Benutzerbild von die_alternative

... schreibe ich hier mal meine Erfahrung mit dem "NB Minimus" nieder.

Wie alles begann: Diese "Barfuß-Schuhe" gibt es ja schon länger. Am Anfang fand ich diese Idee der Laufschuh-Industrie total schwachsinnig - wie so viele neue Ideen von mir erst einmal abgelehnt werden. Was sich nicht wenigstens schon 5-10 Jahre bewährt hat, taugt nichts! Als ich mich dann doch etwas näher damit beschäftigt habe, fand ich die Idee total toll - hat so 'was von Ent-Technisierung, das finde ich (ab-und-zu, hin-und-wieder, manchmal, wenn's passt und mich nicht einschränkt) gut. Dann war ich aber ja 'mal wieder völlig geplättet, wie viel Geld die Industrie uns abknöpfen will, damit wir ein Barfuß-Lauf-Gefühl bekommen - häää, geht's noch? Praktisch nichts in einen Schuh reinbauen, dafür aber dreistellige Euronen??? Das Thema hatte sich somit wieder erledigt - abgesehen davon, dass ich immer wieder 'mal geschaut habe, ob es irgendwo vielleicht Angebote gibt.

Jetzt geht's eigentlich erst los: Vor kurzem hat ein NB-Vertreter mit einer Pallette voller "Minimus" bei meiner Laufgruppe vor dem Training vorbeigeschaut. Jeder, der wollte, konnte so einen Schuh anprobieren und damit eine kleine Runde (etwas über 1km) laufen und anschließend noch ein ganz kurzes Lauf-ABC machen. Neugierig war ich ja schon - also los. Zunächst hat es sich merkwürdig angefühlt, so wenig Schuh am Fuß zu haben. Das Laufen damit fand ich dann aber sehr schnell total angenehm!!! Ich bin die kleine Runde fast komplett nur auf den Fußballen gelaufen. Für die Waden war das ungewohnt, das spürte ich. Auch die Fußballen mussten einiges mehr arbeiten, aber insgesamt fühlte ich mich sehr wohl. Das Lauf-ABC ging auch ungewohnt einfach - endlich musste ich nicht mehr ständig gegen den Schuh arbeiten, da war ja praktisch nichts.
Das eigentlich Training sollten wir dann wieder in unseren gewohnten Schuhen machen. Überschwenglich wie ich war, fragte ich, ob man nicht vielleicht doch noch ein bischen länger die "Minimus" tragen könnte. Der Vertreter lehnte das aber ab (mit der Begründung, man sollte sich sehr langsam an die Schuhe gewöhnen) und so zog ich grummelnd meine eigenen Treter wieder an.

This is the end: Beim Training merkte ich die Waden dann schon deutlicher, noch während des Abends bekam ich einen solchen Muskelkater wie wahrscheinlich noch nie!!! Leider muss ich mehrmals am Tag Treppen steigen - rauf kam ich immer gut, aber runterwärts war eine einzige Qual!!! Und das für komplette 3 Tage!!! Am vierten Tag konnte ich dann wieder trepp-ab laufen ohne Angst haben zu müssen, dass ich mir dabei die Hüfte auskugel und am fünften Tag haben schon einfache Konzentrationsübungen genügt um mich von dem immernoch vorhandenen Ziehen in der Wade abzulenken. Ein Wahnsinn!!! Zum Glück bin ich nicht länger damit gelaufen, sonst wäre womöglich der gesamte Laufsommer für mich vorbei. ;-)

Und die Moral von der Geschicht': Ich brauche unbedingt solche Schuhe!!! Naja, vielleicht nicht unbedingt die NB Minimus - die sind für mich für den Einstieg vielleicht eine Nummer zu hart. Aber ich werde mich demnächst beraten lassen, was es in diesem Bereich noch so alles gibt und mit welchen von diesen Schuhen man gut anfangen kann, um sich dann Schuh-für-Schuh in Richtung Minimus vorzuarbeiten. Wenn ein so kurzer Lauf einen solchen Effekt auf die Muskulatur hat, dann lohnt es sich (meiner Meinung nach) in dieser Richtung dran zu bleiben.

