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Vor mehr als einm Jahr fing das an, was wahrscheinlich nicht wenige Läufer plagt. Zunächst "nur" der morgentliche "Anlaufschmerz", der nach wenigen Minuten wieder verging und den man deshalb über lange Zeit so schön ignorieren konnte. Dann der leichte Druckschmerz unterhalb der Ferse und schließlich Schmerzen bei jedem Lauf, die sich insbesondere nach kleineren Ruhepausen so richtig intensivierten und sich am Ende bei jedem Schritt meldeten. Daraufhin immer mal wieder halbherzige ein bis zwei Wochen Laufpausen, in der Hoffnung, dass es damit getan ist. Aber nichts da, der Schmerz blieb davon unbeeindruckt. Endlich die Erkenntnis, dass da ein ernsteres Problem dahinter steckt. Darauf folgend der Besuch beim Orthopäden. Diagnose: Fersensporn. Cortisonspritze in die Ferse, eine Erfahrung, die man nie wieder machen möchte. Die Hoffnung, dass es nun damit endlich getan ist, war allerdings schnell verflogen. Schließlich, nach unzähligen Stunden Recherche im Internet, nach langen Gesprächen mit befreundeten ebenfalls laufenden Ärzten und der physiotherapeutischen Nachbarin die höchst unangenehme Erkenntnis, dass etwas Grundlegendes passieren muss, wenn man sich nicht eine chronische Entzündung und Verhärtung der Sehne einfangen will. Kommt das jemandem bekannt vor? - Zuerst die gute Nachricht: meine darauf folgenden Bemühungen, die ich gleich schildern werde, haben dazu geführt, dass ich heute völlig beschwerdefrei bin. Folgende Maßnahmen habe ich gleichzeitig ergriffen:
1. Orthopädische Einlagen, damit ich - zunächst nur auf ganz niedrigem Niveau - weiterlaufen konnten (die ersten Wochen nur einmal die Woche 4 bis 5 km).
2. Zwei weitere Paare Laufschuhe zum Wechseln gekauft (vorab zur Belohnung wegen der ernsthaften Bemühungen ;-).
3. Intensives Training der Beinmuskeln im Fittnesstudio (2 - 3 Mal die Woche), insbesondere die Stärkung der unteren Bein- und der Fußmuskulatur, sowie auch ein Ganzkörpermuskeltraining.
4. Zum Ausgleich fahrradfahren und schwimmen.
5. Halbwegs ernsthaftes Dehnen vor und nach dem Laufen.
6. Ganz wichtig: nie mehr auf hartem Untergrund barfuß laufen! Auch nicht zu hause! Hierfür gut gedämpfte hochwertige Badelatschen von Puma angeschafft.
7. Längere Spaziergänge und Wege nur noch in Walkingschuhen absolviert.
8. Für den Rest, d.h. insbesondere fürs Büro und zum Ausgehen mehrere Paare Schuhe mit Anti-Stress-Systemen angeschafft und diese zum Teil auch noch mit Geleinlagen an der Ferse oder dämpfenden Einlagen aus dem Sportfachgeschäft ausgestattet (es gibt Schuhe, denen sieht man das Antistressystem nicht an!).
9. Alle geschilderten Maßnahmen sehr ernsthaft beibehalten und für mehrere Wochen nur sehr eingeschränkt gelaufen.

Ergebnis: die Schmerzen gingen nach und nach zurück. Nach ca. drei bis vier Monaten waren sie ganz weg. Heute laufe ich wieder regelmäßig, allderings bin ich immer noch vorsichtig damit, an zwei Tagen hintereinander längere Strecken zu laufen. Mein damaliges Laufpensum (bis zu 100 km im Monat) habe ich bisher noch nicht wieder erreicht, damit beginne ich jetzt aber auch wieder, natürlich mit der gebotenen Vorsicht. Das Muskeltraining, das Dehnen vor und nach den Läufen, das Vermeiden von jeglichem Barfußlaufen auf hartem Untergrund, mehr Aufmerksamkeit auf das Schuhwerk und orthopädische Einlagen für die Laufschuhe haben nach meinem Empfinden den Ausschlag gegeben. Diese Maßnahmen nehme ich aus dieser Erfahrung mit und werde sie für alle Zeiten beibehalten.

Ich hoffe mit diesem Beitrag dem einen oder anderen Fersensporngeplagten Hoffnung und Rat geben zu können und gleichzeit allen denjenigen etwas zurückzugeben und Danke zu sagen, die mir, ohne es zu wissen, über ihre Beiträge in den entsprechenden Foren, Blogs etc. ebefalls Hoffnung und Rat haben zuteil werden lassen.

Schöne Grüße aus Berlin!

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Ich

hatte das vor Jahren auch mal. Allerdings vor meiner "Laufkarriere". Geholfen haben mir orthopädische Einlagen. Heute habe ich keine Probleme mehr mit dem Spörnchen...


Deja Vue!

Unglaublich...das ist exactemente auch meine Karriere in der Angelegenheit!
Besonderer Wiedererkennungswert: Spritze mit cortisongelleeartiger Pampe tief in die eh schon malträtierte Ferse....ich hab beinahe geweint vor Aua!

Ich hab dann 3 Monate gar nix gemacht - dann kam erschwerend die Weihnachtszeit dazu - so konnte ich ein beeindruckendes Glühwein/Stollengeschwür ausbilden.
Dann ebenfalls Einlagen, 3 Paar Schuhe und LowLevelAnfängerUschistrecken mit 8 Kg Übergewicht.

Nu is alles wieder gut...dank Doc Till Steinmeier in HH, der mir dies Procedere verpasst hat.

hast du auch

die adiletten von puma?

mojo

- auch das geht vorüber -

meine sehen jedenfalls so aus

als wären sie die "adiletten" von Puma :-))

Fersensporn

Hallo Mutabor,
hatte auch einen diagnostizierten Fersensporn, ging schon an Krücken- kein laufen -kein nix mehr. Einlagen, Spritze in die Ferse und die Aussicht auf eine ziemlich teure Stoßwellentherapie- na toll.

Bin dann durch Zufall selbst dahinter gekommen, dass der "Sporn" nur mangelnde Dehnung war. Habe dann die untere Wadenmuskulatur mehr gedehnt und siehe da- der Schmerz ist weg.

Habe noch ein paar andere Leute getroffen die auch einen Sporn haben sollten- nach der Dehnung waren die Schmerzen auch bei denen weg.

Ich kann nur allen empfehlen: Richtig dehnen...

...diese Spritze in die Ferse ist nicht erstrebenswert ;-)

Aloahe

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