Benutzerbild von didymus

Es fing alles damit an, dass auf irgendeinem Strich hinterm Hamburger Hauptbahnhof eine süßes kleines wasserstoffgebleichtes Mädchen mir ihre Dienste mit den Worten anbot: "Na Dicker. Hast Du ein bisschen Zeit für mich!" Das saß, aber ich nahm diesen Spruch nicht ernst. Denn erstens war das nun wirklich keine Alltagssituation und zweitens waren aus meiner Sicht nur die anderen die Fettsäcke. Ich doch nicht. Und es beruhigte mich, dass alle Männer im Straßenbild einen Bauch vor sich herschoben. Jedenfalls die, die ich warhnahm. Aber irgendwann sah ich durch Zufall eine entfernte Bekannte, die immer etwas mehr an Kilos mit sich rumschleppte und plötzlich schlank daher kam. Es begann in mir zu nagen und endete mit der ängstlichen Frage, bin ich villeicht doch ein ganz klein wenig übergewichtig. (Das Wort dick gab es im Zusammenhang mit mir nicht!) Die Antwort ersparte ich mir. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich es schon aufgegeben, mich zu wiegen. Das letzte Mal wog ich ca 96 Kilo. Da ich leider nur 175 cm hoch bin, passten Zentimeter und Kilo irgendwie nicht zusammen. Also kramte ich meine alten Sportschuhe raus, kaufte mir eine Pulsuhr, entdeckte www.jogmap.de und lief los. Das war im Wonnemonat Mai 2008. Seitdem war ich gut 2000 km im Laufschritt unterwegs. Und ich muss heute feststellen: Dieses Laufen ist und war eine Qual. Ich keuchte mich durch ausgeschlachtete Wälder, durch herzlose Industriegebiete und manchmal immer nur um mein Dorf herum. Japsend lernte ich mich und Deutschland neu kennen. In Kiel lief ich an der Förde, in Hamburg um die Alster, an der Isar in München, am Bodensee im Regen. In Berlin trat ich in Hundescheiße. In Frankfurt und in Köln lief ich an Uferprommenaden der dortigen Flüsse Main und Rhein, am Deutschen Eck zwischen den Reisebussen der ewig knipsenden Touristen und in meiner Geburststadt an den Orten verschämter Jugenderinnerungen. Seitdem sind nicht nur ca. 2000 km hinter mir geblieben. Nein, auch alles was zuviel war an mir, liegt irgendwo am Wegesrand begraben. Insgesamt habe ich 25 Kilo gelassen während ich mir den Leib aus der Seele keuchte. Hinzu kommt eine radikale Ernährungsumstellung. Kein Fleisch, kein Alkohol (Rotwein ist kein Alkohol), kaum noch Brot, dafür Gemüse. Mir fehlt nichts, mir geht es besser.

0

Deinen Blog...

..würde ich gern ausdrucken, einrahmen und meinem Mann zum nächsten Geburtstag schenken (1,84, geschätzte 110 Kilo).
Was bleibt noch, Dir zu wünschen - wo Du doch so viel geschafft hast: Ich wünsch Dir, dass Du das Laufen nichtmehr als Qual empfindest. Es ist ein gewaltiger Gewinn an Lebensqualität. Das Laufen selbt. Nicht "nur" der damit verbundene Gewichtsverlust.
Beste Grüße, WWConny

Ich dachte schon jetzt kommt

Ich dachte schon jetzt kommt das du aufhören willst, weil dich alles nervt^^
Mensch freu mich für dich, was für eine Leistung...kann man immer wieder als Vorbild sehen, man selbst ist dafür verantwortlich was man aus seinen Leben macht nicht wahr ;)

.ergebene Grüße Montagsmädchen (;

Um das mal klar zu stellen...

...freilich ist die Lauferei ein Genuss und nicht vordergründig nur eine Qual. Aber ein Spaziergang ist es eben auch nicht. Nebenbei hat man ja auch noch einen Job, der an einem frisst und zehrt. Wenn ich mein Wochenlaufpensum (zwischen 50 und 100 km) halten will, muss ich mich schon mal zwingen. Ich will sagen, es ist auch eine Zeitfrage. Irgendwann habe ich erkannt, dass die Zeit, die ich beim Laufen investiere für mich angelegt ist und das lasse ich mir nicht mehr wegnehmen. Jeder von uns hat Zeit zum Laufen und sollte sie auch dafür nutzen. Zeit zum schlafen hat ja auch jeder. Irgendwann wird dann das Laufen zum Bedürfnis und wird zu einer Kraftquelle im täglichen Einerlei. So ist es mir damit ergangen und ich kann mir nicht mehr vorstellen, damit wieder aufzuhören, jedenfalls nicht solange meine Knochen halten...

