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.. aber ich habe es nun endlich geschafft, meinen Bericht von dort fertigzustellen (Kunststück - ist auch wieder ganz schön lang geworden..)Na dann, ich hoffe ich habe nix vergessen:

Alle Wege führen nach Rom
Einige meiner Bekannten haben schon davon berichtet und nachdem das Wiener Jogmaptreffen im Mai 2011 so grandios war, hieß es, ein neues Ziel zu finden. Letztendlich war der Zuspruch dann etwas geringer, aber der harte Kern hatte beschlossen – wir besuchen den Papst.
Es beginnt auf Facebook: Die Mitteilungen, wer wann, wo eintrudelt entstanden im Online-Chat und kurz darauf kommt durch das gemeinsame Einchecken von Henry und uns bereits Vorfreude auf. Morgens geht es dann zum Airport, wo wir Ihn treffen und wenige Stunden später sind wir auch schon bei angenehmen Temperaturen und leichter Bewölkung in Fumincino gelandet! Bella Italia begrüßt uns mit dem üblichen Chaos: Der Zug kostet One Way dreimal so viel wie der Bus, das heißt wir schlendern zurück zum Kartenschalter und reihen uns ein, kaufen die Karten, begeben uns zum Busterminal. Eine Menschentraube erwartet uns und als der Bus eintrifft, der Koffer bereits im Gepäckraum steht wird es eng: Der Bus ist voll. Eine kurze, lautstarke Diskussion führt zu dem Ergebnis, dass wir im Gang stehend doch noch mitgenommen werden und kurz vor vierzehn Uhr Termini erreichen. Wir verabreden uns für halb drei, machen uns auf den Weg zum Hotel, beziehen das Zimmer und los geht es zum Sightseeing: Marco, Dani und Björn freuen sich uns auch endlich zu begrüßen, dann geht es unter der Führung von Guideastra los.
Als erstes Ziel hat er die Kapuzinergruft an der Via Veneto unter der Kirche von Santa Maria della Concezione gewählt. Einige Touristen haben offenbar ihren Reiseführer gut studiert, aber es dauert nicht lange und kostet wenig, diese skurrile Sammlung und künstlerische Nutzung menschlicher Überreste zu bewundern. Vielleicht gehen wir nicht immer mit den erforderlichen sakralen Ernst damit um – kurzweilig ist es allemal. Danach stürmen wir die spanische Treppe hinunter – Trainingseignung gleich null, da menschenübersät bei sonnig-mildem Frühlingswetter… Einen Cappuccino und `ne halbe Pizza später werden wir durch altrömische kleine Gassen zum Geheimtipp „Patisserie“ geführt, wo leckerstes Eis die Sinne betört. Doch nicht genug um zu vergessen, die Karte zu kaufen Lazio Rom gegen Genua am MontagabendWährend wir auf Marco warten, beobachten Menschen an der Piazza Colonna vor dem Palazzo Presidenza del Consiglio dei Mininstri, Chauffeure beim Einparken diverser Limousinen und die Guardia Civil beim Aufpassen – was auch immer dort los war. Wir haben Glück, denn die Fontana di Trevi liegt dann auch noch auf dem Weg und ich staune über die Menschenmassen rund um den Brunnen, werfe aber doch den Glückscent, den ich auf meinem letzten Trainingslauf gefunden und eingesteckt habe über die Schulter in die Fluten. Über die Piazza del Quirinale geht es zurück zum Hotel. Abends ist schon mal Pastaparty angesagt, erweitert um Christian und seine Freundin, finden wir dank Reiseleiter Marco den Top-Tipp der „Gut-aber-Günstig“-Trattorias und schlemmen ausgiebig.
Der nächste Tag beginnt mit der Fahrt zur Marathon-Messe, nach U-Bahn von Termini nach EUR Fermi und ein paar Straßen weiter im Vorort landen wir dort und genießen die typische Atmosphäre und den Shopping-Rundgang. Gemeinsam fahren wir wieder in die Innenstadt, dann trennen sich unsere Wege: Tommi und ich steigen am Kolosseum aus und reihen uns in die Touristenströme ein. Wir spazieren die Via del Fori Imperiali entlang, wo wir am nächsten Tag starten werden. Über die Piazza Venezia entlang an santa Maria sopra Minerva, Pantheon, Piazza Navone schlendern wir durch die gassen zum Campo die Fiori, dem Blumenmarkt. In einem Cafe an der Piazza Farnese machen wir eine kleine Pause bevor wir auf der Ponte Sisto den Tiber überqueren. An Villa Farnesina und Palazzo Corsini entlang nähern wir uns auf der Borgo San Spirito dem Petersplatz und der Basilica San Pietro. Wir folgen den Menschen auf der Via della Conciliazione bis zur Engelsburg, um die wir herumspazieren und danach über die Piazza Cavour hinter dem Justizpalast zum U-Bahn gehen. Mit dieser geht es zurück zum Hotel bis zum Bahnhof Termini und dann den bekannte Weg am Teatro dell‘ Opera vorbei. Am Abend entscheiden wir uns für eine kleine Pizzeria schräg gegenüber, bevor wir recht früh versuchen genug Schlaf zu bekommen, um erholt in den Marathontag starten zu können.
Nach einem frühen Frühstück im Kreise unschwer zu erkennender Gleichgesinnter werden wir von Marco, Henry, Dani und Björn eingesammelt. Gut gelaunt spazieren wir in Richtung Kolosseum. Mehr und mehr Mitläufer begleiten uns auf dem Weg, noch ein Gruppenfoto, dann geht’s in Richtung Startbereich. Da ich mich noch einmal in die Dixi-Schlange einreihe verlieren wir die Anderen – sie werden sicher gut durchkommen… Als ich dann weitergehen kann wird es voll, aber da ich in den roten Block darf komme ich gut durch. Das Warten im Coral beinhaltet die übliche Spannung oder Vorfreude, Musik erklingt und dann geht es irgendwann los.
