Benutzerbild von marcuskrueger

Wir sind früh 8 Uhr hingefahren. Ich habe normal geschlafen, normal gefrühstückt. Ich hatte aber Null Anspannung. Ich war mir sicher, dass das zu schaffen ist. Weitere Vorbereitungen hatte ich nicht getroffen. Keinen Plan B oder C. Ich dachte, ich kann so mitlaufen und das auch nicht zu langsam.
Was soll denn bitte schief gehen?!
Das mit meinem Gewicht (+ 5kg seit Rodgau) hat mich etwas betrübt, aber dass ich eine 2h59 laufen kann, war mir klar.

Ich hatte viel vorher angesagt. Sieg, Streckenrekord und an guten Tagen vielleicht eine neue Marathon-PB.
Ich bleibe dabei. Nur angesagt, zählt.
So ist es dafür wenigstens klar, dass ich dieses Mal ordentlich was auf die Fresse bekommen habe.
Gehört dazu.

Morgens angekommen. Fankurve abgeholt. Schalk getroffen. Umgezogen. Zum Start. Kein GPS-Signal.
Bisschen einlaufen. Mit jens-hvl gequatscht. Plötzlich Startschuss. Los. Viel Glück gewünscht und nach vorne an die Spitze.

Wir wussten, dass es vorne einsam würde. Wir wollten mit 4:15er Pace los. Erste Runde etwas zu schnell. Ich hatte immer noch kein GPS. Hab das ausgemacht und nur die km-Schilder gestoppt. So sah ich 7 Mal lustige Zeiten. Naja. Zweite Runde besser. Tempo gefunden.
Aber, aber, ABER WARUM IST DAS BITTE ANSTRENGEND??!!

Das kann nach 14 km nicht anstrengend sein. Darf nicht.
Habe das Gefühl, dass das heute keinen Spaß machen wird, dann schleifen lassen und es hat sich in meinem Kopf so richtig gemütlich gemacht. Hier habe ich unser Rennen verloren.
Niemand hält 2 Stunden Negatives Selbstgespräch durch.

Am Ende der 3. Runde hat sich zu meiner Fankurve auch noch mein Vater dazugesellt. Sehr schön.
Bei HM waren wir gut auf Kurs – 1h28,40. Aber es tat nur noch weh.
Gel genommen. An der V-Stelle stehen geblieben. Gel reingequält. Meine geduldigen Mitläufer sehen mein Elend, die ehemalige Form; sehen, dass heute nix mehr geht.

Neue Pace-Ansage: 4:20-4:25.
Wir laufen 4:35-4:40

Ronald pusht mich noch mal mit wertvollen Tipps und Fokuspunkten. Schritt lang ziehen, tief atmen, aufrecht bleiben. Mir gelingt das für 20 Schritte, dann wieder Elend.

Ich habe keine Lust.
Ich mag nicht mehr.
Ich verweigere Laufarbeit.
Ich mache unsere Lautzeit kaputt.
Ich werde nicht ankommen.
Ich werde das Team platzen lassen müssen.
Ich werde den Sieg verderben.
Ich werde erkennen, dass ich mit dieser Form niemals nach der gewünschten Zeit in Schmiedefeld eintreffen werde.

Bei km 25 schaffe ich gerade so noch 5er Pace. Innerhalb von wenigen Augenblicken lösen wir uns einvernehmlich auf. Wenigstens ein guter Trainingslauf für die Anderen, mit mir Rumschlappen ist sinnlos.

Ich bin nicht mal unzufrieden in diesem Moment. Bin froh, dass es vorbei ist. Bin egoistisch.
Trabe locker bis km 27. Stoppe die Uhr. Nummer ab. Und gehe zum Start/Ziel-Bereich. Gehen ist schön.

Mein Vater kommt mir entgegen. Alles besser. Begrüßung der Fankurve. Alles gut.

Ich hatte keinen Krampf, keine Verletzung, keine anderen Problemen.
Schlichter Mangel an Form und Wille zum Anstrengen.
Irgendwo in den letzten Wochen habe ich einen Trainingsreiz nicht mitbekommen. Kein Vergleich zu Rodgau.

Ziel deutlich gerissen. Für mich nützliche Informationen gewonnen.
Sehr schade, dass ich da mein Team habe mithineingeritten habe.

Regenerieren muss ich mich nach einem 27-km-Lauf zum Glück nicht.
Das Training geht weiter. Das Zeitziel ist aber deutlich korrigiert.

Die 6 darf in Schmiedefeld vorne stehen.

mk

4.666665
Gesamtwertung: 4.7 (3 Wertungen)

Kopf hoch, das wird wieder!

Noch ist ja nicht Rennsteig und noch darfst Du trainieren und regenerieren. Nützt ja nichts, wenn Du Trainingsweltmeister wirst und dafür den Hauptlauf versemmelst!

Also: Mund abwischen, weitermachen!

Schade für Dich und das Team - und beim nächsten Mal klappt es auch mental. Trainier das mal - etwas positiver. Wird jetzt schließlich Frühling.

Ah, das war das Stichwort - vielleicht kämpft auch in Dir der Winterschlaf mit der Frühjahrsmüdigkeit?

Jezzabbajanzschnellwechduck.

Hallooooo?

Schon mal was von Tagesform gehört? Gibts auch in schlecht!;o)
Außerdem funktioniert ein Mara nicht mit Null Anspannung!
Jedenfalls nicht mit DEM Ziel!
Kann man nicht erzwingen.
Nach Übermut kommt Demut.
Und dann pendelt es sich wieder ein, da bin ich sicher!:o)
Du hast ne ganze Menge drauf, aber auch Dir wird es nicht geschenkt!
Also Mund abwischen, daraus lernen und weiter machen!!
Marcus, Du kommst wieder, keine Frage....;o)

Lieben Gruß Carla

Und noch ein schlauer Spruch:

war er nicht Dein Freund, dann war er Dein Lehrer.

