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Acht Villenbesitzer haben mit erschreckender Dreistigkeit den sehr beliebten Uferweg am Griebnitzsee mit Bauzäunen , Holzstapeln und Heckenpflanzungen gesperrt.Der Griebnitzsee liegt direkt zwischen Potsdam und Berlin und ist ein ehemaliges Grenzgewässer. Der unmittelbar nach dem Mauerfall angelegte Uferweg auf dem früheren Postenweg der DDR-Grenztruppen ist bei Fußgängern, Joggern und Fahrradfahren wegen seiner wunderschönen Lage sehr beliebt.
Nun ist Schluß damit. Einigen Grundstückseigentümern mit Geld und teuren Rechtsnwälten ist es gelungen die Bevölkerung auszusperren und ihren egoistischen Eigennutz über das Gemeinwohl zu stellen. Gekauft haben sie die Grundstücke vielfach erst in den letzten Jahren mit einem bereits bestehenden Weg. Die Stadt Potsdam hat vieles versucht, den Uferweg und Uferpark zu sichern, aber ist nun wohl gescheitert. Helfen kann nun nur noch ein angestrebtes Enteignungsverfahren, das aber viele Jahre dauern wird. Es ist zu erwarten, dass der Weg lange Jahre gesperrt bleibt und als Highlight für viele Jogger verloren ist.
Als ich am Freitag, wie seit vielen Jahren, die Runde um den Griebnitzsee machen wollte, ist mir das Ausmaß und die Konsequenz erst richtig offensichlich geworden.
Wut, Entaüschung und Zorn auf die rücksichtslosen Geldsäcke lassen mich nicht los. Das soetwas in diesem Staate möglich ist, habe ich nicht mehr erwartet. Früher hat das Unrechtsystem Mauern gebaut, heute sind es die Bonzen. Geld regiert die Welt. Da können einige Wenige den sozalen Frieden einer Gesellschaft terrorisieren. Arm im Kopf und arm im Geist.
Was denkt Ihr darüber. Wie geht es Euch Potsdamer und Berliner jogmapper mit dieser Ohnmacht am Griebnitzsee. Wer mehr erfahren möchte kann unter www.griebnitzseeufer.de nachschauen.
Sollten wir uns das gefallen lassen oder gibt es phantasievolle Aktionen, die wir gemeinsam starten können.
Am Sonntag ist der RBB-1/3 Marathon quer durch Potsdam. Vielleicht gibt es dort Möglichkeiten unsere Wut zu zeigen.
Ich möchte meinen Uferweg zurückhaben und hoffe auf viele Reaktionen.
Liebe Grüße Devi

Berechtigter Ärger

Dein Ärger ist verständlich.
Soweit ich allerdings gehört habe, hat die Stadt Potsdam eben nicht energisch nach einer Lösung gesucht, sondern die Angelegenheit systematisch verschleppt.

Griebnitzseeufer

Hallo Devi,

hab mich auch geärgert, mussten unsere Radtour über die andere Seite (Berlin, Zehlendorf)fortsetzen. Wir sind oft am Griebnitzsee, ich finde das Verhalten dieser Leute sehr egoistisch.

Griebnitzsee

Das Problem ist nicht die Stadt Potsdam, sondern unsoziale und rücksichtslose Eigentümer, denen Bedürfnisse der Mibürger egal sind.
In einem persönlichen Gespräch vor Ort heute Mittag hat OB Jakobs versichert, dass die Stadt Potsdam sehr intensiv an der Realisierung des Uferweges gearbeitet hat. So wurde ein B-Plan erstellt und mit den meisten Einzeleigentümern bereits vertragliche Reglungen getroffen. Jedoch verweigern die acht Hardliner jedes Gespräch mit ihm. Immerhin ist Jakobs das von der Mehrheit der Potsdamer Bevölkerung demokratisch gewählte Stadtoberhaupt. Ich finde diese Haltung anmaßend und arrogant. Sie zeigt deren Einstellung, auch wenn die Stadt in der Vergangenheit den einen oder anderen Fehler gemacht hat.
Gruß Devi

Gähn

eines der Probleme ist sehr wohl die Stadt Potsdam, vor Jahren schon wurden ihr die besagten Streifen zum Kauf angeboten.
Und ganz ehrlich, ich hätte auch keine Lust mehr, wenn ständig und trotz mehrfacher Verhandlungen schon in den 90zigern, andauernd Leute über mein Grundstück gehen zu lassen.
Das hat nichts mit arrogant zu tun, wenn der Uferweg begehbar war, dann war dies die ganzen Jahre über illegal.
dann muß eben die stadt in den sauren Apfel beißen und die 150€/m² bezahlen, die chance den Grund günstiger zu erwerben war da.
By the way, wenn dem Eigentümer mit enteignung gedroht wird, warum sollte er dann verhandeln.
Demokratie:
ich wette daß mind. 80% der Potsdamer Bevölkerung der Uferweg am Allerwertesten vorbeigeht.

