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Heute war ein Tag, wo ich froh bin, dass ich laufe. Das schöne Osterwetter lockt mich schon früh am morgen hinaus in die Streuobstwiesen am Rand des Schönbuchs. Ob die Kirschbäume schon blühen? Um dort zu laufen, muss ich auch die vielen Höhenmeter der Runde um den Mönchberger Sattel in Kauf nehmen. Und tatsächlich, die ersten Bäume, die noch vor 3 Tagen lediglich dicke Knospen hatten, sind nun in voller Blüte. Was für ein Anblick! Wie, schon oben? Kann doch gar nicht sein! Die Zeit beim Anblick dieses Naturschauspiels verging wie im Flug. Weiter geht es durch den Wald, wo das Grün nun auch mit Macht hervorkommt. Es ist einfach nur whow! vom Gefühl her. Und so beschliesse ich, die Runde um ein paar Kilometer zu erweitern, weil es doch gerade zu schön ist, um nicht draussen zu sein.

Warum ich laufe? Genau wegen solchen Tagen wie heute.

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Ja, hier in Berlin blühen die Kirschen auch.

Aber nicht in den sandigen Kiefernwäldern, durch die die Berliner u. Brandenburger laufen, sondern in den Gärten im Weichbild der Stadt und auch vor meinem Haus.
Nachts stehe ich am Fenster und schaue auf die weiß leuchtenden Blüten.

Brockes hat über die Kirschblüte zur Nacht ein schönes Gedicht geschrieben:

Ich sahe mit betrachtendem Gemüte
Jüngst einen Kirschbaum, welcher blühte,
In kühler Nacht beim Mondenschein;
Ich glaubt',es könne nichts von größrer Weiße sein.
Es schien, ob wär ein Schnee gefallen.
Ein jeder, auch der kleinste Ast
Trug gleichsam eine rechte Last
von zierlich-weißen runden Ballen.
Es ist kein Schwan so weiß, da nämlich jedes Blatt,
Indem daselbst des Mondes sanftes Licht
Selbst durch die zarten Blätter bricht,
Sogar den Schatten weiß und sonder Schwärze hat.
Unmöglich, dacht ich, kann auf Erden
Was Weißers aufgefunden werden.

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