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Heute stand nach langer Zeit wieder ein Wettkampf auf dem Programm. Der letzte, auch ein Halbmarathon am 26.10.2008 in 1:43:55, liegt nun schon 4 Monate zurück. Die Vorbereitung auf das Fernziel Hamburg-Marathon läuft sehr gut, aber nur trainieren und das auch noch bei diesen Wetterverhältnissen (ich weiß, Schleswig-Holstein ist im Vergleich noch harmlos) macht langsam auch keinen Spaß mehr, da wird man trainingsmüde.

Mit meinem jüngeren Sohn (12) ging es also nach Kiel zum Halbmarathon. Die Laufbedingungen waren an diesem Tag sehr gut: Sonnenschein bei leichter Bewölkung, 2-3° C und so gut wie kein Wind. Die Laufstrecke an der Kieler Innenförde ist eine 5 Km Pendelstrecke und topfeben.

Das Training habe ich in dieser Woche auf zwei Läufe reduziert, Di. und Do, jeweils 16 Km, Di. mit 3 x 2 Km im angestrebten Wettkampftempo. Vorgenommen hatte ich mir eine 1:37:xx (also 23:00/5 Km = 4:36/Km), aber es sollte alles anders kommen.

Startschuss, man läuft mit der Masse, versucht sein Tempo zu treffen, es läuft leicht. Zeitkontrolle bei Km 1: 4:05, verdammt, das ist viel zu schnell, Tempo reduzieren, Km 2 in 8:25, Km 3 in 12:45, schließlich Km 5 in 21:27, satte 1:30 unter der Vorgabe. Ich fühle mich aber locker; das Tempo scheint mir nicht zu schnell zu sein. Die Pace pendelt sich bei ca. 4:25 ein, immer noch 10 Sek. schneller, aber ich fühle mich stark, laufe weiter im Steady State, Km 10 in 43:25.

Auf dem Abschnitt bis Km 15 versuche ich das Tempo zu halten, nur nicht schneller werden, um noch Reserven für den letzten Abschnitt zu haben. Km 15 erreiche ich nach 1:06:02, nach wie vor top und 3 Min. unter der Vorgabe. Mittlerweile laufe ich in dem langgezogenen Läuferfeld allein, ca. 20 m vor mir eine Dreiergruppe, zu der ich versuche aufzuschließen. Dies will aber einfach nicht gelingen, ich sage mir aber, halt die Füße still, noch sind 5 Km zu laufen. Bei Km 18 habe ich es geschafft und schließe zur Dreiergruppe auf, lass mich ein paar hundert Meter ziehen und gehe dann vorbei, das Tempo wird schneller. Ein Läufer aus dieser Gruppe, der schon seit einigen Km in Sichtweite vor mir gelaufen ist, von mir “Weste” genannt, weil er mit Weste läuft, hängt sich an mich ran. Er atmet schwerer als ich. Wir können uns von den anderen beiden Läufern absetzen, Tempo steigt.

Den letzten Wendepunkt bei Km 20 passieren wir in 1:26:42, ich rechne schnell hoch: 5 Minuten für die letzten 1,1 Km bedeutet eine Zeit von 1:31:xx - Wahnsinn! Weste läuft jetzt so dicht neben mir, dass er ständig mit seinem Fuß meinen berührt, ich dreh mich genervt um, er entschuldigt sich. Nach kurzer Zeit das gleiche Spiel, ständig läuft er auf Tuchfühlung an mich ran. Jetzt sind es vielleicht noch 400 m, ich hab’ die Faxen dicke und hole alle noch in meinem Körper verbliebenen Kräfte heraus. Weste kann nicht mithalten und ich erreiche in einer unglaublichen, nie für möglich gehaltenen Zeit von 1:31:01 (brutto, netto ca. 3 Sek. weniger) das Ziel (46. von 534). Eine Hammerzeit - 6 Minuten unter der geplanten und fast 13 Minuten Steigerung innerhalb von 4 Monaten.
Mein Sohn erwartet mich bereits und macht noch ein paar Fotos. Weste entschuldigt sich im Ziel noch einmal für sein dichtes Auflaufen, o.k., es ist nichts passiert.

