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Es würde etwas in meinem Jahreskalender fehlen, wenn ich ihn nicht laufen könnte! Seit 2008 bin ich jedes jahr dabei und bereut habe ich es nie. Es ist ein Lauf ohne Wettkampfcharakter: für 9 Eur Startgeld wird man mit dem Bus zu den Startpunkten gefahren und kann dann eine 12, 18 oder 32km Strecke in herrlicher Landschaft laufen; die Feuerwehr sperrt die gefährlichsten Straßen ab, alle 5km gibt es Verpflegung (dieses Jahr schon ab km 15 mit Cola und für die Langdistanz sogar Bananen und Orangen) und ein Kennenlernen oder Wiedersehen der lokalen Läuferszene.

Für uns war es der letzte lange Kanten für Hamburg (also für MICH wird es der letzte lange sein, beim Coach bin ich mir da nicht so sicher). Und der stand unter einem unguten Stern, denn Coach hatte Ischias und ich eine Bänderdehnung am rechten Sprunggelenk. Also hieß die Strategie: loslaufen, ggf. wandern und nach 18km abbrechen; der Zeitrahmen ist großzügig. Am Start trafen wir noch die Jogmapper Igeline und TT-Widder, die die 18km laufen wollten, sowie Dotterbart, der sich uns für die 32km anschloss. Angesichts des Wetters haderten wir mit der Kleidungsfrage und entschlossen uns sehr individuell: Dotterbart lief in unten kurz, aber oben lang, Coach in Wintermontur und ich in kurz ;-) Man schließe daraus auf das sehr individuell anvisierte Trainingsziel....

Der Start erfolgte um 9.30 Uhr am Bostalsee und es dauerte einige Zeit, bis sich die Läuferschar in Bewegung setzte und gemächlich anrollte. Da gab es zunächst auch kein Durchkommen und so verliefen die ersten beiden Kilometer in ruhigen 6:20 oder so. Erst am See zog sich das Feld etwas auseinander und prompt gaben die Jungs Gas. Irgendwie sagte mir meine Uhr ständig was von 5:42 und so: viel zu schnell für mich angesichts der bereits in der Woche absolvierten Kilometer und der noch zu erwartenden Anstiege. Denn von km 5 bis km 10 geht es hoch. Und der Streckenbelag wechselte von Asphalt zu Feldwegschotter; nix gut für meine Bänder. Und ich ganz stolz lief zum ersten Mal in meinem Leben den gesamten Anstieg durch! dann bekam auch Coach seine gewünschte Antwort: Ja, das von mir laienhaft angelegte Tape scheuerte. Und wie. Kurzer Stopp, aber das blöde Tape hielt so prima, ich bekam es nicht abgezogen. Also weitertraben.

Inzwischen wieder zu dritt vereint erreichten wir den Höhenweg und ließen uns vom heftigen Wind durchpusten. Die Jungs sprachen mir ihr "Mitleid" für meine Kleiderwahl aus, ich wünschte mir ebenfalls wenigstens eine dünne Windjacke mitgenommen zu haben. Aber Kleidung wird ja überbewertet... Der nun folgende langgezogene Abstieg gestaltete sich nicht so rasant wie sonst, denn a) hielt uns der Gegenwind auf und b) mochten meine Bänder bergab nun gar nicht. Auch Coach lief nicht ganz so locker und rund wie sonst. Aber insgesamt waren wir beide eigentlich sehr zufrieden mit uns und dem Lauf ;-)

Bei km 16 verabschiedete sich Dotterbart, er machte nun Ernst und ging zur Endbeschleunigung über. Och nöö, mir war nicht nach Endbeschleunigung. Wir haderten mächtig mit einem frisch geschotterten Streckenabschnitt, liefen dann aber fröhlich unser Tempo knapp unter 6 weiter und erreichten Otzenhausen, wo wir die Wahl hatten abzubiegen (18km Strecke) oder noch die Talsperre zu umrunden (32km Strecke). Eine Wahl gab es nicht, wir liefen durch; was sonst.

