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DNF klingt so brutal, und ins Ziel gekommen bin ich ja doch irgendwie, nur halt anders... Ich habe es offenbar nicht so mit "den Zweiten": der zweite Marathon war schlimmer als der erste, der zweite HM langsamer als der erste, der zweite 100er eine Katastrophe, Köln die zweite furchtbar, und nun Hamburg nach der Bestzeit von 2009 zum zweiten Mal, ich hätte es wissen müssen ;-))

Dabei war es so schön. Freitags noch mit dem Coach und meiner Nr 2 ins Auto geschwungen und nachts bei landlauf angekommen und herzlichst begrüßt worden, wir mussten nur noch in die Betten fallen. Samstag mit lang schlafen, einer Wanderung durch Hamburg inklusive Bötchenfahrt und Messebesuch sowie Jogmap-Treffen rumgebracht, sehr nett, sehr schön. Wetter hält. Sprunggelenk auch. Ichtanze traf ihre Staffelmitstreiter, ich lernte neue Jogmapper kennen und traf liebe alte Freunde wieder. Tame und ich verabredeten uns für einen gemeinsamen Start mit 5:20.

Sonntag morgen. Alles relaxt, alles klappt. Tame und ich stehen mit Cocobolo in Startblock G. Zu relaxt. Irgendwie kommt das Marathongefühl nicht auf. Es geht mir gut, aber ich stehe irgendwie neben mir und betrachte alles sehr distanziert. Wetter ist ideal, Stimmung grandios. Nur ich bin irgendwie nur ruhig. Komisch. Es geht los. Erstmal bleiben wir natürlich stecken. 5:40 km 1, 6:00 km 2. Dann muss ich auch noch in die Büsche. Schicke Tame mit dem Versprechen sie einzuholen vor, finde einen Busch (mit fünf Herren oder so...), laufe zurück. Alles cool, ich bin ruhig, laufe weiter. Den 3. Kilometer habe ich dann auch mal in 5:16, dann wird es wieder langsamer. Ich kann Tame nicht einholen, stecke im Pulk. Laufe so vor mich hin, registriere, dass meine Pace weiterhin um 5:30 bleibt und damit zu langsam ist für die gewünschte Zeit, aber es berührt mich nicht. Km 5 Verpflegung. Nehme Wasser, kippe es über, werfe den Becher weg. Kein Durst, alles ok. Nur halt auch kein Marathonfeeling. Das sollte langsam kommen. Mein Kopf ist nicht frei, zuviel ist im Moment in der Schwebe, zuviel im Umbruch, es ist mir nicht gelungen Stress und Ärger zuhause zu lassen. Meine Gedanken sind bei meinem Coach, der weit vorne läuft. Bei meiner Tochter, die mit ihrer Staffel unterwegs ist. Ja, ich registriere die Stimmung, die Strecke, die Anfeuerung. Nur irgendwie kommt nichts davon bei mir an. Wir kommen an den Hafen. Stimmung pur. Es lässt mich kalt. Weiterlaufen. Landungsbrücken. Dann km 10, ich nehme Iso, zwei Schlucke, das reicht. Und dann beginnt mein Sprunggelenk sich doch zu melden. Nicht schlimm, aber es meldet sich: "Hallo, du läufst Marathon! Beachte mich!" MIr doch egal, ich laufe weiter. Versuche anders zu laufen, bewusst abzurollen, macht die Sache nicht besser. Km 12 in 5:49, halleluhja, was soll denn das heute werden? Egal, dann wandere ich eben. Pläne machen sich im Kopf breit: ich könnte mit Cocobolo laufen sub 4h. Oder mit Freundin landlauf, endlich mal Zeit zum Quatschen. Oder ich laufe bis km 15 und begleite dann die tanzenden Ruhries, so als "Ich-Staffel". Km 13, die U-Bahn. Und dann fällt die Entscheidung ganz schnell: ich gehe raus. Ich werde die U-Bahn nehmen, meinen Coach bei km 31 abpassen und anfeuern, auf meine Tochter warten, eventuell mit ihr laufen.
Ich gehe zur Seite, bleiben noch einen Moment stehen und betrachte das vorüberziehende Läuferfeld. Cocobolo kommt, ich gebe ihr Bescheid und wünsche ihr alles Gute. Sie wird es schaffen, die sub 4. Klasse! Und mir geht es gut mit meiner Entscheidung. Es hat nicht sollen sein. Der Hamburg Marathon ist für mich beendet.

