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Hamburg, 29.04.2012, 6.00 Uhr, 11,5 Grad, leicht bewölkt, windig: Moin Hamburg, die Frisur sitzt noch nicht – natürlich nicht! Es ist absolut nicht meine Zeit, viel zu früh. Gerne würde ich euch hierfür einen bildlichen Beweis erbringen. Zwar habe ich ein Foto geschossen, jedoch erspare ich es euch an dieser Stelle. Ihr würdet vor lauter Grauen den Beitrag nicht weiter lesen wollen.

Hamburg, 29.04.2012, 8.10 Uhr, zeitweise weht noch eine steife Brise: Treffpunkt am Meeting Point am Buchstabe J mit den jogmappern der Hamburg Gruppe. Während sich die Aufregung am Vorabend beim jogmap-Treffen noch in Grenzen hielt, steigt sie nun von Minute zu Minute – das Kribbeln ist da. Die Zeit verrennt: umziehen, Gruppenfoto, Kleiderbeutel weg bringen - auf geht’s zum Start mit Sonnenblume 2 und ihrem Mann Dirk. Sonnenblume 2 gibt dem ZDF noch ein kurzes Statement, dann trennen sich unsere Wege aufgrund verschiedener Startblöcke.

Hamburg, 29.04.2012, 9.00 Uhr, die Sonne kommt raus, es wird wärmer: Die Mission „mein erster Marathon“ startet. Die ersten drei Kilometer sollen dem Einlaufen dienen. Zielstellung auf den ersten Kilometern ist eine 6er Pace. So gegen 9.08 geht es für mich persönlich über die Startlinie.

Über Hamburgs sündige Meile, die Reeperbahn, ging es Richtung Altona. Die ersten Kilometer liefen nahezu planmäßig. Lag etwas über der Zeit. 18:47 standen nach drei Kilometern auf der Uhr, aber es lief gut, so machte ich mir weiter keine Gedanken und genoss die Zeit, die Menschen auf und an der Strecke sowie das laufende Sightseeing durch Hamburg. Und als mir dieser Glücksbringer auf der Elbchaussee über den Weg lief, was sollte da heute noch schief gehen!

Weiter ging es über die Elbchaussee in Richtung Hafen, dem Tor zur Welt, und dem Ort, wo das Lächeln zu Hause ist. Leider habe ich den Schriftzug nicht vollständig getroffen, lässt er sich doch erahnen.

Es lief immer runder. Und hier Richtung Landungsbrücken wurde man regelrecht von den Massen an der Strecke getragen. Ein irres Gefühl, das einem Gänsehaut vom feinsten verpasste. Es war der Wahnsinn, eine beflügelnde Stimmung. Bei km 10 standen 58:02 zu Buche. Dies lag vollkommen im grünen Bereich.Das "Schweizer Uhrwerk" fängt an zu laufen.

Hamburg, 29.04.2012, 10.09 Uhr, km 11, die Sonne scheint: Weiter ging es auf den Landungsbrücken zum ersten Treffen mit meiner lieben Frau, die mich entlang der Strecke begleitete. Ein entsprechender Strecken-Begleitungs-Plan war am Vorabend mit Tames Sohn Torben mit Akribie ausgearbeitet worden. Kurzer Foto-Stop, mir geht’s gut, die Frisur sitzt (noch).

Ein Erlebnis war auch die Durchquerung des Wallringtunnels mit riesiger Stimmung von Klatsch-Einlagen über eine kleine „la ola“. Danach ging es entlang der Binnenalster durch das Herz der Stadt. Im Anschluss führte der Kurs an der Außenalster vorbei. Sehr schön, nicht nur wegen dieser beiden Herren, die mich veranlassten, kurz einmal den Rückwärtsgang einzulegen, um sie im Bild festzuhalten.

Kraft trifft Freude, so oder so ähnlich läuft auch das „Schweizer Uhrwerk“ in mir freudig weiter. Langsam ging es auf die Halbzeit zu, Stimmung war weiterhin gut. Hatte mich jetzt einem italienischen Läuferpaar aus Cremona angeschlossen, die ein für mich sehr angenehmes Tempo liefen. 1:52:49 bei km 20 bedeuteten die 54:47 auf den zweiten 10 km. Ein bisschen schneller als geplant, aber jetzt auch wieder nicht zu schnell, dass ich mir Sorgen um ein zu hohes Tempo machen musste. Halbzeit bei 1:59:10, um die zwei Stunden waren Plan und die Wunschvorstellung. Perfekt!

