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... sie waren aber das letzte paar, das beim laufschuhhändler meines vertrauens im keller stand. asics gt2140, größe 14, normale weite - und es scheint, als waren die rund neun kilometer heute in ihnen der erste schritt zurück ins lustbetonte läuferleben.
eigentlich hatte ich ihnen den albundy in gold stiften wollen, als ich dort meine ersten schuhe (gt2110) gekauft hatte: blick auf die sohlen und absätze der straßenschuhe, hinstellen, aha, füsse zusammen, hmh, moment - probier den mal - passt! (so war es wirklich), viele hundert kilometer ohne jede probleme. dann aber musste ein zweites paar her und damit begann das malheur. einen weiter geschnittenen schuh ohne stütze empfahl der (andere) verkäufer im vertrauensduselig besuchten laden. ging auch erstmal, weil ich ja abwechselnd noch im alten schuh lief. als der aber fertig war die erste enttäuschung: der dealer hatte keine ware. in der kette mit den gleichen initialen wie eine rheinische postille aus düsseldorf ging ich aufs laufband, schadet ja nicht - dachte ich: statt eines neuen schuhs aber bekam ich eine neue meinung - auf jeden fall aber weit geschnitten. den empfohlenen schuh (asics gt2140 2E - "für die langen strecken") hatten sie nicht, ich fand ich ihn günstig im internet. der schuh kam und es kamen immer ärgere knieprobleme, hüftschmerzen, muskelverspannungen, steife beim aufstehen. die zeit des lockeren laufens war vorbei. dehnen, gymnastik, lauf-ich-zu-viel-zu-schnell-zu-dämlich-gedanken, besuch beim physiotherapeuten - keine besserung (die jogmap-community wollte ich mit den senioren-klassen-wehwehchen nicht auch noch quälen). gestern dann, als ich wirklich dachte: vergiß den westzipfel-HM, lass es ganz, verhalte dich altersgerecht, kam der gedanke: können vielleicht die schuhe...?
der händler meines vertrauens sagte nicht nur: komm vorbei, er schlug auch beim betrachten der drei paar, der sohlen und des abriebs - sinnbildlich - die hände über dem kopf zusammen, dann - nach dem blick auf mein zweitältestes paar (asics fortitude) und in meine kundendaten - vors gesicht: "die hab ICH dir ja verkauft!" nun denn - ja. seine diagnose: der fuß hatte in den - zu - weiten schuhen zu wenig halt, musste mehr arbeiten und das übertrug sich dann nach oben. war es reine dankbarkeit über den zuspruch ("wird schon wieder, so nach drei, vier einheiten sollte alles wieder ok sein"), eine ahnung, ein bauchgefühl, das problem entdeckt UND gelöst zu haben? ist er einfach nur geschäftstüchtig und ich nur gutgläubig? es gab einen nachlass, eine nette tasche, eine entschuldigung und ein paar neue schuhe.
nach zwei kilometern lief ich heute wieder selbstverständlicher, achtete nicht mehr auf jede regung, jeden schritt. mir wurde klar, wie verkrampft ich die letzten drei wochen unterwegs war, an schonhaltung und -gang will ich nicht einmal denken. auf der ganzen strecke meldete sich - bei mittlerer pace - die hüfte nicht, die oberschenkel schmerzten nicht nach dem lauf, wenn ich hier fertig bin werde ich altersgerecht aufstehen und morgen mit meiner wettkampfpartnerin einen langen lauf zumindest angehen - in den neuen schuhen.
wie gesagt, sie sind schwarz, aber als ich da so (übrigens zum ersten mal in diesem jahr zu warm angezogen - könnte es sein, dass morgen wirklich der frühling... und wie fixiere ich künftig meine mp3-stöpsel ohne mütze?) locker und endlich wieder mit gutem laufgefühl auf die letzten beiden kilometer ging, erinnerte ich mich (mädels, seht mir das nach) an ein graffito an der eastside-galery in Berlin: "How is god? She is black" - so sei es.

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