Zu meiner größten Freude war die Verpflegung aufgestockt worden. Statt nur Wasser, was mir regelmäßig in den Jahren zuvor den Magen zerschossen hatte, gab es bereits ab km 15 auch Cola, und ab km 20 auch Bananen, bei km 25 sogar noch Orangenstücke und Brot. Und wenn Coach was zu essen an der Strecke sieht, gibt es sowieso kein Halten mehr ;-) Die Strecke rund um den Stausee ist zwar nicht flach sondern wellig, weist aber keine größeren Anstiege mehr auf, insofern konnten wir unser Tempo gut halten. Die Kilometermarke 20 erreichten wir in knapp unter 2h - neuer Rekord auf dieser Strecke für mich. Dann war allerdings auch eine Pause fällig, denn mein Tape hatte mir mittlerweile die gesamte Ferse aufgescheuert. Und ich kenne keine Blasenprobleme. Also versuchte ich das Tape hochzuziehen, was mir dann auch gelang, allerdings blieb die Haut mit dran hängen und das rohe Fleisch lag da. Und noch 12km .... Half nix; Socke drüber und weitergelaufen. Ging auch. Geht alles. Ab km 23 kämpfte ich dann wie immer mit Magen, der sich aber ab km 26 erstaunlicherweise wieder beruhigte. Coach räumte bei km 25 die Verpflegung ab, was die Helfer zu der grinsenden Frage veranlasste, wie es denn bei uns liefe. Coach - beide Hände und die Backen voll - sparte sich die Antwort *duckunwech*. Das Ende war absehbar, wir trabten weiter und freuten uns an der Landschaft und unserer relativen Beschwerdefreiheit. Bei km 28 erreichten wir die Staumauer, allerdings stellte sich mir ein schier unüberwindliches Hindernis entgegen: etwa 6 Treppenstufen ABWÄRTS! Vorsichtig eierte ich die Stufen runter und war froh, dass ein Geländer zum Festhalten existierte. Auf der Staumauer mussten wir uns gegen den Wind stemmen, der uns ins Wasser zu pusten drohte, dann war die Gegenseite erreicht, es ging noch einen Kilometer weiter, bevor der langgezogene Anstieg hoch zum Parkplatz begann. Und ich bin den gelaufen, jawoll! Oben erwischte mich das Runner's High. Stolz wie Bolle die 32km auf meiner Lieblingsstrecke wieder einmal geschafft zu haben und damit die 120 Wochenkilometer vollzumachen (über 100 Laufkilometer in einer Woche haben bei mir Seltenheitswert) und voller Glücksgefühl über das Leben und den Mann an meiner Seite ging es nun langsam bergab rollend in Richtung Ziel. Keine Not noch Tempo zu machen, einfach laufen lassen, weil das Leben so schön sein kann. Und dann war da das Ziel und Coach stoppte ab, aber die Zeit war zweitrangig; einfach nur Freude pur.

32km in 3:08:19 sagte Garmin (Pace 5:53), eine offizielle Zeitmessung gab es nicht. Mit Dotterbart trafen wir uns noch zu Nachlaufwurst bzw. -kuchen, die Männer genossen die kalten Duschen, ich verzichtete lieber dankend und fuhr zu meiner in der Nähe wohnenden ältesten Tochter, wo ich mit Kartoffelpuffern empfangen wurde: große Kinder haben auch ihre Vorzüge ;-)) Und zu unserer größten Überraschung stellten Coach und ich fest, dass Rücken und Sprunggelenk abends deutlich besser waren als noch am Morgen vor dem Lauf! Klarer Fall von Läufermuskeln und -bändern: die wollen eben bewegt werden ;-)

Nächstes Jahr wieder!

3.833335
Gesamtwertung: 3.8 (6 Wertungen)

Einfach toll!

Dann kann Hamburg ja kommen und ihr könnt das dann auch locker angehen - nach so einer geglückten "Generalprobe"

"Ein Leben ohne Hunde ist denkbar, jedoch sinnlos"

das macht Hoffnung

GUT (;-)) getapet scheint halb gewonnen.
Aber trotzdem ganz schön aua.
Glückwunsch zum Durchbeißen.

Ich hätte geschwächelt.

