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Düsseldorf Cityman 2008: „Ein traumhaftes Triathlonwochenende“ (Dichtung und Wahrheit)

Den "Artikel" habe ich letztes Jahr im Sommer geschrieben. Die bei Trimag.de wollten ihn aber irgendwie nicht. Vielleicht will ihn ja hier jemand lesen...

Bereits zum sechsten Mal fand in Düsseldorf der Cityman statt. Nach der furiosen Weltmeisterschaft im letzten Jahr mit dem sensationellen Sieg von Daniel Unger entschieden sich die Veranstalter in Absprache mit der Stadt, das Teilnehmerlimit nochmals zu erhöhen. So starteten diesmal über zehntausend Teilnehmer in den verschiedenen Disziplinen und verwandelten die Stadt für ein ganzes Wochenende in den Nabel der Triathlon-Welt.
Josef Köbes von der veranstaltenden Eventagentur „Altsogut“ zeigte sich nach der Veranstaltung restlos begeistert: „Jedes Mal denken wir, es ist nicht mehr zu toppen, aber wir müssen uns dann doch immer wieder eines Besseren belehren lassen.“ Über drei Tage zeigten die Spitzen- und Breitensportler Leistung und Engagement auf den fantastischen Strecken rund um den Düsseldorfer Medienhafen und die Altstadt. „Unsere Entscheidung den Schwerpunkt unserer Veranstaltungsserie auf Düsseldorf zu legen hat sich in den letzten Jahren bewährt. Inzwischen ist der Triathlon in Düsseldorf eine eigene Marke geworden, die weltweit Maßstäbe setzt“, so Köbes. Der Weltmeistertitel von Daniel Unger hat dem Sport nochmals einen Schub gegeben. Der Veranstaltungsort Düsseldorf liegt im Herzen der Triathlonhochburg NRW und ist der Höhepunkt von vielen großen und kleinen Veranstaltungen in der Region und den Nachbarstädten. Im Sog des Düsseldorfer Triathlon konnte jetzt bereits zum zweiten Mal in Köln ein Langdistanz-, besser bekannt als Ironman-Wettkampf durchgeführt werden. „Wir haben den Kölnern bereits letztes Jahr unsere Unterstützung zugesagt, und werden ihnen auch diesmal helfen“ ließ Köbes unmittelbar nach dem Ende der Veranstaltung verlautbaren.

Altbiertrinker Unger

Was Freitagnachmittags mit den Schultriathlons begann, fand Samstags- und Sonntagsmorgens einen Teilnehmerhöhepunkt mit den Massenstarts der Jedermann Starter der Sprint- und der Olympischen Distanz. An den Nachmittagen starteten dann die Elite Felder mit den internationalen Spitzenathleten. Abends fanden dann die Prominenten- und Firmen Staffeln um den Maxfield Pokal (überreicht von Verona Poth) statt, die erneut von den Mannesmännern (sie starteten letztes Jahr noch unter dem Namen der Vorgängerfirma Vodafone) gewonnen wurden. Das die Deutschen Spitzensportler dieses Jahr nicht so erfolgreich waren, ließ sich im Jahr der Olympischen Spiele verschmerzen. „Unser Fokus liegt ganz klar auf Peking, für mich war das heute eine willkommene Unterbrechung des Vorbereitungsprogramms“, sagte Weltmeister Unger, der sich trotzdem noch ein Alt am Uerige, dem traditionsreichen Düsseldorfer Brauhaus genehmigte und dabei mit den Erstligakickern der Fortuna (vollzählig anwesend, bis auf die Stars der Mannschaft, die nach der EM noch im wohlverdienten Urlaub weilten) zusammentraf.

