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Tja, da bin ich extra Jogmap zur Marathonvorbereitung beigetreten, protokolliere all meine Trainingseinheiten feinsäuberlich und dann merk ich, dass ich über den Bewerb im Oktober gar nichts geschrieben habe.... Da soll nun nachgebessert werden.

Die letzten 2 Wochen vorm Lauf hab ich nur locker trainiert oder gar ein wenig gefaulenzt. Und am Wettkampftag war dann die positive Aufregung voll da. Ich hatte ein paar Helferlein auf der Strecke verteilt und ihnen sogar ein Infoblatt mit zu erwartenden Ankunftszeiten ausgeteilt.
Am Beginn des Laufes schwebte ich auf der gewohnten Anfangseuphoriewelle und lief km-Zeiten um die 4:30 (plansoll für's 3h30-finish war aber 4:58). Ich lief eh schon bewusst langsamer als ich eigentlich wollte und war trotzdem zu schnell. Ich beschloss dann zwar zu drosseln, jedoch nicht künstlich diesen so leicht von der Sohle gehenden anfangsboost wegzubremsen, denn wer weiß, vielleicht kann ich mir ja so einen schönen Vorsprung aufs Plansoll herausrennen und dadurch dann entweder eine gemütliche 2te Hälfte absolvieren oder etwa gar meine Zielsetzungen unterbieten...
Die gute Nachricht jedenfalls war, dass das Sprunggelenk keine Faxen machte und bis km 17 merkte ich von Anstrengung überhaupt nichts...
Die versorgung mit Energie-gels alle 8km klappte hervorragend und die Stimmung war super. (HM-Durchgagszeit 1:36, zwischendurch war ich sogar auf M-Zielzeit 3:08 unterwegs)

Dann kam Runde 2.
Als plötzlich die ganzen Halbmarathon-Läufer weg fielen wurde es irgendwie einsam auf der Straße und triester. ich merkte dass ich nun schon auf das einhalten der 4:58 achten musste und schließlich so ab km 25 dass ich damit ziemliche Probleme bekam. Ich war aber noch immer weit vor dem Plansoll und lief unbeirrt weiter. Dann kam's so klassisch, dass ich fast lachen musste: Auf km 32 hatte ich plötzlich einen ziemlichen Einbruch. Ein dort geplantes energiegel war nicht da (hatte ich vergessen auszugeben) und die halbe banane war ein schlechter ersatz. In dieser schwersten stunde bekam ich plötzlich mit bruder steve und dessen freundin pia zwei helfer auf dem bike, die mich motivierten. nach einer kurzen gehpause (km-zeit um 7 minuten) könnte ich den karren noch herumreißen und wieder schneller werden. Am schluss hatte ich fast wieder plansoll-Geschwindigkeit und kam mit 3:30:19 ins Ziel. Mein km-Zeiten-Diagram schaut aus wie das Höchenprofil einer Glocknerüberquerung und ich frag mich was drinnen gewesen wäre, wenn ich langsamer begonnen hätte (vielleicht war der einbruch aber auch garnicht abzuwenden). Naja - beim nächsten Marathon werd ich's herausfinden...

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