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Mal eben `ne Runde drehen, einfach so... da bietet sich eine Seeumrundung geradezu an. Warum also nicht der Laacher See in der nahen Vulkaneifel? Ca. 8 Km rundrum, schön flach und zum allergrößten Teil unter einem lichten Blätterdach. Von Bonn aus bin ich in gut einer Stunde da und bekomme schon bei der Einfahrt in den Krater, egal ob von Wassenach aus dem Brohltal oder von der Autobahn kommend an der Südseite, einen guten Eindruck von dem, was mich an diesem Maitag erwartet.

Der bis zu 58m tiefe See liegt silbrig glänzend zwischen dem Auswurfwall im Sonnenlicht, abseits am Rand sehe ich das bekannte Kloster Maria Laach, auch einen Besuch wert, wenn auch nicht an Sonn- und Feiertagen. Auf dem Klosterparkplatz stelle ich meinen Wagen für 1,50 Euro/Tag ab. Hier gibt es einen kleinen Hofladen mit leckerem Bio- Futter, einen Kaffeestand für „danach“ und Toiletten.

Der Rundweg beginnt direkt am Parkplatz und führt zunächst ein kleines Stück an der Straße entlang, nach 100 Metern biegt die Strecke auf den Wanderweg in die parkähnliche Landschaft des Südufers ein. Durch saftige Wiesen und Obstplantagen laufe ich in einem weiten Bogen auf das Seeufer zu und verschwinde alsbald im Buchenwald.

Bald komme ich an eine besondere Stelle, die der nicht Eingeweihte schwierig findet. An einer kleinen Landzunge, die nebenbei den Schnittpunkt der eigentlich zwei Krater des vor 13.000 Jahren durch eine gewaltige Explosion entstandenen Sees darstellt, tritt im Wasser natürliche Kohlensäure aus, was durch heftiges Blubbern an den sog.“Mofetten“ sichtbar wird,ein Beleg für die andauernde Aktivität des Laacher See- Vulkanes und der nahen Umgebung. Ich klettere die paar Meter nah ans Ufer heran und bestaune das Naturspektakel. An einer weiteren Stelle etwas weiter um den See herum gibt es eine Wiederholung der Blubberei. Baden sollte ich hier keinesfalls, der hohe Gehalt an CO2 direkt über der Wasseroberfläche würde mir die Atemluft rauben.

Wieder auf der Laufstrecke, die sich bequem im 5.50er Schritt bewältigen lässt, bestaune ich die vielen kleinen geologischen Aufschlüsse, die hier z.T. durch private Steinbrüche aus vergangener Zeit entstanden sind. Eine kleine zertrümmerte Basaltbombe offenbart mir ihr Innerstes- schön kann ich die Lavalagen sehen. Zahlreiche Läufer und Wanderer begegnen mir trotz der Tageszeit mitten in der Woche. Der Weg splittet sich in einen breiten Wanderweg und einen knubbeligen Uferpfad, den ich natürlich wähle und lasse meine Trailschuhe über das Wurzelwerk und durch sumpfige Matschpassagen hüpfen, immer wieder von kurzen Pausen zum „Seegucken“ unterbrochen.


Das Gelände hebt sich nun ein wenig und ich laufe um den Campingplatz herum, das einzig nicht so romantische Teilstück der Umrundung. Beinahe ¾ der Strecke ist nun schon geschafft, der Weg schwenkt ein wenig hinter den Uferbewuchs mit gewaltigen Eschen und anderen Wassergehölzen. Ab und an quert die Strecke über hölzerne Brücken die sumpfige Uferzone, in der sich allerhand Getier tummelt, gerade streicht über mir ein gewaltiger Raubvogel ab in Richtung See.

Kurz vor dem Ziel kommt das Kloster ins Sichtfeld, gleich werde ich der dort ansässigen Gärtnerei noch einen Besuch abstatten, da biegt die Piste noch einmal scharf auf den See zu. Hier gibt es einen Bootsverleih und wunderbare Ruhebänke, die ich aber nicht nutze. Ich schaue noch ein Weilchen und trolle mich dann zum Parkplatz und beende dort einen sehr entspannten Lauf, bei dem ich wieder einmal die Seele baumeln lassen konnte. Knapp eine Stunde habe ich benötigt, gerade richtig und genug bei dem heutigen schwül-warmen Wetter.

Vielleicht laufe ich hier noch einmal mit Freunden zusammen- die Voraussetzungen an dieser „Location“ sind jedenfalls ideal. Wie auch nimmer: die Vulkaneifel ist immer einen Ausflug wert.

Komm doch mit!
Chris

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

Danke

für´s virtuelle und visuelle Mitnehmen. Man spürt beim Lesen, das dir der Lauf Spaß gemacht hat. Aber das du den Baum vor lauter Übermut umschmeissen musstet, ich weiß nicht, ob das nötig war.



manchen bei youtube

Schöne Strecke!

Danke für das Mitnehmen ans andere Ende von Rheinland-Pfalz.

cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient

Ja,

die Strecke kenne ich gut aus meinen Anfängertagen, und jetzt im Mai ist sie natürlich besonders schön.

Wenn dieses lästige Arbeiten nicht immer stören würde, würde ich Dich sofort begleiten, Du Baumschubser ;o)

LG,
Anja

Strecke kenne ich nicht

möchte sie jetzt aber kennelernen, sofort!!! ;-))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Ich achte echt beim Laufen

Ich achte echt beim Laufen viel zu wenig auf Schönes unterwegs, danke fürs darauf-Hinweisen! Welch wunderbarer Foto-Blog, einfach schön und zum Genießen,

LG Britta

Ja, gerne, leier doch mal

Ja, gerne, leier doch mal ein Treffen an, ist aus dem WW doch sicher auch nicht sooo weit weg. Ich will auch mal einen Baum umschubsen...:)

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Du hast die Strecke sehr

Du hast die Strecke sehr schön beschrieben, so kenne ich sie und bin sie viele Male gelaufen.

Noch ein Tipp: im Laacher Wald rund um den See gibt es noch viele andere Wege, die den See etwas oberhalb umrunden - falls man mal mehr Kilometer machen möchte (und als Ausweichmöglichkeit bei schönem Wetter an Wochenenden, denn dann ist der unterste Weg oft überfüllt).

Die Routen kann man im Internet (http://www.nordic-fitness-park.com/ --> Parcours --> Maria Laach) oder an einer großen Tafel am Klosterparkplatz anschauen.

Und ein Mal im Jahr gibt es einen Volkslauf rund um den Laacher See (veranstaltet von der gleichnamigen Laufgemeinschaft).

LG
Otti

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