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Bereits freitags traten wir, strider, Nr. 2 und ich, die Reise nach Hamburg an. In der Nacht bezogen wir dann bei Landlauf unser Wochenendquartier. Da in Hamburg immer Parkplatznot herrscht hatte sie uns sogar bis um 0.30 Uhr nachts extra eine kleine Lücke freigehalten. Bzw. war die so klein dass sie keiner wollte. Nach einigen Vor- und Zurückzügen saß das Auto perfekt in der Lücke. Nur das Ausladen erwies sich etwas schwieriger da zum Hinter- und Vordermann je noch ca. 40cm frei waren. Egal Hauptsache einen Parkplatz direkt vor der Tür ;-)
Freundlich von Landlauf in Empfang genommen ging es direkt in die Kisten. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es gegen Mittag zur Sigtseeing Tour in die Innenstadt und zur Marathonmesse die fehlenden Unterlagen für Nr. 2 abholen.
Während Nr. 2 mit den Staffelpartnern Kontakt pflegte zog es strider zum kostenlosen Tapen Richtung Messestände. Nach ca. 10 min wurde ich dann auch fündig und hatte schon eine Vorahnung da so wenig los war.
Das kostenlose Tapen erwies sich dann auch als Lockangebot. Beim Kauf einer Rolle zu 30 Euro konnte man sich dann mit dem gekauften Band den Körper pflastern lassen.
Das kann *Frau* auch selbst, da Tape Bänder hatte sie ja. Und die 30 Euro können für sinnvollere Dinge genutzt werden. Nr. 2 machte direkt davon Gebrauch und ergatterte 2 Laufshirts ;-)
Nach einer Currywurst am Nachmittag ging es dann zum Jogmaptreffen. Leider war es bedingt durch die Größe des Raumes recht laut. Nr. 2 war glücklich, sie konnte Fußball über eine große Leinwand betrachten. Nach dem nicht so tollen Essen zog es uns dann auch wieder rasch zur Pension Landlauf.
Dann kam der Marathontag. Das Wetter war perfekt, in der Nacht hatte es geregnet. Die Luft war klar, die Temperatur mit ca. 12-15 Grad optimal. Und der Wind war kaum spürbar. Nach einen kurzen Vortreff mit den Jogmappern ging es zur Kleiderbeutelabgabe und frühzeitig noch mal aufs Dixi. Alles lief perfekt. Nr. 2 verabschiedet, die machte sich mit den Staffelpartnern auf die Reise. Zusammen mit strider ging es dann zur Startaufstellung. Noch 10 Minuten bis zum Start, ich war ruhig, strider war getapert. Alles war perfekt vorbereitet. Jetzt hieß es Abschied nehmen für max. 3h45min. Kurzes drücken und ab in den Startblock.
Pünktlich ging es dann um 9 Uhr über die Reeperbahn los. Die Kilometer liefen nur so weg. Der virtuelle Laufpartner war auf 4:44 min/km gestellt, was einer Zeit sub 3:20h entsprach. Das Tempo fühlte sich so locker an und ich konnte von Anfang an total frei Laufen. Blieb nirgends in der Masse stecken und die Pace pendelte sich wie Schalk es vorhersagte nochmals niedriger ein.
Schnell waren die ersten 10 km in 46:19 min bewältigt, Pace 4:38 min/km. Wenn das so weiter läuft klappt es mit der PB heute. Die 3:37 h fallen locker heute. Ab Kilometer 11 spürte ich erste Anzeichen die auf einen Toilettenstop hindeuteten. Das Problem hatte ich in einem Wettkampf noch nie. Ich hatte sonst immer nur Probleme ab Kilometer 37 die Krämpfe in den Griff zu bekommen, dafür hatte ich aber etwas Salz dabei. Langsam aber deutlich machte nun der Magen auf sich Aufmerksam.
Das ignorierte ich aber und versuchte es so lange wie möglich hinaus zu zögern. Zwischen Kilometer 11 und 15 hieß es dann die Backen zusammen petzten und weiter. Auf eine kurze Pause hatte ich mich mittlerweile schon eingestellt. Diese kurze Auszeit laufe ich wieder heraus!
