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Im Februar habe ich erst über das Walkerhassermanifest von Achim Achilles sinniert. Die vielen Kommentare haben eine Menge teils witziger und immer lesenswerter Erlebnisse mit Walkern ergänzt, die ein ganz anderes Bild zeichneten, als das Buch. Trotzdem gibt es in den Köpfen der meisten Läufer nur einen Weg. Vom Walker zum Walker oder vom Walker zum Läufer. Was aber ist mit dem Weg vom Läufer zum Walker? Diese Frage hat mich diese Woche wieder beschäftigt.

Nun, zur Rehabilitation dürfen temporär ein paar Nordic Walking Einheiten dabei sein. Auch ernsthafte Verletzungen können dazu führen, dass sich ein Läufer dauerhaft zum Walker „zurückentwickelt“. Das wird alles akzeptiert. Was ist aber, wenn ein Läufer einfach keine Lust mehr auf Laufen hat?

Die Woche habe ich mich mit einem ehemaligen Kollegen getroffen, den ich lange nicht mehr gesehen hatte. Er ist den typischen Weg gegangen. Er wollte ein bisschen Gewicht verlieren, fing irgendwann mit Nordic Walken an. Dann hat er das Laufen entdeckt und ist seinen ersten Halbmarathon in einer ziemlich guten Debützeit gelaufen.

Jetzt saßen wir so beisammen und ich habe ihm von meiner ätzend langen Laufpause erzählt. Wie ich jetzt langsam wieder bei einer halben Stunde Laufen am Stück angelangt bin. Aber auch, was ich von den langen Fahrradtouren und den ausgedehnten langsamen Nordic Walking Einheiten im letzten Jahr profitiert habe. Ich konnte nämlich nie in geringem Pulsbereich lange Laufen. Ich habe immer mit den ersten Laufschritten schon viel zu hoch gepulst. Jetzt kann ich auf einmal auch mit niedrigem Puls das gleiche Tempo wie früher laufen und sehe schon ganz optimistisch neues Potenzial für mich.

Mein Kollege hat ganz interessiert zugehört. Und dann: „Ich laufe kaum noch. Für mich ist das nur noch Quälerei.“ Ich war ganz erstaunt. Er konnte keinen richtigen Grund dafür nennen. Er hatte einfach keine Lust mehr. Aber die Ausdauereinheiten haben ihm doch gefehlt. Also kam er auf die Idee, sich wieder auf eine schöne 20km Nordic Walking Tour aufzumachen. Das würde ihm mal wieder richtig Spaß machen.

Ist der Weg vom Läufer zum Nordic Walker also ein Weg zurück? Oder ein Abzweig in eine parallele Schiene? Für wettkampforientierte Läufer ist die Antwort natürlich eindeutig. Das ist ein Weg zurück. Ich finde aber, dass beide Sportarten ihre Vorzüge haben. Besonders, wenn man nicht zu den ambitionierten Langstreckenläufern gehört, kann man lange Nordic Strecken und kurze bis mittlere Läufe sehr gut verbinden. Und wenn das Laufen keinen Spaß mehr macht, sollte man einfach mal fremdgehen und anderes für sich entdecken. Ob das dann für immer ist, muss man ja nicht entscheiden. Das ergibt sich von selbst.

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hallo

Ich finde, ein jeder sollte mit dem was er macht glücklich sein.

Wenn jemand gerne walkt , bzw. wenn "die Rennerei eine Quälerei" für denjenigen ist und er will es langsamer angehen, dann ist Walken eine gute Alternative.
wobei noch zu sagen ist das walken an sich ja auch ein ausdauernder , kräftezehrender und anstrengender Sport ist.

kurzum: aus meiner Sicht "Kein weg zurück", eher "eine parallele Schiene".....

Schönes "Restwochenende" !

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