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Am Samstag war ich beim Kurstadtlauf in Bad Bergzabern, als andernorts die Helden schon ihren Marathons oder zumindest den Pasta-Parties entgegen fieberten.
Warum der Lauf Kurstadtlauf heißt, ist mir ein kleines Rätsel. Ok, die Schülerläufe und der Altstadt-Grand-Prix gehen durch die Stadt. Aber die anderen Läufe führen nach einer Runde durch die City in die Berge des Pfälzerwaldes.
Ich habe für mich die Maxi-Distanz über 23,2 km ausgewählt, die ich auch im letzten Jahr absolviert habe. Mini und Midi gingen über 8,x und 15,x km.
In der Stadt war es zur Startzeit um 16.10 Uhr fast zu warm, gut dass der größte Teil der Strecke durch den Wald führt.

Der Start ist vor dem Schloss, dann die Schleife durch die Fußgängerzone, wo die Leute gemütlich in den Cafés saßen, nochmal durch den Start-/Zielbereich nach kurzer Strecke innerorts eine Steigung hoch und dann weitgehend eben den Bergen entgegen.
Was dann kommt, wusste ich vom vergangenen Jahr. In der Ausschreibung heißt es lapidar, dass bei km 4 und 8 Steigungen zu bewältigen sind. Doch gleich am Ortsrand gings etwa bei Streckenkilometer 2 auf einem Pfad weiter, natürlich bergauf.
Was den Lauf berichtenswert mach, kam so um km 3. Ich lief der Meute nach, ohne mir groß über die Strecke Gedanken zu machen. So vertraut bin ich mit der Strecke auch nicht, dass ich nach einem Jahr noch jeden Weg kannte. Nach einer Weggabelung, bei der der ganze Troß den steileren Weg wählte, rief plötzlich jemand, dies sei der falsche Weg. Runter geschaut auf die Weggabelung. Dort war eindeutig die geradeaus führende Strecke mit einer Sägemehlspur "abgesperrt", was bergauf führte, konnte man mit etwas Fantasie als Pfeil deuten. Die ersten liefen den Hang hinunter auf den anderen Weg. Andere diskutieren, welcher Weg nun der richtige sei. Dann liefen einige, darunter auch ich, weiter bergan. Nach kurzer Zeit rief jemand, diesmal von oben: "Das ist der falsche Weg". Also kehrt, Almabtrieb zurück zur Weggabelung und auf dem anderen Weg weitergelaufen. Dort führten die die Markierungen dann tatsächlich weiter. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, ob mich die Aktion nur eine oder gar drei Minuten gekostet hat. Demoralisiert hat es mich nicht, sondern ich habe mich zu dem ansatzweise positiven Kommentar hinreißen lassen "Wir DÜRFEN für das gleiche Startgeld etwas weiter laufen".
In diversen Laufberichten wurde davon geschrieben, dass es nicht klar war, ob die ansonsten vorbildliche Markierung sabotiert wurde oder ein Versehen vorlag.
Ich bekam nicht mit, ob auch schon die Spitzengruppe falsch gelaufen war oder ob dies erst passierte, als das größere Läuferfeld an die Stelle kam. Jedenfalls wurde dann erst mal zur Jagd geblasen, denn viele mussten wieder Boden gut machen.
Einige Läufer konnte ich dann auch noch überholen, obwohl bald die Steigung bei km 4 kam. Dies war ein ziemlich steiler Pfad. Danach verloren wir erst mal wieder an Höhe. Die Steigung bei km 8 war zwar nicht so steil, aber etwa vier Kilometer lang. Dann zweigten bald die 15er ab und die 23er erklommen noch ein paar Höhenmeter. Als Belohnung gabs auf einem Stück einen Panoramablick über den Pfälzerwald. Bis zum höchsten Teilstück hat es gedauert, bis ich einen mir bekannten Mitläufer eingeholt hatte, der vor meinen Irrwegen ein Stück hinter mir war. Von da an ging es überwiegend bergab, eine kurze, aber knackige Steigung war noch drin. Aus dem Wald heraus passierten wir noch den Innenhof eines alten Klosters und es gab noch eine Aussicht über die Rheinebene. Ab dem Kloster ging es auf Betonwegen in die Stadt und auf kürzestem Weg zum Ziel.

Trotz meiner Irrwege habe ich meine Zeit von vergangenem Jahr um zwei Minuten verbessert und benötigte 1:51:xx Stunden. Dies ergab Platz 24 der Gesamtwertung und Platz 9 in meiner AK. Inwiefern die Rangliste noch aussagekräfig ist, vermag ich nicht zu sagen. Im letzten Jahr war ich bei weniger Teilnehmern 12. der AK.

Bewaffnet mit einer Wanderkarte habe ich versucht, die Strecke in Jogmap nachzuvollziehen, demnach müssten beim Maxi-Lauf knapp 700 Höhenmeter zu bewältigen gewesen sein.

Insgesamt ist es ein empfehlenswerter Lauf gewesen, hat echt Spaß gemacht. Nach einigen Wettbewerben gewöhne ich mich an die Steigungen, ich kann sogar sagen, ich mag sie.
An den Veranstalter hätte ich lediglich den Wunsch, dass er eine Streckenkarte und ein Höhenprofil auf seiner Homepage einstellt.

cherry65

jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient.

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