Das war ein Wahnsinnslauf, die erreichte Zeit beschäftigt mich immer noch: Wie ist diese Steigerung möglich? Jetzt muss ich meine Zielzeit für Hamburg überdenken.
Ein super Lauftag, danke Basti für Dein Ausharren während des Laufs.

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Herzlichen Glückwunsch

Tolle Zeit, herzlichen Glückwunsch. Wenn ich dir einen Tipp geben darf, überdenke deine zeit für Hamburg nicht, bis dahin sind es noch 2 Monate und du solltest ganz normal weiter trainieren und versuchen das Niveau hoch zu halten. Ich bin letztes Jahr den Halbmarathon einen Monat vor einem Marathon in 1h26min45sek gelaufen und hatte mir vorgenommen, den Marathon in 3h07min zu laufen und dachte dann nach dem Halmarathon, dass ich auf 2h58 umdenken kann, aber wiet gefehlt. Das sind dann doch noch Welten und geschafft habe ich es nicht, bin in 3h08min ins Ziel gekommen. Lass dich feiern und viel Spaß beim Hamburg-Marathon.

Zielzeit HH

Danke,
ja, ich feier innerlich.
Meine Zielzeit für HH hatte ich bis jetzt bei 3:40 Std. veranschlagt. Ich glaube, über 10 Minuten kann man nachdenken. Aber, noch ist Zeit.

Über 3:30? Nicht mit der HM-Zeit

Sehr schöne Zeit, zumal für diesen frühen Zeitpunkt im Jahr - dafür herzlichen Glückwunsch. Ich hoffe, da komme ich bis zum Frühjahr wieder hin.

Die 3:40 solltest Du nach unten korrigieren, sonst ärgerst Du Dich höchstwahrscheinlich über eine vergebene Chance. Lass es mich so sagen: Über 3:30 darfst Du uns nicht nach Hause kommen. Selbst eine 3:20 ist bei angemessenem Training mit langen Läufen etcetera pi-pa-po realistisch: 1:31 x 2 = 3:02, eine Viertelstunde oben drauf wären 3:17.

Mit dieser Faustformel bin ich in dem Bereich gut gefahren oder vielmehr gelaufen. Bei mir ist aus einer 1:28 sechs Wochen vor dem Marathon dann eine knappe 3:10 im großen Rennen geworden - macht 14 Minuten auf die doppelte HM-Zeit.

Die oben erwähnte 2:58 ist zufällig meine Bestzeit, dafür bin ich im Halben davor eine 1:23 gelaufen - nicht zum Angeben, nur zur Info. Das waren dann am Tag X noch 12 Minuten auf die doppelte HM-Marke. Mit zunehmender Leistung kann man die Zeit, die man draufrechnen muss, etwas reduzieren - entsprechendes Training immer vorausgesetzt.

Viel Erfolg in Hamburg (da habe ich letztes Jahr meinen Schweiß gelassen) und schönen Gruß aus dem Berliner Schneematsch

Docrob

Soviel Spannung...

...hatte ich nicht auf der Zielgeraden. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich völlig autistisch durch die Gegend lief. Gut das keiner im Weg war. *grins*

Gruß mit Muskelkater
Haderlomp

Glückwunsch

Hallo Stefan,

Glückwunsch zu der klasse Zeit. Kannst ja gut an alte Zeiten wieder anknüpfen. Bei mir liegen dann doch noch Welten dazwischen. Mal sehen, was am Sonntag bei mir im HM rauskommt, ich hoffe ich kann unter 2 Stunden bleiben. Hart genug hab ich ja dafür trainiert.

Liebe Grüße nach Norddeutschland
Renate

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