Nach Kilometer 15 war die Aussicht auf den See so schön, nur war nirgends die Möglichkeit nach einer Buschpause. Also musste ein Dixi her. Ups jetzt drückt es aber mächtig, wenn das mal nicht in die Hose geht. Die Schritte wurden immer krampfhafter. Da die reichlich im Flyer angegeben Toiletten nicht zu sehen waren. Alle Kilometer stand gerade mal ein Dixi an der Strecke. Meistens waren sie dann auch noch von den Zuschauern belegt. Endlich eins in greifbarer Nähe. Denkste, der Vordermann war schneller. Mist! Stehen und warten oder weiter Laufen. Also ging es weiter. Mit allergrößter Not gerade noch bei Kilometer 20 eins erreicht. So jetzt streikt der Körper endlich. Knapp 4 min musste ich in der stinkigen Bude verharren. Bauchkrämpfe und Durchfall alles das Läuferherz jetzt braucht. Dieser Kilometer ging dann auch mit 7:39 min zu Buche. Das war der längste den ich bislang hatte.
Endlich raus und ab auf die Strecke, wütend vorbei an den Menschenmassen. Aber die Pace traf ich nicht mehr wie davor.
Der Halbmarathon ging dann noch in 1:42:21 weg, Pace 4:52 min/km dank der Dixipause.
Die nächsten Kilometer waren von höllischen Magenkrämpfen gezeichnet. Das war nicht die letzte Pause auf der Rundreise durch Hamburg. Bei Kilometer 26 war plötzlich eine lächelnde Frau neben mir gelaufen. Ich bemerkte sie gar nicht. War so mit meinem Körper beschäftigt und nahm um mich herum nichts mehr Wahr.
Es war strider. Ich sagte zu ihr was machst du schon hier? Bin ich so eingebrochen dass du mich überholst? Nein, sie hatte es auch erwischt. Kurz vor Kilometer 14 stieg sie aus. Bänderschmerzen. Und bevor noch der Rennsteiglauf in Gefahr ist traf sie eine kluge Entscheidung und stieg aus um mich anzufeuern. Was sie aber nicht Wissen konnte dass es bei mir auch nicht mehr rund lief. Nach einem gemeinsamen Kilometer kam die Frage, soll ich weiter laufen oder abbrechen? Wäre vielleicht immer noch eine neue PB geworden aber noch 15km in diesem Zustand zu Laufen / Gehen hielt ich dann doch nicht für sinnvoll. Abbruch bei Kilometer 27 in 2:11:02, Pace 4:51 min/km.
Kilometersplits 4:39, 4:49, 4:36, 4:38, 4:32, 4:45, 4:34, 4:36, 4:40, 4:18, 4:39, 4:37, 4:47, 5:41 (Tunnel hat 250m unterschlagen), 3:39, 4:30, 4:47, 7:39, 4:54, 4:52, 4:53, 5:06, 5:02, 5:06, 5:00
Gemeinsam ging es dann mit der Hochbahn zum Wechselpunkt wo Nr. 2 ihren Einsatz hatte. Nach einer Stunde warten war sie immer noch nicht in Sicht. Der Magen schmerzte und es wurde uns so langsam kalt. Also wanderten wir Richtung Ziel und ab zum Duschen.
Mit frischen Klamotten wurde dann die Staffel mit Nr. 2 in Empfang genommen. Wenigstens ein Familienmitglied hatte das Ziel erfolgreich überquert :-)
Den Mittag beendeten wir dann mit nördlicher Gastfreundlichkeit und einigen Jopmappern bei Kaffee und Kuchen. Für mich gab es nur Kaffe. Zum Ausklang des Tages ging es dann abends nochmals durch das Gewerbeviertel von Hamburg.
Nach einer weiteren Nacht bei Landlauf hieß es Abschied nehmen und sich auf die Heimfahrt zu begeben. Immerhin waren es noch über 700 km mit dem Auto die vor uns lagen.
Danke für die Gastfreundlichkeit im sonst eher kühlen Norden bei Landlauf. Wenn du auch mal einen flachen Marathon Laufen willst kannst du mich gerne in Saarbrücken beim Gourmetmarathon begleiten. Ich Laufe auch garantiert nicht schneller als 3:45 h. Sonst bekomme ich Ärger da ich als Pacemaker eingesetzt bin ;-)
Und flach ist er wirklich obwohl er im Saarland stattfindet!
Gratulation an alle die ihr Ziel erreicht haben. Und Hochachtung an diejenigen die im rechten Moment ausgestiegen sind. Die Brechstange ist nicht immer das beste Mittel. Für mich war es eine schöne Zeit in Hamburg bei netten Menschen. Ein Erlebnis das man so schnell nicht vergisst.
Hamburg – ich komme gerne wieder. Aber vorher geht es im Herbst nach München und da fällt die ........