Ich gehe zur U-Bahn, studiere den Plan, steige ein. Steige zu früh aus: Sängelmannstraße (oder so ähnlich?), platziere mich an der Strecke und warte. Betrachte die Läufer, es kommt kein Neid auf. Nein, es ist ok wie es ist. Und endlich sehe ich meinen Coach auftauchen. Hm, ein bisschen später als Plan, das lässt nichts Gutes ahnen. Er reagiert nicht, sieht mich nicht. Ich laufe zu ihm und neben ihm her. Es dauert einige Meter, bis er mich registriert. Die Freude weicht schnell dem Entsetzen: "Bin ich so sehr eingebrochen, dass du mich eingeholt hast?" "Nein, ich bin ausgestiegen und U-Bahn gefahren." Er hat Magen, aber übelst. Und wir sind bei km 26. Er will noch bis 31 laufen, wo meine Tochter wartet, ich beschließe mitzulaufen. Wir laufen eine Weile zusammen. Mein Sprunggelenk meldet sich wieder. Wir beschließen auszusteigen. Es ist gut so. Ab in die U-Bahn und nach Ohlsdorf gefahren. Dort steppt der Bär, wunderbare Stimmung. Die tanzenden Ruhries suchen wir allerdings vergeblich. Warten knapp eine Stunde, dann wird uns zu kalt im Wind mit den verschwitzten Klamotten. Ein bisschen Wehmut kommt nun doch auf. Wetter ideal, Stimmung super, Strecke wunderbar. Aber ohne uns.
Wir kämpfen uns zurück zur U-Bahn, was nicht so einfach ist, fahren zum Heiliggeistfeld. Kämpfen uns zum Ziel durch, gehen duschen, räumen ein wenig Zielverpflegung ab, warten auf landlauf und die tanzenden Ruhries. Gpeuser treffen wir mit seligem Lächeln, das ist so schön! Ein super Lauf für ihn, klasse. Die Staffel kommt: habt ihr klasse gemacht. Und landlauf, auch sie hat kämpfen müssen, aber sie hat gefinisht! Cocobolo hat ihren Plan erfüllt und wie! Sonnenblume kommt gelassen wie immer ;-)) dazu, Zausel hat ihren Erstling geschafft, wunderbar! Und Tame hat endlich ihre sub 4, und das sowas von deutlich und locker, ich freue mich für sie! Und all die anderen, verzeiht, wenn ich nicht alle aufzähle. Es gibt noch Nachlaufkaffee und später auch mit Kuchen, abends geht es mit Töchterchen noch mal über den Kiez und essen. Und montags auf die Autobahn.

Gelenk und Magen sind wieder ok, es hat nicht sollen sein. Aber Coach spricht aus, was ich denke: Hamburg, wir kommen wieder! Aller guten Dinge sind drei ;-))

3
Gesamtwertung: 3 (1 Bewertung)

Bin ich froh, von dir zu hören

habe mir richtig Sorgen gemacht.

Musste auch immer wieder an deine "Bänder" des Fußes denken.

Du hast eine weise Entscheidung getroffen. Davor ziehe ich den Hut und es verdient viel Respekt.

Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos
Bin nicht gestört und auch nicht schnell - nur verhaltensoriginell

ach strider, ich nehme dich

ach strider, ich nehme dich jetzt mal ganz fest in den Arm, knuddel dich mal und dann noch den Coach und dann ist hoffentlich alles wieder gut!
Was soll ich sagen, zu irgend etwas war es gut, du wirst es herausfinden. Erholt euch gut, ich hoffe, wir sehen uns am RHEX??

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

es gibt Tage, das geht nix,

so einen Tag hast du wohl erwischt. Hatte dich noch im Startblock gesehen, konnte mich aber nicht mehr durchkämpfen um Hallo zu sagen.
Mit Hamburg ist das wohl wie du sagst, alle guten Dinge sind drei. Mir ist im dritten HH-Besuch die sub4 gelungen.

Beste Grüße,

Manni Pander

Jas, genau, dazu ist es gut:

ihr sollt nächstes Jahr wiederkommen!!!Schön dass ihr da wart, leider viel zuwenig von euch gehabt und deshalb, ja deshalb bis im nächsten Jahr! Aber wenigstens ichtanze hat ihr Ziel erreicht und hoffentlich viel Spaß gehabt...

zausel

>

Ach menno,

Ach menno, ich hätte es euch so gegönnt, den Marathon und den Rennsteig zu laufen. Deine Bänder werden es Dir danken, dass Du so klug warst und in die U-Bahn umgestiegen bist.
Beim nächsten HH-M werdet ihr zwei nur so über die Strecke fliegen! Von Herzen gute Besserung!


