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Oktober2011 : Schon nach dem ersten Lauf auf der wunderschönen Strecke durch den Teuto vor zwei Jahren wusste ich, wir machen das nochmal und holen nach was beim ersten Mal nicht so schön war. Während es lauftechnisch bei mir 2010 gut lief und auch vorher gemeinsam gehibbelt, kam doch das drumherum nachher erheblich zu kurz. G stürzte und kam nicht ins Ziel und der Rest der Truppe hatte es sehr eilig. Aus den gemeinsamen Läufen in der alten Heimat wurde dann in den letzten 1 1/2-2 Jahren jobbedingt nicht viel, dann aber im Oktober bei einem Treffen an der Alma Mater dann Nägel mit Köpfen gemacht. 2012 laufen wir wieder gemeinsam den Hermann! Ich freue mich auf den Lauf.....

Januar 2012: Statt wie bisher immer üblich an Nikolaus öffnet diesmal die Anmeldung an Dreikönig. Anmeldung ist schnell erledigt und binnen 3 Tage ist auch das Limit erreicht. Einfluggenehmigung in der alten Heimat eingeholt, Dienst und Großprojekte möglicht so terminiert, dass da nichts in die Quere kommt, Verabredungen getroffen und Grobplanung fürs Lauffrühjahr 2012 -Hermannlauf als letzter Belastungstest vor dem Marathon in Würzburg- abgeschlossen.

Februar/März 2012: Das Training läuft so vor sich hin. Geplant war in einen 12 Wochenmarathonplan ein paar "hermannspezifische" Einheiten (bergauf, bergab und Treppen) zu integrieren. Das klappt zu Anfang einigermaßen, dann kommen mir aber mal Dienste, Rufbereitschaften, Großprojekt etc in die Quere, so dass ich mich komplett von einem strukturierten Marathonplan mit 1-2x in der Woche Berg etc verabschiede.

Anfang April 2012: Meine Km laufe ich irgendwie, es geht auch ab und an mal auf die Bahn, aber zu den beim letzten Mal bin ich doch deutlich mehr den Burgberg hoch und runtergerannt. Meinen Plan benutze ich schon lange als Schmierpapier. Großprojekt sollte inzwischen eigendlich längst abgeschlossen sein. Ich bin noch lange nicht im Wettkampfplanungsmodus, alles ist weit weg....
Mitte April: Der letzte Teil des Großprojekts kann endlich endgültig ?!?? terminiert werden. Im Wettkampfplanungsmodus bin ich immer noch nicht, werde da am letzten Aprilwochenende eben mal auf dem Hermannsweg laufen....

letzte Aprilwoche-Montag vor dem Herman: Großprojekt läuft an, es läuft natürlich nicht so wie geplant. Schleiche mich abends seit gut 3 Wochen das erste Mal wieder auf den Burgberg. Laufmodus, Wettkampfvorfreude ist immer noch nicht da.....

letzte Aprilwoche-Dienstag vor dem Hermann: erste Hürde genommen, leider zu früh gefreut..... Gehe zwischen durch gegen 18:00 noch einmal auf die Bahn, und lege dann noch eine Nachtschicht ein. Morgen früh sollte möglichst alles wieder laufen, ich muss schließlich morgen nach Brüssel. Sehr, sehr spät geht es dann in die Falle und morgen ganz früh wieder raus. Laufen und Wettkampf ist ganz weit weg.....

letzte Aprilwoche-Mittwoch: Es passte natürlich nicht alles, neue Hürden müssen genommen werde. Schaffe es gerade bis Mittag soweit fertig zu sein um mich in Richtung Flughafen aufzumachen. Abends Ankunft in Brüssel, Fahrt zum Hotel, der Taxifahrer findet die Adresse nur mit Mühen und meint beim Anblick der Unterkunft nur "hier habe ich noch jemanden hingefahren". Dem begleitenden Kaufmann entgleisen sämtliche Gesichtszüge..... Wir warten ca 20min vergeblich auf das bestellteTaxi in die Innenstadt. Der Kaufmann belabert einen Taxifahrer, der einen Gast abliefert und eigendlich Feierabend machen möchte, uns noch zu einer U-Bahnstation zu fahren von wo wir dann in die Stadt kommen. Während der Fahrt die Auflösung, es ist eine große Messe. Ich falle recht spät todmüde in Bett. Bin immer noch nicht im Laufmodus.......