Der Tag geht zu Ende: Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein paar davon behalte, die anderen wirf weg! Calvin O. John

www.laufpark-stechlin.de

Kurz ....

... zusammengefasst: selbstsüchtig und arrogant!

Aber leider werden die Beispiele dafür ja immer mehr, dass vermeintliche Führungseliten jegliche Vorbildfunktion verlieren, vor allem in moralischer und humanistischer Hinsicht!

Viele Grüße
Carsten ... der jetzt gleich durch die Stadt rennt :-)

Herzliche Grüße aus dem Süden,

dem Süden von Hannover, dem Maschsee nah.
Meine Verbundenheit mit den Menschen in dieser Situation ...

Ich wünsche euch eine Super-Idee, einen Glücksfall, damit ihr aus dieser Umklammerung heraus kommt.

Idealismus ist, wenn man mit der Kraft der Begeisterung länger lebt, als es der Körper erlaubt ...
KChristoph
... Laufen was das Zeug hält !

Deine Wut auf die

Deine Wut auf die Griebnitzseeschlacht kann ich total verstehen. Bin selbst 5 Jahre fast täglich dort gelaufen und es gab ja die merkwürdigsten Versuche der Eigentümer, auch ohne Genehmigung den Weg für das lästige Fussvolk zu schließen. Rasensprenger direkt auf den Fussweg zielend, nächtliche Baggeraktionen u.v.m.
Zuvor haben sie versucht, mit dem Griebnitzseelauf die Leute zu besänftigen. Als die Katze halbwegs im Sack war, gab es keinen Griebnitzseelauf mehr!
Einige aus dem Verein sind selbst Läufer und Walker.
Mir wurden diese Machenschaften irgendwann zu blöd und bin nur noch Straße bis zum Babelsberger Park gelaufen und die Waldseite Griebnitzsee zurück.
Würde mich interessieren, wie es dort weitergeht.
Gruss, NB844

gefärbte Sichtweise

Hallo runandbike1,
wenn man die Griebnitzsee-Situation durch eine parteipolitische Brille sieht, kann man schon zu solchen Auffassungen kommen. Wir leben aber hier in einer Gemeinschaft und gewisse Leute treten die dafür notwendigen Spielregeln mit Füßen und gefährden den sozialen Frieden indem sie ausgrenzen und sich undemokratisch verhalten. Es waren nicht ihre Grundstücke, die illegal genutzt wurden, sondern die Grundstücke wurden mit einem öffentlichen Weg gekauft, der nun verschwinden soll. Der Weg war nicht illegal sondern von der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die entsprechend der Brandenburger Landesverfassung, Artikel 40(3) gehandelt habe. "Land, Gemeinden und Gemeindeverbände sind verpflichtet, der Allgemeinheit den Zugang zur Natur, insbesondere zu Bergen, Wälder, Seen und Flüssen unter Beachtung der Grundsätze für den Schutz der natürlichen Umwelt freizuhalten und gegebenenfalls zu öffnen".
Die Drohung mit Enteignung ist erst ausgesprochen worden nachdem die Hardliner jeglichen Verhandlungswillen eingestellt haben. Ziel der jahrelangen städtischen Verhandlungen war ein Interessenausgleich zwischen Anrainern und Nutzern, was auch in den meisten Fällen erreicht wurde. Nur einige Wenige setzen ihre egoistischen Ziele jetzt mit massiven Maßnahmen durch.
By the way, es ist wohl kaum jemandem egal wenn vorher stadtnahe öffentliche Grünflächen für die allgemeine Nutzung zugunsten von privaten Luxusgärten geschlossen werden.
Übrigens wird es wohl kaum einen Potsdamer geben, der einen erneuten Mauerbau, von wem auch immer, gutheißen kann.
Für freie Uferwege, überall!!
Griebnitzsee für alle!!
Devi