Jogmap-Schleswig-Holstein - de neongelen Löper ut´n Norden

och, strider, lass den

Kopf nicht hängen. Du hast schon so viel erreicht...und jetzt wirst du auch noch vernünftig. Das ist doch auch was:). Haste gut gemacht, dass du aufgehört hast! Die Saison ist noch jung und du hast noch viel vor. Wenn dein Sprunggelenk wieder fit ist, dann rollen die nächsten PBs. Da wett ich drauf!
...der arme coach, hat er sich etwa überfressen??? Alles Gute auch für ihn.
...and miles to go before I sleep...

Schön!

Schön? Nicht was passiert ist, sondern wie du damit umgehen konntest. Dauert sicher auch ne Weile das so für sich zu realisieren.
Brechstange ist doof. Gewandert bist du schon öfter. Aber das muß bei einem Marathon nicht sein. Kann man machen, muß man aber nicht.
Fahr wieder hin versöhn dich. Später.
Und jetzt erhol dich gut.
Bis bald.
;-)

Ich habs Dir schon am Start angesehen....

....."sie ist viel zu locker zu ruhig", schoss es mir immer wieder durch den Kopf! Unser Startschuss fällt und Du pellst Dich immer noch nicht aus Deiner Mülltüte. Häääää??? Sonst ist sie doch keine Frostbeule. Ist sie bei der Sache??? NEIN!!! Das war mehr als deutlich, ich habs wirklich die ganze Zeit gewusst. Und als Du Dich in die Büsche verabschiedet hast, dachte ich bei mir, "so Tame, dein Hase bist jetzt du";-)
Ganz fettes Schulterklopfen zur Vernunft, sich DAS jetzt alles nicht angetan zu haben, sondern rechtzeitig auszusteigen, euch beiden, Respekt!!!

Tame:-)
nächstes Jahr auch wieder mit dabei!

strider

danke für´s aufschreiben!
Ich hatte Dir sehr gewünscht, dass "Aaanitaaa" Dir hilft ;-)
Gute Besserung dem Fuß und Glückwunsch zur richtigen Entscheidung - auch an den Coach.
Muß man können...
LG, KS

schade...

...und echt doof das. aber weisse in zukunft bescheid: lass die zweiten starts aus ;-)
____________________
laufend findet den ausstieg konsequent hinsichtlich des knöchels: happy

Die eigene Intuition

ist oft der beste Ratgeber! Gut, dass du so konsequent warst und raus bist! Zwar absolut schade, dass es ausgerechnet in Hamburg passieren musste, aber lieber so als womöglich die ganze Saison auf's Spiel zu setzen! Passt auf euch auf! Wir wollen euch doch am Rennsteig sehen!

Gute Besserung auch an den Coach!

:-)

Richtige Konsequenz

Nicht schön, aber lehrreich, Dein Blog. Ich denke Du hast die richtige Wahl getroffen, wenn Du auch das Ding hättest irgendwie, vermutlich mit Qualen, nach Hause bringen können.
Ich hoffe, Dein Sprunggelenk beruhigt sich bis zum Rennsteig.

cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient

na aber sooo was von klar

dass die hanseatischen 42 wann anders die Euren sind - diesmal nicht, wat soll´s dann halt später, Hamburg geht nicht verloren...vielleicht war es diemal einfach zu flach und Ihr schaut zwischendurch einfach mal für den Blankeneselauf vorbei, da habt Ihr Eure geliebten Hügel.. dann klappts danach auch mit der flachen langen Runde ;-)

Gute Erholung und toitoitoi für die nächsten Rennen

Euer "Hotel"
Landlauf

Schöner Blog. Es war klug

Schöner Blog.
Es war klug aufzuhören im rechten Moment. Mit Gewalt durchzulaufen / wandern ist keine Lösung.
Du hast das Richtige getan. An deiner Stelle wäre ich auch Ausgestiegen ;-)
Das zeigt deine Stärke sich nicht mitreißen zu lassen und auf das innere Gefühl zu hören bevor es zu bleibenden Schäden kommt.
Lass dich gut pflegen damit du beim Rennsteig wieder fit bist.
Rennsteig - das sind 72,7 km Pastapartie pur :-)

Danke auch ans Hotel, das hätte mindestens einen Michelin Stern verdient.

LG aus dem flachen Saarland.

