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Eine Exotin sollte auch mal berichten.

Warum Exotin?

Ich laufe nicht für Wettkämpfe. Ich laufe nicht für Zeiten. Ich laufe, um zu laufen.

Ich bin vorgestern versehentlich 20km gelaufen in einer Zeit, die zwar hinteres Drittel bei einem HM wäre, aber ich habe mich überhaupt nicht auf einen HM vorbereitet.

Naja, so ganz stimmt das nicht.
Ich wollte die 21,irgendwas km bis zum Herbst dieses Jahres locker schaffen können. Entspannt. Ohne Probleme, ohne Krampf, ohne Stress.

Ich laufe nur, wenn ich Lust habe.

Vor 4 Wochen hat mich eine Erkältung eine Woche lang komplett vom Sport abgehalten. Nur eine Woche hat mich irre zurückgeworfen, aber nach drei Tagen war ich wieder auf dem alten Stand.

Nun hatte ich mir vorgenommen, 18km zu laufen. 20 wurden's.
Wow.
Nicht wow wegen der 20km, sondern wow, dass ich so eine Strecke versehentlich schaffe!

Ich hab mir ein paar Mal Trainingspläne angeschaut für nen Halbmarathon.
Mmmh, ganz nett. War mir zu viel. Zu viel Druck. Zu viel "Du musst". Zu viel Vorgegebenes.
Also hab ich's nicht gemacht.
Ich hab einfach gemacht, was mir gut tat.

So kam ich in den Sport.
Ich hab vor 2010 eine Weile lang versucht im Fitnessstudio Sport zu machen, um abzunehmen.
Hat nicht funktioniert. Ich war zu verbissen und schnell war die Luft raus. Den Stress hab ich mit Fressattacken kompensiert.
Davor gab es eine Zeit, wo ich - auch zum Abnehmen - versucht hab zu joggen.
Ich war zu schnell und zu schwer. Kniescheibe kaputt.

Naja, nun kam 2010 und mit diesem Jahr viele Veränderungen in mir und in meinem Leben und ich bin einfach mal spaßeshalber angejoggt, als ich mit meiner Hündin draußen war.

10 Schritte gehen, 10 Schritte joggen. Wenn man das joggen nennen konnte.

Jap, so hab ich angefangen. Quasi aus Langeweile. Einfach nur mal so.

Hat Spaß gemacht. Also nahm ich all die Übungen, die ich im Fitnessstudio von meinem Trainer gelernt hatte, wieder auf und setzte sie auf einem Spielplatz um.

10 Schritte gehen, 10 Schritte joggen und nach ca 15 Minuten ein paar Kräftigungsübungen.
Nur so viel, wie ich Lust hatte.
Dann den Weg wieder zurück.

Ich habe viele körperliche und psychische Defizite (wer hat die heutzutage nicht *lach*), die Kräftigungsübungen und das gemächliche Hoppeln haben mir gaaaanz langsam ein ganz zauberhaftes Körpergefühl gegeben.

Ich konnte mich spüren, spürte die Veränderungen in meinem Körper und in meinem Geist.

Also machte ich weiter.

Immer nur, wenn ich Lust hatte und immer nur so lange, wie ich Lust hatte.

Es gab Wochen, in denen ich GAR NICHTS gemacht habe.
Da ging es mir schlecht.
Also hab ich begonnen, mich auf den Sport zu freuen.

Innerhalb einiger Monate konnte ich 30 Minuten durchgehend joggen.
WOW!!!
Was für ein Gefühl.

Und ich schaffte immer mehr Wiederholungen der Kräftigungsübungen.
Geil.
Ich wurde stärker. Körperlich und geistig.

Ich hatte Blut geleckt.

2 Fitness DVDs hab ich mir zugelegt.

Uff! Das waren Herausforderungen, aber ich hab sie gemeistert. Stück für Stück. Ich hab immer das gemacht, worauf ich Lust hatte. Ohne mir vorher ein Ziel zu stecken.

Heute kann ich 2 DVDs hintereinander weghampeln und nehme noch Gewichte hinzu oder ersetze zu leichte Übungen durch härtere.
Heute kann ich nach einem 10km Lauf noch 1 Std Fitnessboxing oder Power-Workout mit Gewichten hinter mich bringen.
Heute mache ich 5 bis 7 mal die Woche Sport.
Heute erwische ich mich, wie ich Balanceübungen im Alltag mache.
Heute stecke ich mir Ziele beim Laufen.
Aber das wichtigste Ziel, das ich immer habe, ist die Freude am Sport!
Wenn mein Schweinehund mich zur Ruhe zwingt, mach ich ne Pause.
Zur Not auch mal drei Tage.
Und wenn ich Hummeln im Hintern habe, beweg ich mich.

Seit 2011 gibt es diesen Schweinehund irgendwie so gut wie nicht mehr.
Interessant.

Ich möchte, dass mich der Sport gesund hält.
Ich möchte, dass mich der Sport glücklich macht.