Das Positive sehen koennen...

cour-i-euse

einfach

Ich bin ja nur ein Gelegenheitsläufer,

der in den letzten Monaten sich selbst dazu kaum zählen durfte.

Aber wenn ich lese +5kg. Alter! Das sind doch Welten! Kenne ich jedenfalls von mir selbst. Bei +5kg muss ich mir die Anzüge weiter machen lassen. Laufen ist dann eher stampfen.

Dass Du draus Deine Lehren gezogen hast, ist wohl das Positivste daran. Und für mich zu lesen, dass es auch den richtigen Läufern genau so schwer fallen kann, wie den vielen anderen meistens. ;-)

Kopf hoch das wird wieder...

...neben Tagesform darfst du aber auch die 5 Kilo mehr nicht unterschätzen.

Ein bekannter Trainingsplananbieter und Newsletter-Schreiber geht in seinem Gewichts-Rechner pro KG Fett weniger oder mehr übrigens von einem Zeitgewinn/-verlust von rund 2 Minuten über die Marathon-Distanz aus.

Natürlich funktioniert das nur bis zu einer gewissen Grenze und es geht hier um Fettgewebe und es ist die Frage, wie stark sich das wirklich auswirkt, aber in deinen 5 Kg mehr steckt sicher auch ein Teil deines Leistungseinbruchs, denn Du warst für deine Form und für deine körperliche Verfassung wohl einfach zu schnell unterwegs.

Mir ist übrigens im November 2011 nach 4 Jahren Marathon-Pause ähnliches passiert. Damals war dann nach 25 Km einfach der Sprit alle.

Willst Du getröstet werden?

Das glaub ich nicht.
Schade ist es in so einem Fall natürlich für das Team.
Leider wirst Du sicherlich nach hinten gucken;"was hab ich falsch gemacht?"
Vllcht. war es tatsächlich nur die "Überheblichkeit":"das wird schon"!
+5kg sind allerdings auch nicht zu verachten.
Der Rennsteig wird ein ganz anderes Rennen, glaub dran.

Kopf hoch und weiter

und ich denke ebenfalls, dass 5kg nicht zu unterschätzen sind...

Tagesform ist manchmal ein

Tagesform ist manchmal ein Rätsel. Man kann lange nach Erklärungen suchen, sicher wird man nie sein, woran es lag. Ob es das Wetter, die Ernährung, der Schlaf oder was Anderes war? Manchmal ist es wunderbar bei gleichen Bedingungen gelaufen. Das einzige was Sinn macht, ist dass 5kg wirklich einen Unterschied ausmachen.

Das Gute dran ist, dass ein verpatzter WK die bestmögliche Motivation für das Training in den nächsten Wochen ist. Das nächste Mal klappt alles. Garantiert!

Ich fand es auf jeden Fall...


... schön, das wir uns nach einer wirklich langen Zeit mal wieder getroffen haben. Auch wenn es nicht für einen längeren Schnack gereicht hat, aber immerhin habe ich jetzt einen Zeugen dafür, das es mich auf den Laufstrecken auch noch gibt.
Ich war aber auch sehr überrascht, als Du da plötzlich am Ende der Runde standest. Ich hatte eher damit gerechnet, von Dir und Deinem Team überrundet zu werden. Das hat dann auch nur der schnelle Läufer Eures Teams (Name fällt mir gerade nicht ein)als Einzigster geschafft mit der Überrundung. Ansonsten lief es bei uns recht gut. Für meine wenigen Kilometer in diesem Jahr muss ich sogar sagen, sehr gut. Mit 03:52 Std. waren wir wirklich sehr zufrieden.
Schade, das es bei Dir an diesem Tag nicht lief, aber was soll´s. Passiert wohl so ziemlich jeden irgendwann mal. Mach einfach weiter und beim nächsten Mal geht es wieder.
Gruß aus dem Havelland und bis demnächst mal wieder.
Jens

Sooo lange ist Rodgau ...

... noch nicht her und zum Rennsteig ist es noch sooo lange hin – ich denke, deine Lernaufgabe könnte lauten, bei jedem Lauf im Jetzt zu bleiben, egal ob es gut oder scheiße läuft. Denn heute ist heute und morgen ist morgen. Mir ist das sehr schön bei meinem Spendenlauf über die 6 Tage klar geworden, dass unendlich schwere Beine und mentale Anstrengung an dem einen Tag nicht bedeuten müssen, dass es am nächsten Tag ganz übel läuft. Im Gegenteil. Ich wurde immer wieder überrascht, wie schnell das alles wechselt. Allerdings auch in die andere Richtung ;-).

Das wird schon richtig gut werden am Rennsteig für dich. Wäre komisch, wenn dazwischen nicht auch mal ein Loch käme, oder?

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

genau

Einmal richtig auskotzen, die Lehre aus dem Debakel ziehen und wieder angreifen. Du machst das schon...

Das weiß ich!

Gruß vom CaptainFuture

Also ich bin BORN & HUMPA

Blick nach vorn

DNF ist immer doof, wenn man andere mitreinziehen muss umso mehr. Du hast in den letzten Monaten grandiose Leistungen abgeliefert, nach denen meiner Meinung nach ein Einbruch schon mal vorkommen darf. Du bist stark genug, um nach vorne zu blicken und an die alten Leistungen anzuknüpfen.

cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient

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