Benutzerbild von marcuskrueger

Kyffhäuser Berglauf. Es ist eine sehr schöne Strecke mit 11 km Einrollen auf Landstraße und dann etwas Mittelgebirge. Zum Schluss gibt es 3 km Bergablauf.
Landschaftlich sehr schön zu laufen. Verpflegung auf der Strecke und im Ziel mau.
Entfernung Parkplatz, Start/Ziel und Duschen/Umkleide sind sehr gut.
Startgeld ist normal für solch einen Lauf.

Bin mit Vereinskollegen früh aus Leipzig angereist und habe mich zum Lauf angemeldet.

Was wollte ich laufen? Ruhig los, die Anstiege mit Anstand und Kniehub, runter rollen lassen, ab km35 Druck & Beschleunigung.
Doch dann kam Schalk dazwischen ;)

Vor dem Start sehr kurz die Jogmap-Meute getroffen, eine Crepe gegessen (das zur Illustration wie ernst ich das Rennen genommen habe) und mit dem Berliner Bergläufer geredet.

"Wie läufst Du so los?"
"5:00er oder 5:15 min/km:"
"Du läufst doch keine 5:15 min/km zu Beginn!"

Standen dann lustig vorn im Startgatter und los ging's. 15 Sekunden vor Start war ich kurz wehmütig, nicht trainiert zu haben. Naja egal, Schwamm drüber.

Los geht's. Es gibt eine Spitzengruppe. Das sind nicht wir. Es gibt eine Hauptgruppe. Das sind nicht wir. Dann so einzelne Verfolger. Da sind wir dabei.

Ich laufe mit dem Schalk. 4:30. 4:25. 4:32 - was in Berlin halt als 5er Pace weggeht.
Mir ist das Schnuppe. So lange ich keine 4:09 laufe, geht das im flachen Teil in Ordnung.

Irgendwann kommt ein erster Anstieg und ich mach das mit dem Kniehub. Bestes Schalk-Zitat des Tages "Dann lassen wir die Vorfußläufer mal nach vorne."

Wir haben hier eine schöne Gruppe. Einen Kyffhäuser-Stammgast mit Alpinerfahrung, Schalk, einen Teammarathoni aus Brandenburg und ich.
Im Wald am ersten Anstieg zersprengt es uns. Während andere hochlaufen, muss ich schon etwas mehr wuchten. An besseren Tagen wüsste ich genau, wie lang dieser Anstieg ist.
Ist egal, Kniee heben!

Mittlerweile ist mir warm, ich war leider am Start Memme und bin mit langarmigen Oberteil gestartet.

Dann bleibt es für die nächsten 14 km der ähnliche Rennverlauf.
1 Läufer, 1 Schalk vor mir, gewinnen Abstand bergauf. Auf Flach- und Bergabpassagen bin ich wieder dran. So wie immer in den "Bergen".

Die Passage zwischen km17 und km22 ist die schönste des gesamten Tages. Schmaler Pfad. Leicht bis mittel bergab. Das macht Spaß. Ich fühle mich gut.

Kurz überhole ich auch mal Schalk, aber das hat nix zu bedeuten.
Gemeinsam verlaufen wir uns, Gemeinsam zum Denkmal hoch.

Bei km26 geht es wieder etwas bergauf. Hier lassen die zwei mich stehen. Ich werde deutlich langsamer. Hinter mir sind auch noch andere Läufer. Denen biete ich Motivation am Berg.

An die Passage zwischen km26 und km32 habe ich keine Erinnerung mehr.
Irgendwann tauchen Walker auf der Strecke auf. Und leider überholt mich auch ein Läufer.

Auf einer Bergabpassage dann die Premiere meines Lauflebens schlechthin.
Vorkrampf. In meinen Waden. Beiden.
Das kenne ich gar nicht. Aber ich bin auch noch nie so halbflott wie heute Berge runtergelaufen. Nicht über diese Distanz.

Ich muss noch mehr Tempo rausnehmen. Leider. Ich laufe gerne bergab flott-flott, will aber nicht auf die Fresse fliegen, wenn bei 3:30 min/km beide Waden zumachen.

Noch mehr überholen mich. Blöd.

Das mit dem Krampfen wird immer unschöner.

Die letzten 10km bin ich zum Schleichen verdammt. Und da geht es so schön bergab. Das kann ich doch. Bei km38 bin ich sehr sehr froh, dass da kein Auto zum Einsteigen steht. Gehpause.

Die letzten 3km sind eine einzige Schmach. Werde nur überholt und kann selbst kaum locker in die Stadt runterlaufen. Habe ich erwähnt, dass ich mich wirklich auf das Bergablaufen gefreut habe?

