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...hatte ich bei rucksack-touren in den bergen (wandernd) gehört, wenn wir uns abends im zelt an mückengeplagten norwegischen seen darüber unterhielten, wie nahrungstechnisch gewicht reduziert werden könnte. heute habe ich pemmikan gegoogelt und auf platz zwei kommt der link von Henne Pet Food - Kronch Hundefutter mit Lachs aus Dänemark. grundsätzlich ist pemmikan eine art powersnack der nordamerikanischen indianer. eigentlich der kanu-indianer, merkte mein laufpartner an, hauptsächlich aus fettem fisch ("lachs, den gibt es ja in der prärie nicht") und gestampften beeren, manchmal wohl doch auch aus büffelfleisch (google, platz 5) und gestern muss ich so etwas ähnliches gegessen haben.

was ich da zwischen km 9 und 10 auf dem schwabentorring während des freiburg halbmarathons kaute, lag in konsistenz und geschmack etwa zwischen maoam und rohem mürbteig. ob es geholfen hat weiss ich nicht, größeren schaden hatte der bissen vom energie-riegel aber auch nicht angerichtet, als ich endlich wieder nach handbuch atmen konnte. vielleicht sollte man ihn ja auch nur sitzend verzehren. ich jedenfalls buche es unter erfahrung und nehme mir vor, nicht jedem treuäugigen verkäufer an marathon-messeständen etwas abzukaufen, was ja auch eine erfahrung ist und damit sind wir beim thema.

freiburg war - was wunder - mein erster stadtlauf, mein erster lauf mit mehreren tausend läufern, mit langen schlangen auch vor männertoiletten, dieter baumann und dem kompletten farbspektrum von kompressionsstrümpfen.

für mich war es der zweite halbmarathon und es war einfach nur aufregend. die erfahreneren läufer aus unserer gruppe hatten ein paar mindere einwände ("wie, nur tomatensauce, kein bolognese?"); ich aber war begeistert von aufbau, organisation (meinen kleiderbeutel etwa hatte ich nach dem lauf binnen fünf minuten zurück) und ambiente. es waren sicher die kürzesten kilometer bisher dank publikum, musikbands und der abwechslungsreichen strecke.

und begeistert war ich auch vom lauf. nach der kurzen aufregung am anfang (meine laufpartnerin war nach einer rempelei gestürzt und als die hände von zwei netten und sorgfältigen maltesern versorgt waren, dräute schon der besenwagen) fanden wir rasch unseren rythmus wieder, blieben (auch weil unsere aufholjagd auf der teilweise engen strecke immer wieder gebremst wurde; vielleicht sogar ganz gut so, im nachhinein betrachtet) in einem guten tempo, bis wir uns dann trennten.

und da, nach kilometer zehn, am ufer der dreisam, fielen die dinge an ihren platz. ich spürte eines seltsame sicherheit, belastung und vermögen hielten sich die waage, nicht nur der glaube, sondern die gewissheit jetzt das richtige zu tun gaben mir gelassenheit. bewegung, atmung, gedanken schwangen in einem harmonischen dreiklang.

das tempo war schneller als zuvor (aber nicht zu schnell wie noch vor drei wochen); mit einer anderen läuferin, die ziemlich genau mit der gleichen pace unterwegs war, wechselte ich ein paar worte, dann waren wir uns gegenseitig orientierung (sie mir sicher mehr als ich ihr). beeindruckend, wie eine solche lockere allianz mit einem fremden menschen wirkt, wieviel leichter das tempohalten in der verfolgung fällt und das tempomachen in der führung. wir machten bis kilometer 16 den rückstand (rund zwei minuten) auf einen 6er-schnitt wett und hielten das tempo (so etwa 5:40). auf dem letzten kilometer zog sie davon.

handgestoppt 2:05:13 war meine zeit, schnitt unter 6, drei minuten schneller als im nicht minder flachen (so ist freiburg eben) selfkant. schön, richtig schön.

neben der halbmond-medaille habe ich auch noch einen energie-riegel aus dem breisgau mitgebracht. von pemmikan heißt es, er hielte sich lange, sehr lange...

bleibt gesund

ps.: die offizielle zeit ist rund drei minuten langsamer; in meiner privaten statistik rechne ich frech die verletzungsunterbrechung raus.

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Respekt! Die von dir

Respekt!
Die von dir geschilderten Dinge sind mein Ansporn - Laufen aus Freude heraus und auf der Strecke auch mal eine "Allianz" eingehen. Die eigenen Grenzen ausloten und am Ende mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Noch dazu hoffe ich natürlich, dass ich bei meinem ersten größeren Lauf (geplant auf Herbst) ein ebenso gut organisiertes Event vorfinde, wie das in Freiburg wohl der Fall gewesen ist. Für deine nächsten Läufe viel Erfolg

Alle Achtung

img src="http://www.jogmap.net/laufstrecken/42929.jpg" /

nach 3 Wochen schon den nächsten HM, und dann noch mit Temposteigerung, dafür echt Hut ab!
Ich hoffe, Du hast Deinen Energieriegel inzwischen verdaut und bereitest Dich leichtfüßig auf den nächsten Wettkampf vor, auch Alsdorf, nicht wahr?
Man sieht sich!
Grüße
Kluette

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