Habt ihr irgendwelche Tipps, mit welchem Schuh man gut einsteigen kann oder welchen man auf keinen Fall nehmen sollte?
Viele Grüße von der sich langsam erholenden
die_alternative

0

Dann müssen die Minimus

Dann müssen die Minimus fieser sein als die Saucony Kinvara. ;-) Damit bin ich direkt als allererstes einen 4 km Wettkampf gelaufen. Während des Laufs merkte man schon, dass die Waden mehr zu tun hatten als sonst, aber zu heftigen Muskelkater hatte ich nicht. Allerdings ist es nochmal ein Unterschied ob man komplett auf dem Vorfuß läuft oder "nur" Mittelfuß! Bei reinem Vorfußlauf (barfuß auf Rasen) hatte ich auch tagelang Muskelkater. Mittelfußlauf ist länger durchzuhalten.
Sie sind schön leicht und flach, aber doch noch gut gedämpft - heißt, sie halten zu Mittelfuß- oder Vorfußlauf an, aber man kann auch mit der Ferse aufsetzen ohne dass die Knie gleich weh tun. Ist recht nützlich, da man anfangs noch schlecht einschätzen kann wie lange man durchhält ohne Fersenlauf. Mit der Zeit kann man damit auch durchaus normale Streckenlängen bewältigen. Die Beine sagen einem am Folgetag deutlich ob es zu weit war. Als fünften Lauf gleich 9 km damit war zuviel.
Zum Thema "dreistellige Euronen für null Technik" - wenn man sich etwas umguckt, gibts fast alle Schuhe auch günstiger. Ich hab damals bei SC24 einen Gutschein aus dem Newsletter mit dem reduzierten Vorjahres-Kinvara kombiniert und die so für 60 Euro bekommen. Ich hab sie unheimlich gern, als Ergänzung, für schnelle Läufe und Wettkämpfe, es läuft sich einfach klasse mit so wenig Sprengung und ich überlege, auch für Langstrecken flachere Schuhe zu kaufen.
Sorry für so viel Text. :-D

Ich lese gerne. ;-)

Hallo Salia, danke für deine ausführliche Antwort. Ich bilde mir ein, dass ich mit meinen normalen Laufschuhen schon einen guten Mittelfuß-Lauf hinbekomme - auch über 15km oder etwas länger. Ich habe während des Tests mit den Minimus auch versucht, mit dem Mittelfuß aufzukommen. Das erschien mir aber sehr anstrengend, da ich dabei doch auch auf die Ferse "aufgeschlagen" bin. Deshalb erschien mir der Vorfußlauf in dem Moment am komfortabelsten.

Bin schon gespannt auf weitere Erlebnisberichte,
die_alternative

Ich hab VFF und Pure Cadence...

Der erste richtige Lauf mit meinen FiveFingers war "nur" 2,4km lang, aber meine Waden waren danach für eine Woche außer Gefecht. :D Die haben auch gar keine Dämpfung, man läuft automatisch auf dem Vorfuß.

Ich hab mir vor kurzem aber auch noch ein Paar Pure Cadence gekauft, die sind ganz ordentlich gedämpft und haben sogar eine Pronationsstütze. Damit kann ich aber gut auf dem Mittelfuß oder auch Vorfuß laufen, denn die haben keine nervige hohe Ferse wie meine Asics GT2160. Für Dich wäre vielleicht eins der anderen Modell aus der Pure-Reihe einen Versuch wert... :)

Minimus-Erfahrungen

Vorweg:
Ich bin bekennender Über-die-Ferse-Abroller und Liebhaber bequemer Laufschuhe mit Pronationsstütze und ordentlicher Fersensprengung: meine seit Jahren bewährten Lieblingsmodelle sind der Brooks Adrenaline, der New Balance x60er und der Asics GT21xx-er.
Ich habe definitiv nicht das Ziel, meinen Laufstil vom Fersenläufer auf Vorfußlauf umzuprogrammieren. Ich halte auch nicht allzuviel von der Barfuß-Hype.

Aber:
Seit Oktober 2011 bin ich auch Besitzer des New Balance Minimus.

