Ergeiz und Vernunft kritisch gegeneinander abzuwägen - hoffentlich immer richtig.
Gruß Schalk

einfach nur traurig

mein Mitgefühl gilt der Familie und Freunden

Auch mich macht so etwas immer wieder betroffen

Ich kenne die Laufszene schon sehr viele Jahre, und es gab immer wieder Tote bei großen und ab und zu auch bei kleineren Laufveranstaltungen. Ob Hamburg, Berlin oder New York, im Laufe der Jahre gab es überall Lauftote. Und in der überwiegenden Zahl der Fälle war eine Vorschädigung und Unvernunft der Läufer die Ursache. Zusammen mit widrigen äußeren Umständen, wie z.B. Hitze oder hoher Luftfeuchtigkeit, ergibt sich einfach eine erhöhte Gefahr.

Nicht umsonst verlangten Marathonveranstalter bis Anfang der 80er Jahre noch ein ärztliches Attest als Voraussetzung für den Start. Mit wachsenden Teilnehmerzahlen erwies sich dies als unpraktikabel. Seitdem obliegt es uns selbst, uns vor großen Läufen ärztlich durchchecken zu lassen. Mal ehrlich, macht das auch jeder von Euch? Ich denke nicht. Obwohl einige Marathonveranstalter, wie z.B. in Düsseldorf einen ärztlichen Check vor dem Lauf fordern.

Ich möchte jetzt nicht mißverstanden werden. Auch mich macht der Fall betroffen, und mein Mitgefühl gilt den Angehörigen. Aber wir werden solche Fälle auch in Zukunft nicht verhindern können. Wir sollten uns aber zu jeder Zeit bewußt sein, dass der Laufsport auch Risiken birgt. Für mich ist es ein kalkulierbares Risiko, aber es bleibt immer ein Risiko.

Eine sehr nachdenklich gewordene
Renate

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