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In der Nacht von Freitag auf Samstag hatte mir die Hexe mächtig in den Rücken oberhalb vom Ischias geschossen. Und ein Start am Sonntag bei dem 2 Seen Panoramalauf war fraglich. Strider erklärte sich natürlich sofort solidarisch und meldete Bänderdehnung im Sprunggelenk an, kann Frau ja Tapen ;-)
Also kam der Sonntagmorgen und nun stellte sich die Frage schwitzen in der Sauna oder schwitzen auf der Strecke. Letzteres kam dann in Frage, für Hamburg müssen noch ein paar Meter geschruppt werden.
Strider fing dann mal an das Gelenk professionell zu Tapen.
O-Ton von Coach „Meinst du nicht das scheuert?“
Antwort „Nein“.

Dann stand noch die Kleiderfrage im Raum. Für Coach war die Kleiderfrage ganz schnell geklärt, strider war sich nicht so sicher kurz oder noch kürzer?
Also habe ich mich für die lange Winterhose, Winterunterhemd, Wintertrikot und Laufweste drüber entschieden. Strider lief in kurz und Ärmellos.
Brrrrrh, bei dem Anblick fror ich schon.
Lieber schwitzen als frieren ist meine Devise. Und es war eine gute Wahl bei der eisigen Luft, Böen mit bis zu 50km/h, kaum Sonne und das ganze bei höchsten 10 Grad. Gefühlt waren es Minusgrade.

Ok machen wir uns auf die Fahrt nachdem die Nummer 3 am Schwimmbad abgeliefert wurde.
Vor Ort gab es dann ein Treffen mit der gesamten saarländischen Läuferszene und in Bussen ging es dann zum Start um 9.30 Uhr an den Bostalsee.
Da wir zusammen mit Dotterbart den letzten Bus genommen haben standen wir natürlich ganz hinten. Aber da es ja nur ein gemütlicher Lauf über 32 km werden sollte war es egal wo wir stehen.

Pünktlich machten wir uns dann auf die Strecke die mit herrlichen Aussichten und reichlich Höhenmetern verziert ist. Nach 2-3 Kilometern hatten wir uns dann durch die Walkerfront gekämpft und die ersten Anstiege kamen dann bei Kilometer 5, kurz nach der ersten Verpflegungsstelle an der es dann nur Wasser gab. Kurzer Schluck und weiter ging es.
Blick zur Seite hast du nicht kalt? Ich hätte mir doch besser eine dünne Windjacke mitgenommen. Ich kann dir auch meine Laufweste geben. Nein, bei strider wird warme Kleidung ja überbewertet.
Dotterbart verschwand in die Büsche und kurz darauf kam ein leises „Das Tape scheuert doch“.
Ach neee, dabei war es so professionell geklebt dass es bei dem kurzen Stopp gar nicht mehr lösen lies.
Dotterbart hatte wieder Aufgeschlossen und gemeinsam ging es weiter, rauf und runter und meisten in Schieflage gegen den Wind. Die nächste Verpflegungsstelle ließ ich dann mal aus. Wieder nur stilles Wasser, das macht mir nur noch mehr Hunger.
Und der Hunger war schon riesig, da ich ja beim Frühstück wieder einmal nicht die Stullen in der Sollzeit gepackt habe ;-)

Schnell vergingen die nächsten Kilometer. Bei strider brannte das Gelenk, und ich hatte Rücken und lief in Schonhalten mit einem Schlapptritt ohne hektische Richtungswechsel, die zeigten mir nämlich schnell die Grenzen.

Schon nahte die nächste Verpflegungsstelle. Strider lief vorbei, aber ich sah schon von weitem „Cola“, das beruhigt den Magen und sättigt wenn „Mann“ genug davon hat.
Also 2 Becher geschnappt und Pace erhöht da strider schon weg war. Hmmh Cola, da sagt sie auch nicht nein als meine Becher in greifbarer Nähe waren.

Bei Kilometer 16 hatte sich dann Dotterbart verabschiedet, er wollte noch etwas Endbeschleunigung machen. Wir blieben bei dem gemütlichen Tempo da es nur uns ankommen ging.

Kurz darauf gab es für uns die Wahl nehmen wir die Mädchenstrecke über 18 km oder die Männerstrecke über 32 km?
Trotz der zunehmenden Beschwerden gingen wir dann auf die Strecke der 32 km Runde, was ja auch noch mit reichlich Verpflegung belohnt wurde (für mich). Bei strider kündigte sich der Magen an was uns zu einem Stopp zwang. Gleichzeitig wurde nochmals versucht das Tape zu lösen. Ups die Haut löst sich mit und eine dicke Blase schaut hervor. Da ist nichts drin das muss dran bleiben. Und weiter ging es gemeinsam gegen den Wind und an den reichlich gedeckten Tischen vorbei.
Lecker, Banane gehen immer. Warum nur ein Stück nehmen wenn nebenan eine ganze liegt?
Die Kilometer rinnen nur so dahin und strider machte sich dann mal bemerkbar wegen der Pace die gegen 5 wanderte. Ja ich mache ja schon langsam.