letzte Aprilwoche-Donnerstag: Termin läuft gut, wir sind sehr früh am Flughafen. Einchecken - nun bei den 4 Jungs läuft alles gut. Nur ich, ich bekomme zwar für Brüssel-Zürich einen Sitzplatz, für den Anschluss heisst es aber "StandBy". Stopp in Zürich, Belagerung des Gates. Leider scheinen die nicht nur mich auf "StandBy" zu haben. Dann aber die Erlösung, es kommen doch alle mit. Nach dem langen Tag reicht die Zeit und die Energie -ich hab kaum was gegessen- nur noch zum kurzen Beine ausschütteln. Und packen sollte ich eigendlich auch noch. Suche zumindest das Laufgeraffel zusammen und falle ins Bett. Laufmodus, Wettkampfvorfreude oder gar hibbeln-Fehlanzeige.....

letzte Aprilwoche-Freitag: Ganz früh in die Klinik. Habe noch so einiges zu erledigen. Möchte gerne mittags die Zelte abbrechen. Schaffe dann wenigsten die wichtigsten Sachen und verlasse dann mit gegen 15:00 Verspätung das "kranke Haus". Zuhause dann erstmal was essen, dazu bin ich mal wieder den ganzen Tag nicht gekommen. Die restlichen Klamotten packen und auf die A3 Richtung Höchberg. In Höchberg dann meerunner mit seinen Sachen eingeladen und um 19:00 sind wir dann glücklich auf dem Weg nach Norden. Nach einem Essen und Tankstop auf halber Strecke treffen wir gegen 23:00 endlich in OWL ein. War das immer schon so ein Ritt? Bin ich das früher wirklich jedes 2. Wochenende gefahren?Schwesterchen und Schwager warten schon und es geht dann nur noch in die Falle. Wettkampfvorhibbeln ist immer noch nicht da......

Hermannwochenende-Samstag: Ausschlafen, soweit es geht, Frühstück. Dann geht es Richtung Bielefeld wo ich jaren, Laufastra -die ich aufgesammelt habe- und meerunner zu ihrem Vormittagsevent anliefere. Und für mich heisst es es geht zurück in mein altes Leben, notwendiger Besuch bei der angeheirateten Verwandschaft nach Herford. Habe es dann aber bald geschafft und am frühen Nachmittag treffe ich dann auf die etwas vergrößerte Truppe und es geht gemeinsam zum Waldhaf zum Unterlagen abholen. Dort läuft mir dann auch G in die Arme und wir verabreden uns für morgen. Später geht es dann noch etwas durch die City und dann zum JM ins 3Eck. Da der Tag und die Woche sehr lang war verabschieden wir uns früh und es geht zurück nach Leopoldshöhe. So langsam realisiere ich, dass ich morgen laufe, was ich machen werde gemütlich oder Belastungstest für Würzburg weiss ich aber immer noch nicht. Schauen wir mal.....

Hermannwochenende-der Tag: 7:00 der Wecker klingelt -gottseidank startet dieser Lauf mal zu einer für mich freundlichen Zeit- nach etwas Frühstück geht es nach Bielefeld. da wir einen schönen Parkplatz direkt an der Altstädter Kirche gefunden haben, sind es nur knapp 10min zum Waldhof wo die Busse fahren. Treffen mit der einem Teil der JM-Truppe, nachdem die letzten wieder aufgetaucht sind sind die ersten schon wieder verschwunden. Was solls es geht los zur Busschlange. G habe ich leider nicht gesehen, schade wäre gerne mit ihm hochgefahren. Was und wie ich laufe weiss ich immer noch nicht.....

