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Nachdem hier fleißig zum Thema Eisenmangel gepostet wurde, hier mal ein paar grundsätzliche Aspekte zu Eisenmangel und Anämie, die hoffentlich beruhigend wirken.

Zunächst wird bei Ausdauersportlern sehr häufig eine Eisenmangelanämie festgestellt, die aber oft nur eine so genannte "Sportleranämie" bzw. "Pseudoanämie" darstellt. Grund ist der komplexe Vorgang von Flüssigkeitsverlusten während der körperlicher Belastung und der Umstand, dass nach dem anschließenden Auffüllen der Flüssigkeitsspeicher, zunächst einmal weniger Flüssigkeit wieder, ähem, ausgepinkelt wird als das bei der Flüssigkeitsverarbeitung im Körper eines Nichtausdauersportlers der Fall wäre. Ein bis fünf Tage lang führt dieser Umstand dazu, dass das Plasmavolumen um bis zu 25% größer wird.

Als regelmäßig Ausdauertrainierende ist das größere Plasmavolumen bei uns also Dauerzustand. Aber nicht nur das Plasmavolumen steigt, sondern auch die Erythrozytenmasse, allerdings langsamer. Da das Plasmavolumen verhältnismäßig größer ist als die rote Zellmasse, finden sich Hämoglobinkonzentration und Hämatokritwerte bei Ausdauersportlern oft im erniedrigten Bereich. Ein Grund zur Sorge ist das also überhaupt nicht. Und, ganz nebenbei, ist deshalb in Sachen Doping bei Ausdauersportlern ein hoher Hämatokritwert so beachtenswert, weil einfach absolut nicht normal unter entsprechender Belastung ;-).

Tatsächlichen Eisenmangel zu diagnostizieren ist - aufgrund des oben beschriebenen Problems der Pseudoanämie – deshalb so schwierig, weil die üblichen Referenzbereiche des roten Blutbilds nicht so einfach zur Bewertung der Problematik herangezogen werden können. Gute Blutanalyselabore wissen, dass die Ferritinbestimmung als Marker zur Diagnose eines Körpereisenmangels bei Ausdauersportern kaum taugt. Laboruntersuchungen sollten deshalb nur nach einer gut zehntägigen tägigen Ausdauersportpause unternommen werden, weil erst dann wieder ein Normzustand erreicht ist.

Versteh ich nicht

bzw. habe ich anders gelernt.
Dass es eine Pseudoanämie durch den Verdünnungseffekt des erhöhten Plasmavolumens gibt, ist mir bekannt. Aber dass der Ferritin-Wert auch "verdünnt" wird? Ich dachte, das sei auf alle Fälle ein verlässlicher Marker, da er ja das Speichereisen darstellt und nicht das im Hämoglobin enthaltene Eisen. In sportmedizinischen Vorlesungen wurde vermittelt, dass Sportler möglichst einen Ferritinwert von mindestens 50 aufweisen sollten. Und da die Dozenten auch Leistungssportler betreuen, hätten sie auf den Umstand der 10tägigen Sportpause vor einer Ferritinmessung sicherlich hingewiesen. Und das ist doch letztendlich auch gar nicht praktikabel, zumindest nicht beim Leistungssportler?
Hast du da was zum Nachlesen für mich? Ich finde das sehr interessant.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Da ich kein Mediziner bin ...

... und lediglich einem Beruf nachgehe, in dem gesundes Drittelwissen gefragt ist ;-), gebe ich am besten mal ein paar Nachschlage-Hinweise zum Thema weiter. PDF-Link einbauen funktionierte leider nicht.
Auf www.zeitschrift-sportmedizin.de in der Suche nach "Sportanämie" suchen. Da sind dann mehrere erhellende Beiträge zu finden.

Und hier auch direkt aus einem Blutwertelabor.

Habe mich mit dem Thema mal beschäftigen müssen, aber das ist schon einige Zeit her. U.a., weil ich auch selbst betroffen war. Aber nicht auszuschließen, dass ich da missverständlich in meinen Ausführungen gewesen bin. Ich hoffe allerdings nicht ... ;-)

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

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