Schnell war die letzte Verpflegungsstelle erreicht.
Coach hatte direkt ein Auge dafür, da liegt Hefezopf. Wie viel bekommt „Mann“ da in einer kurzen Pause rein. Diese Frage war schnell gelöst, reichlich. Und wenn die Backen voll sind gibt es ja noch zwei Hände zum mitnehmen.
Leider mussten wir dann auch schon wieder aufbrechen. Denn es war kühl und es warten noch einige Meter bis zu den warmen Duschen. Wir genossen noch die letzten Anstiege und die schöne Landschaft bevor das Ziel nahte.
Wieder einmal ging ein schöner Lauf viel zu schnell nach 32 km zu Ende. Ich hätte noch viel weiter Laufen können. War ja gut gestärkt ;-) Und bestimmt zwei Kilo schwerer als vor dem Lauf.

Im Ziel ging es dann rasch zu den Duschen. Knappe 3h8min in der Kälte laufen, was freue ich mich auf warmes Wasser. Wenn noch welches da wäre. Egal wird halt kalt geduscht. Hauptsache rein in frische Kleider.

Als Belohnung für den schönen Lauf mit bester Begleitung gab es dann in guter Gesellschaft noch etwas Kuchen und isotonische Hefegetränke. Dem Magen soll es ja auch gut gehen, nicht nur dem Läuferherz.

Es war nun mein dritter Start bei dem Lauf und mit Sicherheit nicht der letzte sein.
Schön dass es auch solche Veranstaltungen gibt, bei dem die Zeiten total überbewertet werden und es nur darum geht mit netten Läufern die Landschaft zu genießen.
Fast nur, denn ganz nebenbei ging es meinem Magen auch prächtig. Im Gegensatz zu dem meiner Mitläuferin, der zickte Leider kurzzeitig.
Und nach 32 km werden alle Schmerzen vom Sprunggelenk und Rücken mit Glücksgefühlen reichlich überlagert.

4
Gesamtwertung: 4 (2 Wertungen)

In HH wirst du SONNTAG keine 2Kg zunehmen

Ich habe ja schon in BS 2011 miterleben dürfen, was beim Nachlauf-Treffen alles
so in deiner "Futterluke" verschwunden ist ... *grins*
( "Da wurden keine Gefangenen gemacht" - Alle 3 Teller waren am Ende leer )
...
Doch das du bei "Langen" gleich so einen "Knast bekommst", ist ja unglaublich.
Auf jeden Fall solltest du "schnellstens daran arbeiten, beim Frühstücken, ausreichend zu dir zu nehmen,
bzw. schon beim "Tischdecken", das Eine, oder Andere zu verputzen ☺ ↔ ☻
... oder muss/soll in HH bei Km 27,7 ettta auch noch ein "Tischlein deck dich" stehen ?
Ich denke du wirst/musst auf der HH-PP so zuschlagen, dass es bis Sonntag Mittag reicht.

Ich hoffe deinem Rücken, und Striders "Taper-Wunde" geht's wieder besser.
Ach ja, und wenn alles so bleibt wie es zur Zeit aussieht,
kannst die WINTER-LAUF-KLAMOTTEN im Saarland lassen. ( siehe HH-Mara-Wetter )

So und nun wünsch ich euch schönes Tapern ...
( ich glaub ja nicht das Ihr das könnt ... )
.
Gruss Markus, der "S.-H. Gruppen"

Die Sollzeit

fürs Frühstück war großzügig bemessen, aber Mann liegt ja lieber faul auf der Couch ;-))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

soso

der Coach auf der Couch!
;o)

Wie kann man beim Laufen soviel saufen und futtern?

ER schafft das Wollen und das voll Bringen - mit extrem hohem Bringungsfaktor.

Herzlichen Glückwunsch :)

Herzlichen Glückwunsch trotzdem zum Ankommen!!

Bekloppt muss man sein um mit Verletzungen noch 32 Kilometer zu laufen.. und ich dacht schon Strider wär bekloppt??? aber du schaffst es ja auch??? :))))

Gute Besserung an deinen Rücken und Strider für ihr Sprunggelenk!!

da ich waschechte saarländerin bin!

habe ich diese geschichte sehr gerne gelesen.
und ich bin davon überzeugt, dass nur saarländer in der lage sind so viel zu futtern beim genusslauf.

:o)

p.s. als ich die geschichte las, wäre ich am liebsten ins saarland zurück gezogen. *seufz*
p.p.s ich habe mich prächtig amüsiert :D

@ smudoheike

Als Zugezogene kann ich deine Überzeugung nur bestätigen (auch was die einzige geborene Saarländerin in meiner Familie betrifft ... ;-)).

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

;o)))))

siehst´de?

*lach*

Vollkommen bekloppt!

Wie so viele andere auch. Nun ja, bei dem Schwitzen muss man unterwegs sicher viel nachschieben - da braucht strider dann mit Minianzug sicher weniger.

Spaß ist eh das Wichtigste beim Laufen! Hauptsache genießen und gut ankommen - und das habt ihr ja reichlich getan.

Viel Spaß in HH!

Sehr schöner Bericht, das

Sehr schöner Bericht, das gilt übrigens auch gleich für Strider. Lustig, die Geschichte noch mal aus deiner und Striders Sicht zu hören.
Ich hatte ja fast konsequent nur Wasser getrunken (Beim letzten bin ich schwach geworden und hab Cola gebechert. Hab mir gedacht, dass die sowieso nicht mehr an den Muskeln ankommt, von daher ist es ja quasi wie Wasser :D ).

Und bei dem Hefezopf dachte ich nur "wtf? wer isst denn jetzt noch Hefezopf, zwei km vorm Ziel??"
Jetzt weiß ich ja die Antwort :D

Gruß
Jochen

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