Hi,
ich hätte mal eine Frage an alle erfahrenen Langstreckenläufer. Hat irgendwer Erfahrung mit einer Low Carb-Ernährung? Wenn ja, wie wirkt sie sich bei Strecken >30 km aus? Was haltet ihr hinsichtlich einer generellen Low Carb Ernährung von der Wichtigkeit des Auffüllens des Kohlenhydratspeichers? Ist bei Low Carb nicht schon der Stoffwechsel aktiver, sodass zu Beginn des Laufes das Glycogen der Leber etc. nicht so notwendig ist weil der Fettstoffwechsel schon aktiver ist? Wie ist dann die Ernährung beim Marathon selbst?
Vielen Dank schonmal :-)

Moderates Low-Carb oder Glyx-"Diät" kann ich nur empfehlen...

...trainiert m.E. nach den Fettstoffwechsel. Verzichte selbst auf alle raffinierten Kohlenhydrate und Getreideprodukte. Nehme Kohlenhydrate fast ausschließlich über Obst, Nüsse etc. zu mir und merke keine negativen Auswirkungen beim Laufen.

Für Atkins-Pur-Jünger könnte es allerdings schon hart werden, zumindest am Anfang...

Auch wage ich mal zu behaupten, daß wer durch´s Laufen abnehmen möchte und die übliche Kohlenhydrat-Mast betreibt, sich selbst im Wege steht. War zumindest bei mir so. Je mehr kms, desto mehr Heißhunger, desto mehr Nudeln ...

O.K., es gibt mittlerweile auch genug Studien, die den Ansatz mit Glyx und Low-Carb scheinbar widerlegen, aber meine eigene Erfahrung spricht da eine andere Sprache. Ich kann nur empfehlen, zumindest Süßigkeiten und solch Kalorien- und Zuckerbomben wie Softdrinks und Fruchtsäfte wegzulassen oder den Konsum davon stark einzuschränken.

FG

@pfadschleicher68 Danke für

@pfadschleicher68 Danke für die Antwort, mit der Einschränkung der Süßwaren hast du natürlich Recht, auch mit dem Fruchtsaft. Gut, die Nudelz haben per se sehr viele Kalorien, vielleicht hat sich bei dir auch nur die Gesamtkalorienbilanz verringert?
Bislang ernähre ich mich ziemlich ausgewogen, viel Vollkorn, Haferkleie, viel Gemüse, gern mit Fischhackfleisch gemischt, Obst, Schokolade, Quark, Haribo, Kürbiskerne (extrem hohe Nährstoffdichte) Fruchtsäfte, koche am WE gern mehrgängig für Freunde, bin normalgewichtig, aber so 3-4kg weniger wären für Marathon schon besser... laufe 30-60km/Woche
Also bei Atkins pur soll der Körper sich in einer Ketose befinden, Fettschmelze und Nachweis von Ketonkörpern im Urin. Ist das bei Low Carb auch der Fall?

mit Verlaub..

... das Menue ließt sich für mich so richtig gruselig!! Da bin ich heilfroh, mir die Pasta, das Steak oder manchmal auch etwas Obst (ist einfach zu gesund) nach Lust und Laune einpfeifen zu können, wie ich mag. Die Tafel Schokolade am Abend ist fast schon normal. Die ist nach 10min weg und ...
mir fehlt nichts! Ich laufe schnell, wenn ich will; weit, wenn ich will - Geil.
Das fällt mir so ein, beim Lesen Eurer Zeilen. Da merke ich richtig, wie gut es mir doch geht. ;-)) Aber es ist auch schön, dass andere das ganz anders sehen und mögen, als ich ich. Also macht weiter so! Ich auch! ;-))
Gruß Schalk

danke schalk!!!! ganz meine

danke schalk!!!! ganz meine meinung!

Low Carb im Marathontraining

Eine sehr ausführliche Stellungnahme hierzu vom Team-Doc des RP-Marathonteams kannst du hier lesen:

http://www.marathonteam-viersen.de/forum/messages/4846.html

Wie immer die Antwort - kommt drauf an!

wenn Du mal...

