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Die Arbeitswoche durfte ich auf einem Seminar in Freiburg verbringen. Keine Frage, dass ich die dortige Topografie für einige Läufe ausnutzen wollte.

Bei früheren Aufenthalten hatte ich mir vorgenommen, mal von der Stadt aus auf den Schauinsland und natürlich wieder zurück zu laufen. Die vorherigen Lehrgänge waren jedoch alle im Winterhalbjahr. Diesmal musste ich die Chance nutzen. Vom Stadtrand aus würden es gut 12 Kilometer einfache Strecke sein.

Gleich am Montag schnürte ich die Trailschlappen, lief an meiner Unterkunft los. Als Vorgeplänkel lief ich zum und über den Lorettoberg, dann noch ein Stück durch den Stadtteil Wiehre. Upps, am Waldrand standen schon 4 km auf dem Tacho.
Ich wählte den Weg über den Kybfelsensteig, also kein Wandererhighway. Gleich zu Beginn ging es ganz schön hoch, aber herrliche Trails mit Wurzeln und Felsbrocken. Die Orientierung war einfach. Wo kein beschrifteter Wegweiser war, war eine blaue Raute an einem Baum befestigt. Ansonsten ging es meist auf dem Bergrücken entlang. Also fast unmöglich, sich zu verlaufen.

Nach den ersten Höhenmetern erinnerte ich mich daran, dass ich die Kamera mitschleppte und ich Euch mal wieder mit ein paar Fotos bombardieren kann:
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Hier die zahme Seite des Kybfelsens, der dem Trail den Namen gibt,
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an dessen Südseite man fast alpine Lauferfahrung sammeln kann. Durch die Bäume kam das Zwischenziel, der Schauinslandgipfel (am linken Bildrand) ins Blickfeld.
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In höheren Gefilden lag an geschützten Stellen noch reichlich Schnee, den es recht wenig störte, dass ich im kurzen Laufdress unterwegs war.
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Eine weiße Linie zeigte den weiteren Wegverlauf an.
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Nur noch diese kleine Schanze hoch,
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dann war der Gipfel mit seinem Aussichtsturm erreicht.
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Logisch, musste ich auch auf die Aussichtsplattform, die auf ca. 1302 Meter ist. Von dort oben hatte ich einen herrlichen Ausblick.
Über den Höhenzug in der Bildmitte führte mein Weg. Im Hintergrund ist ein Stück des Dreisamtals erkennbar.
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Auf dem Feldberg scheint die Skisaison vorbei zu sein:
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Auf dem Rückweg zauberte die tiefstehende Sonne ein herrliches Licht auf die Bäume und Felsen.
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Ich hatte keine Zeit zu verlieren und pokerte etwas, ob ich es schaffen würde, aus dem felsig-wurzligen Steig zu sein, ehe die Sonne hinter den Vogesen verschwand. Ich gewann um eine halbe Nasenlänge und hatte urbanes Territorium erreicht, als das Licht nur etwas fahler geworden war. Bis ich wieder über den Lorettoberg zurück an der Unterkunft war, war es fast komplett dunkel.
Es standen 32 km auf dem Tacho. Positiv überrascht war ich beim Einspielen der Daten in den PC, so dass ich die Höhenmeter mit verschiedenen Programmen ermittelte und –was sich bei früheren Läufen bewährt hat- den Mittelwert annehme. Mit dieser Methode bleiben immer noch 1580 Höhenmeter übrig. Für einen Montagabend nach der Anreise ins Breisgau und einem Lehrgangstag gar nicht sooo schlampig.

Am Folgetag schlug ich eine andere Richtung ein. Zur Dreisam, am Fluss entlang die Innenstadt passiert und zunächst auf den Schlossberg. Von dort hat man ein herrliches Panorama über die Stadt. Der Weg war wieder einfach zu finden. Immer dort entlang, wo es am Steilsten war.
Auf dem Schlossberg stieg ich natürlich wieder auf den Aussichtsturm.

Danach ging es weiter Richtung Rosskopf, zunächst durch eine Senke auf dem Höhenzug, dann wieder bergauf. Abseits der Wanderwege fand ich wieder nette Trails. Auf dem letzten Stück teilte ich mir den Pfad mit ein paar Mountainbikern, die Rundum mit Protektoren gepanzert und mit Integralhelmen geschützt waren. Den Aufstieg auf den Rossbergturm sparte ich mir, denn es hatte sich eingetrübt und begann schon leicht zu nieseln. Auf dem Rückweg wurde der Regen immer stärker, so dass eine passable Vorwäsche daraus wurde und ich unter der Dusche fast sofort mit dem shamponieren beginnen konnte.
Selbst schuld, wenn man einen kleinen, warmen Schauer abwartet und dann in den erfrischenden Regen läuft.
Die Statistik warf 17,5 Kilometer mit 640 HM aus.

Mittwochs ist in Freiburg Lauftrefftag und ich durfte als Gast ein gutes jahr nach meiner letzten Anwesenheit wieder dabei sein. Zum Treffpunkt lief ich schon fast 4 km. Ausgerufen wurde die St.-Ottilien-Runde. St. Ottilien liegt an der Flanke des Rosskopfs über dem Dreisamtal. Trails hatten wir nur ein Stück auf dem Rückweg, was der Lauffreude absolut keinen Abbruch tat. Es war eine unterhaltsame Runde.
Mit fast der gleichen Distanz und einigen Höhenmetern weniger waren wir eine halbe Stunde schneller, als ich bei meiner Tour am Vortag.

cherry65

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

Großartiger Blog

Eindrucksvolle Tourbeschreibung und herrliche Bilder - die Schauinsland-Tour
muss ich dieses Jahr auch mal laufen! Keep on running... Helmut

Herrlich!


Wunderbare Bilder... Ich komme ursprünglich auch aus der Gegend und vermisse es schon ein wenig, dass man direkt aus der Stadt ins Grüne kommt...
komm doch mal im Frühling oder Sommer noch mal vorbei und unbedingt Foto mitbringen!

Die halbe Stunde schneller lag bestümmt nicht ...

... An den fehlenden Trails oder Höhenmetern. Das sind die felhlenden Fotos.
;-)
PS: Sehr schöne Tourenbeschreibung!

voller Neid!

hab ich Deine Laufbeschreibung gelesen. Im letzten Jahr war ich dort im Urlaub. Den Anstieg zum Schauinsland hatte ich mir auch schon mal ausgeguckt... Herrliche Laufgegend, da! Danke für`s Mitnehmen.

vielleicht mal reinsehen: Siebengebirgsrun.de meine Laufseite

Immer wieder diese suchterzeugenden ...

... Fotostorys von dir. Wenn die Drogenbeauftragte hier mitliest, kriegst du möglicherweise noch eine deftige Strafe aufgebrummt ;-).

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Sehr schön,

...wenn man Arbeit mit seinem Sport verbinden kann.
Zumindest das Laufen hat sich offensichtlich gelohnt.

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