Dann kommt das Ziel. Es gibt einen Überraschungsanfeuerungsruf und ein paar Meter später einen Überraschungsfototermin.


Herzlichen Dank an @juliregen88 für das Foto.
Zielankunft war nach 3h24.

Im Ziel bin ich primär glücklich, angekommen zu sein. Mit der Zeit kann ich auch leben. Hatte mit 3h30 gerechnet. Aber zwischendurch sah es viel besser aus. Die Kraft hat aber nicht gereicht.
Ich kann nicht mehr locken gehen und habe mir auch noch nen Wolf gelaufen. Terrific!

Rückblickend hatte ich auch die falschen Schuhe an. Ein bisschen mehr Dämpfung (für meine unausreichend ausgeprägte Wadenmuskulatur) hätte meinen Füßen nicht geschadet.

Zielverpflegung ist nicht vorhanden. Wahrscheinlich haben die Halbmarathonis sehr ausgiebig gebruncht. Im Ziel die üblichen "Hallo, Du auch hier" auf dem Sportplatz.

Duschen, was essen und dann -poof!- zurück nach Leipzig.

Am Abend kann ich nicht mehr richtig gehen, mein Knie tut sehr weh, am Sonntag habe ich Muskelkater.

Gestern war ich laufen, bin dann nach 6 km umgedreht, weil es immer noch weh tut.

Dieser Lauf verlief insgesamt anstrengender als gedacht - aber was will ich auch erwarten mit bis dahin 30 gelaufenen km im April.

Das Beste: Jetzt kenne ich die Strecke. Ich komme wieder.

mk

4.2
Gesamtwertung: 4.2 (5 Wertungen)

Also...

ich würd ja sagen: tough gekämpft!! Glückwunsch dazu :-)

Sehr schönes Foto übrigens!!

Ich vermute, andere können dir besser was zu Wadenkrämpfen sagen als ich ;-)

Liebe Grüße,
Koru

Ich habe Dich nicht laufen

Ich habe Dich nicht laufen gesehen. Ich weiß nicht, ich weiß nicht...

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Wenn ich das Wort "Krampf" nur lese wird mir übel ...

... erinnert mich an meine schwärzesten Lauferlebnisse. Immerhin ist dir dabei der Spaß nicht gänzlich abhanden gekommen, und die Zeit kann sich doch auch mehr als sehen lassen. Schade, dass du nicht noch mit zu unserer Hütte gekommen bist, dann hätten wir noch ein Bier zusammen trinken können.

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

wiederkommen...

...klingt doch gut!
Schöne Restregeneration noch!
Schönen Gruß, WWConny

Du hast ein Kämpferherz!

ansonsten hättest Du diesen schweren Lauf ohne viel Training nicht so gut gefinished!
Lass Dein Knie mal ein paar Tage in Ruhe, Du verlierst nichts.
Beim nächsten Mal machst Du dann das komplette Kyfferprogramm inkl. Hütte, denn bekyfft läuft es sich anscheinend siegreich entspannt!;o)

Gute Kniebesserung wünscht Dir
Carla :o)

Haha, ohne Training und dann

"nur" 3:24. Ich glaub mir wird schlecht.

Aber ich hab's auch ruhig angehen lassen mit Gehpausen an den Verpflegungsstellen. Was braucht man auf so einem Marathon? Tee, Salz und Haferschleim - und das gabs. Zwar nicht überall, aber immerhin.

Im Ziel war auch viel Tee und Banane wurde von mir gesichtet. Ansonsten aber nicht viel, das stimmt.

Jedenfalls bist Du ein Kämpfer. Um mit dem Schalk mitlaufen zu können solltest Du vorher trainieren. Empfiehlt sich dringend.

Hoffe wir treffen uns gesund am Rennsteig!

Ich weiß nicht

ob ich schmunzeln oder staunen soll; am besten beides;-) Aus dem Stand heraus solch einen Lauf in solch toller Zeit zu finishen, verdient meinen ganzen Respekt!!! Fetten Glückwunsch!!! Aber sich darüber zu beklagen, dass man(n) bei der geringen bis gar keinen Vorbereitung Zipperlein von solch einem Vorhaben davonträgt, lässt mich gaaaaaaaaanz breit grinsen 0:)))

Schön geschrieben!
Tame:-)
BORN - denn sie wissen nicht was sie tun!

Das paßt schon! ...

... Emkay und ich laufen auf einem Level. Definitiv!
Jedenfalls war ich auf nem M noch nicht so schnell, wie Emkay.
;-)

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