Nach einer erstaunlich kurzen Fahrt kommen wir oben auf der Grotenburg an. Hier ist es jetzt noch recht frisch, mal schauen ob ich mit oder ohne Jacke laufe. Scheint ideales Laufwetter zu geben, trocken und nicht zu sonnig. Hier oben treffe ich dann doch noch G. Die Zeit vergeht mit dem üblichen Vorgeplänkel und bald ist es Zeit in den Startblock zu gehen. da fast alle anderen aus C starten und ich G dann doch wieder verloren haben, plaziere ich mich mal im B Block. Was ich laufen will, weiss ich immer noch nicht. Nur gegen meine Jacke habe ich mich entschieden, es ist zwar derzeit noch recht frisch aber durch die vielen Menschen im Startblock geht es dann doch ohne frieren ab. Wie ich den Lauf angehen weiss ich immer noch nicht....

Herrmannwochenende - Der Lauf oder ich lauf dann mal: Als zweiter Block geht es für uns um 11:05 auf die Strecke bis ich über die Startlinie laufen kann vergehen aber noch mal 3min. Es geht jetzt erstmal ein Stück hoch Richtung Hermannsdenkmal und dann bergab Richtung Externsteine. Anders als vor zwei Jahren kann ich recht gut mein Tempo laufen, ich muss nicht bremsen, mache aber wohlweisslich auch keinen Druck. Es geht zwar oft im Slalom voran, aber es geht voran. Ich laufe dann einfach mal und die Zeit werden wir sehen. Nach gut 5km im ersten flachen Stück laufe ich dann auf Fairy auf, holla entweder bin ich zu schnell oder Sie ist sehr langsam egal, jetzt geht es gleich hoch auf den Ehberg. Inzwischen bin ich im Laufmodus es macht Spaß und ich geniesse den Lauf. Trotz der Befürchtungen am Vortag haben wir ideales Laufwetter. An manchen Stellen ist es etwas schwül und die Luft steht im Großen und Ganzen passen aber die Temperaturen. Auf dem Weg hoch zum Großen Ehberg bin ich aber froh mich gegen die Jacke entschieden zu haben. Anders als beim letztenb Mal mache ich bergauf nich unnötig Druck, ich laufe solange es bequem geht und gehe den Rest. Nun geht es das zweite Mal wieder schön steil bergab, ich laufe wieder recht vorsichtig und erreiche bald die Panzerstraße mit ihren vielen, vielen Zuschauern. Ich liebe diesen Lauf, ich bekomme eine Gänsehaut und geniesse den Weg durch die Menge. Auf Sennesand geht es weiter wieder in den Wald und wieder hoch. Der Sand ist zwar nasser als beim letzten Mal aber trotzdem nicht einfach zu Laufen. Auf dem Bergabstück in Richtung Stapelagerschlucht kurz vor km 11 überholt mich G, und ruft mir zu er hätte sehr weit hinten im Block gestanden, ich solle mir mal keine Gedanken machen. Es läuft sehr gut bisher, die ersten 10 unter 1 Std den Rest werden wir sehen. An der nächsten Verpflegeung wieder etwas Wasser und etwas vom genommen Eigengebräu. Nun ist auch schon fast der Anstieg zum Tönsberg erreicht. Auch hier lasse ich mich nicht aus der Ruhe bringen, bloß nicht zuviel Druck und gehe die steilsten Stücke. Oben angelangt kann man bei guter Sicht über das gesamte Lipperland bis zu Porta Westfalica im Weserbergland schauen. Es ist heute aber zu diesig dazu. So steil wie es hochging geht es jetzt auch wieder bergab Richtung Oerlinghausen. Auf dem Kopfsteinpflaster bergab bekomme ich erste Probleme, Seitenstiche wie immer wenn ich zu schnell bergab laufe. Nur kann man hier nicht langsam. Ich versuche zu gehen und dabei nicht Hinderniss zu spielen. Langsam wird es wieder besser und ich falle wieder in den Laufschritt. In Oerlinghausen stehen wieder viele Zuschauer und ich laufe wieder. Es macht wieder Spaß. Hier