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Man(n) ist ja lernfähig! Nachdem ich mit meinem letztlichen Laufversuch gescheitert war, suchte ich nach einer Möglichkeit, meinen noch immer, bzw schon wieder rekonvaleszierenden Körper zu stählen. Da war ja noch das Radl, das lange nicht mehr richtig bewegt worden war. Nun begab es sich, daß u.a.die Lieblingslauffreundin zur Radtour am Rhein einlud. Das sollte es dann natürlich für mich sein, zumal ich die Ehre hatte, die Strecke auszuwählen. Am Rhein gibts keine Berge, die mich immer so demotivieren, ausserdem lockte die Pause am "Blauen Affen", einem beliebten Sportler-Biergarten am Bonner Rheinufer.

Bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen fuhren wir vom hohen Siebengebirge ca. 8 Km bis zum Rheinufer. Dort trafen wir noch eine weitere Lauffreundin und rollten flott immer auf der Rheinpromenade entlang. Ich checkte immerfort meine Befindlichkeit und fand keine Beeinträchtigungen. Kein Bauchkneifen, kein Konditionsproblem, kein Kraftschwund... Bald ließen wir die Bonner Skyline hinter uns und rollten über knubbelige Naturpfade in das Mündungsgebiet der Sieg. Ich spürte die Bodenwellen trotz Luftfedergabel und Gelsattel, den ich extra zur Schonung meines Sitzfleisches montiert hatte. Ein durchaus angenehmes Gefühl. Schon mehr als zwei Stunden waren wir total entspannt unterwegs, als wir plötzlich am Ende der Landzunge, wo die Sieg in den Rhein mündet, angelang waren.

Nach kurzer Pause ging es auf schmalem Uferweg zurück bis zur Rheinpromenade. Mittlerweile war es später Nachmittag und der Bonner "Showroom" füllte sich mit allerlei sportivem Volk. Wir ließen uns auf unseren Bikes "very cool" treiben und quasselten unentwegt. Irgendwann landeten wir auf den Bänken des "Blauen Affen" bei Radler und Brezel und ließen die Seele baumeln. Der Rest der Rheinstrecke wurde dann recht zügig abgeradelt. Nachdem wir uns von einer Mitradlerin an der Fähre verabschiedet hatten, stand mir nun die Bewähringsprobe bevor. Die acht Km, die anfangs im flotten Roll talwärts bewältigt wurden, galt es nun zu erklimmen. Ich hatte schon ein wenig Schiss, irgendwann zwischendurch zu schieben und wieder den Schlaffi zu geben. Aber ich besann mich auf die Erklärung meines Sohnes, der mir die leichte Erklimmbarkeit dieses Aufstieges damit plausibel machte, daß hier ehemals die "Heisterbacher Talbahn" entlang puffte und deshalb die Steigung nahezu konstant war. So kamen wir recht zügig auf der heimatlichen Höhe an. Nach ungefähr 4 Stunden und ca. 48 km hatte eine (für mich momentan) gigantische Ausfahrt ein gutes Ende gefunden. Ich war absolut glücklich und zufrieden. So eine lange Ausdauerleistung hatte ich seit meinem Aufenthalt im KH vor einem Jahr nicht mehr geschafft, ich verspürte keinerlei Beschwerden und hatte mit dieser Tour wieder ein großes Stück Zuversicht gewonnen, daß ich auf einem guten Weg bin, in das "normale" Läuferleben zurück zu finden.

Fazit: Wenns mal nicht gut geht, Anspruch herunter schrauben, Spaß in den Vordergrund stellen, sich von der Leistung überraschen lassen und sich tierisch freuen, wenns gut geklappt hat. (wenn nicht- Endlosschleife, bis es klappt ;-)))

Und jetzt hab ich auch wieder Mut, mit dem Lauftraining fortzufahren. Angemessen aber stetig... jetzt ist Lauffrühling!

LG
Hofpoet

5
Gesamtwertung: 5 (7 Wertungen)

Welch eine sportliche

Welch eine sportliche Einstellung mit Kämpferherz! Ich bewundere den Weg, den Du gehst.
Knapp fünf Stunden mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, ist eine gute Leistung. Ich weiß nicht, wann ich zum zuletzt solange auf meinem Drahtesel saß.
Weiterhin alles Gute für Dich und dickes Daumendrück für den Start zurück ins frühlingshafte Läuferleben.


Jogmap-Schleswig-Holstein - de neongelen Löper ut´n Norden

Lieber Poet,

auch wenn Dir Dein letztes Lauferlebnis einen kleinen Dämpfer verpasst hat, bist Du auf dem richtigen Weg. Vor allen Dingen hast Du eine bewundernswerte Einstellung zum Leben, Laufen und Geniessen. Lass Dir das bloss nicht nehmen!
Und auch Läufer ohne Krabbeltiernachwehen haben mal einen Durchhänger, also mach Dir deswegen keinen Kopf.

Auf in den Lauf-Radel-und-Genuss-Frühling.

LG,
Anja

Dein Fazit...

ist mein Mantra! :o)

Ich kann Dich soooo gut verstehn!
Der Satz da drunter zaubert mir ein Lächeln. :o)
Ein wunderbarer Tag genau richtig genossen!

Lieben Gruß Carla

Dein Fazit gefällt mir auch

Dein Fazit gefällt mir auch ... und dein Kämpferherz.

Habe mal ein Fahrrad-Ergometer benutzt als ich während einer Zerrung nicht laufen konnte, um fitt zu bleiben. Aber deine Variante ist cooler.

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