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Wo bin ich ..?

Es ist Sonntagmorgen der 15. Februar 2009, wenige Sekunden vor 10 Uhr. Die Luft ist schneidend kalt, etwa -3 Grad Celsius, durch den eisigen Wind aber eher gefühlte -10 Grad. Bei diesem Wind fühlt sich der leichte Schneefall wie ein scharfes Gesichtspeeling an. Ich befinde mich inmitten von fast 1.000 in Laufkleidung schlotternden, mehr oder weniger bemitleidenswert anmutenden menschlichen Gestalten.
Über Lautsprecher durchschneidet die Stimme des Sprechers nur schwer den entgegenkommenden Wind und verkündet mittels Countdown den Start des Halbmarathons in 8 Sekunden. Wie komme ich nur hierher, was ist passiert und wie komme ich hier wieder raus?!?

3 Stunden vorher:

Mitten im schönsten Traum erschüttert der penetrante Klingelton meines Handy-Weckers die eben noch vorherrschende Stille des Schlafzimmers. Schlaftrunken findet meine Hand mit zittrigen Fingern den Ausschaltknopf, wie umnebelt registrieren meine ersten Gedanken die grausame Realität: Sonntagmorgen, 6:45 Uhr. Heute ist der Tag des letzten Rennens zur diesjährigen Ismaninger Winterlaufserie. Mein Fresse, welcher Sadist hat solche Veranstaltungen eigentlich erfunden?! Das gleichmäßige Atemgeräusch nur wenige Zentimeter neben mir klingt verführerisch und umschmeichelt meinen inneren Schweinehund mit Worten wie komm, leg dich wieder hin. Nur ein Verrückter verlässt jetzt ohne besonderen Grund das kuschelig warme und weiche Bett. Es ist Sonntag, du kannst noch stundenlang schlafen.
Meine Füße ignorieren aber offensichtlich diese innere Stimme der Vernunft und begeben sich unwiderstehlich richtig Bad und anschließend direkt in die Küche. Jetzt haben sich wohl auch noch meine Hände gegen mich verschworen. Wie von selbst schenken sie mir ein großes Glas Orangensaft ein und schmieren Erdnussbutter auf drei Scheiben Toastbrot. Mit noch müden und halbgeschlossenen Augen erkenne ich, dass diese Hände routiniert noch einige Scheibchen einer Banane und etwas Honig darüber geben. Auch meine Beine tun weiter pflichtschuldig ihren Dienst und befördern mich an den Küchentisch. Meine letzte Hoffnung auf ein Ende des grausamen Schauspiels ist mein Vertrauen in die Vernunft meines Mundes und der Zähne. Aber heute hat sich anscheinend alles gegen mich verschworen; dümmlich wie eine weidende Kuh, verzehre ich brav meine Mahlzeit und versuche langsam Ordnung in meinen Schädel zu bekommen. Der eiskalte Saft, die schnell verdauliche Energie des Power-Toastbrots und schließlich das unüberhörbare Miauen meiner beiden Katzen verschaffen nun doch rasch eine gewisse Klarheit in meinem Kopf. Der Rest ist Routine: Katzen füttern, Zähneputzen, Sporttasche packen, anziehen, Mantelkragen hochschlagen und raus in die Kälte des eben erwachenden Morgens. Bruchteile von Sekunden, bevor die Haustüre zuschlägt vernehme ich durch die tief heruntergezogene Mütze noch ein aufmunterndes Viel Glück und Spaß aus dem Schlafzimmer; höre ich da etwa einen Anflug von Sarkasmus in der Stimme?

8:15 Uhr. Mittlerweile sitze ich im Bus, der mich zum S-Bahnhof Johanneskirchen bringt, von wo aus ich den Anschluss nach Ismaning bekomme. Ismaning war noch bis vor ca. 25 Jahren nicht mehr als ein Bauerndorf im Münchner Norden. Nach der Eröffnung des neuen Münchner Flughafens Anfang der 90ziger Jahre hat dieses bis dahin unbedeutende Krautdorf ein wahren Boom erlebt. Auf halben Weg zwischen München und dem neuen Flughafen in Erding gelegen, entwickelte sich Ismaning zu einem Technologie- und Medienzentrum von globalem Zuschnitt. Wiederum ganz im Norden von Ismaning befindet sich der lokale Sportpark dessen Grund und Boden der Start- und Zielbereich seit 18 Jahren jeder Ismaninger Winterlaufserie ist.