..bei Wikipedia nachliest, was eine Ketose ist, kannst Du Dir diese Frage eigentlich selbst beantworten. Je weniger Kohlehydrate zugeführt werden und je mehr Du verbrauchst umso größer ist die Wahrscheinlichkeit für das Entstehen einer Ketose. Ziemlich simpler Zusammenhang.
Gesund klingt das alles nicht grade. Wenig Kohlehydrate - ok. Und die richtigen - auch noch o.k. Aber so ganz radikal ohne? Ich weiß ja nicht.... Ich würde im Zweifelsfall lieber mehr laufen, als weniger zu essen. Rein praktisch esse ich viel mehr, seit ich laufe und nehme trotzdem nicht zu. Klar, 3-5 kilo weniger wären schon ganz nett, aber dafür quälen - nö. Ich nicht. Allerdings habe ich das Glück, mit einer Abneigung gegen Schokolade gesegnet zu sein. Wenn ich allerdings ein unbewachtes Gummibärchen treffe - dann hat dessen letztes Stündchen geschlagen!

Ob der Fettstoffwechsel dann

Ob der Fettstoffwechsel dann aktiver ist weiß ich nicht, aber ich gehe mal davon aus der immernoch langsamer ist, als der Kohlenhydratewechsel. Deswegen würde ich, wenn ich mich schon KH-arm ernähre, vor und kurz nach dem laufen wenigstens ne Apfelsaftschorle gönnen damit ich nicht während dem laufen zusammenklappe.
Bei nem Marathon selbst auf jeden Fall KH essen, soviele es geht, da braucht man doch erst recht schnelle Energie. hab auch noch keinen Verpflegungsstand gesehen an dem es KH-arme Sachen gibt.

Schmerzen sind geil!!

So einfach ist das leider nicht...:

Danke erstmal für die Antworten,
@ Schalk Tja, den Preis für Fisch mit Haribo bekomme ich wohl nicht von dir :lol: , eine Antwort auf meine ernstgemeinte Frage hinsichtlich Stoffwechsel wohl auch nicht  Oder doch? Du Schokidoper!:-) Tja, ein Leben ohne wäre so grausam..
@klaus_k danke, hab’s gelesen, guter Beitrag, das deckt sich mit meiner bisherigen Info in etwa, ausser das mit der KH armen Ernährung vor der KHreichen zum Wettkampf, das war mir neu, klingt aber logisch..
@Conny danke für den Hinweis. Klar kann man mit Lauftraining viel mehr essen ohne zuzunehmen.. Allein an den Tagen der langen Läufe ist es schwer, überhaupt zu viel oder genug zu essen.. Zum Thema Ketose: Ich weiß, dass man normalerweise <30g KH zu sich nehmen müsste um eine Ketose zu bekommen, doch beim Laufen werden jede Menge KH verbrannt, wobei ich mir vorstellen könnte, dass die Ketose bereits bei einer Low Carb auftritt. Das steht bei Wiki leider nicht. Ich weiß auch, dass die Ketonkörperchen als Energielieferant genutzt werden, dass Eiweiß und Fett i.d. Leber zu leichter resorbierbaren Energieträgern umgebaut werden, die dann wieder nutzbar sind.
Doch: Angenommen, jemand fastet, dann müsste die Person in der Ketose, der Fettschmelze doch auch ohne KH oder mit Weniger KH entsprechende Leistung bringen, da der Fettstoffwechsel aktiver ist. Bei mir ist es anders. Ich faste 1x/Jahr 2 Wochen und ab dem 11. Tag ist’s vorbei mit der Leistung. Die Beine sind wie Klötze, die sich kaum bewegen wollen (Mineral- und Spurenelementhaushalt dabei aber gedeckt durch Ergänzung) Liegt es an der zu hohen KH-Menge durch Saft von 40-150gKH/Tag? Oder sind 2 Wochen nicht ausreichend um wieder eine Stoffwechselgewöhnung (Fettabbau, Umbau der Reserven) zu erzielen? Ich hab gelesen, dass jemand am 49. Fastentag seine Marathonbestzeit gelaufen sein sollte, was ich jedoch schwer nachvollziehen kann…
Gibt es hier irgendeinen Low-Carb-Läufer, der Marathon läuft ohne extra KH Zusatz, oder dann trotzdem mit? Oder kennt jemand einen? Ich kann’s mir kaum vorstellen, aber möglich müsste es sein
Es geht mir hier nicht darum mit Gewalt abzunehmen oder das unbedingt selbst auszuprobieren (macht euch also keine Sorgen!!!) als um das Erkenntnisinteresse und das Verstehen des Stoffwechsels. Auch für spezifische Literaturtipps oder Hinweise auf spezielle Studien wäre ich sehr dankbar.
Einen schönen Abend und frohe Osten wünsche ich euch allen!

@MoselRunner79 Hi, klar,

@MoselRunner79
Hi, klar, KH-arme Verpflegung wäre blödsinnig. In der 2. Fastenwoche reicht z.B. bei mir auch kein Saft mehr.. siehe letzten Beitrag
Lg

@Goldine

Schokolade und Haribozeugs gehört auch zu den von mir weitestgehend gemiedenen Dingen. Vor allem letzteres. Aber Kohlenhydrate nehme ich ja schon zu mir, nur halt keine raffinierten (Kein Industriezucker, keine Getreideprodukte).