Ein rundum schönes WE mit "allem" drum und dran;-)

Was will Frau mehr??? Genau, eine Wiederholung im nächsten Jahr;-)
Es hätte kaum besser laufen können, toll!!! HH könnt Ihr richtig rocken, der starke Wind entfällt und Treppenab- und -anstiege wirds HOFFENTLICH auch nicht geben. Tja, jetzt fehlt wirklich nur noch ein schöner Abschluss mit neuer PB;-))
Kartoffelpuffer von der Großen....hm wie lecker!

Tame:-)
BORN - denn sie wissen nicht was sie tun!

oh wie

oh wie schööööön!
Solche Läufe sind die besten:)
Lebensfreude pur, laufen im Wald/Natur, Wind bezwungen, Schweinehund ebenfalls, was zu essen und zu trinken- also die lebensnotwendigen Dinge- was will man mehr???
Viel Spaß in Hamburg euch beiden!!

Liebe Grüße aus dem ebenfalls sehr windigen WW

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Ui!

Bin mal wieder beeindruckt, was Du so wegstecken kannst - dass Deine Bänder bewegt werden wollen, ok, Du bist eben ein Phänomen. Aber eine blutige, gehäutete Ferse über 12km, da stellen sich mir schon leicht die Nackenhaare auf, während bei Dir das Runner's High einsetzt. Wow! Glückwunsch!

LG
yazi (eher zimperlich...)

Wind garantiert Lebensfreude pur ?

Prima, dann kann Hamburg Euch ja nur noch irritieren, weil es einfach zu flach ist.... am Wind - auch von vorn - kann es nicht liegen, der ist dann ja wie daheim und der Stausee heisst bei uns Elbe äh, Alster....

wo bleibt ihr denn nur, wo laufen sie denn.... nun packt gefälligst schon mal Koffer....

Landlauf,
die dann nächtes Jahr, wenn wirklich kein HH-M ..., endlich die Seenstrecke laufen kann :-)

Hört sich alles gut an

bis auf das rohe Fleisch am Hacken ???

Glückwunsch euch BEIDEN ....

zu diesem schönen, mit "Runners High Gefühl" Lauf. Was will man(n und Frau) mehr.

In HH wird es wohl leider nur bei Km 27,7 ( dem "spezial Jogmap-VP" ) Cola geben,
was auch mich etwas ärgert.

Gruss Markus, der "S.-H. Gruppen"

WAS???

Aua

12km mit rohem Fleisch an der Ferse und dann trotzdem rein ins Runner´s High? Das Laufleben ist schon verrückt. Glückwunsch zum tollen Gemeinschaftslauferlebnis!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Was ein toller Lauf!

Solche Läufe muss man einfach jedes Jahr haben - dazu noch in so netter Begleitung!

Glückwunsch - und ich hoffe die rohe Ferse heilt schnell wieder, damit Du HH rocken kannst - ausnahmsweise vielleicht mal ohne Extras und stridersche Erschwernisse?

Viel Erfolg - und vor allem viel Spaß!

Schöner Blog, schöner

Schöner Blog, schöner Lauf, schöner Tag.
Davon kann man nie genug haben.

.....Der Schmerz geht, Aufgeben bleibt für immer!.....

@ Strider: HH-Mara VP's ohne Cola

Ich kann (muss) dir leider mitteilen, dass in 2010 und 2011 beim HH-Mara
keine Cola an den offiziellen VP's gab. ( die Jahre davor, ".. mein Name ist HASE", keine Ahnung. )

Für 2012 steht es wie folgt auf der offiziellen HH-Mara Homepage:

Versorgung
Alle 5km befinden sich rechtsseitig Verpflegungsstellen mit Zeitangabe, medizinischer Hilfe und Erfrischungen in der Reihenfolge: Eigenverpflegung – Behälter zum Eintauchen der mitgeführten Schwämme – Hamburger Brunnenwasser (in Bechern) – Bananen (ab km 15) – High5 Gel (ab km 20) – Elektrolytgetränk. Ab Km 7,5 sind im Abstand von 5km zusätzliche Wasserstellen eingerichtet. Auch hier werden Wasserbehälter zum Eintauchen der Schwämme und Wasser in Bechern bereitstehen. Bitte nehmen Sie nur Verpflegung für Ihren Eigenbedarf auf!