Das sehe ich genauso!

Und mir gehts in Sachen Laufen auch so ähnlich, wenn auch meine Wochenkilometerleistungen deutlich bescheidener ausfallen. Die richtigen Prioritäten setzten, die richtige Balance zwischen "für sich was tun" und "für andere dasein" finden - dann klappts auch mit dem inneren Gleichgewicht.
Na dann - auf dass die Knochen halten! WWConny

Du hast ..

.. viel geleistet und ich wünsch dir dass die Knochen ganz lange halten. Besonders bewundernswert finde ich die Ernährungsumstellung - auch wenn's erstmal "leichter" klingt, als sich zum Laufen aufzumachen. Und danke : Rotwein ist kein Alkohol ! Aber in der Fastenzeit wird er trotzdem mal sieben Wochen weggelassen ;-(

Alle Achtung....

Von mir aller höchsten Respekt
und mach weiter....

Gruss Nico

Ganz großer Sport!!!

Bin zutiefst beeindruckt über deine Leistung. Wünsche dir weiterhin viel Spaß beim Laufen und Quälen :-) Und das Laufen auch mal quälen ist, sich stets neu zu motivieren und seinen Schweinehund zu besiegen, ist doch völlig normal (finde ich zumindest) Aber Qualität kommt von Qual! Also genieße dein neues Leben weiterhin. Du kannst mit Stolz auf deine Leistung zurückblicken.

Mit allertiefster Verneigung
Sascha

---

Jogmap Ruhr - DIE GEILSTE GRUPPE DER WELT

Ich bin nicht bekloppt,
ich habe lediglich ein Ziel vor Augen!

Hallo Deutschlandläufer! ;-))

Das mit der Hundescheiße in Berlin habe ich auch schön öfters gehört, nur ist mir das ist bisher nie so aufgefallen! Wahrscheinlich liegt das daran, dass ganz Frankreich (wobei Perpignan wohl der Rekordhalter in Bezug auf Haufengröße und Odeur sein dürfte!) noch verschissener ist, weil es dort anscheinend zum guten Ton gehört, auch einen eigenen Hund zu haben! So oft, wie ich dort schon in die Kacke reingetreten bin....

Absoluten Respekt vor deiner Leistung! Nicht nur km-mäßig, sondern, was die Ernährungsumstellung angeht! Das ist sicherlich nicht einfach, wenn man genau das, was so lecker schmeckt, meiden muss!

Das mit dem "Leib aus der Seele keuchen" erinnert mich an meine ersten Laufversuche. Mein Mann hatte sich damals das Sonntagsläufchen in den Kopf gesetzt. "Sch..., schon wieder Sonntag!" rief ich Woche für Woche, denn ich dachte, Laufen ist wohl doch nicht der richtige Sport für mich! :-))) Doch durch das regelmäßige Dranbleiben hatte es dann immer besser geklappt!

MC :-)

laufend fit und gut drauf!

Das Gruppenduell Ruhr vs. Born
Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos!

Das hast du schön

Das hast du schön geschrieben!

Hezlichen Glückwunsch zu deiner Leistung und weiter im Laufschritt...

Grüße,
engelchen

Hamburger Deerns

Ja, die Hamburger Mädels nehmen nun mal kein Blatt vor den Mund, dabei ist das eher schlecht fürs Geschäft, wenn sie ihre Kundschaft mit "Dicker" anreden, das sach ich meinen Mädels auch imm....äh, was ich eigentlich sagen wollte, es ist schön, das Du die Kurve bekommen und schon soviele Kilometer auf dem Buckel und mit dem Laufen auch Deutschland besser kennengelernt hast.
Auch wenn es Meiner Ansicht nach keiner radikalen Ernährungsumstellung bedarf, um sich durch das Laufen besser zu fühlen!
Und ein Kasten Astra ist auch kein Alkohol;-)!!
Gruß, Marco
You´ll never zuhalt alone

Wir sind BORN - Verstand ist zwecklos

so isses

mein vater sagt immer :
bier ist ein volksnahrungsmittel

;))

c.

Koblenzer!?!?

Hey ... Gude! So wie Du schreibst, bist Du bestimmt ein Gebürtiger Koblenzer!? ;0)
Deswegen gibst Du nicht auf und wirst so weitermachen!Hehehe...

Und bei KM 35 sprach eine Stimme:
Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen.
Und ich lächelte und war froh - und es kam schlimmer!

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links