Wie üblich ist der erste Kilometer langsam – Stau als sich die Straße verengt bis zum Circo Massimo, an dem wir vorbeitraben. Dann geht es erst einmal auf die Via Ostiense, die lange Straße entlang in Richtung Süden, vorbei an der Pyramide. Auf dem Rückweg geht es über die Ponte Marconi das erste Mal über den Tiber und über die Lungotevere parallel zum Fluss zurück. Über die Ponte Testaccio nähern wir uns nach ca. 10 Kilometern wieder der Innenstadt und die Zuschauer werden zahlreicher. Mittendrin entdecke ich Dani und kurz danach Tommi, den ich darauf hinweise. Wie üblich sieht man um sich oft die gleichen Läufer, hat sich die Trikots eingeprägt und ich habe mich an „18 till I die“ festgebissen, weil es mein Lieblingslied von Bryan Adams ist. Etwas später bleibt mein Blick an einem Hamburger Vereinsshirt mit Daten von vier Marathons haften, und ich spreche Uli an, dass für den Rom-Eintrag wegen des Logos kein Platz mehr ist. Er unterhält sich auch gern ein bisschen und so legen wir die Strecke nun gemeinsam zurück, vorbei an der Engelsburg und über Ponte und Piazza Cavour in Richtung Vatikan. Auf der Via delle Conciliazione laufen wir auf den Petersdom zu – ein beeindruckender Anblick.
Weiter geht es durch unbekannteres Terrain und nach einer Weile verabschiedet sich mein Begleiter und fällt zurück. Kurz darauf ist die Halbmarathonmarke erreicht, die ich knapp über 1:48 Stunden Laufzeit passiere. Wir nähern uns wieder dem Tiber und laufen ein Stück parallel, bis der Parco Olimpico in Sicht kommt – gern hätte ich in dem Moment eine Kamera dabei. Über die Ponte Duca D’Aosta wechseln wir die Flussseite und nun geht es über einige Kilometer stetig bergauf. Ich biege bei Kilometer 25 kurz ab – Dixipause – bevor ich ein Squeeze nehme und ausgiebig trinke. Am Straßenrand steht ein Rotkreuzwagen und die Helfer versorgen einen Läufer…
Wir umlaufen den Parco di Villa Glori, es geht wieder abwärts und durch das Olympische Dorf, Via Finlandia, Via Bulgaria und Via Germania lese ich; dann erreichen wir den 30er-Punkt und nähern uns erneut dem Fluss, dem wir stadteinwärts nun folgen. Mehr Zuschauer säumen den Weg, aber auch zunehmend Touristen, denen wir durch die Sperrungen eher hinderlich erscheinen. Als wir die Innenstadt erreicht haben wir die Strecke zum Sightsseing: Piazza Navona, Corso Vittorio Emanuele II, Piazza Venezia, die Via del Corso hinauf zur Piazza del Popolo und zurück auf der Via del Babbuino zur Piazza di Spagna. Vorbei am Largo del Tritone und am Trevibrunnen führt die Route durch enge Gassen bis zur Piazza Venezia wo Dani und Tommi wieder warten und uns anfeuern. Ein Küsschen für die letzten drei Kilometer und kurz darauf, bei der letzten Versorgungsstation an der Piazza Bocca della Verita erklingt zur Motivation Michel Telòs „Ai se eu te Pego“. Noch einmal passieren wir den Circus Maximus, folgen der leicht ansteigenden Via San Gregorio, umrunden das Colloseo und sind auf der Zielgeraden – geschafft: Drei Stunden und 48 Minuten laufen durch Rom liegen hinter mir. Ich bekomme die Medaille umgehängt, der Chip wird von der Startnummer entfernt und mit den anderen Finishern trotte ich weiter, erhalte Verpflegung und eine Wärmefolie zum Umhängen, verlasse das Gelände um unsere Begleiter zu suchen.
Wie verabredet treffen wir uns an den Treppen die zum Campidoglio Capitolini führen, ich ziehe mich um und dann kommen auch bereits Marco, Björn und Henry ganz begeistert und beeindruckt von den erlebten Impressionen. Auf dem Weg zum Hotel tauschen wir unsere Eindrücke aus und verabreden uns für ein Abendessen in der Nähe. Geduscht und erholt treffen wir uns und landen zwei Ecken weiter in einer Pizzeria, mit der wir diesmal nicht so einen Glücksgriff gemacht haben – der Service wird vom Haus aus auf der Rechnung mit 15% und somit 22, 50 Euro ausgewiesen, zusätzlich zu der üblichen Gebühr für das Gedeck! Zum Trost gibt es dann noch ein Eis im Palazzo del Freddo in der Via Principe Eugenio, ein sehenswerter Ort und wieder mal ein Geheimtipp. Auf dem Rückweg passieren wir die Piazza Vittorio Emmanuele II und werfen noch einen Blick in die Kirche Santa Maria Maggiore. Dann verabreden wir uns für den nächsten Morgen am Bahnhof Termini und beenden den Abend.
Nach dem Frühstück treffen wir uns am Bus, diesmal können wir sitzen und ich unterhalte mich auf dem Weg nach Fumicino noch mit einem in Nizza lebenden Italiener – auf Englisch – der ebenfalls mitgelaufen ist, zum zweiten Mal. Er meint auch es sei anstrengender gewesen als beim vorigen Mal, wir tauschen uns ein wenig über unsere Erfahrungen aus und so vergeht die Fahrt schnell. Eigentlich sind wir rechtzeitig am Schalter, müssen mit weiteren Läufern allerdings eine Weile warten und berichten auch hier von unseren Eindrücken. Dann der Schock- der Zugang zur Sicherheitskontrolle ist total überfüllt und wir stellen uns auch noch in der falschen Schlange an, kurz bevor wir an der Reihe sind wird der Durchgang geschlossen. Endlich sind wir dran, es wird Zeit, aber mein Rucksack wird durchsucht ein weiteres Mal durchleuchtet und wieder komplett ausgepackt – das Taschenmesser! Natürlich müssen wir es abgeben, hetzen zum angegebenen Ausgang und haben Glück, das noch jemand da ist und uns zum richtigen Gate umleitet. Als letzte Passagiere betreten wir den Flieger und erreichen superpünktlich Hannover, holen das Auto aus dem Parkhaus und setzen Henry auf dem Rückweg in Burgdorf ab bevor wir heimfahren.
Das war also Rom, der nächste Marathonstartplatz ist bereits gebucht: Budapest wird im Oktober das Ziel sein, zusammen mit Schossi und Sabine und bestimmt wird es auch wieder spannend und erlebnisreich.