Heute ist das letzte von jeweils drei zu dieser Laufserie gehörenden Rennen. Begonnen wird immer mit einem Lauf über 12,8 Kilometer Anfang Dezember, dann folgt Mitte Januar das Rennen über 16,8 Kilometer und schließlich im Februar der Wettkampf über die Halbmarathon-Distanz (21,1 Kilometer).
Sinn und Zweck dieser ungewöhnlichen Streckenlängen ist ein systematischer und schrittweiser Aufbau der Form und Leistung, zielgerichtet auf einen Frühjahrs-Marathon Ende März oder Mitte April. Für mich lautet das Ziel konkret der Hamburg-Marathon am 26.04.2009.

8:44 Uhr. Die S-Bahn spuckt mich zusammen mit einer ganzen Schar anderer Läufer in Ismaning aus. Mit gesenkten Köpfen bewegen wir uns willenlos wie eine Herde Schlachtvieh durchs winterliche Ismaning Richtung Sportpark, den wir nach etwa 20 Minuten Fußmarsch erreicht haben.

Die Stunde vor dem Rennen oder das Anstehen vor dem Dixi-Klo:

Die Ismaninger Winterlaufserie ist meiner Meinung nach eine ganz hervorragend organisierte Laufveranstaltung. Es ist bestimmt auch nicht sehr leicht bei jedem Rennen 1000 bis 1400 Teilnehmer zu betreuen und alles auf die Reihe zu bekommen. Aber mit der steigenden Anzahl der Teilnehmer in den letzten Jahren ist Ismaning an die Grenzen seiner Kapazität gestoßen. Habe schon Veranstaltungen hier mitbekommen, bei denen die Startnummern ausgegangen sind. Leider gilt das Problem auch für das Platzangebot im Bereich der Umkleidekabinen.
Normalerweise sind diese für die Fußballer des FC Ismaning konzipiert. Das heißt, für etwa 20 Spieler pro Mannschaft. Aber für hunderte von Läufern reicht der Platz hinten und vorne nicht, so dass sich fast die Hälfte aller Teilnehmer entweder bei Minustemperaturen im Auto oder in der nach einer Seite offenen Eisstock-Halle umziehen muss. Wer aber anschließend noch Duschen möchte, der ist dann doch auf die Umkleidekabinen angewiesen.
Sicher, nach einem anstrengenden Halbmarathon ist es einem mehr oder weniger gleichgültig, ob man in der überfüllten Kabine den nackten, schweißigen Hintern oder den Pimmel (Sorry!) des anderen im Gesicht hat, aber wenn man sich vor Enge kaum noch die Hosen anziehen kann, hört irgendwo der Spaß auf.
Die Situation in den Umkleidekabinen der Frauen scheint noch schlimmer zu sein, denn regelmäßig zwängt sich nach dem Rennen auch noch die eine oder andere Frau zu uns Männern in den Raum und unter die Duschen. Bis jetzt hat sich noch keiner beschwert; ob das umgekehrt wohl auch so verständnisvoll aufgenommen würde.

Legendär in Ismaning ist aber die von Lauf zu Lauf unterschiedliche, im Startpreis (2008/2009) von 35 EUR für alle 3 Rennen inbegriffene, kulinarische Versorgung nach dem Rennen. Im Dezember gibt es traditionell neben dem obligatorischen heißen Tee immer Nürnberger Lebkuchen bis zum Abwinken. In Januar wird man dann mit Kuchen satt versorgt und zum Münchner Fasching im Februar gibt es dann Krapfen ohne Ende. Da kann sich wirklich jeder satt essen; ein dickes Dankeschön dafür.
Leider muss ich aber noch etwas bemängeln. Es gibt einfach zu wenige Toiletten. An einem kalten Wintermorgen muss schließlich jeder nicht nur wegen der Aufregung vor dem Rennen auch mal Pinkeln. Mehr als 1000 Teilnehmern stehen dabei aber nur 5 Dixi-Klos und im Gebäude selbst etwa noch 5 weitere Toiletten zur Verfügung, das ist zu wenig.

