Benutzerbild von Piano-Player

Nach der eher suboptimalen Vorbereitung habe ich den Marathon in Hamburgglücklich überstanden.
Zuerst hatte mich eine Bronchitis erwischt. Ich trainierte weiter im Glauben, dass langsame Läufe ok wären. Unterwegs ging´s mir auch gut, Hustenanfälle folgten erst zu Hause. Schließlich wagte ich einen 12-km-Tempolauf im geplanten Marathon-Tempo. Das hätte ich besser lassen sollen, denn danach ging es mir richtig schlecht. Hohes Fieber, Antibiotikum, das Fieber blieb, also ein zweites Antibiotikum - und immer die Angst: was wird aus meinem Trainingsplan!

Nach dem Absetzen der Medikamente habe ich noch 2 Tage pausiert und dann bin 10 km und 15 km gelaufen - gaanz langsam, trotzdem fühlte ich mich nicht gerade gut.
Am Wochenende wollte ich unbedingt einen langen Lauf machen, auch das hätte ich besser bleiben lassen sollen. Ich lief also super langsam und kam bis km 29. Mit meiner Familie verabredete ich mich per Handy zum Eisessen und war froh, dass die Quälerei gleich ein Ende hätte.
Und dann bin ich gestürzt! Wie ein Baum, der gefällt wird. Ohne Grund, ohne Reflex, auf´s Gesicht. Meine ersten Reaktionen: Fühlen, ob die Zähne noch drin sind und die Stoptaste des Garmin drücken(!). Stark blutend bin ich dann zum Eiscafé gegangen, wo mein Mann mich mit dem Auto erwartete.
Folgen dieser Aktion: lauftechnisch 5 weitere Tage Ausfall, 2 gesplitterte Schneidezähne, dicke Narben an Kinn und Lippe - super!
Außerdem hatte ich jetzt Angst zu laufen, bei jedem Schritt fürchtete ich, wieder zu fallen. Das lag vermutlich daran, dass ich auf glatter Asphaltstrecke gestürzt war, kein Stolperstein zu finden, keine Unebenheit, nichts.
Der nächste 30er war mental der reinste Horror.
Die letzten zwei Wochen habe ich dann trainingsmäßig mehr schlecht als recht hinter mich gebracht.
Im Hinterkopf saß die Angst, dass ich den Marathon diesmal nicht schaffen würde,
ich war auch gar nicht aufgeregt wie sonst in den Tagen vor dem Start, keine Nervosität. Am Start hatte ich das Gefühl, ich wäre gar nicht ich selbst.

Aber nach ungefähr 5 km platzte der Knoten, mein Laufgefühl kam zurück, endlich konnte ich die grandiose Stimmung genießen, es war supertoll! Von meiner Wunschzeit (4:29) hatte ich mich im Vorfeld sowieso längst verabschiedet, also lief ich in meinem Wohlfühltempo, freute mich, wenn ich meine Familie sah und ließ die Endorphine kreisen.
Gut, am Schluss war es doch hammerhart, aber ich habe außer an den Verpflegungsständen keine Gehpausen eingelegt und auf der Zielgeraden habe ich lächelnd noch einen kleinen Endspurt geschafft. Mit 4:39 bin ich zufrieden, mehr war bei der Vorbereitung und der Hitze für mich nicht zu erreichen und zum ersten Mal konnte ich im Ziel auf die Massage verzichten - darüber hat sich meine Familie auch sehr gefreut!
Etwas Muskelkater habe ich heute aber doch!

Liebe Grüße an alle
marathon-frau

0

Ja heftig!

Das ist ja 'ne heftige Vorgeschichte, vor allem der Sturz - kann das durch die viele Krankheits-Schwächung gekommen sein?

Dass Du jedenfalls nach so einer durchwachsenen Vorbeireitung nur 10 Minuten über Deiner ursprünglichen Zielzeit landest, ist mehr als beachtlich. Zumal ja schon die Temperaturen Grund genug gewesen wären, länger zu brauchen. Glückwunsch.

Aber auch, wenn Du gut angekommen bist: Vielleicht solltest Du Dich trotzdem mal vom Arzt komplett durchchecken lassen - manche Probleme mit dem Herzen (Entzündungen und Laufen vertragen sich nicht so gut) treten erst nach längerer Zeit auf...

---
Wir sind BORN. Verstand ist zwecklos. Sie werden bekloppt.

Der Gruppenwettstreit: RUHR vs. BORN

Ja, ich glaub auch, dass ich

Ja, ich glaub auch, dass ich zu früh angefangen habe mit dem Training und deshalb geschwächelt habe.
Dir herzlichen Glückwunsch zu deiner Wahnsinnszeit - ist für mich direkt außerirdisch!
Gruß
marathon-frau

Gibt's da Parallelen?

Bei Rü gings doch auch erst nach km3 richtig los... ;-)
Muß ein schönes Gefühl sein, wieder reinzukommen und "es einfach laufen zu lassen"
Glückwunsch
Gruß Schalk

Lispel, lispel

sshag mal, shpf, shpf, wfie sfricht sich dasfph denn soph ohne schzähne?

;-)

Hut ab! Und Glückwunsch zu Deinem guten Zahnarzt.

Gruppenduell Bornies vs. Ruhries

Sei stolz

Trotz Allem, oder gerade deswegen, kannst Du mit Deinem Lauf besonders zufrieden und auf Dich stolz sein.

Manchmal muss man sich vor oder während des Laufs von seinen Zielen verabschieden und setzt sich neue, die einen dann auch zufrieden stellen.

Marathon ist -für mich- jedes mal eine neue Herausforderung.

kann ich dir

nachfühlen. ich hatte auch einen trainingsplan fürs weiltal. nach 6 wochen und genauester einhaltung des plans kam die grippe. zuerst meine beiden kinder, dann war ich dran. 3 wochen war ich total fertig. und die motivation war komplett verschwunden. dafür bekam ich aber ganz starke schmerzen in der hüfte und konnte ab km 17 nicht mehr auftreten. d.h. kein lauf über 20km. so'n sch...meine freundin hat mich dann schliesslich überredet einfach mitzulaufen. habe ich dann auch gemacht. forerunner lag auf dem autodach unseres fotographen, der schon 10 km gefahren war, bevor ich es am start bemerkte, das mein fr fehlt.supi...naja, er hat sich dank klettband an der dachreling festgekrallt und konnte vom dach gepflückt werden. ich bin dann völlig zeitlos gelaufen, hat funktioniert. ziel erreicht, wunschzeit verfehlt. aber beim nächsten mal...

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links