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Heute stand der Kieler Hochbrückenlauf an. Nachdem ich mit dem Lauftreff die Marathonvorbereitung für Hamburg mitgemacht habe, ging es heute mal um eine Standortbestimmung.

Im Vorfeld gab es übers jogmap-Forum schon konkrete Verabredungen mit dorsch01 und stewi65. dorsch01 musste dann aber leider Verletzungsbedingt absagen.

Heute morgen war ich vor lauter Aufregung schon um 5 Uhr wach. Machte mir aber nix, da ich mich so in Ruhe in meine Gedankenwelt zurückziehen konnte, ohne das Gefühl zu haben, der Besten von Allen Aufmerksamkeit zu entziehen. :) Dann gemütlich gefrühstück (ausnahmsweise mal keinen Kaffee getrunken) und nochmal die Route nach Kiel gecheckt. Als Landei ist das ja bekanntlich so 'ne Sache mit Stadtfahrten.

Um 7:45 Uhr hab ich dann meinem Laufkollegen abgeholt, der schon füssescharrend am Fenster stand und sofort als er mich sah das Haus verlies. Für Mukke war gesorgt. Es Konnte also losgehen.

Kurz nach 9 sind wir in Kiel angekommen und haben erstaunlich schnell einen Parkplatz erstaunlich nahe zur Startnummernausgabe ergattert. Die Kollegen von Lauftreff waren schnell ausgemacht und die Startnummern bekamen wir ohne langes anstehen.

Dann stand ja noch das Blind-Date mit stewi65 an. Als Erkennungsmerkmal schrieb er er habe eine schwarze Jacke und eine blaue Sporttasche. Hmpf!!. Erst dort fiel mir auf, dass diese merkmale nicht nur auf ihn zutrafen. Ich hatte dieselben, allerdings eine recht auffällige rote Mütze, an der er mich wohl schnell erkannte. Es gab eine nette Begrüßung und einen kurzen Austausch über die Ziele für den Lauf. Nachdem mir stewi65 seine Zeitvorstellung nannte, war sofort klar, dass an einen gemeinsamen Lauf nicht zu denken war. Nach einer Verabredung für später lenkte ich meine Aufmerksamkeit zunächst meinen Lauftreff zu.

Zu Viert wollten wir gemeinsam starten und im Verlauf entscheiden, wie schnell jeder Einzelne dann weiter läuft. Wagemutig reihten wir uns (zumindest ich) hinter der Dame mit den bunten 5:20er-Ballons ein. Langsam wurde ich dann doch nervös. 5:20? Mann! Das wird ja spassig. Wurde es auch!

Die ersten 10 km verliefen recht entpannt (53:30 Min.). Dann zogen meine Kollegen das Tempo etwas an und wir ließen die Dame mit den Balllons (inzwischen hatte sie sich derer allerdings entledigt) hinter uns. Der Erste aus der Gruppe zog dann bei km 14 an und setzte sich ab. Ich lief meinen Trott weiter, merkte allerdings zunächst gar nicht, dass das Tempo immer schneller wurde. Bei km 17 stetzte sich der Zweite ab und ich stellte fest, dass ich mich gerade im 5er-Schnitt fortbewege und versuchte das Tempo etwas zu drosseln. Gelang nicht wirklich. Ab km 20 lief ich alleine.

Gerade als ich an die Hochbrücke dachte und mich fragte, wann wohl der "gefürchtete" Anstieg kommen würde, sah ich sie auch schon. Ich war mittlerweile schon eher auf die 5 Meter vor mir konzentriert und gedanklich damit beschäftigt, mir das Ziel herbeizuwünschen. Der Anstieg kam und reduzierte mein Tempo erheblich, ich blieb aber drann und konnte nach der ersten Aufstiegsetappe noch wild schnaubend am Versorgungspunkt Wasser tanken.

Danach ging es, allerding mit erheblich reduzierter Geschwindigkeit, weiter. Irgenwann lief ich dann über die Hochbrücke, konnte die Aussicht aber nur noch bedingt genießen. Langsam reduzierte sich zwar meine Herzfrequenz aber die Beine muckten plötzlich etwas. "Macht ja nichts" dachte ich, "Den Anstieg hast Du ja jetzt geschafft."

Denkste! Was dann kam gab mir echt den Rest. Ein Waldweg in dem es munter rauf und runter ging. Und das nicht zu knapp. 5 km vor dem Ziel musste ich eine Gehpause einlegen, weil die Beine streikten. Mann! So habe ich mir das nicht vorgestellt. Läufer zogen an mir vorbei. Was habe ich mich geärgert. Langsam kam ich aber wieder in Gang und konnte den Rest durchlaufen. Immer mit der Befürchtung, dass die 5:20er-Dame plötzlich an mir vorbeiläuft. Tat sie aber nicht. Gottseidank!

Die letzten fünf Kilometer waren eine Qual für mich. Ich konnte aber einen 5:40er-Schnitt halten. Als ich dann endlich ins Stadion einlief gab es aber noch eine Überraschung für mich, der sich so sehr nach dem Ziel gesehnt hat. Ich musste daran vorbeilaufen. Am Ziel. Mist! Dies bedeutete noch eine 400m-Runde zu laufen. War ich sauer! Sie ging allerding auch vorbei und ich konnte, trotz Gehpause, mit 02:34:57 ins Ziel einlaufen. 5 Minuten schneller als geplant.

So hatte die Frustsituation am Anstieg doch noch ihre negative Wirkung verloren. Zufrieden ging ich zum Duschen. Die Kollegen waren schon fertig oder bereits dabei. Danach ging es nur noch darum den Elektrolythaushalt auszugleichen. Der Veranstalter hat an alles gedacht. stewi65 allerdings, an das wichtigste. Der Mann hat tatsächlich zwei Flaschen Weissbier inklusive passender Gläser aus einer Tüte hervorgezaubert. Super! Wir setzten uns auf eine Bank und unterhielten uns über dies und das. Mann tat das gut!

Dann trennten sich unsere Wege wieder und ich fuhr mit meinem Kollegen völlig glücksgeschwängert nach Hause um dies hier in den Computer zu hacken.

Gruß Haderlomp
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Na - das klingt doch super!

Das Ergebnis zählt! Denn manchmal ist tatsächlich das Ziel das Ziel und nicht der Weg. 29 km sind ne ganze Menge! Und das in dem Tempo - Respekt! Und jetzt - auf zu neuen Heldentaten? Und wenn ja - zu welchen und wann?
Neugierige Grüße, WWConny

Glückwunsch!

Das war doch ein erfolgreicher Test für HH. Zeigt wieder mal, dass im Wettkampf meist noch mehr drin ist als man sich selbst zutraut.

Viel Spaß weiterhin

marcus

Laufen in Leipzig (z.B. beim Handicap-Lauf am 29. März 10:30 Uhr)

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