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Mein Bericht - ein wenig Geduld braucht ihr schon :-) Ich hoffe ich habe alles richtig wiedergegeben, alle Namen richtig geschrieben und niemanden bei einer Aufzählung vergessen. Viel Spaß:

Kyffen macht süchtig – Harzen auch

Das Wochenende stand schon lange fest, die Hütte war gebucht – und dann geriet alles in Vergessenheit, da andere Dinge im Vordergrund standen: Der Marathon in Rom, Radtraining auf Mallorca und dann kam auch noch der Osterhase…
Aber plötzlich stand es im Terminkalender „Harzwochende“ – und nun? Wo waren die Blogs, die Hibbelaufrufe und die Planung der Versorgung (das Wichtigste bei einer solchen Aktion)? Der Organisator des Ganzen hatte sich vor geraumer Zeit aufgrund Verletzung abgeseilt; ich fragte per Mail nach und las, dass Maren jetzt die Hauptperson war. Und so erfuhr ich, dass fast alles schon fertig durchgeplant war – bis auf Tee und Kaffee alle Getränke geklärt (besonders die alkoholischen, wie es sich für Sportler gehört), der Speiseplan stand und auch die grobe Tagesplanung in Anbetracht des Kyffhäuser-Marathons am Samstag erledigt war.

Donnerstag wurde also noch ein bisschen eingekauft, Laufsachen und der kleine Rest anderer Kleidungsstücke in die Reisetasche gestopft, der Schlafsack bereitgelegt und Süßkram, Knabberzeug und was sonst nicht erwähnt worden war in den Korb gestopft. Als ich dann am Freitag von der Arbeit kam, hatte Tommi bereits ganze Arbeit geleistet und das Auto gepackt – los ging’s.
Natürlich standen wir schon vor der Stadtgrenze im Stau – jawohl, Braunschweig ist eine Großstadt – doch kamen wir pünktlich genug an, damit ich nach dem Lager aufschlagen mit Maren und Rico eine gemütliche Bergrunde am Hausberg drehen konnte. Unterwegs sahen wir im Tal bereits Jan, Marco und Thorsten nach ihrer Runde in Richtung Hütte traben und als auch wir dort ankamen konnten wir dazu noch Klaus, Jürgen und Birgit mit Tochter Janette begrüßen.

Maren stieg aus und wir sozusagen wieder auf: Rico wollte gern noch auf den Poppenberg und so nahmen wir erneut den Privatweg hinter der Hütte mit geschätzten 150 Höhenmetern in Angriff. Diesmal kamen noch etwa dieselbe Anzahl davon dazu – o.K. den Poppenturm inbegriffen. Für eine Flachlandtirolerin wie mich schon eine Menge Holz, aber wir durften es ja auch wieder hinunterlaufen. Die grandiose Rundumsicht noch im Kopf, begegneten wir sogar Falk – soo groß kann der Wald dort also nicht sein – bei unserem Lauf durch Matsch, Äste und über Steine. Im Brandesbachtal war dann normales Traben möglich und so hatten wir gut 14 Kilometer geschafft, konnten also beruhigt duschen und uns die inzwischen lecker zubereiteten Spaghetti Bolognese schmecken lassen. Irgendwann hatte auch der Schalk genug und gesellte sich zu uns. Muss ich extra erwähnen, dass es ein sehr lustiger Abend war? Nicht zu lang, denn am nächsten Morgen war 5.30 Uhr wecken angesagt, denn um 9.30 Uhr startete der Marathon, Frühstück und Anfahrt, Nachmeldungen – alles wurde eingeplant.

