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Was könnte man nach der ersten Lektion Babyschwimmen und etwas Gartenarbeit mit dem angebrochenen Samstag anfangen? Ich bin war beim Kurstadtlauf in Bad Bergzabern und habe mir wie in den vergangenen Jahren den Maxi-Lauf mit 23,2 km und 478 HM verabreicht. Was tut es zur Sache, dass wir den ersten Sommertag haben und das Thermometer die 30-Grad-Marke antestet. Schon ohne mich zu bewegen, drückt es mir Schweißperlen auf die Stirn.

Eine Runde durch die Innenstadt, ich schwamm im Mittelfeld mit. Die ersten kleinen Steigungen kamen auf dem Weg an den Ortsrand. Ich hatte das Gefühl zu schnaufen, wie eine alte Dampflok.

Um km 3 fing es an, fluffiger zu laufen. Sogar die in der Streckenbeschreibung extra hervorgehobene Steigung bei km 4 ging recht gut von der Sohle. Der Puls war aber etwas höher als sonst bei so einem Landschaftsläufchen. War ich schneller unterwegs, als im Ultraschlappschritt oder forderte „nur“ die Hitze ihren Tribut. Bald bogen die Mini-Steckler ab und etwa drei km weiter die Midi-Läufer. Nun wurde es ruhig auf der Strecke. Am Verpflegungspunkt beim Abzweig war noch ein Läufer, der auf die Langstrecke einbog, nach vorne war keiner zu sehen. Ich lief vor mich hin ohne zu hetzen, aber etwas schneller, als zum lockeren Spazierlauf. An einem kurzen Aussichtsstück genoss ich im Vorbeilaufen das Panorama über die Berge des Pfälzer Waldes bis zum Trifels. Schon bald nach den Verpflegungsstellen klebte die Zunge schon wieder am Gaumen. Da war die zusätzliche Tränke an einer Funkeinrichtung der Bundeswehr, die von zwei Soldaten betrieben war, willkommen.

Die Wasserstelle bei ca. km 14 war mit einem Mann und zwei Buben besetzt. Eines der Kinder sagte, ich sei die Nummer 11. Ich fragte ungläubig nach, ob dies wirklich so sei und er bestätigte dies. Es kam eine Frau heran gelaufen, die von ihm die Nr. 12 verpasst bekam. Konnte dies wirklich sein, oder wollten die Jungs uns Läufer foppen?
Der Weg zog sich oberhalb von BöllenBORN in großem am Berg entlang. Wenn die Ansage der Jungs stimmt, kann ich ja nun nicht anfangen zu trödeln. Auf den nächsten Kilometer überholte ich noch zwei Läufer, die zeitweise Gehpausen einlegten. Nach der Zusammenführung mit der 15er-Runde passierte ich noch ein paar Teilnehmer, die jedoch offenbar in die Midi-Wertung gehörten.

Am Waldrand war noch ein Bogen um das Kloster Liebfrauenberg zu laufen, dann ein Downhill auf Asphalt. Am Krankenhaus in die Stadt rein, zwei Straßen entlang. Hm, könnte noch unter zwei Stunden werden. Als ich auf dem Schlossplatz über die Zielmatte laufe, zeigte die Uhr 1:59:52 an.

Dies ist die schlechteste Zeit meiner 5 Starts beim Kurstadtlauf, was mich überhaupt nicht grämt. So heiß war es bei diesem Lauf eben noch nie. Spaß hat es gemacht, das zählt und sonst nix.
Allerdings waren weniger Läufer angetreten, als in den Vorjahren, vielleicht wegen der plötzlich so hohen Temperaturen. Diese haben vermutlich vielen anderen Läufern mehr zugesetzt, als mir. Die schlechteste persönliche Streckenzeit hat mir Platz 10 gesamt und Platz 6 meiner AK beschert, die in Bad Bergzabern in 10-Jahres-Schritten gewertet wird.
Die ersten drei Plätze wurden von M50ern belegt (!), dann kam ein M30er, bis Platz 10 durchgehend M40er, nach mir finishte die erste Frau.

Nachtrag:
Marathon Deutsche Weinstraße

Letzten Sonntag war ich beim Marathon Deutsche Weinstraße. Das positivste vorweg: Es hatte einige Jogmapper (Thor3108, Kawitzi, Team Rakete, letzterer allerdings nur zum Support) an die Weinstraße gezogen.
Kaum hatten wir den Start- und Zielort Bockenheim verlassen, rannte ein Läufer gegen ein Rechts-vorbei-Schild, das auf einem Straßenteiler stand und bügelte es um. Laufuhren können ebenso ablenken, wie das Handy am Steuer.

Die Weinberge, durch die wir rannten, schienen in den letzten beiden Jahren seit der letzten Ausgabe des Laufs flacher geworden zu sein. So kam es mir jedenfalls vor.
Auf den letzten Kilometern vor Bad Dürkheim fing es an zu regnen. Viel kälter wurde es nicht. Ich bemerkte, dass meine Akkus seit dem kleinen Ultra des vorherigen Wochenendes noch nicht wieder ganz aufgefüllt waren. Dies drückte die Pace, hatte sonst aber keine Auswirkungen.

Im Kurstädtchen Bad Dürkheim am Riesen-Weinfass und der Saline vorbei, war der Halbmarathon im Kasten. Den Weg aus der Stadt raus finde ich nicht ganz prickelnd.
Für den Weg nach Norden kündigte sich ein recht schneidiger Gegenwind an. In Ungstein, bei ca. km 26 war ich nicht ganz unglücklich, um das durchwachsene Wetter. Da FrauCherry bei gutem Wetter nachkommen wollte, hatte ich ihr vorgeschlagen, nach Ungstein zu fahren, mir den Babyjogger zu übergeben und dann im Ziel auf ihr Dreiergespann zu warten. Bei diesem Gegenwind meinen „Rollator“ dort hochzuschieben, besonders die Steigung nach Herxheim am Berg, das wäre heftig für mich und kein Vergnügen für die Kinder geworden.

In Dackenheim ließ ich mir den Rieslingschwamm nicht entgehen. Aus einem vernünftigen Dubbeglas schmeckt das gute Tröpfchen allerdings besser.
In der Fußgängerzone von Grünstadt wehte mir eine Bö eine Welle von Plastikbechern entgegen, die einen Lärm wir aufbrandender Applaus machten. Während auf dem Weg nach Süden noch viele Freisitze der Cafès besetzt waren, hielten es nun nur noch ein paar Hartnäckige aus.
An der letzten Verpflegungsstelle genehmigte ich mir ein einen Riesling. Diesmal nicht aus dem Schwamm gequetscht, sonder aus einem Becher. Etwas Regen gab es kurz vor Schluss auch noch.
Kurz bevor ich das Ziel erreichte, lief der Pulk von Läufern der Winzerstaffel mit großem Bohaj durch den Zielbogen. Sie sind jeweils einen Kilometer gelaufen, haben als Staffelstab einen Rebknorzen ins Ziel getragen und liefen die letzten Meter gemeinsam.

Meine Nettozeit blieb knapp unter 3:45 Stunden.
Fazit: Auch bei nicht optimalem Wetter ist der Weinstraßenmarathon ein schöner Lauf.

cherry65

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Also dieser Weinstraßenmarathon ...

... das wäre auch noch mal was für mich. Gibt's im Ziel eigentlich auch noch eine Promillewertung? Da hätte ich vielleicht endlich mal Gewinnchancen ;-)

Ach ja, wie immer ein schöner Bericht von dir! So viel Zeit muss noch sein.

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

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