Hamburg, 29.04.2012, 11.08 Uhr, km 21,7: Nächster Treffpunkt mit meiner lieben Frau – wieder kurzer Foto-Stop, mir geht’s weiterhin gut und die Frisur sitzt (immer noch)!

Nun lief es über Alsterdorf in Richtung des nördlichen Wendepunktes in Ohlsdorf. Bei km 25 trennte sich das italienische Läuferpaar, der eine wurde mir zu schnell, der andere war mir zu langsam. Was nun? Ciao, ciao und alleine weiter. Bei km 27,7 am jogmap-Stand entspannt vorbei. 2:50:10 bei km 30 bedeuteten eine 5:40er Pace, eine sub 4 wäre noch möglich. Wäre nicht schlecht beim ersten Marathon, also versuchen, das Tempo zu halten. Das „Schweizer Uhrwerk“ lief weiter.

Beim km 32 brauchte ich noch ein Foto für einen jogmap-Freund. Habe einen verdutzten Zuschauer angesprochen und gebeten, mich samt Schild zu fotografieren. Ein 10er geht immer. So ging es mit dieser Motivation weiter auf die Strecke.

Hamburg, 29.04.2012, 12.16 Uhr, kurz vor km 34: Drittes offizielles Foto-Shooting mit meiner lieben Frau, fühle mich im Kopf noch frisch, wobei ich ansatzweise merke, dass die Beine schon schwerer werden, die Zeit passt noch - sitzt die Frisur noch?

Sehe ich da Erschöpfung in meinem Gesicht? Bis km 35 lief das „Schweizer Uhrwerk“ weiter. Es standen 3:18 und ein paar Sekunden auf der Uhr. Also blieben 42 Minuten für 7,195 km, um eine sub4 zu erreichen – durchaus noch im Bereich des Möglichen. Nun lag der „Hexenkessel“ Eppendorfer Baum vor mir. Ähnlich der Tour der France standen die Zuschauerinnen und Zuschauer dicht an der Strecke und insoweit „Spalier“, feuerten die Läuferschar immer wieder frenetisch an – einmalig dieses Gefühl – Adrenalin pur.

Nach der Qual gibt es Bier nach Wahl, dieser Spruch sollte noch einmal die Motivation fördern. Ein Bier hätte ich jetzt auch schon gerne gehabt, aber es lagen noch ein paar Kilometer vor mir, die mir nicht unbedingt leichter fielen trotz dieser wahnsinnigen Unterstützung an der Strecke. Bei km 38, 39 oder 40 wartete noch ein kleinerer seichter, dafür stetiger Anstieg, der mir noch einmal eine größere Kraftanstrengung abverlangte. Schalk hatte mich glücklicherweise beim letzten Treffen auf diese „nette“ Überraschung hingewiesen. Die „Atomuhr“ lief präzise weiter, mein „Schweizer Uhrwerk“ geriet dagegen ins Stottern – jetzt hieß es beißen. Zwangsläufig passte ich mein Tempo den vorhandenen Kraftreserven an. Was soll ich sagen? Auch hier sagen Bilder mehr als Worte.

Getroffen hatte ich ihn 30 km zuvor, aber erst jetzt entfaltete dieser Spruch seine volle Wirkung. ;-) 3:49:37 bei km 40, 59:27 für den vierten 10er. Ein letztes Mal Erfrischung und elektrolytische Getränke. Bis dato hatte ich keine Station ausgelassen. Noch 2,195 km – ein harter Gang stand mir noch bevor. Und endlich die Zielgerade und der rote Teppich.

Ziel am Heiligengeistfeld – geschafft! 4:10:38 stehen als Brutto-Zeit auf der Uhr. Netto sind es 4:02:44 als Zielzeit bei meinem ersten Marathon. Bin ich satt und platt, die Oberschenkel brennen – entsprechend ist mein Gang vorbei am Menü auf der Suche nach einer Sitzgelegenheit. Ein Königreich für eine Bank und einen freien Sitzplatz. Nimmt denn hier niemand Rücksicht auf diesen Mann mit den grauen Haaren und seinen staksigen Gang.