4
Gesamtwertung: 4 (2 Wertungen)

Das muss

an Hamburg liegen!! Da hatte ich die gleichen Probleme, evt verträgt unser eins das Klima da oben nicht?! Vllt solltest du dir das nächste mal eine eigenes Dixi mit nehmen??

GT

laufend laufen
Meine Fanpage

Ich nehme

Du hast alles genau richtig gemacht!!!

Es wäre albern, einen Mara unter diesen Umständen unbedingt zu Ende bringen zu wollen. Du sahst wirklich ziemlich krank aus, schon vor dem Start! Außerdem warten ja schon die nächsten Rennen auf Dich, da kann man kein Risiko eingehen. Und selbst wenn Du gewollt hättest, die Quittung wäre wahrscheinlich 3 Stunden Dauersitzen im Dixi;-) und danach Einsammeln durch den Besenwagen...
MÜNCHEN, jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!! Ich freu mich drauf!!!!!!!!!!

Tame:-)

Ich frag mich was haste auf der PastaParty bestellt/gegessen ???

Zunächst erst einmal meinen Respekt zum DNF, "quälen" muss/soll man(n) sich in Hamburg nun wirklich nicht!
Zum Glück gab es ja eine sofortige schöne "Alternative" mit dem 3. Mara-Staffel Wechsel-Punkt.
( Nr.2 hat sich bestimmt gefreut )

Den SEE, den du beschrieben hast, war entweder die Innen-, oder die Aussenalster!
... du Kulturbanause ;-)) - tztztztz ... unglaublich

Es war sehr schön dich mal wieder zu treffen und etwas mit dir "quatschen" zu können.
Auch wenn der HH-Mara '12 für dich persönlich ein nicht so schönes Erlebnis war,
so hoffe ich dich mal wieder in HH begrüßen und treffen zu können.
(Mit dem HH-Mara haste jetzt ne Rechnung offen!) Schön das du mit in Hamburg warst!

Und nun gute und schnelle Geneesung / Erholung und ganz viel Spass beim Finish am 12.Mai

Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

alles zwischen km 11..

...und deinem ausstieg kann ich ganz genau nachvollziehen!!! aber sowas von!
hach, das tut mir echt leid! aber hauptsache, das wirklich wichtige ziel bleibt machbar!
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laufend grüßte beim marathon auch schon oft vom dixiklo: happy

Doppeltes Pech...

...das gibts ja normalerweise garnicht.
Das wird der Rennsteig büßen müssen.

so'n schiet

aber weißt du was? Dann rockst du eben den Rennsteig! Ist auch kacktechnisch viel entspannter:)

...and miles to go before I sleep...

Ich hab mich

schon gewundert, von euch keine Zielzeiten zu finden. Schade für euch beide. Ich finde es gut und richtig, dass ihr lieber ausgestiegen seid, bevor es zur Qual wird. Jetzt wünsche ich euch noch eine schöne Zeit und Erholung, dammit ihr dann den Endorphine-Cocktail in Schmiedefeld auskosten könnt.
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LG Inumi
Wer immer alles eng sieht,
sollte mal das Weite suchen.

Das ist ja furchtbar

nicht zur rechten Zeit aufs Örtchen zu können.

Das du das überhaupt so lange durchgehalten hast.

Kluge Entscheidung , den Marathon bei 27 km zu beenden.

Ich hoffe, dir geht es inzwischen wieder besser.

Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos
Bin nicht gestört und auch nicht schnell - nur verhaltensoriginell

Dein Bericht hat ungewollt

Dein Bericht hat ungewollt meine schlimmste Befürchtung noch etwas angefacht. Nämlich dass ich während dem Lauf auf den Topf muss. Ist mir bei den langen Trainingsläufen auch mal passiert. Was will man da machen, petzen geht halt einfach nicht beim Laufen.

Naja, gut zu lesen, dass ihr euch nicht allzu viel draus macht.
"sometimes you are the windshield, sometimes you are the bug" :)

Ein paar nette Tage in Hamburg sind ja ganz abgesehen von der Lauferei schließlich auch was feines.

Oh man,

das ist einfach nur doof! Aber unter den Umständen die richtige Entscheidung. Lieber den Rennsteig als 'ne Marathon-PB in HH. Und nett war es ja trotzdem - also alles richtig gemacht. Nr. 2 hat dann auch noch das Ziel erreicht - was will "Mann" mehr?

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