Bitte werfen Sie Becher, Flaschen oder ähnlichen Restmüll keinesfalls in fließende Gewässer, sondern in die dafür bereitgestellten großen Müllbehälter „Big Bags“ ca. 100m hinter den Verpflegungs- und Wasserstellen.

Zielverpflegung
Als Zielverpflegung für die Finisher stellt der Ernährungspartner REWE ein breitgefächertes Buffet. Dort gibt es sowohl Obst (Bananen, Äpfel und Trauben) und Süßes (Pick-Up Kekse, Müsli Riegel, Chinois), als auch Herzhaftes (Mini-Salzbretzeln und Brühe). Bitte bedienen Sie sich am Zielbuffet ausschließlich aus Eigenbedarf! Zusätzlich halten wir für Sie im Eingangsbereich der Athletes Area auf dem Heiligengeistfeld Wasser bereit.
Das Krombacher ALKOHOLFREI und die Getränke (Wasser und Elektrolytgetränk) erhalten Sie ebenfalls am Zielbuffet.

.
Gruss Markus, der "S.-H. Gruppen"

Ok bin raus

Marathon ohne Cola geht ja gar nicht! Erkläre mich hiermit zum Supporter, freut sich auch mein Sprunggelenk. *grummel*

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Cola wird total

Cola wird total *überbewertet*
Du sollst ja nicht Springen sondern Laufen.

*duckunnwechgehoppelt*

.....Der Schmerz geht, Aufgeben bleibt für immer!.....

@ strider: die Lösung für dich ... ist:

"DEIN "Coach", so hat er es mir zumindest verraten, will beim HH-Mara doch SCHWITZEN ...
Mir kommt da gerade eine "nette" Idee, wie DU dem "Coach" dabei hilfst ...

Der "Coach" läuft mit Rucksack los, in Diesem befinden sich viele Becher/ Trinkflaschen
, auf denen die "Strider Startnummer" steht, sowie ausreichend Cola. Dein "Coach" stellt
dir nun an jedem offiziellen Mara-VP etwas auf den entsprechenen "Eigenverpflegungstisch"

... sorry "Coach" , Du wolltest "schwitzen" ...

.
Gruss Markus, der "S.-H. Gruppen"

Bei Kilometer 32 steht

Bei Kilometer 32 steht Nummer 2.
Nach ihrem Halbmarathondebüt in Berlin haben sie da eine ganz starke Läuferin für den Zieleinlauf gebucht.
Bis dahin müssen wir nur schneller als die Staffel sein.
Was strider mit über 120 Wochenkilometer locker packt ;-)
Runner_HH gib dich in Acht sonst siehst du wie der Hase davon läuft *grins*
Tempoläufe mit Rucksack sind genial, dann braucht *Mann* gar nicht mal anzuhalten und was der am Körper trägt verdrückt er schon noch selbst.
Du weißt ja soviel wie ich packe passt in keinen Rucksack rein.

LG nach HH

.....Der Schmerz geht, Aufgeben bleibt für immer!.....

tja für was man nicht alles

tja für was man nicht alles eine Tocher hat gell???

Auch dir gratulier ich zum Ankommen!! :))

Und jetzt erhol dich erstmal und pass auf dass dein Sprunggelenk nicht schlimmer wird!! Sonst wird das nichts mit Hamburg nächste Woche!! und das wär ja schade!?

dafür

hat frau vier Töchter und du musst nur noch kochen lernen ;-))

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

Oh, oh strider, Du bist so

Oh, oh strider, Du bist so liebenswert verrückt. Passe bloß auf die kaputte Blase und das Sprungelenk auf und rede ihnen gut zu. Es wäre sehr schade, wenn ich Dich in HH nicht kennenlernen würde. Aber ein DNS kommt für Dich doch sowieso nie vor oder?
Gute Besserung!


Jogmap-Schleswig-Holstein - de neongelen Löper ut´n Norden

DNS

gibt es bei mir durchaus, aber nicht nächste Woche in Hamburg. Da wird gelaufen, ntofalls eben nur die letzten 10km mit Tochter oder so.

Saarvoir courir - laufen wie bekloppt im Saarland

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