mag ja sein

daß meine sichtweise "gefärbt" ist.
Ich kann auch deine Einwände durchaus nachvollziehen.
Aber für mich entscheidend ist, daß die Stadt Potsdam den Grund und Boden auf welchen der Weg verläuft nicht erworben hat, aus welchem Grund auch immer.
Weiterhin existiert ein Urteil von einem ordentlichen deutschen Gericht.
Wie der Kaufvertrag der jetzigen Grundstückseigentümer aussieht wissen vermutlich nur sie selbst, die Stadt Potsdam sowie das Land Brandenburg und die Gerichte.
Seit dem 3. Februar 2005 gilt für das Gebiet eine Veränderungssperre, die erst am 3. Februar 2008 abläuft. Bis zu diesem Zeitpunkt ist geplant, dass nach umfangreicher Abwägung der Bebauungsplan Nr. 8 „Griebnitzsee" durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen sein wird.
Ist dies erfolgt?
Auszug aus der Morgenpoast vom 21.04.:
Morgenpost Online: Die Stadt hatte das Kaufangebot des Bundes für die Uferflächen nicht angenommen. Sie hat die Grundstücke von Privaten kaufen lassen. Diese sollen sich jetzt einschränken oder müssen sie zu schlechten Konditionen aufgeben. Ist das zumutbar?
Jakobs: Wir wären damals aus haushaltspolitischer Sicht schlecht beraten gewesen, die Grundstücke vom Bund zu einem Preis von 115 Euro pro Quadratmeter zu erwerben. Das war zu viel Geld für Flächen, die öffentlich genutzt werden. Fakt ist: Jeder, der an den Griebnitzsee gezogen ist, hat sein Grundstück in dem Bewusstsein erworben, dass der Uferweg öffentlich genutzt wird. Jeder, der eins und eins zusammenzählen kann, musste wissen, dass es zu Konflikten kommt, wenn er auch den Weg zu seinem Privateigentum erklärt.
das ganze Interview:http://www.morgenpost.de/brandenburg/article1077144/Griebnitzsee_Buergermeister_stellt_Ultimatum.html
wieviel ist dann der Stadt eine öffentliche Grünfläche wert?
Korrigiere mich bitte wenn ich falsch liege:
die Stadt hat ein Kaufangebot vorliegen.
Was über die Nutzung des Uferwegs notariell festgelegt wurde ist hierbei das Thema.
Jeder mittelmäßig begabte Jurist wird vermutlich ein Enteignungsverfahren erfolgreich abwehren.
Für freie Uferwege, wir Berliner müssten ja dann auch mal anfangen entlang des Müggelsees oder der Spree für freie Uferwege zu sorgen.
Guck dir mal z. B. Schwanenwerder an, sollen auf dieser Insel jetzt alle den Uferstreifen räumen?
das kann nicht dein Ernst sein.
Nichts für ungut, es gibt immer 2 sichtweisen der Dinge, wenns diese "Bonzen" als Steuerzahler nicht gäbe, könnte es sein, daß wir vielleicht selbst mit der Sense unsere Uferwege pflegen müssten, mal als übertriebenes Beispiel.
Bin übrigens am 1. Mai in der Ecke und laufe einen Teil des Mauerweges ab, wenn du Lust hast komm einfach mit.
lg.

Der Tag geht zu Ende: Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein paar davon behalte, die anderen wirf weg! Calvin O. John

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Ich kann die Wut bzw.

Ich kann die Wut bzw. Aufregung der Läufer gut verstehen. Aber man kann es nicht deutlich genug sagen. Versagt haben hier die Ämter der Stadt Potsdam. Die neuen Eigentümer der Grundstücke haben diese als Wassergrundstücke gekauft und auch bezahlt. Das hätte man eben so nicht verkaufen dürfen. Jetzt hinterher, nachdem ich einen entsprechenden Preis bezahlt hätte, würde ich auch nicht gern dauernd Leute haben, die über mein Grundstück laufen. Also nicht immer über die Bonzen meckern, sondern sich fragen, ob nicht -wie leider so oft - die Ämter gepennt haben.

Die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt

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dem kommentar von 0815runner ist beizupflichten.

ich lief seit jahren regelmäßig den griebnitzsee uferweg, weil ich einfach in der nähe wohne. schade ist es schon, dass da jetzt dicht gemacht wurde, aber das eigentumsrecht wird in deutschland nun mal sehr hoch bewertet.

im ergebnis laufe ich jetzt eben woanders her - und komme auch auf meine benötigten kilometer. und darum geht es ja schließlich beim training!

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