Insgesamt bin ich glücklich und sehr zufrieden mit meinem Debüt. Auch wenn ich auf den letzten Kilometern ab und zu fluchte und so das ein oder andere Mal dachte: „Nie wieder“, hat sich meine Stimmung doch schnell wieder gewandelt. Es heißt jetzt wohl eher wieder: „Nach dem Marathon ist vor dem Marathon!“

Zum krönenden Abschluss waren wir zu Gast bei Freunden in Bargteheide. 3.594 kcal waren verbrannt, die Akkus wollten wieder gefüllt werden. Und es gab alles, was das Herz begehrt: Leckeres vom Grill, vitaminreiche Kost von Erdbeer-Margherita bis Williams-Birne und natürlich die ein oder andere Gerstenkaltschale – Prost am Tisch.

Fazit: Toll gelaufen, beeindruckende Atmosphäre und fantastische Eindrücke.

Hamburg – wir sehen uns wieder!

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

Klasse! Herzliche

Klasse! Herzliche Glückwünsche zum Debut und im nächsten Jahr klappt es auch mit sub 4. Gute Erholung für den Mann mit dem staksigen Gang ;-)


Jogmap-Schleswig-Holstein - de neongelen Löper ut´n Norden

Toller Bericht

und Wahnsinns-Debut.

Mensch ThoRööö, was haben wir mitgefiebert.

Herzlichen Glückwunsch

Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos
Bin nicht gestört und auch nicht schnell - nur verhaltensoriginell

Du hast doch nicht wirklich

"Nie wieder" gedacht? Was ist denn mit den Männern heutzutage los? Mir gings an exakt den gleichen Stellen exakt genauso (nur dass mich nach der Rothenbaumchaussee auch der Gorch-Fock-Wall noch mal an den Anschlag brachte). Aber ich schwöre, ich habe kein einziges Mal gedacht: "Nie wieder" Ich bin doch kein Mädchen . Im Gegenteil, nächstes Jahr, gleiche Stelle, gleiche Welle, aber für mehr Körner hintenraus trainieren!!! Schäm dich ThoRööö ;-))))) Ein ganzer Kerl dank Chappi!

Aber extrem genial sind ja die 3 offiziellen Bilder mit Stachel, so deutlich hab ich das noch nie gesehen, bin bloß froh, dass das keiner bei mir gemacht hat...

zausel

>

Glückwunsch!!!

klasse Debut!
Der körperliche Verfall auf den Bildern ist auch nur minimal ;-)

Beste Grüße

Manni Pander

Das vierte offizielle Foto, ...

... kurz vorm Zieleinlauf hast du doch bloß nicht reingestellt. ;-))
Du wolltest eine Spaßmarathon und hast ihn dir gegönnt. Später wird das mal noch spaßiger, weil man dann nicht mehr beißen muß. Aber das war ein super Debüt!
Beim ersten gehört Beißen hintenraus, der Blick nach ner Bank, der stacksige Gang und der Muskelkater am nächsten Tag natürlich mit dazu. Das ist sozusagen das Gesamtpacket "erster Marathon".
Ich freu mich, dass du es so genießen konntest.
Erhol dich gut!
;-)
PS: Für ne 3:45h ist später immer noch Zeit.

Der Mann genießt das Leben!!!

Während wir uns alle über die Marathonstrecke quälen, machst Du bei Deinem aller ersten Mara einen Fotobericht, und finisht in einer sagenhaft guten Zeit, ich fasse es nicht! Bei meinem ersten konnte ich kaum den Wasserbecher halten! Ganz fetten Glückwunsch!!! Super gemacht, super berichtet, einfach nur toll!!!

Tame:-)

Was ein schöner Bericht!

und eine super Zeit dazu. Vom Julius zum Marathon in einem Jahr, Respekt! Gute Erholung und lass dich pflegen:-)

LG,
Karen

....Nur wer sich auf den Weg macht, wird etwas Neues entdecken.....