Sehr praktisch aber wiederum ist die 400 Meter Tartanbahn zwischen Umkleide- und Startbereich, auf der man sich wunderbar und ungestört warmlaufen kann. Ein sehr schöner Service auch der eigens immer für die Veranstaltung engagierte Sprecher, der die Läufer schon eine Stunde vor dem Start mit Musik und den neuesten Nachrichten zum organisatorischen Ablauf unterhält und informiert. Das macht er routiniert und mit viel Sachverstand.

Am Start:

Der Sprecher mit seinem Mikrofon, wobei wir also wieder am Anfang dieses Berichts wären. Er ist eben dabei die Sekunden vor dem Startschuss herunter zu zählen, als ich meinen Philosophischen bekomme und anfange über Sinn und Zweck des Lebens nachzudenken. Aber es gibt jetzt kein zurück mehr, die Karten sind gemischt, die Meute hat schon Schaum vor dem Mund und fiebert diesem Rennen entgegen.
Ich habe noch gut die mahnenden Worte des Sprechers in den Ohren, der noch vor wenigen Minuten unheilvoll verkündet, dass diesmal aufgrund des heftigen Schneefalls seit zwei Tagen außergewöhnlich harte Bedingungen vorherrschen. Die gesamte Strecke liegt unter einer zentimeterdicken Schneedecke, ist rutschig und nur schwer zu laufen; na toll. Scotty, beam me up!
Das wird ein Spaß. Gelaufen wird zu 90% direkt entlang der Isar, auf engen, maximal 1,5 bis 2 Meter breiten Waldwegen. Da ist ein Überholen schon unter besten Streckenverhältnissen schwer, geschweige denn auf verschneitem Untergrund. Was solls, gleiche Bedingungen für alle -3, 2, 1! Der Startschuss ertönt.

Das Läuferfeld setzt sich in Bewegung:
Die ersten Kilometer bei solchen Volksläufen sind immer Stress pur. Das Läuferfeld liegt noch relativ eng zusammen, es wird geschubst, gestoßen, gedrängelt, überholt, gestolpert und geflucht. In Ismaning kommt noch erschwerend hinzu, dass die Strecke nach etwa 800 Metern durch eine kleine und sehr enge Unterführung geht, vor der sich das gesamte Feld regelrecht staut. Nach Verlassen der ca. 50 Meter langen Unterführung befindet man sich aber dann auch schon direkt in den Isarauen. Diese sind heute tief verschneit, doch für die reizvolle Umgebung hat von den Läufern kaum jemand einen Blick.

Ein gutes Stück vor mir, es mögen etwa 30-40 Meter sein, sehe ich einen als Teufel verkleideten Läufer. Finde es immer sehr witzig und nett, wenn sich zu Zeiten des Münchner Faschings einige Läufer und Läuferinnen verkleiden. Trotz langem roten Umhang und Hörnern auf dem Kopf ist dieser Teufel ganz schön flott unterwegs. Alle Achtung, meinen Respekt hat er.
Da es aber irgendwie nicht geht, dass ich dem Leibhaftigen hinterherlaufe, versuche ich diesen rasch zu überholen. Gut, jetzt passt das ganze schon besser. Satan ist nun wieder hinter mir her.

Der Laufweg ist eng, überholen ist schwierig und auch gefährlich, da man dann jedes Mal den schon etwas flach getrampelten Pfad verlassen muss und direkt in den Tiefschnee tritt. Das kostet Kraft und Zeit. Ich persönlich habe es erst ab Kilometer 4 geschafft, mich etwas frei zu laufen. Befinde mich nun in einer Gruppe, die in etwa mein Tempo läuft.