Das größte Schwimmstadion der Welt

Start und gleichzeitig eines der Highlights der Veranstaltung ist das Schwimmen im Hafenbecken vor den Gehry-Bauten. Aufgrund der hohen Kaimauern ist es für die Zuschauer möglich, fast die gesamte Schwimmstrecke wie in einem Schwimmstadion zu sehen. Der Lärm bei den Starts ist Ohrenbetäubend und bietet den Athleten und Zuschauern ein weltweit einmaliges Spektakel. Die Radstrecke führt beidseits des Rheins über komplett gesperrte und breite Straßen. Auch die beiden Rheinbrücken sind im Rahmen der Veranstaltung komplett gesperrt. Bürgermeister Elbers steht trotz der vielen Beschwernisse aufgrund der Sperrungen, die das Wochenende für seine Stadt mitbringt voll hinter dem Triathlon: „Wir wollen das Engagement, das unter Joachim Erwin (der kürzlich verstorbene OB) begann weiter fortführen und sind froh, diesen aufstrebenden und dynamischen Sport untrennbar mit dem Namen unserer Stadt verbunden zu haben.“
Gekrönt wird die Strecke durch den Lauf über die Düsseldorfer Königsallee und das Herz der Altstadt, wo an den Brauhäusern von den Wirten Zusatztribünen aufgebaut wurden. Dichtgedrängt feuerten die Düsseldorfer bei ihrem „lecker Alt“ die zahlreichen Athleten an. Gänsehautatmosphäre pur, da nahmen die Athleten gerne den etwas unbequemen Laufuntergrund in Form der Pflastersteine der Düsseldorfer Altstadt in Kauf. Zieleinlauf wie jedes Jahr am Medienhafen, wo sich auch die Wechselzone befindet direkt am Gebäude des WDR. Natürlich ließ es sich der Sender nicht nehmen dieses sportliche Großereignis, welches im wahrsten Sinne direkt vor seiner Haustür stattfindet, mit zahlreichen Übertragungen und Stories vorbildlich zu begleiten.

Einmal im Rosenmontagszug mitfahren

Dort war dann auch die Partymeile, mit dem Nachzielbereich und den Showbühnen, wo die Toten Hosen am Freitagabend als Überraschungsgig auftraten um „ihren“ Düsseldorfern einzuheizen. Auch die Siegerehrungen waren anders als sonst. Schließlich gab es in Düsseldorf für die Sieger der verschieden Altersklassen einen besonderen Preis, der für alle eine große Überraschung war. Das Düsseldorfer Karnevalskomitee wird zum nächsten Rosenmontagszug jedem Sieger einen Platz auf einem der Wagen reservieren. Das lässt sich mit Geld nicht kaufen!
Stimmungsvoller Abschluss der Veranstaltung war das abendliche Feuerwerk bei lauen Temperaturen, welches um und auf dem Düsseldorfer Fernsehturm direkt über den feiernden gezündet wurde. Alle waren sich einig, nächstes Jahr nochmal!

Nur ein Traum (Wahrheit)

Natürlich hat dieser Triathlonevent nur in der Phantasie des Autors stattgefunden. Aber jedes Jahr, wenn in Hamburg neue Superlative gefunden werden blickt er etwas neidisch und vor allem wehmütig gen Hansestadt. Was hätte in Düsseldorf entstehen können, wenn die geplante und bereits terminierte Veranstaltung im Jahr 2003 nicht kurzfristig von der Stadt nach Unstimmigkeiten mit der Agentur „Upsolut“ abgesagt worden wäre. Tatsächlich sollte in Düsseldorf damals eine gleichberechtigte Partnerveranstaltung zum Hamburg Cityman ins Leben gerufen werden. Die Ausschreibung war fertig, sogar Anmeldungen waren schon entgegengenommen worden (ich stand schon in der Starterliste!!!)und die Streckenführung entsprach grob der oben beschriebenen. Kurz nach der gescheiterten Olympiabewerbung Düsseldorfs kam die Absage (die Stadtspitze dementierte damals jedoch einen Zusammenhang). Diese kam die Stadt nachträglich noch teuer zu stehen, da sie der DTU eine gehörige Entschädigung zahlen musste.
Viele wissen gar nicht mehr davon oder haben es vergessen. Den Düsseldorfer Autor erfasst jedoch einmal im Jahr die Sehnsucht nach einem Triathlon, der so schön hätte sein können. Wenn man die Entwicklung in Hamburg seitdem sieht, so scheinen diese Triathlonträume gar nicht so weit hergeholt zu sein. Schade, echt schade. Stellt doch bitte den Hamburger Triathlon ein, dann braucht sich der Autor nicht mehr so zu grämen…

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