Deshalb sagte ich ja auch "moderates" Low Carb und Anzeichen einer Ketose bemerke ich bei mir nicht.

Was die Nahrungszufuhr beim Marathon betrifft: Die Wirkung davon wird von den meisten überschätzt. Das meiste wird eh nicht richtig umgesetzt, es sei denn, man wandert die Strecke. Was feste Nahrung betrifft, ist es da mit nem Stück Banane getan, was aber eher dazu dient, einen eventuell vorhandenen "Reizmagen" zu beruhigen, als wirklich Energie zu liefern. Die ganzen "Kohlenhydrat-Chips" und"Wunderriegel": Pure Geldmacherei. Bei den Getränken "sündige" ich während des Marathons/Ultras konsequent und konsumierte bislang ohne negative Konsequenzen gesüßten Tee, isotonische Getränke in den abenteuerlichsten Farben sowie, wenn vorhanden, im letzten Drittel immer Cola, was unheimlich pusht. Im Training oder auch sonst rühre ich sowas allerdings nicht an. Ich trainiere überhaupt gerne den Mangel (was ja auch zu empfehlen ist, da Nahrung/Getränke bei ambitioniertem Laufen im Wettkampf nicht oder nur verzögert/mangelhaft umgesetzt werden) und laufe öfters nüchtern, habe festgestellt, daß auch 30km problemlos ohne irgendwelche Zaubertränke - ja sogar ohne überhaupt zu trinken machbar sind. Auch nen Hunderter habe ich schon ohne feste Nahrung hinter mich gebracht. Und seit ich auf raffinierte Kohlenhydrate und die leider immer noch oft propagierte Nudelmast verzichte, meine ich auch, lange und ultralange Distanzen gleichmäßiger, ohne deutliche Einbrüche durchzustehen.

Zu den Nudeln: Der Kaloriengehalt ist nicht das eigentliche Problem, problematisch bei so konzentrierten Kohlenhydraten ist eher der glykämische Index und die Blutzuckerschwankungen, die Hunger erzeugen und dafür sorgen, das insgesamt mehr gegessen wird. Wenn durch Low-Carb-Ernährung die Zahl der Heisshunger-Attacken sinkt,das Sättigungsgefühl nachhaltiger ist, geht logischerweise ja auch die Gesamtkalorienbilanz runter, vor allem, wenn dann auch noch Sport dazukommt.

Ich bin davon überzeugt, daß man auch bei Atkins-Pur und mit ketogenen Stoffwechsel Marathon laufen kann. Steinzeitliche Jäger legten ja auch große Distanzen ohne Brot und Pasta-Schlemmereinen zurück. Allerdings ist die Umstellung wohl für Zivilisationsmenschen ziemlich schmerzlich ...

FG

P.S.: Lustig, wie bei solchen Diskussionen immer welche zu befürchten scheinen, man will ihnen jetzt Schoki und Kekse verbieten. Tja, "Low Carb", "Glyx" etc. sind in Läuferkeisen ganz heiße Eisen, das erlebe ich immer wieder...;-)

Also ich ernähre mich Low

Also ich ernähre mich Low Carb (nicht No Carb) während der allgemeinen und speziellen Vorbereitung. Kurz vor dem Wettkampf bau ich zwar meine Speicher auf, versuche aber schon bei der Vorbereitungen meinen Körper darauf zu trainieren die Fettpolster abzubauen bzw. das Fett aus der Muskulatur zu ziehen. Meine Gedanken dazu http://www.laufen.net/ernaehrung/low-carb-fuer-laeufer-ohne-kohlehydrate-zur-bestzeit/

Leider stellt das relativ hohe Anforderungen an meine Ernährung bzw. mein Ernährungsbewusstsein da ich bei längeren Läufen ohne Verpflegung nicht mehr auskomme (Hungerast...) Wenn ich jetzt mein Essen analysieren würde, käme ich wohl auf ca. 50 Gramm Kohlehydrate pro Tag im Schnitt.

Um jetzt nicht verrückt zu werden verzichte ich halt auf Süßigkeiten, Alkohol, Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Brot wenn ich das steuern kann. Bei Buffets oder Einladungen zum Essen versuche ich weniger Carbs zu essen, mich aber auch nicht bei Freuden / Gastgeber unbeliebt zu machen. Soll ja Spaß machen :)

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