Mein Tempo bedeutet heute einen Schnitt von 4:45 Minuten pro Kilometer. Das ist mein Plan. Ich wollte die gesamte Laufserie (ca. 51 Kilometer) unbedingt in unter 4 Stunden absolvieren. Den 12,8 km-Lauf im Dezember habe ich in 59:54 Minuten geschafft; den 16,8 km-Lauf in 1:18:32 Stunden und damit mein Vorhaben aufgeht, muss ich den Halbmarathon heute in etwa 1:41:00 Stunden finishen. Das wären etwa 2 Minuten über meiner Bestzeit für diese Distanz. Aber unter diesen Schneeverhältnissen wird das wohl knapp werden.

Menschlicher Schneepflug:

Eigentlich mag ich das Laufen auf Schnee sehr gerne. Die Schritte werden durch den weichen Untergrund angenehm gedämpft; mit der richtigen Kleidung und den entsprechenden Laufschuhen ein richtiges Vergnügen. Aber die Bedingungen heute sind etwas anders. Das Tempo ist hoch, der Schnee durch die vielen Läufer aufgewühlt und an vielen Stellen rutschig und glatt. Ich merke, wie ich praktisch bei jedem Schritt ein ganz klein wenig wegrutsche, nie den richtigen Abdruck dahinter bekomme. Obwohl ich mit voller Kraft laufe und mich körperlich optimal fühle, sehe ich schon bei der Zwischenzeit nach 10 Kilometern, dass mir rund 45 Sekunden zu meiner eingeplanten Zeit fehlen.

Kurz nach der 10-Kilometer-Markierung taucht die erste Verpflegungsstation auf. Fleißige Helfer bieten hier heißen Tee in Plastikbechern an. Ich schnappe mir beim Vorbeilaufen rasch einen Becher und schütte mir den wohltuend heißen Tee zusammen mit einem Power-Gel hinunter. Schon nach wenigen Augenblicken spüre ich neue Energie in mir aufsteigen; die zweite Streckenhälfte kann kommen, ich bin gerüstet.

Der nördlichste Punkt und damit auch die Wendemarke dieses Halbmarathons ist bei Kilometer 12,5 erreicht. Wir laufen jetzt wieder in südlicher Richtung direkt entlang der Isar. Jeder der Läufer hat nun sein eigenes Tempo gefunden, bewegt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten und Kräfte. Zu diesem Zeitpunkt des Rennens wird nur noch wenig überholt. Man läuft mit Teilnehmern der gleichen Leistungsstärke. Läufer, die jetzt bei Kilometer 15 in einem Pulk laufen, werden schließlich auch im Ziel in einem Abstand von maximal 1 Minute ankommen.

Zuschauer gibt es an diesem Streckenabschnitt aber keine mehr. Ab und zu ein Spaziergänger oder 2-3 Betreuer der Veranstaltung, sonst nur das Schnaufen und Hecheln der Läufer, das vom Schnee gedämpfte Geräusch der Schuhe, verschneite Bäume und rechts von uns die gemächlich vor sich hin fließende eiskalte Isar.

Letzte Kräfte mobilisieren:
Nach ungefähr 1:25:00 Laufzeit beginne ich mich gedanklich auf die letzten 3-4 Kilometer vorzubereiten. Ich fühle mich noch ganz gut, die Muskulatur in den Waden und Oberschenkeln brennt zwar schon etwas, aber die Atmung geht noch gut und der Wille, bis zum Schluss Tempo zu machen ist noch voll da. Ich nehme mir vor, auf den letzten beiden Kilometer noch einmal das Tempo anzuziehen; das heißt den Schnitt von 4:45 min./km auf 4:30 min./km zu erhöhen.
Das nahende Ziel und die jetzt wieder zahlreicheren Zuschauer am Rande der Strecke geben die nötige psychische Unterstützung.