überholt mich Laufastra, H8 sehe ich dann auch weiter vorn. So ganz weg sind meine Probleme jedoch leider nicht, bergauf und flach geht es, bergab kommt der Sch.. aber wieder. Das Spielchen mit bergauf Druck machen und bergab rausnehmen soll mich dann noch bis in Ziel begleiten. Weiter geht es bis zum Schopketal und den zweiten Zehner laufe ich dann ca 7 min langsamer als den ersten. Durch Schopketal geht es weiter Richtung Autobahn. Nach ca 2:20Std und knapp 23km erreiche ich die Treppen. Stau es geht nur langsam hoch, den ersten Teil ganz langsam, dann auf den Naturtreppen entzerrt sich das ganze wieder. Es sind noch ca 8km bis ins Ziel, ich fange an zu rechnen, selbst wenn es noch größere Problem gibt sollte ich 3:30 schaffen. Diese letzte Stück emfinde ich fast schwieriger als die heftigten Anstiege vorher. Das Spielchen geht weiter, bergauf Druck machen und überholen bergab wieder rausnehmen und zurückfallen. Der nächste ersehnte Punkt ist jetzt der eiserne Anton, inzwischen frage ich mich ob die ganzen An. und Abstiege hier vor zwei Jahren auch schon waren. Bergauf geht es mir gut und bergab hab ich mich mich auch wieder gefangen provoziere jetzt aber nicht mehr. Am eiseren Anton gibt es diesmal auch Cola, dies und mein Eigengemisch geben dann genug Energie für die letzten 5-6km. Vorerst geht es mal wieder bergab bis dann die nächsten Treppen kommen, es gilt jetzt den vorletzten (?) Anstieg zu nehmen. Endlich ist die Bodelschwingstraße erreicht, falls mich nicht alles trügt nur noch ein Berg und den schaffe ich auch noch. Jetzt ist es nur noch etwas wellig und auf den letzten 2km bergab traue ich mich es auch wieder rollen zu lassen. Die Zuschauer stehen wieder dichter und endlich ist die Promenade erreicht. Ich geniesse die Atmosphäre und reiche in 3:12:05 das Ziel. Ich bin mehr als zufrieden.
Hermannswochenende-Nach dem Lauf: Nachdem ich mich aus dem Zielgewühl befreit habe, treffe ich natürlich zwischen Bier- und Wurstbude auf Laufastra, H8 und Marathon-Jan. Mir ist noch nicht so nach fester Nahrung und ich besorge mir erstmal meine Wechselklamotten. Dort treffe ich dann auch G und meine Freundin K an, G schimpft zwar über die verlorene Zeit in Anfangsgewühl ist aber froh nach dem Sturz beim letzten Mal wieder mit akzeptabler Zeit ins Ziel gekommen zu sein. Ich warte dann noch auf meerunner, der nich gerade einen schönen Lauf hatte und nachdem der üblichen Verabschiedungszeremomie geht es dann zurück nach Leo. Die Nachlaufwurst wandeln wir dann in eine Nachlaufpizza. Und beim Frühstückstreffen mit G und K am nächsten Morgen können wir die Ereignisse noch einmal Revue passieren lassen.

Hermann, ich komme wieder und das nächste Mal vielleicht so wie Du es verdienst und nicht als Vorbereitungslauf für etwas Anderes.

5
Gesamtwertung: 5 (1 Bewertung)

zum Quatschen...

....hatten wir keine wirkliche Gelegenheit, aber ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass sich unsere Wege irgendwo wiedermal kreuzen.
Bis dahin!

ja, der hermann...

...ist schon einfach ein klasse lauf und bei dir hat´s ja echt gefluppt, trotz der minimalistischen vorbereitung der letzten woche! dann macht's auch spaß. nur die unterhaltung, da hast du recht, die kam (wieder) zu kurz. aber: kommt zeit, kommt quatschen...
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laufend findet ulli's zeit sehr schick und will die auch mal: happy

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