Einfach laufen.
Nicht laufen, um abzunehmen.
Nicht laufen, um Zeiten zu schaffen.
Nicht laufen, um besser oder schneller zu sein, als andere.
Einfach laufen, um Körper und Geist als Team zu erleben.

Ein Bekannter fragte neulich. ob es überhaupt noch Leute gibt, die einfach nur Sport machen, weil's geil ist.

Ja. Mich! :)

4.75
Gesamtwertung: 4.8 (4 Wertungen)

:-)

...und damit bist Du noch lange kein Exot :-)

"...ist mir scheißegal wer dein Dad ist, wenn ich hier angel, latscht du hier nicht übers Wasser!"

exotin ???

ach was
du glaubst nur, du bist allein :)
selbst wenn es in den blogs nicht als erstes genannt wird
hier sind unglaublich viele, die laufen, um zu laufen
irgendwann redet man einfach nicht mehr drüber
also, warum man nun genau was man macht
irgendwann eben auch die kleine extrarunde um mehr km zu sammeln als der buddy
oder mal einen wettlauf , um das auch mal zu erleben
oder laufen um mal 21,1 km zu laufen , ganz offiziell ;)
oder den ersten mara...den zweiten...den dritten...
die motivation wird vielfältig
natürlich : weil´s spaß macht
aus lust und laune
einfach so :)

g,c

Großartig

Ich finde das auch total großartig und bewundernswert, wenn Menschen sich z.B. durch Trainingspläne ackern können. Dieses Durchhaltevermögen hab ich wohl einfach nicht. Zumindest nicht, wenn ich's mir vornehme :D

wunderbar

ich glaube auch nicht das Du so exotisch hier bist. Das mit den Zeiten ist ganz witzig, aber nicht der grund warum hier viele laufen. Die Meisten von uns kommen ja nicht über lockeres Traben hinaus und machen trotzdem weiter.

Aber wenn sich Dein Leben so geändert hat dann ist Laufen doch genau das Richtige. Welche Wettkämpfe Du bestreitest und welche nicht ist dabei doch vollkommene Nebensache.

Laufen weil es Spaß macht, so muss das sein. Wünsche Dir noch viele Stunden genussvollen Sport.

Wenn ich was zum Laufen schreibe dann als
Bambiniläufer

Ich denke, du wirst mit

Ich denke, du wirst mit deinen Ausführungen den Läufern, die auf Zeiten und Wettkämpfe trainieren, nicht gerecht. Die wenigsten werden bei dem Gedanken an das laut Trainingsplan anstehende Intervalltraining schlechte Laune kriegen und dann miesepetrig 5x1000m Rennen, wobei sie beim Ein- und Auslaufen leise vor sich hinfluchen, was die Sch**** schon wieder soll. :)

Die meisten werden nach genau demselben Schema begonnen haben zu laufen wie du. Einfach mal probiert, gemerkt das es Spaß macht und fit hält (oder fit macht).

Der erste Wettkampf wird selten länger als 10km gewesen sein und vermutlich auch maximal im nächsten Dorf und nicht 100km entfernt o.ä. Teilgenommen hat man vielleicht um mal ne Menge gleichgesinnter zu treffen und einfach die Atmosphäre mal zu erleben...vielleicht macht das ja Spaß...

Bei mir vergingen zwischen dem ersten Volkslauf ohne spezielles Training und dem ersten auf den ich mit Trainingsplan vorbereitet losging fast 4 Jahre in denen ich einfach ungeplant gelaufen bin, wie ich Spaß hatte.

Beim nächsten Schritt kann ich jetzt nur aus meiner Erfahrung berichten. Die Trainingsstrecken von bis zu 12km wurden mir zu kurz, da ich schneller wurde...ich dachte daran mal was höheres in Angriff zu nehmen...Laufen macht ja schließlich Spaß und befreit den Kopf, was ich mit Beginn des Arbeitslebens noch viel intensiver gespürt habe als im Studium ohnehin schon. Also Halbmarathon (sollte dir ja bekannt vorkommen)!

Sich jetzt anders als du mit einem Trainingsplan auf einen Wettkampf an einem bestimmten Datum vorzubereiten hat dem Laufen für mich neben Gesundheit und Glück noch weitere Aspekte hinzugefügt: Das Gefühl etwas geschafft zu haben, was nicht selbstverständlich ist. Sich auch mal durchzubeißen, wenn die Lust nicht so groß ist (nach 2km merkt man dann eh, dass auch dieser Lauf wieder Spaß macht). Ein Ziel zu erreichen gerade in Zeiten, wo ich mich zB in meinem Arbeitsleben vlt nicht gut selbst verwirklichen kann oder ähnliches!

Um es zusammenzufassen:
Glück und Gesundheit (oder zusammengefasst: Ausgleich) sind für mich die primären Effekte des Laufens. Wettkämpfe und Trainingspläne, Laufliteratur, Stöbern im Internet und Erfahrungsaustausch sind nächste Schritte, die man nicht machen muss, die aber vielen weiterhin beim Laufen fröhlichen und hoffentlich gesund und glücklich werdenden/bleibenden Menschen noch einen kleinen Extrabonus bringen.