Vielleicht kann ich ja doch noch den einen oder anderen überlaufen. Einen Kilometer vor dem Ziel laufe ich langsam aber sicher auf eine Läuferin auf. Leider wird das Feld bei Halbmarathon-Zeiten von 1:40 Stunden oder schneller fast nur noch von den Männern dominiert. Frauen, die bei Volksläufen dieses Tempo gehen können, gibt es nur noch wenige. Schade eigentlich. Es gibt bei solchen Läufen in der Regel eine Elite von 10-15 Männern, die 6-7 mal die Woche wie Profis trainieren oder sogar professionelle Leichtathleten sind. Die sind dann auch in der Lage die 21,1 Kilometer in deutlich unter 1:20 Stunden zu laufen. Dann kommt ein größerer Block von sehr ambitionierten Läufern, die 4-5 mal die Woche trainieren und diese Distanz noch in unter 1:30 Stunden schaffen. Dann folgen eigentlich schon die Normalos. Der wöchentliche Trainingsaufwand beträgt 3-4 Einheiten und sie sind in der Lage einen Halbmarathon zwischen 1:30 und 1:43 Stunden zu finishen. Zu dieser Gruppe kann ich mich zählen.
Ein sehr großer Teil der Teilnehmer sind aber reine Genussläufer, die sich während eines Wettkampfs noch gut unterhalten können und für die eine Zeit unter 2 Stunden schon ein großer Erfolg ist. Von den Eliteläufern werden diese Genussläufer häufig auch despektierlich als Mutanten bezeichnet.
Sie unterscheiden sich natürlich auch schon optisch deutlich von der Elite. Die Spitzenläufer rennen auch im Winter nicht selten in kurzen Hosen. Wo die Genussläufer normale bis etwas festere Beine haben, findet man bei den Cracks nur Muskeln, Sehnen und Blutschläuche.

Aber zurück zum Rennen. Die Läuferin vor mir bemerkt, dass ich langsam an ihr vorbeikomme. Sie dreht den Kopf in meine Richtung, versucht noch auf wenigen Metern gegen zu halten, bricht diesen Versuch aber schließlich ab und lässt mich ziehen. Bis zum Ziel schaffe ich es noch an weiteren 3 Läufern vorbeizukommen, die nicht mehr volles Tempo gehen konnten.

Direkt nach dem Zieleinlauf ist der körperliche Schmerz für mich immer am stärksten. Die Muskulatur ist übersäuert, die Lungen brennen noch vom Endspurt und der Körper sehnt sich nur noch nach Ruhe und Erholung. Nach knapp 30 Sekunden geht es dann aber schon wieder wesentlich besser. Nun überwiegt die Freude über das Erreichte und die gute Zeit: 1:41:22 Minuten. Hmmm, das könnte knapp werden mit meinem geplanten Vorhaben die Serie in unter 4 Stunden zu laufen. Ein paar Sekunden hin oder her. Mal sehen.

Ein kleiner Rückblick:
So, jetzt ist es also geschafft. Wieder mal eine Winterlaufserie in Ismaning vorbei. In diesem Jahr war es eine Winterlaufserie im wahrsten Sinne des Wortes. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und viel Schnee, zumindest beim letzten Rennen.

Mit durchschnittlich deutlich über 1000 Teilnehmern pro Lauf (sogar fast 1400 beim ersten Lauf im Dezember) zählt die Ismaninger Winterlaufserie zu den größten ihrer Art in ganz Deutschland. Wie immer war die Serie ganz hervorragend organisiert. Alle Betreuer und Organisatoren gaben sich viel Mühe, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Für ein Startgeld von 35 EUR (wenn man zu Beginn für die gesamte Serie meldet) erhält man ein Läufer-Shirt (in diesem Jahr ein knalliges Gelb!), heißen Tee und Verpflegung satt nach den Rennen, heißen Tee und isotonische Getränke während der Läufe, eine Urkunde nach Beendigung der Serie, zuverlässige Absperrung und Sicherung aller Wege und Straßen der Laufstrecke durch Helfer und Polizei, heiße Duschen und jede Menge Spaß!