Der Grund, warum ich mich für den Minimus entschieden habe, war, dass ich ein Freund von abwechslungsreichen Trainingsreizen für die Muskulatur bin. Und ich war sehr neugierig. Meine erste Runde mit dem Minimus ging bereits über 9,88km (allerdings in einer für mich äußerst gemütlichen Pace von 7:50min/km) - ich hatte danach keinerlei Probleme und fühlte mich pudelwohl. Den etwa zwei Kilometer langen Asphaltteil fand ich allerdings eher unangenehm. Über die Ferse abrollen geht in diesen Schuhen tatsächlich GAR NICHT und es war für mich ein ganz anderes Laufgefühl.

Der Minimus ist mein mit Abstand am wenigsten getragener Schuh, weil ich keine langen Strecken damit laufe. Ich liebe es aber, damit auf der Wiese Lauf-ABC zu machen und möchte ihn in meinem Schuhsortiment nicht mehr missen. Die Schuhe sind sehr bequem und ich trage sie gerne.

Meine Erfahrung zusammengefasst: Wenn du den Minimus als Ergänzung für kurze Läufe und/oder Lauf-ABC nutzen willst, brauchst du keine Übergangsschuhe. Nach deiner Erfahrung mit dem Extrem-Muskelkater, solltest du aber vielleicht etwas moderater starten.

Grüße
Uhrli

Minimuserfahrung 2

jr Der Schuh war leider ein Fehlkauf,wird aber erfolgreich als Freizeitschuh genutzt.Der Schuh ist für meinen schmalen Fuß viel zu breit geschnitten,wirkt sich beim Laufen ungünstig aus,zumal das Fußgewölbe schon unwiederruflich gesenkt ist(den zusätzlichen Knickfuß konnte ich mit Balanceübungen bändigen),der Fuß wird trotz Vorfuß/Mittelfußlaufen zur Innenseite gelenkt,was bei Nike Free 3-Schuhen mit leichter Innenerhöhung,oder dem extremeren Saucony Hattori(extrem leicht,etwas Dämpfung)nicht der Fall ist.Sogar die absoluten Barfußschuhe ohne Dämpfung Vibram Five Fingers und Leguano (Strumpf mit dünnen Neoprensohle sind auf kurzen Strecken bis 10km bei mir noch einsetzbar,wenn auch das Tempo lahm ist,die Nike Free 3 und der Hattori werden sogar erfolgreich für Dauerläufe bis 20km verwendet,ich laufe nur noch Mittelfuß(ergibt sich allmählich automatisch,wenn man mit solchen Schuhen läuft)
Warnung:Schwere Schuhe mit hohen Aufbau,hoher Fersenhöhe,steifer Sohle und extremer Pronationsstütze(dazu gehört auch der Asics 2160 GT),das Rückgrat im Sortiment der Laufshops,da von den meisten Joggern nach wie vor heißgeliebt, werden gehaßt,wenn man öfters mit Barfußschuhen ( niedrige Fersenhöhe.biegsame Vordersohle)läuft.

Vielen Dank euch

Hallo an alle, vielen Dank für die vielen ausführlichen Rückmeldungen. Da gibt es ja doch noch einiges mehr an potentiellen Schuhen als ich bisher dachte. Ich bin schon gespannt, für was ich mich dann am Ende entscheiden werde. Ich peile 'mal die zweite April-Hälfte für einen Besuch bei meinem Lex-Laufexperten an.
Viele dankbare Grüße,
die_alternative

Ich habe heut meine

Ich habe heut meine Premierenrunde in meinen neuen FiveFingers absolviert. 6,25 km in 36 min. Ich bin sehr zufrieden! Diese Schuhe waren seit meiner Lektüre des Buches "Born to run" mein Wunsch. Ich hatte vor 6 Monaten meinen Laufstil auf Mittelfuss/Vorderfuss umgestellt und hatte zu Beginn ebenfalls mächtige Wadenmuskelkater. So habe ich mich durch kurze aber regelmäßige Barfussläufe auf Wiesen, Fussballplätzen u.ä. langsam an diese gesunde, natürliche Lauftechnik angenähert. So war der heutige Lauf in diesen Schuhen eine Freude.

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links