Da wir auf dem Heuboden oberhalb des Gemeinschaftsraums schliefen, wurden Tommi und ich durch Rumoren, Flüstern und Tellerklappern geweckt. Gut, dass wir sowieso Frühaufsteher sind, so legte Tommi gleich Holz nach um die Hütte wieder aufzuheizen und wir gesellten uns zu den „Kyffern“. Erstmal Kaffee – doch trotz der frühen Stunde bekamen wir Appetit und aßen mit. Nachdem die Hütte leerer geworden, also Maren, Birgit, Jürgen, Janette, Rico, Falk und Thorsten verschwunden waren, räumten wir in Ruhe auf und schmiedeten Pläne: Jan und Klaus wollten auf den Brocken laufen und bereiteten sich darauf vor, Ines und ich beschlossen in Begleitung von Tommi mit dem Rad 18-20 Kilometer in der Umgebung zu laufen. Bei herrlichem Sonnenschein starteten wir also auf dem moderat aber stetig ansteigenden Weg Richtung „Hufhaus“. Schon bald wurde die Steigung größer, aber wir hielten durch. Wanderkarte und viele Wegweiser halfen, den richtigen Weg zu finden. Weiter ging es in Richtung Talsperre Neustadt wobei wir den Alten Postweg von Nordhausen nach Braunschweig, bis 1820 genutzt, kreutzten – wir würden ihn noch öfter überqueren oder ihm folgen. Auf der Ostseite der Talsperre liefen wir bis zur Staumauer, der ältesten im ganzen Harz. Dann nahmen wir den Postweg, wechselten auf die Harzstraße und passierten alte Steinkohleschächte. Den Ort Neustadt umliefen wir ein wenig im Zickzack, die Wegweiser waren etwas verwirrend und die Karte zu ungenau, aber vorbei an Gondelteich und Waldbad fanden wir den Weg nach Ilfeld. Unterwegs kamen wir an einem Meiller vorbei, wo gerade Holzkohle produziert wurde und ein paar Leute sich auf mittägliches Grillen vorbereiteten. Ines hatte genug Kilometer gelaufen und wechselte auf’s Rad und Tommi übernahm die Laufbegleitung. So erreichten wir Ilfeld, vergewisserten uns bei einer Anwohnerin und schlugen, der Bahnstrecke folgend, den Weg zum „Nadelöhr“ ein. Parallel zur B4 führte der Weg dann weiter an einer alten Papierfabrik vorbei und direkt am verlassenen Waldhotel Gänseschnabel entlang. Direkt dahinter war schon die Station Netzkater ausgeschildert, und so erreichten wir nach 21,6 Kilometern kurz darauf unsere Hütte, erstaunt, dass auch Jan und Klaus bereits vom Brocken zurück waren.
Gegenseitig berichteten wir bei einer kleinen Stärkung unsere Erlebnisse und die Beiden hatten Lust, mit mir noch einmal in die andere Richtung zu starten, um den Ort Sophienhof zu besuchen. Die Runde führte zunächst recht flach an der Bahnlinie entlang, leicht ansteigend. Hinter dem Bahnhof Eisfelder Talmühle wechselten wir auf die wenig befahrene und mit 12% Steigung ausgewiesene Kreisstraße durch das Große Schumannstal. Teilweise musste ich gehen und wurde von meinen bergerfahrenen Mitläufern oben erwartet. Durch den kleinen Ort ging es vorbei an der Ziegenfarm. An einem Parkplatz versuchten wir an einer Wanderkarte, den geplanten Rückweg zu finden und wurden gleich von einem Ortskundigen angesprochen und auf den Pfad hingewiesen, auf dem die Harzquerung gelaufen wird. Ein schöner Pfad – nun ging es auch ordentlich bergab – auf dem wir eine Wandergruppe überholten bevor wir im Beretal wieder auf einen breiteren Weg stießen. Dieser führte uns zurück zur Bahnlinie und auf den Weg zurück zur Rabensteiner Hütte. Das reichte dann auch – noch einmal hatte ich gute elf Kilometer gesammelt.

Ich war gerade geduscht, da trudelten auch nach und nach die „Kyffer“ ein, beladen mit einem riesigen Pokal, da Birgit unerwartet als erste Frau durchs Ziel gelaufen war und mit Jan, Dani, Matze und Freundin im Schlepptau. Sie hatten wohlweislich Kuchen mitgebracht und in großer Runde wurden Erfahrungen und Erlebnisse ausgetauscht.
Da inzwischen die Sonne wieder hervorgekommen war, gingen Tommi und ich gemeinsam mit Birgit noch einmal los, wir wollten Bärlauch ernten, den wir auf der ersten Tour entdeckt hatten und da wir ungern den gleichen Weg zurück nehmen wollten, machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Drei-Täler-Blick, einem schönen Aussichtspunkt oberhalb des Rabensteiner Stollens. Ein kleiner Tampelpfad führte und am steilen Hang zurück in die Hütte, wo sich der Besuch verabschiedet hatte und die Vorbereitung für das Abendessen im gange war. Es gab Salat, Couscous und Soljanka und alle langten kräftig zu – das hatten wir uns verdient. Auch der Durst wurde reichlich gelöscht, nicht nur mit isotonischen, sondern auch alkoholischen Getränken und der Abend wurde lang und lustig.

