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Heut morgen ging's erst mal nach Kaiserslautern in den Laufladen. Ganze 4 Modelle in je 2 in Frage kommenden Größen gab's zur Auswahl, und ja, das grenzt für mich mit Schuhgröße 48 schon an Schlaraffenland-artige Verhältnisse.

Und der Brooks Ghost 4 war dann auch Liebe auf den ersten Blick. Flexible Sohle, sitzt perfekt, ob mit oder ohne Sporteinlage, guter Halt. Alles richtig mit diesem da. Aus lauter Dankbarkeit nehm ich noch kurze Tights und ein Sportkäppie mit, beides wollt ich mir schon lang mal gönnen.
Sowie 4 Päckchen verschiedene Gels, die ich nächsten Dienstag beim letzten >30-Lauf ausprobieren will, als Generalprobe für den Marathon.

Wegen viel Trödelei und weil ich ja auch den Hund noch bespaßen musste, fiel mir um halb 3 ein, dass ich mich gar nicht angemeldet hatte. Hatte ich vergessen. Normal mach ich das immer. Also schnell in's Internet und nachgeguckt, bis wann man sich nachmelden kann. Bis halb 3.
Also in Windeseile in die Klamotten (natürlich auch die neuen Schuhe, klug oder nicht, ich konnte es mir nicht verkneifen), und im Rallye-Modus den zum Glück wieder offenen Staffel runter nach IGB gedüst.
Etwas abseits der Veranstaltung geparkt, um nicht noch nach nem Parkplatz suchen zu müssen, und mit einem Qualitäts-Aufwärmsprint den restlichen Kilometer zur Turnhalle zurückgelegt. 15:01 Uhr.
Am Nachmeldetisch sitzt die Mutter eines Schulfreundes, ich bekomme meine Nummer noch. Erst mal durchatmen.

Zurück am Auto fängt einer der heftigen Schauer an, die schon den ganzen Tag durchziehen. Ich warte im Auto ab, gegen 15:30 geht's erst zum Aufwärmen.

Am Start stehen - als "Zivilisten" - der Coach und Strider und Tochter (?), beide müssen ja etwas die Knochen schonen für Hamburg. Das nenne ich Laufsport-Enthusiasmus, bei dem Wetter am Rand stehen und Läufer anfeuern!
Das (Wetter) ist nämlich bis dahin ziemlich mies, und ich überlegte schon, ob meine kurz/kurz-Bekleidung schlau war, trotz gelben Sack als Startbereich-Kälteschutz.
Übrigens, auch die junge Dame zweifelt meine Kleidungswahl an.

Wegen verspätetem Landtagsrat fing der Lauf dann auch noch 10 min später an. Der Mann wurde dann wenigstens auch mit einem "Buh"-Rufe und Pfeifkonzert begrüßt. Der hat sich - zu Recht - heute keine Freunde gemacht.

Der Lauf selbst war gar nicht so spektakulär. Weder musste ich übermäßig kämpfen für mein Zieltempo noch fiel es mir wirklich leicht.
Motivierend war, dass ich ab km 5 nur noch Läufer "eingesammelt" habe, aber nicht mehr überholt wurde.
Das lag möglicherweise auch an den Klamotten, denn mittlerweile war es trocken, etwas sonnig und viel wärmer als noch beim Start.

Im Ziel war ich super zufrieden mit meinen 43:46 brutto, die meine Uhr anzeigte.
Ich holte mir bei Coach und Strider, die am Ziel standen, dankbar Glückwünsche ab und lief zum Auto. Hatte wegen dem überhasteten Aufbruch keine Duschsachen dabei, trockene Überkleidung musste reichen.
Zurück in der Turnhalle dann eine Ernüchterung. 44:07 ist das offizielle Ergebnis.

Meine anfängliche Verärgerung darüber verlor sich bei Kaffee und Kuchen (3 Stck Kuchen und ein Kaffee für 3 Euro. "Weil die Kuchenstücke jetzt schon alle so klein sind und die Auswahl nicht mehr so groß". Selbst meine 2 Euro Trinkgeld wurden stolz zurückgewiesen.)

Zu Hause fand ich auch den Grund für die Zeitdifferenz.
Nämlich nicht die allgemeine Relativitätstheorie und unterschiedliche Zeitwahrnehmung von beweglichen Objekten. Sondern die Autopause vom Forerunner, die in der Unterführung zweimal die Stoppuhr anhielt.
Ich Idiot hatte vergessen, die abzuschalten.

Übrigens sind die Brooks Ghost 4 fantastisch.

Der Lauf hatte noch etwas Positives, und zwar einen psychologisch wichtigen Aspekt. Während ich mich letztes Jahr im November nach dem 10er am liebsten ab der Hüfte abwärts in ein Voltaren-Bad getunkt hätte, fühle ich mich nicht sonderlich belastet im Moment.
Das gibt mir viel Selbstvertrauen, denn bis heute hab ich mich vor dem Marathon nicht gefürchtet, weil ich an meinem Trainingszustand und meiner Ausdauer zweifelte, sondern weil ich das Gefühl nicht los wurde, dass meine Muskeln zu fragil und empfindlich für die 42 km sind. Die Bedenken haben sich heute weitestgehend zerstreut.

Boah. Was ein Roman.

5
Gesamtwertung: 5 (1 Bewertung)

alles perfekt!

Ja, war strider-Tochter (die jüngste). Du sahst übrigens so locker aus, dass du die 43 glatt noch geschafft hättest! Von mir hast du sie jedenfalls ;-))) He, 44:07 ist ein Ergebnis, dass ich mir nicht mal im Traum zutraue, und das läufst du eine Woche nach Otzenhausen und eine Woche vor dem Marathon! Die Form stimmt jedenfalls!
Dass mit dem Warten auf den Landrat haben wir auch nicht verstanden, fand ich ganz schön daneben. Wir hatten erst noch gedacht, die warten auf den angesagten Topfavoriten oder so ;-))
Leider mussten wir dann doch aufbrechen, Töchterchen streikte endgültig und auch uns wurde es einfach zu kalt. Ist halt doch besser mitzulaufen als Zaungast zu spielen ;-))
Zerstreu mal deine Bedenken, das packst du! Und Glückwunsch zu der rasanten Zeit!

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Klasse Leistung die du da an

Klasse Leistung die du da an den Tag gelegen hast.
Ich wünsch dir viel Glück für deinen ersten Marathon.
Brems dich ja am Anfang und dann kannst du sie wieder alle am Ende einkassieren.

LG Coach

.....Der Schmerz geht, Aufgeben bleibt für immer!.....

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