.....Der Schmerz geht, Aufgeben bleibt für immer!.....

Liebe strider,

schade, dass ihr so einen gebrauchten Tag erwischt habt. Herzlichen Glückwunsch aber auch von mir zur DNF-Entscheidung! Deine zukünftige Gesundheit dankt es dir.
Als ich dich an Kilometer 13 am Streckenrand stehen sah, wollte ich dir einen kurzen Gruß zurufen, aber man glaubt es kaum, mir fiel dein Name nicht ein, oh man!

Die Zeit zum Quatschen war leider viel zu kurz, aber es war schön, dich mal wieder live getroffen zu haben.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Du hattest im Vorfeld ja schon selbst eine Vorahnung

Liebe Strider,
leider hattest du ja schon im Vorfeld schon selbst eine Vorahnung ...
( das es in Hamburg zu Problemen kommen könnte )
Das es bei dir nicht "rund gelaufen ist" und du schon bei "13" ausgestiegen bist, habe ich
dann schon auf der Strecke, beim letzten Staffel-Wechsel-Punkt, durch joggi555, erfahren.
In diesem Moment dachte ich nur: "Schade !!! - fast wie beim BS-Mara'11" ...
und "bin ich ein schlechtes Ohmen für Strider ?", denn beim "2." realen WK-Treffen unsererseits,
hast Du das "2." Mal Probleme ...
Kurze Zeit später dann mein Gedanke: "Schön das Sie gleich die Notbremse gezogen hat und vernünftig war.
Etwas traurig fand ich die Tatsache, das auch der "Coach" so grosse Probleme hatte und ebenfalls (vernüftiger Weise) ausgestiegen ist.

Sehr, sehr schade, das dein Kopf nicht so ganz frei war, um die "Stimmung" so richtig aufzunehmen, hattest du doch, ebenfalls vorab, so von der wunderschönen Stimmung, mit Gänsehaut-Feeling, an den HH-Landungsbrücken geschwärmt.

Ich kann nur feststellen: Das ist ein klarer Fall von "Ihr müsst noch mindestens einmal wiederkommen" !
Ich fand es sehr schön, euch in Hamburg begüssen und treffen zu können und dürfen.

Ich wünsche DIR und dem "Coach" eine gute und schnelle Geneesung, damit Ihr beiden mit ganz viel Spass, Freude und ohne Probleme den "Rennsteig" finished!

@ ichtanze:
Man(n) hat dir die Freude von deinem "Debut-HalbMara-Finish" in Berlin noch sehr angesehen. Du hattest auf der HH-Mara-PastaParty immer noch dieses glückliche "HM-Finisherin-Lächeln" im Gesicht - toll !
In Hamburg warst du durch dein mitwirken und laufen in der "Tanzenden-Ruhr-Staffel ein ganz wichtiger Bestandteil dieser Staffel sowie der ganzen "Jogmap HH-Mara Wochenend-Gruppe". Mach einfach weiter so. ... und es sollte jetzt schon feststehen --> JA, du solltest im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder in einer Staffel mitlaufen!

.
Liebe Grüsse an euch "3" - Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

Menno, warum habe ich hier nichts kommentiert???

Gelesen hatte ich Deinen Blogeintrag sehr zeitnah, aber ein Kommentar ist wohl im allgemeinen nach-Hamburg-Trubel untergegangen... jetzt, mit ein paar Tagen Abstand habe ich den Text noch einmal gelesen und beschlossen, ihn zusammen mit meinem eigenen als Hamburg-Erinnerung ganz besonders aufzuheben. Auch wenn es blöd klingt: Er rundet meine Marathon-Erfahrung irgendwie ab, es gibt eben immer Höhen und Tiefen, und nach unserem zufällig gemeinsamen Start und unserem nochmaligen kurzen Berührungspunkt bei Km 13 beschreibst Du exakt die "parallele dunkle" Seite eines solchen Tages, also wie es auch für jeden anderen und auch für mich hätte laufen können. Oder vielleicht eines Tages einmal laufen wird.

Wie alle anderen schon geschrieben haben: Es war gut und genau richtig, den lädierten Bändern ihre eingeforderte Auszeit zu gönnen und den Tag sausen zu lassen. Immer noch gute Besserung, und trotz allem: Schön, Dich persönlich kennengelernt zu haben und danke, daß ich von unseren 5 kurzen Begegnungspunkten profitieren konnte, auch ein kurzes Schulterklopfen ist manchmal ganz wichtig und gibt ganz viel Anschub für den Tag :)
LG Britta

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