Recht hast du Karen

zum Julius-Trip musste ich ihn noch überreden und jetzt läuft er Marathon.
Und mein lieber GöGa, hättest du nicht so viele Fotos gemacht wärst du bestimmt sub 4 gelaufen...aber du genießt ja lieber ;-)

Super Premierenzeit!

Da darf es ruhig dreimal laut Thorööö töööönen angesichts dieser tollen Premierenzeit. Gratulation dazu und danke für den tollen Bericht.

Gruß
Volker



Jogmap Schleswig-Holstein - neongelb beflügelt

Mensch, Oberspitzenklasse

das waren sub 4 ohne Fotos, aber die mussten sein. Herzlichen Glückwunsch, genieße die Muskelkatze, und das super Gefühl nach dem ersten Marathon. Der Muskelkater geht, das gute Gefühl bleibt.

Gruß laufnad

Ein Hammer-Marathondebüt und ein Hammer-Blog!

Lieber ThoRööö,

ein Fotobericht zum Marathondebüt ist obergroße Klasse!!!
Und jedes Foto ist die Zeit wert, die du dafür zusätzlich verbraucht hast!
Ich gratuliere dir auch nochmal auf diesem Wege ganz ganz herzlich zu diesem grandiosen Lauf!
Allerbeste Regeneration wünsch ich dir nun. Und wir sehen uns spätestens in Rüningen.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Aus jeder Perspektive sieht

Aus jeder Perspektive sieht dieses Wochenende ein bißchen anders aus, aus Deiner gerade wieder super entspannt! Boah, für Fotos hatte ich echt wenig Zeit :) Um so mehr Glückwünsche an Dich, super Zeit, und danke für den Bericht! Ja, es war auch für uns Läufer/Supporter-Paar toll, Euch Supporter/Läufer-Paar noch am Vorabend kennengelernt zu haben! Bis bald hoffentlich, regeneriere Dich gut,

LG Britta

UNGLAUBLICH !!! ( ... hauptsache die Frisur "sitzt" ... )

Nicht nur dein "Mara-Debut", nein, auch dein "Mara-Debut-Bericht" ist so ...
" einfach unglaublich schön und viele weitere Adjektive "!

Man kann einfach gar nicht anders und muss dir zu deinem gefinishedem Marathon-Debut
gratulieren. Du kannst wirklich sehr stolz auf deine Leistung sein ! Es gibt nicht
viel die ein Mara-Debut in dieser Zeit laufen und dann auch noch eine eigene "Foto-Story" daraus machen.

Eines kann ich dir versichern, deine sehr liebe Frau ist genauso stolz auf dich!
Das habe ich Ihr sofort angesehen, als wir Beide ( Stachel und "meiner einer")
uns irgendwo, ca. bei Km 33, gesehen und abgeklatscht haben.

*Spass-Modus-an*
Am meisten freut es mich, das du wohl kaum HAARE auf der Strecke gelassen hast ;-))
... und DU somit, mit voller HAARES-PRACHT "über den roten Teppich schreiten" konntest, um ins Mara-Ziel zu schweben.
*Spass-Modus-aus*

Meinen GLÜCKWUNSCH zu deinem ganz tollen Mara-Debut. Mit stolz darfst du dich nun Marathoni nennen !!!
Steht denn schon fest, wo du deinen 2. Mara laufen willst ?

@ Stachel: Du warst eine ganz tolle Supporterin.
Es war toll dich an der Strecke zu sehen und von dir angefeuert zu werden. - DANKE dafür.
.
Lieben Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

super Lauf - tolles Ergebnis - Klasse Bericht

Gratulation zum super Lauf und dem tollen Ergebnis! Unglaublich, was du in einem Jahr dir antrainiert hast: Letztes Jahr überredet zum Julius Trip Lauf mit erster HM-Distanz, in Rüningen noch von den jüngeren Frauen gescheucht und jetzt so einen tollen ersten Marathon!
Das ganze wird noch getoppt, weil du uns so toll mitgenommen hast auf die Strecke. Man kann richtig mitfiebern. Man sieht zwar, dass die Frisur gelitten hat, aber auf keinen Fall in dem Maße, wie man es bei einem M vermuten würde.
Ich hoffe, dass der Muskelkater auszuhalten war und ggf. schon wieder weg ist. Nun bin ich gespannt auf deine nächsten Pläne.

bimi-66
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

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