Heute war es so weit, mein großer Tag stand an, es ging nach Tangermünde.

Gestern Nachmittag hab ich mir schon meine Startunterlagen abgeholt. So konnte ich heute ganz in Ruhe die Alma (den Zug) von Stendal nach Tangermünde nehmen. Vom Bahnhof aus ging es ein kleines Stück durch die Altstadt zum Hafen. Dort sollte Start und Ziel der Läufe sein.

Die Sonne schien und es war auch schon halb 10 relativ warm. Deswegen hab ich mich auch dazu entschieden, doch auf die dünne Laufjacke zu verzichten, aber hab mein Langarmshirt angelassen. Das sollte sich auch noch als gut herausstellen.

Nachdem um 10:00 schon über 100 Marathonläufer losgelaufen sind, ging es auch für uns Halbmarathonis um 10:15 auf die Strecke. Angefeuert von bestimmt mindestens 500 Zuschauern ging es erstmal aus dem Hafenbereich raus und über eine Brücke über den Zufluss des Tangers. Kurz danach sind wir rechts abgebogen und schon waren wir mitten in der Natur. In der Ferne die Elbe sind wir erstmal zum Deich gelaufen. Egal wohin man sah, überall nur Läufer.

Nach 2km hab ich kurz auf meine Uhr geguckt, Pace von 5:48, für mich viel zu schnell. Also hab ich mich gezügelt und einen ganzen Teil Läufer an mir vorbeiziehen lassen. Ich konnte mich dann zwei weiteren Frauen anschließen, die ich bis km 8 begleitet hab, danach wurde mir ihr Tempo, das zwischen 6:40 und 7:00 schwankte, doch ein wenig zu schnell für eine noch so weite Strecke.

Wir sind gemeinsam an Bölsdorf gelaufen, die Stimmung am Ortsrand - einfach toll. Dort war auch Verpflegungspunkt zwei. Den hab ich ausgelassen. Beim ersten hab ich versucht im Laufen zu trinken, das sollte ich besser erstmal trainieren.

Weiter ging's von Bölsdorf nach Buch. Kurz vor Buch hab ich die beiden dann weiterlaufen gelassen und bin in mein Tempo gefallen. In Buch ging es direkt durch's Dorf. Die Bewohner haben aus dem Dorf n kleines Fest gemacht, man wurde so toll angefeuert. An dem Verpflegungspunkt hab ich dann im Gehen getrunken und es ging besser. Auch tat die Gehpause wahrscheinlich ganz gut.

Auf der Landstraße ging's weiter nach Schelldorf, weit und breit nur Felder und Wiesen und immer wieder Farbtupfer, die andere Läufer darstellten. Kurz vor Schelldorf war eine kleine Wende, von da ging's wieder ein Stück zurück und dann auf den Deich. Die ersten fingen hier, nach bisschen über 13km, an zu gehen. Also hab ich auch mal geschafft ein paar Menschen zu überholen. Der nächste Verpflegungspunkt war für mich der wichtigste: der NABU-Turm. Kurz davor bekam ich einen kleinen Einbruch, ich dachte, meine Knie brechen mir weg. Sobald ich aber in Sichtweite des Turms kam, liefen mir zwei Freundinnen entgegen, die dort als Helfer eingeteilt waren. Sie gaben mir Wasser und n Stück Apfel und ich bin kurz gegangen. Dann begleitete mich die eine auch noch ein paar Meter. Mit ein wenig neuer Kraft ging es auf die letzten 6km, die die vorher gegangen sind, liefen wieder und überholten mich. Wieder andere sind in einen Lauf-Geh-Rythmus verfallen, was als nachfolgender Läufer echt nervig war. Kaum hatte man sie, während sie gehen, überholt, sind sie wieder gelaufen, um einen selbst zu überholen nur um dann nach 200m wieder zu gehen und das Spiel begann vom Neuen.

Den letzten Verpflegungspunkt bei Km 18 habe ich ausgelassen, der Rest sollte so gehen. Hinter mir kam da schon der erste Marathonläufer von seiner zweiten Runde und die meistens Marathonis kamen uns entgegen. Und hinter einer Kurve war dann für mich die größte Überraschung; meine Eltern. Sie feuerten mich kräftig an und riefen mir noch hinterher: "Wir sehen uns im Ziel, wir sind stolz auf dich!"

Und weiter ging's, im Kopf habe ich nun fast jeden Meter mitgezählt und wollte nur noch, dass es vorbei ist, nur noch ankommen. Kurz vor der Tangerbrücke war eine Blaskapelle, bei jedem Läufer fingen sie an zu spielen und ihr Takt hat mich nochmal ein wenig schneller gemacht. Nach der Brücke ging es wieder runter zum Hafen und dort warteten bereits Freunde, die auf den letzten Metern mitkam. Nochmal die letzten Kräfte mobilisiert und ich bin über die Matten - geschafft!

Mit 02:35:38 Nettozeit bin ich ins Ziel. Bei der Anmeldung hatte ich mir noch ein Ziel von unter 02:10 gesetzt. Genau Heiligabend hat mich dann eine Erkältung erwischt, die ich bis Anfang Februar mit mir rumgeschleppt habe. Kurz danach habe ich Physiotherapie verschrieben bekommen, zwei Mal die Woche jeweils eine Stunde und von meinen Plänen zu laufen, waren die alles andere als begeistert. Insgesamt bin ich nur 10 Trainingsläufe gelaufen und hab dann mein Ziel revidiert: ankommen!

Kurz nach dem Zieldurchlauf war für mich klar, das war nicht der letzte. Vielleicht suche ich mir schon für den Herbst einen neuen, da heißt es dann Zeit unterbieten und nächstes Jahr hat mich Tangermünde bestimmt wieder. =)

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Einen Riesenglückwunsch zum grandiosen HM-Debüt!

Lizza, ich freu mich so mit dir! Lass dich aus der Ferne umarmen. Du hast es trotz all der Widrigkeiten im Vorfeld geschafft und bist heute deinen ersten Halbmarathon gelaufen. Du kannst sowas von stolz auf dich sein! Dieses Erlebnis, das geschafft zu haben, kann dir keiner mehr nehmen. Herrlich!!!
Und neue Pläne hast du auch schon, das ist großartig!

Liebe Grüße von deiner Buddyline

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Glückwünsch zu Deinem 1. HM

Hallo Lizza390,

schade, dass wir uns nicht getroffen haben. Bin heute ja auch meinen 1. HM in Tangermünde gelaufen. Deinem Blog kann man nichts weiter hinzufügen. War schön, aber auch sehr anstrengend. Ich habe mich auch an einige Läufe rangehängt und versucht, dranzubleiben. War nur nicht immer so einfach.
Aber es ist geschafft.

Ich wünsche Dir noch ein schönes Restwochenende.

Durchhalten

Ich glaub, ich hab dich gesehen!

Anettirene, ich glaub, ich hab dich gesehen, war mir aber nicht sicher und dann warst du auch schon an mir vorbei. Bist du mir beim Wendepunkt Schelldorf entgegen gekommen? Kurze, rote Haare und Brille? Und hast mich dann bei km 14 oder 15 überholt?

Nee, ich hatte

Nee, ich hatte Pferdeschwanz, Haare "Straßenköterblond" und rosa-T-Shirt mit Aufschrift hinten: Runnerspoint Laufseminar mit Stefan Wohllebe.
Wenn man sich nicht kennt, ist es schwierig sich zu erkennen. :)

Durchhalten

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