Für mich ist diese Laufserie zu einem absoluten Muss geworden. Wenn es die Gesundheit erlaubt, werde ich auch für den nächsten Winter wieder melden. Mein ganz persönliches Ziel, die gesamten 51 Kilometer in unter 4 Stunden zu absolvieren habe ich zwar um wenige Sekunden verfehlt, aber ich bin mit meiner eigenen Leistung dennoch sehr zufrieden. Der erste Marathon der kommenden Frühjahrs-Saison kann getrost kommen. Ich bin in Form.

Für die Statistiker:
Gesamtsieger der Laufserie:
Herren: Johannes Hildebrand (LG Stadtwerke München), in 2:48:56 Stunden
Frauen: Mikki Heiß (LG Telis Finanz), in 3:13:42 StundenSieger der einzelnen Läufe:
Herren:

* 12,8 km: Johannes Hildebrand (41:22 Minuten)
* 16,8 km: Johannes Hildebrand (55:08 Minuten)
* 21,1 km: Johannes Hildebrand (1:12:26 Stunden)

Frauen:

* 12,8 km: Mikki Heiß (49:09 Minuten)
* 16,8 km: Steffi Volke (1:03:20 Stunden)
* 21,1 km: Mikki Heiß (1:21:16 Stunden)

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Ganz schön viel Text....

..aber auch ganz schön viel drin. Und toll gelaufen!

Die Sache mit den zu kleinen Umkleiden kann man (so man es ahnt oder weiß) dadurch umgehen, dass man bereits "lauffertig" erscheint. Und wenn einem die Menschendichte in der Dusche zu groß ist - dann zieh Dir nach dem Lauf was über, fahr heim und dusch zu Hause. Der Geruch nach "Mensch, der grad gelaufen ist" stört nur die andern ;-).

Was den Toilettenmangel betrifft - also ich war da neulich auf einem Volkslauf und wollte mich im Ort bissel Warmlaufen und das nicht unbedingt auf der Bahn. Aber überall, wo ich langlaufen wollte, standen Männer (keine einzige Frau!) am Wegesrand und haben ihr Revier markiert. War nicht zum Aushalten! Überlege ernsthaft, ob ich mich mit 10 bis 15 weiteren Damen zusammenrotten sollte, dass machen wir das auch mal. Hocken uns im 5-Meter-Abstand an des Weg und pinkeln dahin, wo andere laufen wollen. Wär ja mal interessant, wie die Männerwelt darauf reagiert.

Toller Bericht

Hallo DieLunge
Dein Erlebnisbericht war schön zulesen, da kamen doch gleich Erinnerungen wieder hoch. Ich bin auch dort gelaufen, es war ein schöner Lauf, trotz Anstrengung durch den Schneeboden. Nächstes Jahr werde ich wieder teilnehmen.
Vielleicht sehen wir uns in beim HH-Marathon, den werde ich dieses Jahr zum 4. Mal laufen.
Viele Grüße
Berghase

Ja, kann nur zustimmen!

Super-Bericht, Lunge!

Und eine Klasse-Zeit. :) Gratulation!! :)

s:)

--
"As long as you keep making RFM (Relentless Forward Motion), you will finish." - Stacey Page
Gruppenduell BORN vs RUHR

Hmm...

Das mit den Toiletten und den vollen Umkleideräumen kann ich nicht so unterschreiben, allerdings bin ich auch noch nie Deine Zeiten gelaufen.

Bei den Toiletten ist es einfach so, dass man einfach auf die andere Seite des Trakts gehen kann - dort sind die Toiletten permanent frei. Wieso sich immer alle in die Schlange stellen, verstehe ich nicht ;)

Und dass die Umkleidekabinen bzw. Duschen leerer sind, schafft man einfach durch langsames Dahinschleichen - ich hatte wunderbar viel Platz.

Ansonsten gratuliere ich Dir natürlich zu Deinen Zeite...Ich bin froh, die ersten langen Läufe nach meiner OP ohne Probleme überstanden zu haben. Die Zeit war dabei zweitrangig.

Vielleicht sehe ich Dich dann bei der nächsten Winterlaufserie aus der Ferne?

Viele Grüße,
Holger

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