Dennoch waren wir morgens früh wach und da Falk noch einmal einen Vierziger laufen wollte startete er schon bald. Später wollte er uns am Brocken treffen. Wir frühstückten in Ruhe, packten alles zusammen und brachten die Hütte in Ordnung. Um zehn Uhr war die Schlüsselübergabe vereinbart und da wir schon vorher fertig waren, reichte die Zeit sogar noch für ein Gruppenbild mit Hütte im Hintergrund. Im Konvoi ging es dann mit dem Auto in Richtung Elend. Am Bahnhof wurden zwei Autos geparkt und wir starteten zu siebt den Lauf auf den Brocken, während Ines, Maren, Tommi, Jürgen und Janette weiterfuhren und uns nach einem kleineren Lauf in Drei-Annen-Hohne erwarten wollten. Durch das Elendstal mit noch „moderater Steigung“ erreichten wir Schierke, von wo aus es dann richtig losging: Sowohl die Wegbeschaffenheit als auch der Anstieg ließen die Pace in die Höhe schnellen, dann kam wieder ein Stück Wanderweg, der fast eben erschien und schließlich den Eckerlochstieg, wo man von einem Felsbrocken zum nächsten steigend oder teilweise über Bohlenwege ordentlich Höhenmeter gewann. Nicht weniger steil war an manchen Stellen die Brockenstraße – doch nun war es nicht mehr weit. Nach einer kurzen Verschnaufpause an der Hütte gingen wir noch zu den Steinen, lasen die nach Himmelsrichtung sortierten Entfernungsmarkierungen zu verschiedenen Orten der Welt und staunten nicht schlecht als Falk auch kurz nach uns bereits dort eintraf. Gemeinsam ging es dann auf der Straße bergab, nun brannten die Oberschenkel schon leicht. Nach ein paar Kilometern wechselten wir auf den Hexenstieg und eine Weile später bogen wir ab – nun wurde der Weg zum Trail. Teilweise mussten wir über umgestürzte Bäume klettern und langsam ließ meine Kraft und Konzentration nach. Ich war froh, wieder auf einem festen weg zu sein, als Falk schon wieder abbog. Überdies ging es nun auch wieder bergauf und die Aussicht auf Umwege nahm mir den Spaß an der Strecke – ich war platt. Zum Glück waren Marco und Rico bereit, mit mir zum Weg zurückzulaufen und diesem ins Tal zu folgen. Unterwegs machten wir noch einen kleinen Stopp an der Leistenklippe und so erreichten wir nach insgesamt 22 Kilometern den Parkplatz, wo die Anderen bereits auf uns warteten. Es gab sogar noch ein alkoholfreies Erdinger, welches ich genoss, wie lange keine Erfrischung zuvor. Eine Viertelstunde später erblickten wir dann auch die fünf Trailfans, die den Umweg genossen hatten.
Nach einer Nachlauf-Bratwurst, wahlweise auch Erbsensuppe, verabschiedeten wir uns. Die Insassen der Fahrzeuge, die in Elend standen wurden zu ihren Autos gebracht, wir lieferten Marco in Wernigerode am Bahnhof ab und fuhren nach Hause.
Fazit: Das müssen wir - egal wo - unbedingt wiederholen: „Leider geil…!“

Leider

Sehr geil, auch dein Bericht!!

Gruß

Also ich bin BORN & HUMPA

Schade

dass ich nicht dabei war, wenn ich das so lese.

Aber bei den vielen Kilometern und meiner Grundlagenausdauerkatastrophe z.Z. wäre das eh nicht gegangen.

Durch deinen Bericht konnte ich wenigsten ein bisschen dran teilhaben.

Danke

Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos
Bin nicht gestört und auch nicht schnell - nur verhaltensoriginell

Sehr schön!

Ja das war so geil, dass wir das unbedingt mal wiederholen sollten.

@SWaBS: Da war für jeden etwas dabei. Mehr Kilometer (Falk) bis Wenig Kilometer (Ines). Man kann auch spazieren gehen. Andere sagen wohl wandern dazu, aber das macht auch Kraft in den Beinen. Nach so einem Spaziergang hat Fazer schließlich den Kyffhäuser gewonnen. ;-)
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LG Inumi
Wer immer alles eng sieht,
sollte mal das Weite suchen.

Leider...

..total geil! Ob diese Hütte oder ne andere, bei ner Wiederholung will ich unbedingt wieder dabei sein! Toll, daß Du und Tommi auch dabei wart:-)!
Und daß Mitnehmen nach Wernigerode war auch perfektes Timing: mein Zug für 18 Minuten später.
Gruß, Marco
You'll never hüttentour alone

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