Auch nen schöner Bericht!

und wieder ein Grund mehr das ich keinenn schreibe - es ist alles geschrieben worden was wichtig ist!

Danke den Schreiberlingen und lingerinnen! :-)

"Ein Leben ohne Hunde ist denkbar, jedoch sinnlos"

Klasse!

So viele Informationen in einem einzigen Bericht untergebracht! Es war superschön, daß ihr beiden auch in Rom dabei wart und da freue ich mich schon auf Deinen detailierten Bericht aus Budapest, der Stadt der Luftkissenfahrzeuge voller Aale;-)!
Aber eine Berichtigung muß ich anbringen: ich hab mir natürlich eine Karte für ein AS Rom-Spiel gekauft. Ich würde doch nie zu Lazio (pfui) gehen...
Gruß, Marco
You'll never guideastra alone

Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos

Ich glaub das muß ich mir erst mal ...

... ausdrucken und dann in ruhe auf ner Karte ansehen. Einfacher ist aber bestimmt, wenn du mir das auf ner Karte zeigst. Spätestens in Rühningen. ;-))
Noch besser wär natürlich so'n guide wenn wir mal in rom sind. Aber da war was...
Ich hab an euch gedacht. ihr da bei Euerm Trip in Rom.
Gerne wieder zusammen wie in Wien. Nur Budapest wird nix. Ich hab für den Herbst andere Pläne.
Egal.
Wir sehen uns. Ick freu mir!
Wir sehen uns ja schon sehr bald!
Ick freu mir gleich noch mehr!
Bis übernächsten Freitag.
;-)

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