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Heute wollte ich einen langen Lauf machen. Auf jeden Fall länger als in den letzten Wochen. Vor 2 Wochen war bei 17 km Schluss. O.k., die Laufgruppe, bei der ich mitgelaufen war, war für mich auch einen kleines bisschen zu schnell für einen langen Lauf. Nun lauf ich besser wieder allein in meinem Tempo.

Also heute gaaaaaanz langsam angehen lassen. Zunächst geht es 4 km den Berg rauf. Geschafft. Ging doch ganz gut. Ich hab die Wahl zwischen noch mehr Anstieg oder moderates Bergablaufen. O.k. locheres Beineausschwingen passt jetzt gut. Es geht runter ins Tal. Die Bäume bekommen gerade so frisches Grün. Die Sonne kommt auch langsam durch den Nebel hindurch. Aaaahhh! So kann es weitergehen.

Nun muss ich die ganzen Meter wieder rauf! Immer schön gemütlich. Bei km 10 gönne ich mir ein Power Gel. Sicher ist sicher. Will schließlich heute weiter kommen als sonst. Die Strecke zieht sich. Bei km 14 werden die Beine langsam schwer. Durchhalten ist angesagt. Nur nicht dem Impuls nachgeben und abkürzen.

Es geht über kleine Waldwege. Wurzeln erscheinen mir heute doppelt so hoch und jede kleine Welle im Gelände wird zunehmens wie ein kleiner Berg, den es zu überwinden gilt. Nun kommen mir Horden von angetrunkenen Jugendlichen mit Bollerwagen entgegen, die im Wald rumgröhlen. Vorbei ist es mit der Stille. Heute ist 1. Mai. Die Wandererdichte nimmt auch langsam ein bedrohliches Ausmass an. Ich muss zunehmend Slalom laufen. Das lenkt mich von den Beinen ab.

Mein innerer Schweinehund kämpft nun gehen mein Ehrgeiz-Ich, heute doch einen deutlich längeren Lauf hinzubekommen. Die Voraussetzungen sind gut. Die Temperaturen nicht zu warm.

Mein Ehrgeiz-Ich gewinnt. Ich laufe eine weitere Schleife, die die Strecke um mehrere km verlängern wird. Hoffentlich hab ich mich nicht übernommen, denke ich bei mir. Bald hab ich den allerhöchsten Punkt der Strecke erreicht. Nun kann ich es abwärts rollen lassen. Warum tut das heute nur so weh? Egal. Diejenigen, die die Bollerwagen mit Bierkästen hochziehen, müssen sich gerade wohl mehr anstrengen als ich. Also immer schön weiter lächeln und freundlich "Guten Morgen" wünschen.

Nur noch 2 km bis ins Ziel. Vor mir fährt eine Blaskapelle auf einem Wagen und gibt den Takt an. Ich bin dankbar, dass der Weg immer noch leicht abfällt.

Zu Hause schaue ich auf meine Laufuhr. 23 km stehen da drauf. Whow. So weit bin ich seit fast einem Jahr nicht mehr gelaufen. Ich bin stolz auf mich, dass ich so gut durchgehalten habe. Den Rest des Tages geniesse ich nun auf meiner Terrasse. Beine hoch und ein gutes Buch vor der Nase und ganz zufrieden mit mir.

Ob ich jemals 30km schaffen kann, frage ich mich? Heute schließe ich es nicht mehr aus.

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Hi, Glückwunsch für diesen

Hi,

Glückwunsch für diesen geußvollen Lauf.
30 km sind bestimmt auch irgendwann drin, nur dem Gefühl nachgeben, irgendwann ist es soweit.
Das ganze steht mir auch noch bevor, das weiteste war bisher HM Distanz im lockeren Training!

Genieße den Tag, ich gehe jetzt auf die Piste!!!

Liebe Grüße von der Elbe

Gerd

das tut gut ,-)

Welch Hochgefühl mal wieder ein wenig weiter zu kommen - das sagt mir immer ich bin auf dem richtigen Weg - wie du auch - nicht zweifeln . Wer die 23 schafft hat die 30 locker in den Beinen .

Danke

Danke für deine aufmunternden Worte, dass ich die 30km auch schaffen werde. Ich wünsche dir einen tollen Lauf heute und viel Spass.

Viele Grüße
Barbara

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