Und, unter uns, wenn du schon anfängst dir einen Halbmarathon (das ist ja keine "natürliche" Strecke, sondern für sich schon eine Wettkampfstrecke) als "Distanzziel" zu stecken, ist der Rest nicht mehr weit... ;)

Viel Spaß beim Laufen, ob mit oder ohne Plan und Wettkämpfe!

ha!

Du bist nicht allein hier. Ich lauf auch nur aus Spaß und völlig ohne Ambitionen, nur weil ich will (okay, wenn dabei das eine oder andere Glas Rotwein oder die Tafel Schoki ohne Rückstände von der Hüfte verdampft wird, freuts mich um so mehr) Willkommen!!!
...and miles to go before I sleep...

grübel

Biketime hat das, was ich befürchte, schon gut zusammengefasst.

Ist es nicht immer so mit Leidenschaften?

Man beginnt, weil man es *huppala* für sich entdeckt und macht es, weil's einem Freude bereitet, es einfach zu tun.
Nach und nach nimmt es immer mehr Raum im Leben ein und man beschäftigt sich mehr und mehr damit, wird selbstBEWUSSTer auf den Gebieten und man versucht, es auszubauen und es "frisch" zu halten.

Vielleicht lauf auch ich in 4 Jahren eine Wettkampfveranstaltung.
Vielleicht auch nicht.

Es mal festzuhalten, warum man überhaupt Laufen oder Sport als Leidenschaft begreift, war mal ganz schick.
Wir absolut in eine Facebook Notiz kopiert :D
Vielleicht animiert es ein paar Leute, es mal spaßeshalber auszuprobieren.

Manchmal ändert man sich,

Manchmal ändert man sich, ich bin ca. 20 Jahre völlig ohne Wettkämpfe "einfach nur gelaufen". Mal mehr, mal weniger, ganz nach Lust und Laune, ca. 25 Kilometer pro Woche. Laufen lag im unruhigen Alltag nahe und die Strecken vor der Haustür. Eine meiner Motivationen außer Spaß am Laufen war ganz banal: Ich möchte auch weiterhin Miniröcke tragen können :)).

Tja, und nun? Ich weiß nicht genau, warum ich seit letztem Jahr nun Wettkämpfe laufe. Aber jetzt macht plötzlich genau DAS Spaß. Als ich letzten Sommer dann aber genau DEN Spaß an einem Marathon-Debüt-Trainingsplan wegen anderer Dinge verloren habe, habe ich den geplanten ersten Marathon für Sept. 2011 gecancelt und stattdessen in Greichenland am Strand gelegen. Und jetzt? Jetzt habe ich wieder Spaß und werde in 8 Tagen nun meinen ersten Marathon laufen. Dieses Mal hat der Trainingsplan Spaß gemacht, und ich bin trotzdem nie ohne Lust am Laufen gelaufen.

Also, viel Spaß am Laufen weiterhin, und solange Du Pläne als reine Pläne betrachtest, die Dir Streß bedeuten, machst Du genau das Richtige, indem Du sie links liegen läßt. Wie gesagt, manchmal ändert man sich und seine Meinung im Laufe einiger Jahre ohne eigenes bewußtes Zutun.

LG Britta

Na dann mal Willkommen

...im Club!
Du glaubst, du bist die einzigste?? Vergiss es!
Du bist hier mittendrin im verrücktesten, tollsten, durchgeknalltesten und laufsüchtigsten Verein der Welt! Wir laufen alle, weil es einfach nur geil ist!
Und wieder einer mehr, der angefixt ist, hi hi :)
Klasse, mach genau so weiter, auf den Trip mit den Wettkämpfen kommst du vielleicht auch noch, vielleicht auch nicht, völlig egal. Aber lauf, wenn es dich glücklich macht, du bist hier sowas von genau richtig...hach, schön, noch ne neue :)

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Laufen macht Spaß,

das hätte noch vor einigen Jahren ein ungläubiges Kopfschütteln bei mir ausgelöst! Mit 49 hab angefangen, zu joggen. Mit 55 wollte ich plötzlich auf ein Ziel hin trainieren und mit 56 bin ich dann den ersten HM gelaufen. Im darauffolgenden Jahr wieder einen, dann ein Jahr Pause. Auch in dieser Zeit bin ich gelaufen, mal mehr, mal weniger. Mittlerweile hat mich das Laufen wieder richtig gepackt und übermorgen laufe ich in Bonn wieder den HM, mittlerweile bin ich 59 und hoffe, noch laaaange laufen zu können- einfach, weil es Spaß macht, den Kopf frei macht und so Super unkompliziert ist- Schuhe an und los!

willkommen...

...im glubb!
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laufend hat spaß beim laufen: happy

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